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Indizes

Der Tweet Trumps übernahm die Rolle des „Tropfens, der das Fass zum Überlaufen“ brachte

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Wenn man die Sache nüchtern betrachtet, musste doch eine Korrektur kommen, alles andere wäre schon außergewöhnlich gewesen. Ich habe vor zwei Wochen schon einmal darüber sinniert, welche Nachricht die überfällige Korrektur auslösen wird.

Klar ist der Zollkrieg und sein Ausgang von überragender Bedeutung, schließlich geht es um die Nummer eins und zwei der Weltwirtschaft – und im Schlepptau betroffen wahrscheinlich 162 Staaten der WTO. Aber es hätte auch eine andere Konfliktsituation sein können.

 

Die Weltbörsen und ihr Revival

Der Einbruch der Aktienmärkte, ausgelöst durch eine Verschärfung der Geldpolitik durch die Fed – mittels vier Zinsanhebungen und der Ankündigung weiterer Anhebungen, plus automatischer Bilanzreduzierung – hatte einen formidablen Kurseinbruch im vierten Quartal 2018 ausgelöst, der im Katastrophen-Dezember gipfelte.

Aber nach der vielbeschriebenen „dovishen“ Wende der US-Notenbank erholten sich die Kurse an der Börsen derart vehement, dass in 120 Tagen alle Verluste des Vorjahres ausgeglichen wurden und der MSCI World, das Barometer für die Weltaktienmärkte, kürzlich auf dem selben Stand notierte wie Ende September 2018. Die Überkauftsignale waren am Anschlag, der Volatilitätsindex (VIX) auf Sorglosigkeit und die moderate Konjunkturerholung eingepreist. Man wartete auf einen weiteren Katalysator – und der zeigte sich in Gestalt eines Trump-Tweets zur Erhebung von Zöllen und erzeugte den Korrekturimpuls.

 

Was könnte jetzt folgen?

Ungeachtet der Blackbox „Handelskrieg“ war eine Korrektur überfällig, denn der Anstieg des 20-Billionen-Index S&P 500 vom 27. Dezember bis Anfang Mai von fast 25 Prozent konnte schon aus Bewertungsgründen nicht lange so weiter gehen. Was würde dies für bereits in wenigen Wochen für Bewertungen ergeben? Zur Erinnerung: Dieser Index startete vom Tief der Finanzkrise 2009 bei 666 Punkten und hat sich bei 2950 Punkten bereits mehr als vervierfacht.

Nach 10 Jahren Aktienhausse noch einmal eine Wachstumsbeschleunigung? Klar, wenn man den Worten Donald Trumps Glauben schenken mag.

Damit stehen die Märkte vor einer Hängepartie in dem Spannungsfeld – Einigung/Nichteinigung im Handelskrieg – Abschwächung der Weltkonjunktur – hohe Aktienbewertungen – Ausbleiben von Zinssenkungen – und der Hoffnung auf moderates Wachstum bei niedriger Inflation. Viele Investoren sitzen auf hohen Gewinnen, die sie bestimmt absichern werden. Nach vier von fünf Tagen mit fallenden Kursen steht aus meiner Sicht zuerst einmal die Korrekturzone im Fokus (ein Nachgeben der Indizes um 10%).

Bei Annäherung an den Bärenmarkt (-20%) wäre Feuer unter dem Dach, wie ich schon öfters beschrieben habe. Spätestens dann wird Trump im Handelskrieg zurückrudern, darauf würde ich wetten.

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Ranzentier

    8. Mai 2019 16:41 at 16:41

    …ich würde dann eher darauf wetten, dass die FED erhalten muss und die Zinsen senken muss. Im übrigen denke ich auch, dass Donald Trump schon seit langem weiß, dass es keinen Deal geben wird und deswegen die FED auffordert, die Zinsen zu senken. Wenn man bedenkt was für Infrastrukturprojekte seitens der USA verabschiedet wurden bzw. wie darum gekämpft wird. Das soll alles Stimulus sein für die bevorstehende Zeit…Aber das Donald Trump zurückrudert, daran glaube ich nicht…

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