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Der Tag der US-Notenbankentscheidung – schafft Jerome Powell das Unmögliche?

Fed-Chef Powell unter Druck – diese drei Optionen hat er jetzt..

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Euphorie über die EZB, Euphorie über die Fed und Euphorie über den G20-Gipfel, so präsentierten sich die Aktienmärkte gestern diesseits und jenseits des Atlantiks. Eine kleine Hausse und jede Menge Vorschusslorbeeren. Wie soll Jerome Powell da am Abend die Erwartungen des Marktes erfüllen? Klar, könnte er ganz einfach die Zinsen senken, um dem Quengeln der Märkte nachzukommen – aber zu welchem Preis?

 

Die Optionen

  • Die Fed senkt heute die Zinsen, wofür es auch bereits eine über 20-prozentige Wahrscheinlickeit gibt. Die Marktreaktion könnte eine kurz euphorische sein, auch ausgelöst durch Marktteilnehmer, die auf das Gegenteil gewettet haben.

Dann würde man aber vermutlich einiges einpreisen, nämlich die Erkenntnis, dass die US-Notenbank zum Spielball geworden ist. Einerseits durch die Märkte, die nur lange genug quengeln müssen, um ein Wunschszenario zu bekommen und andererseits durch US-Präsident Trump, der durch seine Tweets die Unabhängigkeit der Fed zu Grabe getragen hat. Außerdem muss den Marktteilnehmern dann schlagartig klar sein, wie schlecht es um die US-Konjunktur steht.

 

  • Die Fed senkt die Zinsen nicht und gibt auch keine klaren Hinweise auf einen „Rate Cut“, da die Konjunkturdaten (Arbeitsmarkt und Inflation) kein auftragskonformes Handeln rechtfertigen. Wahrscheinliche Folge: Ein Abverkauf durch die Enttäuschten

 

  • Die Fed führt keine Maßnahme durch, signalisiert den Märkten aber, dass man gewillt sei, bereits im Juli oder zumindest im September auf die Risiken, entstanden durch die Schwäche der Weltwirtschaft und den Handelsstreit, zu reagieren. Dies könnte das kursfreundlichste Szenario darstellen, weil es die Hoffnungen auf billiges Geld am Leben erhält. Eine Kursreaktion ist schwer voraussehbar, da wir nicht die Positionierungen am Terminmarkt kennen. Ich habe den Eindruck, dass diese Variante Marktkonsensus ist und bei einem Eintreten des Erwarteten, gibt es oft das Phänomen „Buy the rumours, sell the facts!“

 

  • Oder zaubert Fed-Chef Powell eine vierte Möglichkeit hervor, von der wir noch keine Vorstellung haben? Wohl kaum. Aber die Lage, in die die US-Notenbank durch das Vorauseilen der Rentenmärkte und die konjunkturellen Umstände gebracht wurde, ist durchaus prekär. Denn es hat sich eine zweite Front an den Märkten aufgebaut, stark befeuert durch die heftigen Tweets Donald Trump am Dienstag. Darin beschwert er sich über die Währungen, die in der EU, China und anderen Teilen der Welt, zur Schwäche manipuliert worden seien, um den USA zu schaden.


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Dazu bräuchte man rasch eine US-Zinssenkung, um dem aktuellen Umfeld gerecht zu werden (EZB). Das hat aber wiederum die oben beschriebenen Implikationen.

Armer Jerome Powell. Er wird sich fast in jedem Fall den Zorn des Präsidenten hinzuziehen, denn sollte er die Zinsen senken, wäre es wohl zu wenig. Hatte der Präsident nicht vor Kurzem sogar eine Zinssenkung um 100 Basispunkte und die Auflegung eines weiteren „Quantitative Easing“ gefordert?

 

Was soll Powell jetzt machen? Die ehemaligen Fed-Chefs Greenspan und Bernanke

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Zinsangst

    19. Juni 2019 10:05 at 10:05

    Da die Fed im Juli ihr Meeting einen Tag vor den Europäern abhält, kann der arme Jerome nicht ein mal abwarten, was die EZB so macht, um dann reagieren zu können. Aber spätestens im September wird der neue Zinszyklus wohl starten, hüben wie drüben.

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