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Der Skandal bei „Kobe Steel“ erschüttert die Seriosität der japanischen Industrie

Wenn jemand vollkommen seriös und verlässlich ist, dann Deutsche und Japaner, richtig? Die deutsche Autoindustrie bewies längst das Gegenteil. Auch die Japaner haben nun einen ähnlichen Skandal. In japanischen Medien spricht man schon…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wenn jemand vollkommen seriös und verlässlich ist, dann Deutsche und Japaner, richtig? Die deutsche Autoindustrie bewies längst das Gegenteil. Auch die Japaner haben nun einen ähnlichen Skandal. In japanischen Medien spricht man schon davon, dass die Seriosität des japanischen Wirtschaftsstandorts in der Außenwirkung gefährdet sei. Im Kern geht es um das selbe Problem, das wohl weltweit überall dort auftritt, wenn Konzernvorstände ihren Untergebenen Produktionsziele oder Vertriebsziele aufs Auge drücken, die eigentlich nicht erfüllt werden können.

Egal, die Ziele müssen erreicht werden. Wie genau, scheint den Herrschaften ganz oben egal zu sein. Hauptsache sie werden erfüllt – und wenn nicht, haben „die da unten“ eben ein echtes Problem. So scheint es wohl auch im Fall von „Kobe Steel“ auszusehen, dem drittgrößten Stahlproduzenten Japans. Am Wochenende hatte das Unternehmen offiziell eingestanden Daten über die Qualität von ausgelieferten Produkten gefälscht zu haben. Bei Aluminium- und Kupfer-Endprodukten seien Eigenschaften falsch ausgewiesen und vorher nicht auf Qualität geprüft worden. Wichtig sei es gewesen offiziell den Kundenanforderungen zu entsprechen, auch wenn dies eventuell gar nicht der Fall war.

Laut dem Vizepräsident von Kobe Steel hätten Arbeiter in der Fabrikation unter Druck gestanden Produkte fristgerecht abzuliefern, daher wohl diese gefälschen Qualitätsdaten, obwohl es angeblich bisher keine Probleme mit den ausgelieferten Proudukten gegeben habe. Dutzende Mitarbeiter seien beteiligt gewesen, die aber keine offizielle Anordnung der Firmenleitung für eine Manipulation erhalten hätten. Haben wir das nicht schon mal irgendwo gehört? Diesel-Manipulation bei VW, LIBOR-Manipulationen bei Großbanken. Stets sind es normale Angestellte, die einfach so im Sinne des Konzerns kriminelle Energie entwickeln, ohne Wissen der Geschäftsleitung?

Verbaut worden seien Teile in Autos und Flugzeugen von bis zu 200 Kunden wie Toyota und Mitsubishi. Die Vorfälle sollen bis zu zehn Jahre zurückreichen. Möglicherweise benutzen wir alle vielleicht schon seit Jahren irgendwelche Produkte, in denen nicht das verbaut wurde, was offiziell draufsteht. Denn wo ganz am Ende der Produktionskette diese Erzeugnisse im Einzelhandel landen, wer kann das schon sagen. Nachdem das Unternehmen am Wochenende ein Statement abgab, stürzte sich wie zu erwarten die japanische Medienlandschaft auf das Thema, und brachte weitere Details zu Tage. So musste Kobe Steel nun auch zugeben, dass Angaben über ausgelieferte Produkte bestehend aus Eisenpulver gefälscht wurden. So seien davon in Autogebtrieben verbaute Teile betroffen.

Kobe Steel erwägt offenbar Teile seine Vermögenswerte zu Cash zu machen um den bevorstehenden Sturm überleben zu können. Es dürfte klar sein, dass es zu massiven Umsatzrückgängen kommt, denn welcher Kunde kann es noch verantworten dort einzukaufen. Die Firma hat jetzt noch einen Börsenwert von umgerechnet ca 3,8 Milliarden Euro. Der Kurs hat von Freitag bis jetzt 18% an Marktwert verloren auf 878 Yen.


Der Chart der Kobe Steel-Aktie seit April.

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Aktien

Aktienmärkte: Corona-Krise und ein heimlicher Star im deutschen Leitindex

Wolfgang Müller

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Normalerweise waren die letzten Jahre die Zeit für Wachstumstitel, also für Growth, wie man es in der Sprache der Aktienmärkte bezeichnet. Eher jedoch nicht für den deutschen Leitindex Dax – aber dort steht ein Wert ganz oben in der Performance, von dem man es noch weniger erwartet hätte: die Deutsche Post. Man profitiert derzeit vom „Stay at Home“ und vielleicht nochmals durch ein logistisches Thema der Superlative.

Die bevorstehende Massenimpfungen

Was werden nicht alles für Zahlen herumgereicht? Die Gesamtbevölkerung der Erde müsse gegen Covid-19 geimpft werden, 7,7 Milliarden Menschen und dies gleich zweimal. Aber gemach, es werden sich nicht alle impfen lassen wollen, und es einige durch Immunität nicht mehr brauchen (oder durch heimische Pharmafirmen versorgt werden) und viele sich in einem Alter befinden, in dem die Gefährlichkeit des Virus unterhalb des Promillebereichs für die Betagten und Gefährdeten liegt. Dennoch: Es gilt Abermillionen von Impfdosen zu transportieren, mit den verschiedensten Transportmitteln, mit speziellen Behältern und mit der Aufrechterhaltung von Kühlketten und überall ist der deutsche Marktführer gut aufgestellt.

Die unauffällige Hausse bei einem Underdog der Aktienmärkte

Die Deutsche Post (DHL Group) feierte gerade den 20. Börsengeburtstag. Der Logistik-Riese, der aus einem Paket- und Postzusteller hervorging, wurde am 20. November 2000 zu 21 Euro an die Börse gebracht. Zu dieser Zeit stand der Dax bei 6609 Punkten. Betrachtet man nun die Kursentwicklung von Index und den Dax-Wert Deutsche Post (gestern 40,39 Euro), so könnte man den Eindruck gewinnen, als wäre der Dax mit seiner Kursverdoppelung besser gelaufen, als der deutsche Logistiker, der es nur auf gut 80 Prozent Kurszuwachs brachte. Rechnet man die Dividendenzahlungen hinzu, käme man bei der Post aber auf circa 268 Prozent Gewinn. Beim Dax als Performance-Index werden die Dividenden einfach hinzugerechnet. Macht eine Rendite der Deutschen Post von 6,7 Prozent p.a. gegenüber dem Index mit seinen 3,5 Prozent. Der Traditionswert ein heimlicher Star der Aktienmärkte – gewiss, denn ein Großteil der Dax-Werte ist noch weit von seinen ehemaligen Höchstständen entfernt. Bis auf fünf Werte, einer davon ist die Marke mit dem auffälligen Gelb.

Dies ist natürlich den Analysten nicht verborgen geblieben: so erwarten Ökonomen von Goldman Sachs einen Umsatzanstieg der Deutschen Post von aktuell 65 Milliarden bis auf 80 Milliarden Euro im Jahr 2024, der Gewinn soll im gleichen Zeitraum von 4,4 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro steigen. Wäre ein einstelliges KGV, hinzu kommt die niedrige Börsenbewertung im Vergleich zu UPS oder Fedex.

Fazit

Obwohl die Aktienmärkte derzeit die Umschichtung von Growth zu Value spielen, kann dies dem deutschen Logistiker relativ egal sein. Man profitiert weiter von den Auswirkungen der partiellen Lockdowns, vermutlich noch durch die Wintermonate, als auch von der neuen Situation um die Mammutaufgabe Impfung der Bevölkerung mit all den personellen und logistischen Herausforderungen.

Jetzt steht in dieser Woche erst einmal der große vorweihnachtliche Hype um den „Black Friday“ und den „Cyber Monday“ auf dem Programm. Angesichts der Pandemie sicherlich mit bisher noch nie gesehenen Umsätzen. Ein DHL-Manager sprach schon davon, dass Covid-19 die Umsätze der Post in das Jahr 2030 hieven werde. Und jetzt kommt noch das Transportthema Impfstoff hinzu. Ein Goldilocks-Szenario? Nicht ganz, denn da gibt es noch einen übermächtigen Konkurrenten aus Übersee, der bis 2021 mit eigenen Paketzentren in Deutschland zulegen will. Der „All-Star“ der amerikanischen Aktienmärkte Amazon, der bereits schon für ein Viertel der Paketsendungen in Deutschland verantwortlich ist.

Die Aktienmärkte in Deutschland und ihr heimlicher Star

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Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

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Die überbewrteten Aktienmärkte der USA als Bombe, die bald entschärft wird

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

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