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Der „Schwarze Schwan-Index“

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Der S&P-500 schloss gestern auf Allzeithoch, befeuert von den doch eher nichtssagenden Äußerungen von Janet Yellen. Die Amerikaner interpretierten die Aussagen die Aussagen der neuen Notenbankchefin als dovish – also als Fortsetzung der ultralaxen Geldpolitik.

Yellen: das Wetter, ja, könnte einen Einfluss auf die Daten gehabt haben, aber muss man abwarten. Arbeitslosigkeit bei 6,5%? Erst deutlich unter dieser Marke machen wir uns Gedanken über die Nullzinspolitik. Tapering setzten wir fort, aber vielleicht auch nicht, wenn unsere Erwartungen einer Erholung nicht eintreffen sollten etc. Also viel „vielleicht“ und „könnte sein“..

Was uns zunächst nachdenklich stimmt ist, dass sich beim S&P-500 nur sechs der 500 Aktien dieses Index in der Nähe ihres 52-Wochenhochs befinden. Mit anderen Worten: die Einzelwerte spielen trotz des Allzeithochs des Index nicht mit. Man nennt so etwas eine „negative Divergenz“.

Diese Problematik wird nun auch von einem anderen Indikator bestätigt, dem sogenannten CBOE SKEW Index, der die Anzahl weit aus dem Geld liegender Put-Optionen misst und ein Gradmesser ist für Absicherungen im Falle eines Eintretens eines „Schwarzen Schwans“. Nassim Taleb hat diesen Begriff geprägt und meint damit das Eintreten unvorhergesehener Ereignisse, die die Märkte völlig auf dem falschen Fuß erwischen (etwa der 11.September 2001). Der CBOE SKEW Index wird deshalb auch als „Schwarzer Schwan Index“ bezeichnet und von der Chicago Board Options Exchange berechnet.

Schwarze Schwäne (deren Auftreten man in Europa für unmöglich hielt und erst durch die Entdeckung Australiens eines Besseren belehrt wurde) kommen für die Mehrheit immer überraschend, nicht aber für eine Minderheit von Querdenkern, die das Unvorhersehbare als Möglichkeit immer einkalkulieren. Und es sind eben diese Querdenker, die weit aus dem Geld liegende Puts (die nur geldwert werden, wenn die Märkte drastisch fallen) gekauft haben, um sich abzusichern.

Aktuell steht der Index bei 132 und handelt damit deutlich über seinen 50- und 200-Tagesdurchschnitten – Werte über 100 signalisieren eine untergründige Nervosität vieler Marktteilnehmer. Der CBOE SKEW Index steht nun auf einem Niveau, das er zuletzt im Juni 2011 erreicht hatte – woraufhin die US-Märkte mehr als 20% verloren:

SKEW-VIX_index

 

(Chart von CBOE für den Juni 2011)

 

 

 

Auffällig ist das Auseinanderklaffen im Juni 2011 zwischen dem SKEW und der Volatilität auf den S&P-500 (VIX) – man kann die Volatilität als „Angstbarometer“ bezeichnen, weil sie in der Regel fällt, wenn der Markt optimistisch ist. Während also das Angstbarometer VIX nach unten tendierte und so eine Selbstzufriedenheit der Bullen signalisierte, stiegen die SKEW-Absicherungen sprunghaft an.

 

dji

 

Chart des Dow Jones 2011, hervorgehoben der Abverkauf ab Juni 2011..

 

 

 

 

Wir sehen im SKEW ebenso wie in der Tatsache, dass die Volatilität in den USA aktuell sehr tief steht und gleichzeitig nur wenige Aktien das Allzeithoch des S&P-500 bestätigen, ein klares Warnsignal. Noch ignorieren die Amerikaner die neuen geopolitischen Risiken in der Ukraine-Frage – aber vermutlich werden sie bald eines Besseren belehrt..

 

 

 

 

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Morgan Stanley-Quartalszahlen: Erwartungen übertroffen

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Morgan Stanley hat soeben seine Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 10,03 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 9,87/erwartet 9,70).

Der Gewinn liegt bei 1,27 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,17/erwartet 1,11).

Der Umsatz im Bereich Institutional Securities steigt von 4,93 auf 5,02 Milliarden Dollar.

Die Aktie notiert vorbörslich mit 4,2%.

Hier der CEO-Kommentar im Wortlaut:

James P. Gorman, Chairman and Chief Executive Officer, said, “We delivered strong quarterly earnings despite the typical summer slowdown and volatile markets. Firmwide revenues were over $10 billion for the third consecutive quarter, and we produced an ROE within our target range. Our consistent performance shows the stability of our business model. We remain committed to controlling our expenses and are well positioned to pursue our growth initiatives.”

Morgan Stanley Quartalszahlen Grafik

Morgan Stanley Zentrale in New York
Morgan Stanley Zentrale in New York. Foto: Icc1977 CC BY-SA 4.0

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Netflix-Quartalszahlen: Erwartungen getroffen, toller Gewinn

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Die Netflix-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 5,24 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 3,99/letztes Quartal 4,92/für heute erwartet 5,25). Der Gewinn liegt bei 1,47 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,89/letztes Quartal 0,60/für heute erwartet 1,05).

Die Nutzerzahl ist im dritten Quartal um 6,77 Millionen gewachsen. Die Erwartungen lagen bei 7 Mio durch Netflix selbst – der Markt lag im Schnitt bei 6,7 Mio Erwartung.

Wie man aktuell verkündet, erwartet man 7,6 Millionen neue Nutzer im laufenden 4. Quartal.

Free Cash Flow -551 Millionen Dollar (Vorquartal -594). Operative Marge 18,7% nach 14,3% im Vorquartal.

Kurz-Fazit: Die Zahl neuer Abonnenten trifft die Markterwartungen. Der Gewinn übertrifft die Erwartungen deutlich. Ab Januar, wenn Disney und Apple ihre Konkurrenzangebote auf den Markt bringen, wird Netflix womöglich sehr hart zu kämpfen haben.

Die Netflix-Aktie reagiert nachbörslich mit +7%.

Netflix-Quartalszahlen im Detail

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Netflix-Quartalszahlen Vorschau – die letzte Stille vor dem Streaming-Krieg

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Netflix-Quartalszahlen voraus - Beispiel für TV-Konsum am Fernseher

Heute Abend ab 22 Uhr werden die Netflix-Quartalszahlen vermeldet. CNBC sieht es so: Ab Anfang 2020 werde die Ruhe vorbei sein, wo Netflix quasi als DER große Anbieter den Markt beherrscht. Und ja, ab Anfang 2020 kommen Apple und Disney mit ihren Streamingdiensten auf den Markt mit massivem Engagement, Budgets, eigenen Produktionen etc. Netflix wird massiv bedrängt werden, und hat daher schon längst die Produktion eigener Inhalte ausgeweitet. Das kostet natürlich Geld.

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Markus Koch hat heute in seinem täglichen Marktvideo zur Eröffnung an der Wall Street angemerkt, dass alle Welt schlechte Netflix-Quartalszahlen erwartet. Es könne natürlich ein Vorteil sein, dass die tatsächlichen Zahlen dann von Markt positiv aufgenommen werden, selbst wenn die Erwartungen nur eingehalten werden. Bei Netflix achten die Börsianer immer als Erstes auf die Zahl neuer Abonnenten, und nicht auf die Finanzkennzahlen. Denn setzt sich das enorme Abo-Wachstum nicht immer weiter fort, bricht die tolle Netflix-Story für die Börsianer ein. Die Abo-Zahlen dürften ab dem 1. Quartal (Daten dann Ende April) mehr als ohnehin schon hochinteressant werden, wenn Disney und Apple massiv dabei sein werden Netflix das Geschäft streitig zu machen.

Aber zurück zu den Erwartungen für die Netflix-Quartalszahlen heute Abend. Da erwartet Netflix für das abgelaufene Quartal, dass 7 Millionen neue Nutzer hinzukommen. Die Analystengemeinde rechnet im Schnitt mit +6,7 Mio. Im 2. Quartal waren es nur 2,7 Millionen neue Nutzer bei 5 Mio in der Erwartung. Gibt es heute erneut eine Enttäuschung? Immerhin hat die Netflix-Aktie in den letzten drei Monaten gut 22% an Wert verloren. Ab Anfang 2020 wird es wie gesagt richtig spannend. Es ist nicht übertrieben davon zu sprechen, dass dann in den USA der Streaming-Krieg beginnt. Große Konzerne mit viel Cash und Content bekämpfen dann aktiv Netflix. Es ist kaum vorstellbar, dass alle Player am Markt dauerhaft durchhalten und Gewinne erwirtschaften können, falls man letztlich versuchen sollte die Kunden über niedrige Abo-Preise zu locken.

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