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Märkte

Der steigende Ölpreis, und drei Nachrichten drum herum

Was ist der aktuelle Haupttreiber im Ölpreis? Nun, die Rohöl-Lagerbestände in den USA gingen gestern auf Wochenbasis um weitere 4,9 Millionen Barrels zurück. Das wirkt auf den ersten Blick aus plausible Erklärung für den über Nacht…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Was ist der aktuelle Haupttreiber im Ölpreis? Nun, die Rohöl-Lagerbestände in den USA gingen gestern auf Wochenbasis um weitere 4,9 Millionen Barrels zurück. Das wirkt auf den ersten Blick aus plausible Erklärung für den über Nacht weiter gestiegenen Ölpreis, aber die im Markt eingepreisten Erwartungen durch die vorher veröffentlichten API-Daten lagen schon bei einem Rückgang von 11 Millionen Barrels. Von daher fallen die Lagerdaten als Grund aus.

Aber da ist die Analyse der Citigroup zum Ölmarkt im Jahr 2018. Man erwähnt unter anderem, dass die massiven Probleme in Venezuela dazu führen sollten, dass die Ölproduktion weiter zurückgehen dürfte. Denn die staatliche Ölgesellschaft scheint offenbar massive Probleme zu haben. Auch glaubt Citi an mögliche Produktionsausfälle im Irak, in Nigeria und in Libyen. Insgesamt könnten sich die Rückgänge bis zu 3 Millionen Barrels pro Tag belaufen. Das ist schon eine große Hausnummer, auch wenn es hierbei natürlich nur um die Analyse einer Bank geht (das soll nichts heißen). Aber ein mehr als euphorischer Bullenmarkt greift so eine schöne Analyse natürlich gerne auf. Ein Grund mehr um den Kurs weiter zu pushen – so einfach dürfte die Logik sein.

Push für den Ölpreis

Der Ölminister der Vereinigten Arabischen Emirate Suhail Mohamed Faraj al-Mazroui sagte heute auf einer Ölkonferenz, dass die Ausbalancierung zwischen Angebot und Nachfrage noch nicht erreicht sei. Das werde aber im laufenden Jahr 2018 geschehen. Was die Zusagen der Teilnehmer der Fördermengenkürzung angeht, so sagte er, dass die Erfüllungsquote dieser Zusagen derzeit bei 122% liege. Und die Lagermengen lägen immer noch 100 Millionen Barrels über dem Fünfjahresdurchschnitt.

Das bedeutet: Die massiven Kürzungen der OPEC gehen weiter, und bleiben wohl über der maximalen Zusage von 1,8 Millionen Barrels pro Tag. al-Mazroui´s Aussagen und die von Citi wirken aktuell wohl als eine Art zusätzlicher Antreiber für die steigenden Preise am Terminmarkt. Wir sind zwar stets kritisch bei diesem ständigen Anstieg, aber was soll man machen… der Markt hat ja letztlich immer recht. Heute Mittag lag der Ölpreis (WTI) im Hoch bei 64,05 Dollar (jetzt 63,63). Immerhin ein Aufschlag von 50 Cents gegenüber gestern Nachmittag kurz vor den US-Lagerdaten. Seit September ist WTI immerhin schon um 33,5% gestiegen.


Der WTI-Ölpreis seit Februar.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Lausi

    11. Januar 2018 20:56 at 20:56

    Also für mich ist der Hauptgrund für den steigenden Ölpreis der anstehende Börsengang des staatlichen Ölkonzerns von Saudi Arabien, der ja der größte aller Zeiten werden soll. Wer die Kommentare vom „Segler“ liest, hat das schon länger auf dem Schirm. A propo Segler: Ich vermisse die Kommentare vom Agronom. Für mich hatten sie immer einen guten Unterhaltungswert :-)

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Aktien

Aktuell: Lufthansa veröffentlicht Maßnahmen für weiteren Kahlschlag

Claudio Kummerfeld

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Der Lufthansa A380 wird wohl nicht mehr fliegen

Die Lufthansa hatte bereits Maßnahmen zum Kahlschlag angekündigt. Aber es ist wie es ist. Die Fluggastzahlen erholen sich nicht V-förmig wie (auf den ersten Blick) die Gesamtkonjunktur. Weltweit gibt es ständig neue Corona-Restriktionen und viele Unklarheiten. Und offenkundig haben zu viele potenzielle Flugreisende wohl einfach keine Lust auf diese ganze Unsicherheit und dazu noch auf stundenlanges Maskentragen an Flughäfen und im Flugzeug. Jetzt hat die Lufthansa vor wenigen Minuten die nächsten Maßnahmen zum Kahlschlag verkündet. Weiter Runter-Schrumpfen, um nicht in den Kosten zu versinken, so könnte man es ausdrücken. Hier drucken wir die wichtigsten Infos von der Lufthansa im Wortlaut ab. Die Headline-Aussagen:

– Erholung des Luftverkehrs deutlich langsamer als noch im Sommer erwartet
– Tiefere Einschnitte bei Flottengröße und für Personal
– Langfristig geparkte sowie zur Ausflottung vorgesehene Flugzeuge werden im dritten Quartal mit bis zu 1,1 Mrd. EUR wertberichtigt
– Operative Mittelabflüsse sollen um 100 Mio. EUR pro Monat reduziert werden

Details:

Der Kapazitätsausblick für die Passagierairlines wird deutlich nach unten korrigiert; die bisherige Annahme, im vierten Quartal des Jahres ein durchschnittliches Produktionsniveau von 50 Prozent des Vorjahreswertes zu erreichen, erscheint nicht mehr realistisch. Bei Fortsetzung des aktuellen Trends werden die angebotenen Sitzkilometer im Vorjahres-vergleich voraussichtlich nur noch in einer Spanne zwischen 20 und 30 Prozent liegen.

Die mittelfristige Flottenplanung wird angepasst und sieht aktuell ab Mitte des Jahrzehnts eine dauerhafte, konzernweite Kapazitätsreduktion von 150 Flugzeugen vor .

In Ergänzung der bereits kommunizierten Flottenentscheidungen wurde folgendes beschlossen: Nachdem bereits im Frühjahr sechs Airbus A380 endgültig außer Dienst gestellt worden sind, werden die verbleibenden acht Flugzeuge vom Typ A380 sowie zehn Flugzeuge vom Typ A340-600, die bislang noch für den Flugdienst vorgesehen waren, in einen sogenannten Langzeitparkmodus (long-term storage) überführt und aus der Planung genommen.

Aus den vorgenannten Flottenentscheidungen werden sich weitere Wertberichtigungen in einer Größenordnung von bis zu 1,1 Mrd. EUR ergeben. Der Betrag soll noch im dritten Quartal des laufenden Jahres verbucht werden.

Der bisher avisierte rechnerische Personalüberhang von 22.000 Vollzeitstellen erhöht sich in Folge der Entscheidungen für das dritte Paket des Restrukturierungsprogramms. Die Anpassung der dauerhaften Personalstärke in den Flugbetrieben wird an die weitere Marktentwicklung angepasst.

Die überarbeitete Finanzplanung sieht trotz des eingetrübten Ausblicks vor, die Mittelabflüsse durch striktes Kostenmanagement weiter zu senken. Der Liquiditätsabfluss soll von aktuell rund 500 Mio. EUR pro Monat auf durchschnittlich 400 Mio. EUR pro Monat im Winter 2020/21 gesenkt werden. Das kommunizierte Konzernziel, im Jahresverlauf 2021 wieder operativ positive Mittelzuflüsse zu erwirtschaften, wird bekräftigt.

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