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Der Wischi-Waschi-Diesel-Kompromiss – Aktienkurse der Autobauer zeigen, wer hier gewonnen hat

Redaktion

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Was geschieht in einer großen Koalition? Es gibt keine klaren Entscheidungen, sondern ausschließlich extrem verkrampfte und halbherzige Kompromisse. Das liegt nun mal im Wesen dieser Konstellation, wenn zwei gegensätzliche Denkweisen aufeinander prallen. So ist es aktuell auch in Sachen Diesel. Nun ist klar, worauf sich SPD, CDU und CSU geeinigt haben.

Die Aktienkurse der Hersteller zeigen an, dass sie letztlich die Gewinner dieser Diesel-Einigung sind. Daimler notiert aktuell mit +1,2%, BMW mit +0,27% und Volkswagen nur mit -0,22%. Ein befürchtetes Milliarden-Desaster wegen teurer Nachrüstungen hätte in den Aktienkursen heute anders ausgesehen. Was wurde nun vereinbart?

Fahrer älterer Diesel (Euro-5-Diesel) erhalten die Möglichkeit der Hardware-Umrüstung – und das aber auch nur, wenn sie in einer Region mit besonders schmutziger Luft leben. Betroffen sind folgende 14 Städte: Reutlingen, Düren, Limburg, Düsseldorf, Hamburg, München, Stuttgart, Köln, Kiel, Heilbronn, Backnang, Darmstadt, Bochum und Ludwigsburg. So erzielt man (nach unserer Meinung) den Effekt (ältere Modelle + wenige Städte), dass nur ein sehr begrenzter Teil der Diesel-Fahrer das Recht der Hardware-Umrüstung erhalten. Das spart der Industrie wohl viel Geld.

Auch sollen diese betroffenen Fahrzeughalter Umtauschangebote für Neuwagen erhalten. Bei Euro 4 und Euro 5 soll es Tauschangebote mit „attraktiven Umstiegsprämien“ oder Rabatten geben. Ein Umstieg auf Neuwagen soll genau so möglich sein wie auf einen Gebrauchten. Verkehrsminister Andreas Scheuer machte heute klar, dass es ihm wohl vor allem darum geht Fahrverbote zu vermeiden. Auch sagte er, dass es beim Thema Nachrüstung noch „Klärungsbedarf“ gebe.

Wie auch immer. Es ist klar, dass die ganze Diesel-Story den Herstellern keine gigantischen Mehrkosten einbringen wird. Die Lobbyisten haben wohl mehr als fleißig gearbeitet. Was nicht so berauschend ist für viele Autofahrer, kann für die Autohersteller als großes Plus gewertet werden. Alles weiter im alten Takt, lautet da das Motto?

Diesel-Skandal - Volkswagen-Werk
Ein Werkseingang bei Volkswagen in Wolfsburg. Foto: Ralf Roletschek GFDL 1.2

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    tomb

    2. Oktober 2018 15:05 at 15:05

    so ein Quatsch!!! wer fährt denn Diesel? doch in großen Teilen diejenigen die weiter weg außerhalb der Städte wohnen aber dort arbeiten. Und die sind in den A…. gekniffen.

    • Avatar

      Gixxer

      2. Oktober 2018 16:04 at 16:04

      So wird es wohl aussehen.
      Ich arbeite in Heilbronn, wohne aber 70 km weit weg und fahre daher einen Diesel.
      Werde aber hier wohl Pech haben.

  2. Avatar

    Sabine

    3. Oktober 2018 22:01 at 22:01

    Ich genauso. Muß 80km Landstrecke, nur Dörfer, zur Arbeit fahren. Sehr schlechte Zugmöglichkeit: 3 Std Fahrt, statt mit PKW 1,15 Std.
    Aber das ist den regierenden Ideologen ja egal.

    Und bei der Abwrackprämie war die Umwelt komischerweise auch egal, denn den ungleich größeren Umweltschaden macht ein PKW bei der Herstellung. Wenn man ihn also vorzeitig, nur um die Wirtschaft anzukurbeln, entsorgt, ist das Umweltverschmutzung, erhöht unnötig den CO2-Gehalt in der Atmosphäre, verpestet die Luft, verarmt den kleinen Mann usw. Und die Stickstoffwerte sind sowieso eine Lachnummer, wenn am Arbeitsplatz das zigfache und 20-mal so lange Aushalten kein Problem ist! Das sind doch Lügner!

    Dasselbe bei den E-Autos. Die Akku-Herstellung und Entsorgung, Stromherstellung aus Öl und Atom, die vorzeitige Entsorgung nun einmal hergestellter Diesel ist ein Umweltschaden ungeheurem Ausmaßes und „geht in die Billionen“, in Zeitunslatein ausgedrückt.
    Außerdem sind die „Ausländer“ nicht so blöd und unrealistisch wie die Deutschen. Die nehmen uns die Diesel mit Handkuß ab, und fahren ihn natürlich auch in Deutschland.

    VW legt derzeit wegen der WLPT drauf. Na endlich. Die deutsche Politik hat es geschafft. AUDI will 4.000 Leute entlassen. VW hat bereits die 5-Tage Woche und kommt bald mit Kurzarbeit. Und die Zulieferer haben auch schon Kurzarbeit angekündigt. (Kenne es aus „intern“.)

  3. Avatar

    Beobachter

    4. Oktober 2018 09:51 at 09:51

    @ Sabine, da sie auf dieser Plattform fast keine Unterstützung finden u.von der deutschen Politik sowieso nicht ,möchte ich Ihnen einmal zu ihren pragmatischen Kommentaren gratulieren.
    Im Land des Exportweltmeisters ist es auch keine Schande bei Audi zu arbeiten.Ohne die Betrügereien der Manager gutzuheissen , müsste man auch fragen warum es soweit kam.
    Warum machen branchenfremde Politiker Abgasgesetze die gar nicht umsetzbar sind?
    Warum wird im Spiort mit Doplng betrogen?
    Warum wird in der Finanzindustrie manipuliert ( betrogen ) z. B. warum haben Leute bei der Wells Fargo Bank Unmengen von fiktiven Konten eröffnet? Warum ist den Managern jedes Mittel recht um die Aktienkurse / Bonusse zu steigern?
    Der Grund ist doch immer der gleiche, dem kurzfristigen Gewinn wird alles untergeordnet, den nachhaltigen Schaden hat immer die Allgemeinheit zu tragen

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Basierend auf vorläufigen Zahlen erwartet man für das Geschäftsjahr 2020 ein operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen (Dieselthematik) von rund 10 Milliarden Euro, dazu einen ausgewiesenen Netto-Cash-flow im Automobilgeschäft von rund 6 Milliarden Euro. Die gesamten finanziellen Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2020 sowie der Ausblick wird Februar veröffentlicht. Die Volkswagen-Aktie reagiert positiv mit einem Kurssprung von 158,60 Euro heute Vormittag auf aktuell 169,28 Euro.

Interessant zum Thema Autohersteller ist folgende Grafik. Sie zeigt den gigantischen Börsenwert von Tesla (links) in Relation zu den anderen großen Autobauern, die natürlich weitaus größere Mengen produzieren. Tesla hat derzeit mehr Börsenwert als die folgenden acht größten Autobauer zusammen. Sind das noch gesunde Dimensionen bei Tesla? Da muss Elon Musk noch ganz schön viele Autos verkaufen, um mit realen Umsätzen zur Börsenbewertung aufzuschließen.

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Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

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