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Aktien

Der „Schwarze Schwan-Index“

Markus Fugmann

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Der S&P-500 schloss gestern auf Allzeithoch, befeuert von den doch eher nichtssagenden Äußerungen von Janet Yellen. Die Amerikaner interpretierten die Aussagen die Aussagen der neuen Notenbankchefin als dovish – also als Fortsetzung der ultralaxen Geldpolitik.

Yellen: das Wetter, ja, könnte einen Einfluss auf die Daten gehabt haben, aber muss man abwarten. Arbeitslosigkeit bei 6,5%? Erst deutlich unter dieser Marke machen wir uns Gedanken über die Nullzinspolitik. Tapering setzten wir fort, aber vielleicht auch nicht, wenn unsere Erwartungen einer Erholung nicht eintreffen sollten etc. Also viel „vielleicht“ und „könnte sein“..

Was uns zunächst nachdenklich stimmt ist, dass sich beim S&P-500 nur sechs der 500 Aktien dieses Index in der Nähe ihres 52-Wochenhochs befinden. Mit anderen Worten: die Einzelwerte spielen trotz des Allzeithochs des Index nicht mit. Man nennt so etwas eine „negative Divergenz“.

Diese Problematik wird nun auch von einem anderen Indikator bestätigt, dem sogenannten CBOE SKEW Index, der die Anzahl weit aus dem Geld liegender Put-Optionen misst und ein Gradmesser ist für Absicherungen im Falle eines Eintretens eines „Schwarzen Schwans“. Nassim Taleb hat diesen Begriff geprägt und meint damit das Eintreten unvorhergesehener Ereignisse, die die Märkte völlig auf dem falschen Fuß erwischen (etwa der 11.September 2001). Der CBOE SKEW Index wird deshalb auch als „Schwarzer Schwan Index“ bezeichnet und von der Chicago Board Options Exchange berechnet.

Schwarze Schwäne (deren Auftreten man in Europa für unmöglich hielt und erst durch die Entdeckung Australiens eines Besseren belehrt wurde) kommen für die Mehrheit immer überraschend, nicht aber für eine Minderheit von Querdenkern, die das Unvorhersehbare als Möglichkeit immer einkalkulieren. Und es sind eben diese Querdenker, die weit aus dem Geld liegende Puts (die nur geldwert werden, wenn die Märkte drastisch fallen) gekauft haben, um sich abzusichern.

Aktuell steht der Index bei 132 und handelt damit deutlich über seinen 50- und 200-Tagesdurchschnitten – Werte über 100 signalisieren eine untergründige Nervosität vieler Marktteilnehmer. Der CBOE SKEW Index steht nun auf einem Niveau, das er zuletzt im Juni 2011 erreicht hatte – woraufhin die US-Märkte mehr als 20% verloren:

SKEW-VIX_index

 

(Chart von CBOE für den Juni 2011)

 

 

 

Auffällig ist das Auseinanderklaffen im Juni 2011 zwischen dem SKEW und der Volatilität auf den S&P-500 (VIX) – man kann die Volatilität als „Angstbarometer“ bezeichnen, weil sie in der Regel fällt, wenn der Markt optimistisch ist. Während also das Angstbarometer VIX nach unten tendierte und so eine Selbstzufriedenheit der Bullen signalisierte, stiegen die SKEW-Absicherungen sprunghaft an.

 

dji

 

Chart des Dow Jones 2011, hervorgehoben der Abverkauf ab Juni 2011..

 

 

 

 

Wir sehen im SKEW ebenso wie in der Tatsache, dass die Volatilität in den USA aktuell sehr tief steht und gleichzeitig nur wenige Aktien das Allzeithoch des S&P-500 bestätigen, ein klares Warnsignal. Noch ignorieren die Amerikaner die neuen geopolitischen Risiken in der Ukraine-Frage – aber vermutlich werden sie bald eines Besseren belehrt..

 

 

 

 

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Aktien

Quartalssaison: Hier die wichtigsten Termine

Claudio Kummerfeld

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Wall Street Schild

Die Quartalssaison hat begonnen. Letzte Woche meldeten bereits die großen US-Banken und Netflix. Aber nun geht es so richtig los. Hier eine Übersicht der wichtigsten Termine von deutschen und US-Konzernen für die nächsten Tage. Wichtig: Diese Termine haben wir direkt aus den Finanzkalendern der Unternehmen entnommen. Denn manchmal sind Webportale mit ihren Terminübersichten zu den Quartalszahlen unzuverlässig, da hier zukünftige Termine zu Finanzkennzahlen manchmal einfach nur basierend auf den Terminen vergangener Quartale von einer Computersoftware abgeschätzt werden, und daher fehlerhaft sein können.

Microsoft: 26. Januar

General Electric: 26. Januar

BASF: 26. Februar

Facebook: 27. Januar

Boeing: 27. Januar

Apple: 27. Januar

Caterpillar: 29. Januar

SAP: 29. Januar

Alphabet (Google): 2. Februar

Amazon: 2. Februar

Exxon: 2. Februar

Deutsche Bank: 4. Februar

Twitter: 9. Februar

Delivery Hero: 10. Februar

Commerzbank: 11. Februar

Daimler 18. Februar

Walmart: 18. Februar

Bayer: 25. Februar

Deutsche Telekom: 26. Februar

Volkswagen: Ende Februar

Zalando: 2. März

Lufthansa: 4. März

Adidas: 10. März

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – die Woche der Quartalszahlen

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Er bespricht die nun anstehende wichtigste Woche bei den Quartalszahlen in den USA.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Der nächste Corona-Impfstoff steht in den Startlöchern – Werbung

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Lieber Börsianer,

nach den Präparaten von Moderna und BionTech steht mit dem Wirkstoff von AstraZeneca der nächste Impfstoff vor der Zulassung in der EU. Die Freigabe durch die Gesundheitsbehörden wird Ende Januar erwartet.

Vor einem Jahr starteten innerhalb kürzester Zeit weltweit mindestens 171 Impfstoffprojekte. Noch vor wenigen Jahren hätte man für die Erforschung eines Impfstoffes mindestens 15 bis 20 Jahre angesetzt. So viel Zeit hat die Welt jetzt nicht. Neue Technologien ermöglichten eine enorme Beschleunigung der Forschung, so dass jetzt bereits mit 2 Präparaten in Deutschland geimpft werden kann.

Es kann kaum schnell genug mit der Zulassung gehen

Dennoch wird der Impfstoff von AstraZeneca sehnsüchtig erwartet. Die Produktionskapazität von Moderna und BionTech-Partner Pfizer reichen bei Weitem nicht aus, um große Teile der Bevölkerung schnell zu impfen. Zudem stehen die Lieferketten unter einem enormen Druck, weil die Impfdosen bei zweistelligen Minusgraden transportiert und gelagert werden müssen. Der neue Impfstoff von AstraZeneca kommt hingegen mit normalen Kühlschrank-Temperaturen aus.

Mehrere Staaten, darunter Österreich, Tschechien, Dänemark, Griechenland und die Balkan-Staaten forderten bereits, den Impfstoff schon vor der eigentlichen Zulassung zu verteilen.

Impfstoffproduktion führt zu Milliardeneinnahmen

Die zugelassenen Präparate werden den Herstellern derzeit förmlich aus den Händen gerissen. Die Herstellung und der Vertrieb der Impfdosen ist ein Milliardengeschäft. Die Konzerne verdienen noch mindestens so lange, bis genug Menschen geimpft sind, um die Krankheit wirksam zurückzudrängen. Doch sind die Unternehmen deshalb eine gute Geldanlage?

Machen Sie nicht jeden Trend mit

Viele Anleger investieren jetzt in Moderna. Die Aktie hat in den vergangenen Monaten mehr als tausend Prozent gewonnen. Die Story klingt ja auch zu schön. Es gibt eine Krankheit, die unsere ganze Welt in…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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