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Der Wendepunkt – und die Investmentherde läuft jetzt schon in die andere Richtung..

Die Bank of America spricht angesichts der neuen Rhetorik der Notenbanken von einem „massiven Wendepunkt“, der das Anlageverhalten der Profis bereits jetzt maßgeblich verändert habe..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Bank of America veröffentlicht wöchentlich eine Umfrage von schwergewichtigen (bezüglich des verwalteten Volumens) Fondsmanagern. Und siehe da: es hat sich etwas Fundamentales getan! Die Bank of America spricht hier von einem „massiven Wendepunkt“ („massive inflection point“), ausgelöst durch die Aussicht weiter steigender Zinsen in den USA in Kombination mit der vermutlichen Absicht der EZB, den Stimulus zurück zu fahren. Der fast ein Jahrzehnt während „easy money trade“, so die größte US-Bank, sei nun offenkundig vorbei! Spätestens im Herbst sei ein großer Abverkauf der Märkte zu erwarten.

Die Investorenherde hat sich nach der hawkishen Wende der Notenbanken schon erkennbar anders positioniert – man nimmt das also inzwischen ernst, nachdem man lange Jahre vor allem den Zinsanhebungsplänen der Fed mißtraut hatte – zu Recht, wie sich dann heraus stellte.

Nun aber ist das anders, das zeigen die Angaben der befragten Vermögensverwalter. So wurde aus dem US-Tech-Sektor so viel Geld abgezogen wie seit 30 Wochen nicht mehr. Und dass die europäischen Indizes zuletzt stärker unter Druck kamen, liegt wohl auch daran, dass erstmals seit 15 Wochen Gelder aus europäischen Aktien abgezogen worden sind. Gemieden werden auch US-Konsumwerte, die den größten Abfluß seit 21 Wochen verzeichnen.

Dass sich die Profis nun auf diese hawkishe Wende wirklich eingestellt haben und auch danach handeln, zeigt die Tatsache, dass in Banken und Finanzwerte so viel neues Geld gesteckt wurde wie seit 20 Wochen nicht mehr. Vor allem Banken wären bekanntlich Profiteure höherer Zinsen, die die Margen der Geldhäuser verbessern würden. Am kommenden Freitag werden JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo die heiße Phase der US-Berichtssaison eröffnen, und die spannende Frage wird dabei sein, ob der Anstieg der Renditen am Anleihemarkt die Schwäche im Handelsgeschäft (aufgrund der geringeren Volatilität an den Märkten) kompensieren kann.

Insgesamt sind seit einem Jahr nun zusätzliche 170 Milliarden Dollar in die Aktienmärkte geflossen, dagegen 208 Milliarden Dollar in die Anleihemärkte. Die Bank of America bezweifelt angesichts der veränderten Haltung der Notenbanken, dass diese Zuflüsse Bestand haben – würde dagegen die Entwicklung der Geldzuflüsse für Aktien- und Anleihemärkte in demselben Tempo wie bisher weiter gehen, wäre das ein neuer Rekord!

Wann aber kommt der große Rückschlag an den Märkten, den die Bank of America spätestens im Herbst erwartet? Die Amerikaner sagen: seht euch die Gewinne der Unternehmen an und die Entwicklung bei US-Staatsanleihen! Die Konsenserwartung für die nun anstehende US-Berichtssaison (2.Quartal) liegt bei einem Gewinnwachstum von 6,6% – im ersten Quartal waren es noch 13,9%. Treiber der Gewinne sind laut Analysten vor allem Energieunternehmen – ohne den Energiesektor würden die Gewinne nur um 3,8% steigen laut Konsenserwartung.


Bald weniger Liquidität?
Foto: Avarice (2012), by Jesus Solana / Wikipedia (CC BY 2.0)

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    10. Juli 2017 13:31 at 13:31

    Der Wendepunkt vom Wendepunkt ist schneller da, als man denkt, wenn die Notenbanken es sich morgen anders überlegen. Die Schwarmintelligenz der Investmentherde entpuppt sich dann, wie so oft, als Schwarmdummheit.

  2. Avatar

    Marko

    10. Juli 2017 17:27 at 17:27

    „Dass sich die Profis nun auf diese hawkishe Wende wirklich eingestellt haben und auch danach handeln, zeigt die Tatsache, dass in Banken und Finanzwerte so viel neues Geld gesteckt wurde wie seit 20 Wochen nicht mehr. Vor allem Banken wären bekanntlich Profiteure höherer Zinsen, die die Margen der Geldhäuser verbessern würden.“

    Ja, schön und toll, aber die EZB macht ja nix, da können die Banken noch a bisserl warten , solange die in ihrem EZB-Tower-Glaspalast zu Frankfurt.
    (eigentlich Bundesbank-Tower) pennen, können die Banken / Versicherungen warten, bis sie schwarz werden.

    Wir werden, wenn die EZB endlich reagiert ,einen ziemlichen Run auf Finanzaktien sehen, und zwar hier in Europa…

    Miss Börse kann so einfach sein ? ;)

  3. Avatar

    Marko

    10. Juli 2017 17:38 at 17:38

    Und eben jener „Run“ auf Finanzaktien wird zu folgendem führen, der Aktienmarkt wird steigen, während die Anleihenmärkte fallen, es käme zu einer „Maktbereinigung“, dies wäre wichtig. Und dann wäre die Vola wieder da.

  4. Avatar

    Marko

    10. Juli 2017 18:01 at 18:01

    Ich weiß, Ihr seid Shorties. Ich sagte, der Aktienmarkt muss noch mehr steigen, als dass er signifikant fallen könnte, das hat natürlich etwas mit Lehman zu tun (Sondersituation).
    Ich habe den Markt aus meiner Sicht „erklärt“, trefft Eure eigene Entscheidung, wie es weitergeht. Es ist Euer Geld.

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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