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Der Short-Guru Jim Chanos

Von Markus Fugmann

In Deutschland ist das Wort „Spekulation“ nach wie vor extrem negativ belegt. Und das Shorten, also die Spekulation auf fallende Kurse, noch viel mehr. Ich habe in dem Artikel „Uli Hoeneß, Deutschland, Spekulanten“ vor längerer Zeit versucht zu skizzieren, warum das in Deutschland so ist. Die Spekulationsfeindschaft der Deutschen reicht tief in die Geschichte zurück, radikalisiert sich dann aber mit dem Börsencrash 1873, als eine gigantische Blase nach dem militärischen Sieg Deutschlands über Frankreich, der hohe Entschädigungszahlungen“ unseres Nachbarlandes nach Deutschland brachte, dann heftig platzte.

Dass aber speziell das Shorten an den Märkten extrem wichtig ist für die Märkte selbst, weiß niemand besser als der vermutlich bekannteste (allerdings nicht in Deutschland) und erfolgreichste Shortseller der Geschichte: Jim Chanos.

In folgendem Interview mit der „Wall Street Week“ erklärt Chanos, warum die Möglichkeit des Leerverkaufs so wichtig ist: die Shorties sind eine Art Finanzpolizei der Märkte, die absurde Überbewertungen erkennen und mit ihrer Tätigkeit offen legen. Sie sind daneben häufig ein stabilisierender Faktor für Märkte, die im freien Fall sind, weil sie leerverkaufte Positionen irgendwann wieder zurück kaufen müssen und so als Käufer in Zeiten fungieren, in denen Käufer am Markt absolute Mangelware sind. Chanos vergleicht Leerverkäufer mit Versicherungen: diese „leihen“ den Kunden eine Leistung, die sie jetzt nicht liefern, aber versprechen zu liefern, wenn ein bestimmter Fall eintritt.

Jim Chanos hatte bereits vor Jahren darauf hingewiesen, dass sich in China eine gigantische Blase bildet – aber damals war das noch eine absolute Außenseitermeinung. Chinas Bankensektor, sagt Chanos, ist dabei zu explodieren. Nicht nur deshalb sei Ihnen folgendes Interview mit dem Short-Guru Chanos dringend empohlen:



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