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Der sichere Weg in die sozialistische Staatspleite

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Rote Fahnen

Wie steuert man absolut sicher in die sozialistische Staatspleite? Spanien macht es gerade vor, zumindest als Idee. Dieser Wunsch wird aber, auch wenn er jetzt nicht realisiert wird, immer weiter diskutiert werden, und immer mehr wird so eine verführerische Idee in die Köpfe von immer mehr Menschen einsickern. Dass es keinen Free Lunch gibt, dass „Freibier für alle“ nicht funktionieren kann, das hat der Sozialismus aber noch nie verstanden.

20 Prozent weniger arbeiten bei gleichem Geld

Aber kommen wir zum Thema Spanien. Der von uns hochgeschätzte Daniel Stelter (hier sein Blog) erwähnte das Thema in einem gestrigen Tweet. Wegen der Coronakrise denkt die linke Koalitionspartei in Spanien darüber nach die 4 Tage-Woche einzuführen. Die Spanier sollen aber weiterhin genau so viel verdienen wie bisher, also als würden sie volle 5 Tage arbeiten. Die Differenz, welche die Arbeitgeber ja kaum schultern können, solle aus dem neu geschaffenen EU-Wiederaufbaufonds beglichen werden – der ja eigentlich die Corona-Folgen auffangen soll.

Da die am Stärksten von Corona betroffenen Südländer in Europa mehr Geld aus dem EU-Wiederaufbaufonds erhalten als sie anteilig einzahlen, heißt das im Klartext: Die Nordländer sollen den einen Tag weniger Arbeit in Spanien bezahlen. Und natürlich trägt auch Spanien anteilig seinen Teil bei für die zukünftige Schuldentilgung des europäischen Wiederaufbaufonds. Aber wo ist das Problem? Der Sozialist sagt sich: Toll, weniger arbeiten, gleiches Geld wie vorher, die Differenz bezahlt ein neuer Fonds in Brüssel. Da ist ja zusätzliches Geld vorhanden, alles bestens.

Aber dieses neue zusätzliche Geld aus Brüssel, welches das „Freibier für alle“ bezahlen soll, kommt nicht aus dem luftleeren Raum. Es ist schuldenfinanziert. Diese Schulden müssen/sollen irgendwann mal zurückgezahlt werden. Oder sollen sie letztlich durch die EZB aufgekauft werden, und die EZB erlässt dann diese Schulden? Dieses Denkmodell gab es jüngst schon in Italien in Sachen Corona-Schulden. Aber zurück nach Spanien. Wie steuert man ganz sicher in die Staatspleite?

Nehmen wir an diese 4 Tage-Woche bei 5 Tage-Bezahlung würde Realität werden. Der Staat (egal ob Madrid, Brüssel oder Berlin) zahlt den fünften Arbeitstag. Letztlich muss dies durch höhere Staatsschulden finanziert werden. Die Steuerzahler in Europa müssen also irgendwann diese höheren Staatsschulden zurückzahlen. Das geht nur durch Wertschöpfung, durch Wirtschaftsleistung, wodurch Steueraufkommen entsteht. Wenn die Menschen aber deutlich weniger arbeiten, sinkt auch die Wirtschaftsleistung, und somit auch das Steueraufkommen. Mehr Schulden würden also weniger Steuereinnahmen gegenüber stehen – und dies wäre ja systemisch so gewollt, und kein Zufall.

Der sichere Weg in die Staatspleite

So würde man mit sozialistischer Denkweise (der Staat zahlt es schon) mit absoluter Sicherheit ins Desaster steuern, in die Staatspleite. Daniel Stelter sagt dazu, dass die Bezahlung der Viertagewoche durch den EU-Wiederaufbaufonds ein weiterer Beweis dafür sei, dass man sich auf dauerhafte Transfers innerhalb Europas einstelle. Bezahlt würde dies aus Steuererhöhungen und Vermögensabgaben in Deutschland, so seine Meinung. Und ja, auch dieser Gedanke scheint richtig zu sein.

Vermehrt tauchen nun sozialistische Träumereien in Italien und Spanien auf, die auch Realität werden können. Schließlich sind das ja souveräne Länder, denen wir Deutschen keine Vorschriften machen können. Sie könnten Fakten schaffen. Die sozialistischen Wohltaten zum Beispiel in Spanien würden zu großen Teilen durch Nordländer ausgeglichen, wo man vermutlich höhere Steuern einführen würde, um die Mehrbelastung zu stemmen.

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Im Artikel des Handelsblatt ist basierend auf Aussagen aus Spanien viel die Rede davon, dass durch einen Tag weniger Arbeit pro Woche in vielen Berufen die Motivation und Kreativität steige, und dadurch das weniger an Arbeit durch höhere Produktivität ausgeglichen werden könnte. Aber kann das 20 Prozent weniger Arbeitszeit ausgleichen? Kaum vorstellbar. Und auch wird richtigerweise erwähnt, dass so etwas nur theoretisch denkbar ist in Kreativberufen, aber nicht in der Produktion von Waren, wo am Fließband feste Abläufe eingehalten werden müssen.

Nochmal meine Hauptkritik zum Schluss: Die spanische Idee von einem Tag weniger Arbeit pro Woche würde dazu führen, dass eine stark steigende Staatsschuld (gesamteuropäisch gesehen) von sinkenden Steuereinnahmen bedient werden müsste. Die Arbeitnehmer verdienen zwar genau so viel wie vorher und zahlen daher auch genau so viel Steuern. Aber das was sie erwirtschaften, geht deutlich zurück. Die Unternehmen machen weniger Gewinn, verkaufen weniger Produkte usw. Dadurch sinkt insgesamt das Steueraufkommen – ein toller „planmäßiger“ Weg in eine Staatspleite.

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Mike Lohmann

    22. Dezember 2020 13:32 at 13:32

    Das Steueraufkommen zur Finanzierung der Schuldnerländer lässt sich ganz einfach umsetzen. Man geht davon aus, dass alles gerecht sein muss und besteuert Leistung und verteilt dann den Ertrag auch wieder gerecht pro Kopf. D.h. die Nordländer sind ja als Arbeitstiere bekannt, deshalb ist es ja nur gerecht, dass sie zu Europa auch den gerechten Satz entrichten – was sie ja schon länger über den Target2-Buchbestand tun. Dann wird das ganze solidarisch auf Europa aufgeteilt, nicht? Wo soll da noch ein Problem bestehen? Ach so der Schuldenaufkauf der EZB? Na das wird so lange fortgesetzt, bis man in ganz Europa das wieder solidarisch aufgeteilt abgebaut hat und am Schluss alle gleich viel Schulden oder Arme haben – solidarisch eben.
    Laien in Brüssel reden ja davon, man*frau sollen miteinander und füreinander solidarisch alles gemeinsam (er)tragen.

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    franko33

    22. Dezember 2020 15:53 at 15:53

    Dieses Prinzip 4 Tage zu 5 Tagen wäre auch umsetzbar.
    Nur würde die Kaufkraft schneller sinken,das Warenabgebot ebenfalls und die Inflation würde (auch gewollt)
    sehr schnell „davonlaufen“……….

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    Südschienen-Sponsor

    22. Dezember 2020 16:40 at 16:40

    Hat denn nicht schon Griechenland einige Jahre gut auf Kosten der Geberländer gelebt, bis es eben nicht mehr ging und die Bezahler die Regeln machten.
    Nur schade, dass mit dem Austritt der Engländer ein guter Zahler wegfällt und die ZAHLENDE NORDSCHIENE sitmmenmässig noch geschwächt wird.Die profitierende Südschiene kann dann für sie günstige Entscheide durchbringen und der Herr Beck wird auch dies wieder gut finden wie die einstimmigen Gesetzesbrüche der EU.Dass es so nicht immer weitergeht, wird die Euroskepsis von Herr Fridrich unterstützen.

  4. Avatar

    Solidar- Most

    22. Dezember 2020 17:02 at 17:02

    Früher war es eher so,dass man in Krisen den Gürtel enger schnallen musste. Im GELDDRUCKZEITALTER
    ist es so ,dass man das Problem mit weniger arbeiten lösen wlll. Der vielkritisierte Gerhard Schröder hat mit der Agenda 2010 dem deutschen Volk viele Opfer auferlegt. Wie lange DE mit den Früchten dieser Arbeit noch die Rest EU beglücken wird ist fraglich. Wäre auch eine Frage an Herr Beck.
    Solidarität ist so schön, aber nur wenn man sich selber ärmer macht und der schwerarbeitende Reiche immer bezahlt.

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    leftutti

    22. Dezember 2020 18:39 at 18:39

    @Solidar-Most, der schwerarbeitende Reiche 😅 😂 🤣

    Meinen Sie den Erben, den Börsenspekulanten, den Immobilien-Zocker, das Aufsichtsratsmitglied, den Konzern-Vorstand oder den Lottogewinner?
    Nach meiner Erfahrung wird keiner reich, der schwer arbeitet. Noch nicht einmal wohlhabend.

  6. Avatar

    thinkSelf

    22. Dezember 2020 20:10 at 20:10

    Abgesehen von der Aussage das die von „Corona betroffenen Südländer“ nicht von Corona sondern von völlig durchgeknallten Regierungen, möglich gemacht durch eine weiterhin anhaltende Massenpsychose, getroffen wurden, stimme ich dem Autor voll zu.

    Wir können nun live und in Farbe einen dem Höhepunkt zustrebenden zivilisatorischen Niedergangsprozess zuschauen, der irgendwann zwischen 1990 und 2000 seinen Point of no return überschritten hat. Blöd nur, das wir mitten drin hocken und die allermeisten keine reale Möglichkeit haben sich woanders hin abzusetzen (Österreich und auch die Schweiz werden da mit in den Abgrund gerissen. Um das zu verhindern sind sie zu klein und zu sehr mit ihrer Umgebung vernetzt).
    Wobei die Südländer immerhin so schlau sind vor dem richtigen Absturz noch mal Party zu feiern. Die Bewohner zentraleuropäischer Gefilde sind dazu zu blöd.

    @SOLIDAR- MOST „…dass man in Krisen den Gürtel enger schnallen musste.“
    Das kann „man“ so nicht sagen. Denn nicht „man“ muss den Gürtel enger schnallen sondern nur die 90% Heloten aus der nun mal jede Bevölkerung besteht. Also eher „wir“ und nicht „die“.

    @SÜDSCHIENEN-SPONSOR
    Ich muss ihnen da widersprechen. „Griechenland“ hat überhaupt nicht „gut auf unsere Kosten“ gelebt. Große Teile der Bevölkerung ist enorm verarmt (sowas wie „Rente“ oder „Krankenversicherung“ sind da nur noch Mythen aus einer vergangenen Zeit). Athen ist inzwischen in den flächendeckenden Verfall übergegangen (in anderen griechischen Städten dürfte es nicht besser aussehen, aber da war ich lange nicht).
    Allerdings wurden, neben einigen sehr reichen Griechen, vor allem spanische und französische Banken, sprich die Reichen dieser Länder „gerettet“. Und die haben vorzüglich von der Kohle gelebt.

    Ob man das jetzt als „Sozialismus“ oder „Faschismus“ bezeichnet überlasse ich dem persönlichen Geschmack des verehrten Lesers. Ist ohnehin das selbe. Oder wie Markus Krall so schön sagt: „Der einzige Unterschied zwischen diesen kollektivistischen Gesellschaftssystemen ist die zum Feind erklärte Gruppe die am Ende umgebracht wird.“

    Wobei ich noch die leise Hoffnung pflege, das die selbst dazu zu blöd sind.

  7. Avatar

    No Work Team

    23. Dezember 2020 07:10 at 07:10

    Es gibt auch geschulte Leute, die meinen man könne mit weniger arbeiten die Arbeitslosigkeit bekämpfen.Also man nimmt die Arbeit als feste Grösse und verteilt sie auf mehr Leute.Dass die Arbeitslosigkeit wegen ungenügender Konkurrenzfähigkeit entstand und durch weniger arbeiten nur schlechter wird ist nur für Hochbegabte zu verstehen und in der MMT – Ära kein Thema.
    Oder wurde mit den Robin Hooders eine neue Ära gestartet wo man zuhause mit Call- Optionen
    als kleiner Geldvermehrer ( nach dem Beispiel der Notenbanken) mehr verdient als mit Arbeit.

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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am

Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Allgemein

Ölpreis: Aufwärtstrend geht weiter? Was macht Biden? API-Daten lassen aufhorchen

Claudio Kummerfeld

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Eine Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis war seit dem 5. Januar im Aufwärtstrend. Nach einer Mini-Pause ging es Anfang dieser Woche weiter nach oben, von unter 48 Dollar im WTI-Öl am 5. Januar bis auf derzeit knapp unter 53 Dollar. Zahlreiche Gründe für die jüngst gestiegenen Preise und womöglich auch weiter anziehenden Preise hatten wir die letzten Tage genannt.

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Positiv für den Ölpreis zu werten waren die inzwischen seit fünf Wochen fallenden Lagerbestände für Öl in den USA, die großen Stimulus-Hoffnungen an den neuen US-Präsidenten, und vor allem die zusätzlichen freiwilligen Kürzungen der Öl-Fördermenge durch Saudi-Arabien (minus 1 Million Barrels pro Tag für Februar und März).

Gestern Abend wurden die privat ermittelten API-Lagerbestände für Öl veröffentlicht mit einer Wochenveränderung von +2,6 Millionen Barrels. Die API-Daten gelten stets als Vorschau auf die am folgenden Tag vermeldeten offiziellen Lagerdaten. Diese Woche verschieben sich viele Konjunkturdaten in den USA um einen Tag nach hinten, weil am Montag Feiertag war. Die offiziellen Lagerdaten aber verschieben sich aufgrund der gestrigen Amtseinführung von Joe Biden um noch einen weiteren Tag nach hinten auf Freitag Nachmittag. Bis dahin könnte der Ölpreis also zittrig bleiben, in der Vorschau auf möglicherweise steigende Lagerbestände in den USA.

Was bringt Joe Biden für den Ölpreis?

Positiv für die Öl-Bullen ist zu werten, dass Joe Biden gestern im Rahmen diverser präsidialer Dekrete die Keystone XL Pipeline gestoppt hat, deren Bau in den USA noch nicht begonnen hat. Damit wird zukünftig nicht noch mehr Öl aus Kanada in Texas ankommen. Grundsätzlich ist dies vorsichtig positiv für den Ölpreis zu werten, da die Angebotsmenge geringer ausfallen dürfte. Aber na ja… werden die Kanadier ihr Öl dann nicht anderweitig auf dem Weltmarkt anbieten?

Also, bringt Joe Biden tendenziell für die nächsten Jahre dank dem Pipeline-Stop und sicherlich diversen schärferen Umweltgesetzen die Öl-Förderung in den USA zu einem Wachstumsstop, oder sogar zu einer Schrumpfung? Das wäre gut für alle Trader, die einen höheren Ölpreis sehen wollen. Aber da gibt es noch die andere Seite der Medaille. Man darf annehmen, dass sich die Beziehung zwischen den USA und dem Iran unter dem neuen US-Präsidenten entspannt. Sollten die US-Sanktionen gelockert werden, dürfte der Iran wohl zügig mehr Öl fördern und auf dem Weltmarkt verkaufen. Denn das Land braucht wohl jeden Petro-Dollar. Dies wäre folglich schlecht für den Ölpreis. Also ist es nicht so einfach zu beantworten, ob Joe Biden nun gut oder schlecht für einen potenziell weiter steigenden Ölpreis zu betrachten ist. Schaut man auf den Chart 30 Tage zurück, dann ist der Ölmarkt noch im Aufwärtstrend. Die Grundstimmung ist vor allem wegen dem möglichen anstehenden Mega-Stimulus in den USA positiv.

Chart zeigt Kursverlauf im Ölpreis in den letzten 30 Tagen
Chart zeigt Ölpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen.

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Christine Lagarde: Headlines der PK der EZB: entscheidende Fragen unbeantwortet

Markus Fugmann

Veröffentlicht

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Hier die wichtigsten Aussagen von Christine Lagarde auf der heutigen Pressekonferenz der EZB – im offiziellen Statement bislang wenig Neues:

– Lagarde beginnt mit warmen Wünschen für 2021

– Impfungen wichtiger Meilentstein

– Industrie weiter robust, Dienstleistung weiter schwach, wenngleich weniger schwach als in der ersten Corona-Welle

– Inflation bleibt niedrig

– Kurzfristig überwiegen die Risiken

– Wirtschaft der Eurozone dürfte auch im 4.Quartal geschrumpft sein

– Pandemie wird auch 1.Quartal 2021 belasten

– es wird trotz Impfungen noch dauern, bis Herdenimmunität erreicht ist

– Impfungen und Brexit-Deal sind ermutigend, aber übergeordnet bleiben die Risiken bestehen

– Headline-Inflation dürfte bald ansteigen, auch wegen deutscher Wieder-Anhebung der Mehrwertsteuer

– Inflation dürfte mittelfristig anziehen, Inflationserwartungen sind gestiegen

– Kreditvergabe: Banken etwas vorsichtiger geworden

– Europäische Länder sollen schnell beschlossene EU-Hilfsmaßnahmen in ihren Parlamenten beschließen, um Erholung anzuschieben

– Lagarde „hat fertig“, jetzt Fragen

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– Lagarde: positiv sind Impfungen, dass der Brexit-Dealk zustande gekommen ist, dazu bessere Aussichten auf Kooperation mit der neuen US-Regierung

– schärfere Lockdowns wegen Mutationen durchaus möglich

– Frage nach Zombiefirmen: bislang weicht Lagarde einer Antwort aus – da redet sie minutenlang herum, aber die Frage zielte letztlich auf die negativen Konsequenzen der EZB-Politik, und das ließ sie (wieder einmal!) unbeantwortet!

– Frage nach (unausgesprochener) yield curve control der EZB (Berichte darüber, dass EZB versucht, die Renditen für Anleihen vor allem italienischer Anleohen nicht zu stark gegenüber deutschen Anleihen als Benchmark steigen zu lassen:: wieder keine konkrete Antwort von Lagarde!

– Frage nach digitalem Euro: was soll der für die Menschen bringen? Lagarde: ein digitaler Euro würde das Bargeld nicht ersetzen (FMW: echt??)
Lagarde: wir wollen in Sachen Digitaleuro sehr transparent sein (FMW: wohl eher pseudo-transparent..)
Lagarde:Einführung des digitalen Euros würde noch Jahre dauern; viele Fragen darüber noch offen und schwierig, wenn er käme, wäre er für alle gut, nicht nur für Elite

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