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Der Yuan bald im IWF-Währungskorb? Doch nicht mit Obama…

Von Claudio Kummerfeld

Wie wir erst heute früh berichtet haben, lässt China es ab sofort zu, dass der Yuan täglich bis zu 2% abwerten kann. Damit kann der Markt wie bei einem „Limit Down“ an einer Börse eine freie Währungsabwertung vornehmen – nur eben kontrolliert in maximal festgelegten täglichen Schritten.

China will wieder mehr exportieren, und muss daher seine Währung abwerten – daher jetzt dieser Schritt. Aber ein anderes Thema steht aktuell auch auf der Tagesordnung. Es mag natürlich ein reiner Zufall sein, dass der IWF erst letzte Woche erneut darüber öffentlich fabulierte, dass man Ende des Jahres über die Aufnahme des Yuan in den Währungskorb des IWF entscheiden will. Und nur eine Woche später, also heute, gibt China seine Währung quasi zum Handel frei. Welch ein Zufall. Aber mal ernsthaft: Es wird eher an den Exporten als am IWF gelegen haben.

Aber was will der IWF? Er spürt schon seit Jahren den Druck die chinesische Währung in seinen Währungskorb (künstliche IWF-Währung namens „Sonderziehungsrechte“) aufzunehmen. Immer wieder vertröstete man China mit Worten wie „wie müssen das noch eingehend prüfen“. Der Hauptkritikpunkt an Chinas Währung, warum man sie bisher nicht aufnehmen konnte, war die fehlende freie Handelbarkeit. Diese Einschränkung ist jetzt fast ganz aufgehoben. Hierzu ein Zitat aus dem IWF-Text vom 4. August:

„The Chinese renminbi (RMB) is the only currency not currently in the SDR basket that meets the export criterion. Therefore, a key focus of the current review will be whether the RMB also meets the freely usable criterion in order to be included in the SDR basket. The staff paper that was discussed by the Executive Directors provides some building blocks to help inform a future decision by the Board. In addition to these issues, the review will also cover the methodology used to determine the currency weights in the SDR basket and a review of the instruments in the SDR interest rate basket.“

Aber wird der IWF Ende des Jahres den Yuan denn wirklich aufnehmen in den Währungskorb der westlichen Industrienationen (inkl. Japan)? Kaum vorstellbar. US-Präsident Obama hat die republikanische Mehrheit schon genug auf die Palme gebracht mit seinen präsidialen Erlassen (Alleingängen). Dann auch noch das böse China in den elitären Währungsclub aufnehmen – das muss nicht auch noch sein. Wer wird Ende des Jahres wirklich sprechen, wenn Christine Lagarde verkündet, dass man die Aufnahme des Yuan noch weiter eingehend prüfen muss? Sie wohl kaum – sondern aus ihr wird Barack Obama sprechen, als Vertreter des größten Anteilseigners des IWF (USA 17,68%).

Aber wird China das noch groß kratzen? Nicht mehr so sehr wie noch vor zwei Jahren. Denn im Januar 2016 geht die asiatische IWF-Alternative, die AIIB endlich an den Start, in der China das Sagen hat, und nicht die USA.



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1 Kommentar

  1. dem Ami wird es dennoch nichts nützen wenn sich die masse der Länder für eine andere Weltwährung entscheidet weil der Dollar im Arsch ist, gell? und genau desshalb brauchen die ja so schnell wieder Krieg. lol. das meinen deren politiker ja selber.

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