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Derby St. Pauli HSV: Tickets zum Schnäppchenpreis? Vorsicht!

Redaktion

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Das Derby St. Pauli HSV steht am Sonntag bevor. Das Derby jetzt zum Schnäppchenpreis! Schnell noch problemlos und günstig ein Ticket erwerben, so kann man es im Netz nachlesen. Immer wieder fällt auf, dass die Ticketplattform Viagogo Tickets zum Kauf anbietet, wo es eigentlich keine mehr geben dürfte.

Derby St. Pauli HSV heiße Kiste für Schwarzmarkthandel?

Die Vermutung liegt nahe, dass sich dieses Unternehmen ein Netzwerk aufgebaut hat, wo Leute als Privatperson Karten erwerben, um diese später dann auf der eigenen Plattform zu verkaufen. Zurzeit kann man noch zwei Karten für das Derby St. Pauli HSV zum Preis von insgesamt 6.000 Euro erwerben! SECHSTAUSEND EURO FÜR ZWEI TICKETS! Ein Normalpreis im Stehbereich liegt unter 15 Euro pro Ticket! Das sind gut 20.000 % Aufschlag! (siehe Grafik) In den letzten Tagen hat Viagogo noch einige Tickets verkaufen können. Der Preis lag hier zwischen 440 und 2000 Euro pro Ticket.

Derby St. Pauli HSV Viagogo

Derby St. Pauli HSV Viagogo

Der FC St. Pauli ist einer der Vereine, die sehr darauf achten, dass kein Schwarzmarkt entsteht. Hier erziehen sich die Fans auch selbst. Und Kartenverkäufer, die überteuert vor dem Stadion ein Ticket an die Frau oder Mann bringen möchten, müssen hier schnell mal mit einer kalten Astra-Dusche rechnen. Zudem gibt es einen Zweitmarkt, auf dem Ticketbesitzer ihre Karte zum Normalpreis einstellen können.

Auch Elbphilharmonie betroffen

Auch andere Veranstalter haben damit zu kämpfen! Wie zum Beispiel die Hamburger Elbphilharmonie. Hier wurden auch Karten überteuert von Viagogo angeboten, von Konzerten die direkt schnell ausverkauft waren. Der eigentliche Gedanke war, dass die Stadt Hamburg die Konzerte subventioniert, damit sich auch der Besucher mit kleinem Geldbeutel eine Karte Kaufen kann. Hierzu ein Statement auf der Seite der Elbphilharmonie:

Seit dem ersten Vorverkaufsstart im Juni 2016 ist die Nachfrage nach Elbphilharmonie-Konzertkarten sehr hoch. Das führt dazu, dass vereinzelt Tickets im Internet zu überhöhten Preisenweiterverkauft werden. Sogar Tickets, die noch gar nicht im Umlauf sein können, werden dort angeboten.

Ein aktuelles Beispiel: Auf der Plattform Viagogo wurden zu Beginn des Jahres Tickets für die Reihe »Konzerte für Hamburg« angeboten. Tickets für diese Reihe waren allerdings nur auf Bestellung erhältlich und wurden postalisch versendet. Viagogo.de pries sie bereits vor Beginn des Bestellzeitraums zum Kauf an – zu dem Zeitpunkt war allerdings noch kein einziges Ticket für die »Konzerte für Hamburg« ausgegeben worden. Es handelt sich dabei um sogenannte Leerverkäufe. Da die Karten ausschließlich per Zufallsprinzip zugeteilt wurden, konnte kein Käufer damit rechnen, die auf Viagogo angebotenen Tickets tatsächlich zu erhalten. Viagogo hat auf Rückfragen der Elbphilharmonie nie reagiert. Die besonders günstigen Eintrittskarten für die »Konzerte für Hamburg« kosten 8, 16 und 24 Euro und wurden bei Viagogo zu Preisen von bis zu 1.144 Euro angeboten.

DIE WICHTIGSTEN FRAGEN UND ANTWORTEN ZUM ZWEITMARKT

Ich möchte ein Konzert in der Elbphilharmonie besuchen und finde im Internet verschiedene Seiten, auf denen Karten angeboten werden. Wie erkenne ich, ob es sich um offizielle Angebote handelt? Wichtig ist, direkt auf der offiziellen Internetseite der Elbphilharmonie nach dem Konzert zu suchen und die Karten gleich dort zu buchen, beziehungsweise den dort angegebenen Links zu folgen. Wenn ein Konzert auf www.elbphilharmonie.de als »ausverkauft« vermerkt ist, kann man sich sicher sein: Es sind keine offiziellen Tickets mehr auf dem Markt.

Die Tickets, die dann noch im Internet auf diversen Plattformen auftauchen, sind Karten aus zweiter Hand. Wer etwa über eine Suchmaschine nach Tickets für die Elbphilharmonie sucht, stößt auf Seiten, die nach außen hin wie offizielle Ticketshops wirken, in Wirklichkeit jedoch auf dem Zweitmarkt aktiv sind – also Tickets von Privatpersonen, oft zu stark erhöhten Preisen, weiterverkaufen. Welches Risiko gehe ich ein, wenn ich ein Ticket auf einer Zweitmarkt-Plattform wie Ebay oder Viagogo kaufe? Die Tickets auf Zweitmarkt-Plattformen werden meist nicht zum Originalpreis angeboten. Teilweise ist der Originalpreis der Karte nicht auf den ersten Blick ersichtlich, so dass man den Preisunterschied nicht
einschätzen kann. Der angezeigte Preis ist nicht immer der Endpreis, im Buchungsverlauf können weitere Kosten hinzukommen. Auf einigen Seiten wird der Käufer während der Buchung dazu gedrängt, seinen Kauf schnell abzuschließen um sich die vermeintlich »letzten Tickets« zu sichern. Der Veranstalter kann keine Garantie für die Gültigkeit eines Tickets, das auf dem Zweitmarkt erworben wurde, übernehmen. Im Falle eines Konzertausfalls kann es sein, dass der Eintrittspreis nicht erstattet
werden kann.

Was tut die Elbphilharmonie dagegen, dass Tickets im Internet zu erhöhten Preisen weiterverkauft werden? Um dem illegalen Weiterverkauf von Tickets entgegenzuwirken, ist die Anzahl der Tickets, die ein Kunde für ein Konzert erwerben kann, begrenzt. Beim Einzelkartenvorverkauf für Konzerte der Saison 2017/18 können pro Käufer und Verkaufsvorgang bis zu vier Karten pro Konzert und insgesamt maximal zehn Karten erworben werden. Gegen einzelne Verkäufer, die Tickets im größeren Stil gewerbsmäßig weiterverkauft haben, geht die Elbphilharmonie rechtlich vor. Sogenannte Leerverkäufe hat sie der Verbraucherzentrale und der Wettbewerbszentrale sowie betrügerische Verkäufer der Plattform Viagogo gemeldet. Ich habe ein Ticket, bin aber zum Konzert verhindert.

Was kann ich tun? Tickets sind von der Rückgabe und vom Umtausch ausgeschlossen. Sie können das Ticket jedoch an eine andere Person weitergeben, die Karten sind nicht personalisiert. Warum sind die Tickets nicht personalisiert? Die Einlasskontrollen vor dem Konzert wären sehr aufwendig. Der absolute Großteil der Käufer erwirbt reguläre Tickets und würde unter einer solchen Maßnahme leiden. Wie groß ist der Anteil der Tickets, die auf dem Schwarzmarkt verkauft werden? Insgesamt gab es im Eröffnungshalbjahr 500.000 Tickets für Konzerte in der Elbphilharmonie. Lediglich ein extrem geringer Anteil dieser Tickets wurde von Schwarzhändlern angeboten. Gibt es andere Möglichkeiten, an letzte Karten zu kommen, wenn ein Konzert ausverkauft ist? Bei einzelnen Konzerten werden vor Ort an der Abendkasse einige wenige Restkarten verkauft.

Wir von FMW bleiben weiter dran und versuchen Viagogo weiter zu durchleuchten! Unser Tipp: Finger weg!

Derby St. Pauli HSV - Beispielbild von einem ST. Pauli-Spiel
Foto: San Andreas CC BY-SA 3.0

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Autoindustrie: Das Problem ist der Standort Deutschland

Claudio Kummerfeld

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Autoindustrie in Deutschland im Wandel

Steht die deutsche Autoindustrie vor einem Niedergang wie der Standort Detroit, die ehemalige Hochburg der Autoproduktion in den USA? Die Deutsche Bank (DB) hat ein hochinteressantes Research-Dokument dazu veröffentlicht. Darin wird die Branche nicht wirklich schlecht geredet. Aber schaut man genauer hin, geht es vor allem um den Standort Deutschland, der problematisch sein soll. Die deutsche Autoindustrie selbst sei relativ gut aufgestellt, aber eben nicht der Standort Deutschland. Vorab wollen wir aus der Analyse einige Aussagen erwähnen, was denn positiv am Standort Deutschland zu bewerten ist.

Der Automobilstandort Deutschland verfüge über außergewöhnliche Vorteile. Zu nennen sei vor allem die enge technologische und räumliche Verzahnung von Herstellern, industriellen Zulieferern, Ausrüstern (z.B. Maschinenbau), Entwicklungsdienstleistern, Logistikunternehmen sowie von universitären und sonstigen Forschungseinrichtungen. Von dieser vertikal integrierten Wertschöpfungskette sowie dem über Jahrzehnte gewachsenen Know-how der Beschäftigten könne der Standort zehren. Auch der intensive brancheninterne Wettbewerb war und ist ein Motor für stetige Innovationskraft und Produktivitätsfortschritte. Fasst man aber alle in der Analyse der DB skizzierten Faktoren zusammen, dann falle es jedoch schwer, die Zukunftsaussichten für den Automobilstandort optimistisch zu sehen.

Negative Standortfaktoren für die Autoindustrie in Deutschland

Negativ zu erwähnen hat die DB-Studie so einiges. Und dabei geht es überhaupt nicht um den Absturz während der Coronakrise, sondern um strukturelle Faktoren. Zum Beispiel würden strenge CO2-Grenzwerte für neue Pkw in der EU dazu führen, dass die Hersteller mehr Elektroautos auf den Markt bringen müssten. Der resultierende Kostenanstieg verschärfe den Strukturwandel in der Branche. Kaum jemand erwarte, dass die Netto-Bilanz dieses Strukturwandels für die Wertschöpfung und Beschäftigung der Automoindustrie in Deutschland positiv ausfallen wird.

Auch die Unsicherheiten hinsichtlich der Klima- und Energiepolitik hätten dazu beigetragen, dass der Kapitalstock in energieintensiven Branchen wie der Metallerzeugung oder der Chemieindustrie in Deutschland seit vielen Jahren sinke. Diese Sektoren zählen auch zur automobilen Wertschöpfungskette. Durch die Investitionszurückhaltung würden laut der Studie Teile dieser Kette geschwächt. Höhere Kosten kämen auf die Autoindustrie auch durch die geplante Verschärfung der europäischen Abgasnormen zu (Euro 7). Im Volumensegment dürfte der Kostenaufschlag pro Fahrzeug besonders ins Gewicht fallen. Dies setze die Produktion von „Autos für den Durchschnittsbürger“ in Hochlohnländern wie Deutschland, aber auch in Frankreich oder Italien unter Druck.

Bei klassischen Standortfaktoren wie der Steuerbelastung von Kapitalgesellschaften, Lohnhöhe oder der Flexibilität bei Arbeitszeiten habe sich Deutschlands Position laut der Studie der DB im internationalen Vergleich zuletzt eher verschlechtert. Auch die anhaltenden Handelskonflikte würden die Investitionsbereitschaft hemmen. Zudem ist die Pkw-Nachfrage im wichtigen westeuropäischen Absatzmarkt gesättigt. Schließlich bedeute die demografische Entwicklung eine Herausforderung, da sie zu einem sinkenden Erwerbspersonenpotenzial führe und die Nachfrage dämpft.

Angesichts der strukturellen Herausforderungen sei es fraglich, ob die früheren Produktionshöchststände am Standort Deutschland jemals wieder erreicht werden. Die DB befürchtet, dass es immer schwerer wird, eine konkurrenzfähige Produktion von Pkw im Volumensegment in Deutschland aufrechtzuerhalten. Der Anteil Deutschlands an der globalen, aber auch an der europäischen Autoproduktion könnte in den kommenden Jahren sinken. Ähnlich sei es der Autoindustrie im US-Bundesstaat Michigan (Detroit) ergangen, wo heute deutlich weniger Fahrzeuge gefertigt werden als zu Beginn des Jahrhunderts. Die deutsche Autoindustrie sei besser für die elektromobile Zukunft und andere strukturelle Herausforderungen der Branche gerüstet als der Automobilstandort Deutschland.

Autoindustrie wird sich anpassen – Standort mit Problem?

Wir wollen nur kurze und interessante Auszüge der DB-Studie zitieren. Zum Beispiel gehen wir nochmal auf den Detroit-Vergleich ein. Die DB sagt, dass dieser Vergleich vielleicht zunächst schockieren möge. Aber noch immer würden in Michigan viele Light Vehicles (LV) produziert. Allerdings waren es in den letzten Jahren etwa ein Drittel weniger Fahrzeuge als zu Beginn dieses Jahrhunderts. In der Folge ist der Anteil des Bundestaates an der gesamten LV-Produktion der USA von knapp 25 Prozent im Jahr 2000 auf deutlich weniger als 20 Prozent in den letzten Jahren gesunken. Profitiert hätten dagegen einige Südstaaten der USA, in denen auch deutsche Hersteller in neue Autofabriken investiert haben. Hohe Standortkosten in Michigan (z.B. Lohn- und Pensionskosten der angestammten Belegschaft) seien ein wesentlicher Grund für diese Verschiebung innerhalb der USA gewesen. Eine ähnliche Entwicklung sei für den Automobilstandort Deutschland nicht unwahrscheinlich. Auch in Deutschland könnten die Produktionszahlen der Branche dauerhaft unterhalb der früheren Niveaus verharren. Der Anteil Deutschlands nicht nur an der globalen, sondern auch an der europäischen Automobilproduktion drohe zu sinken.

Die DB-Studie geht an das gesamte Thema durchaus differenziert heran. Man schreibt die Branche nicht einfach pauschal ab. Unter dem Strich sei man davon überzeugt, dass die deutsche Autoindustrie besser für die „elektromobile“ Zukunft und andere strukturelle Herausforderungen der Branche gerüstet sei als der Automobilstandort Deutschland. Die Unternehmen könnten Standortentscheidungen frei treffen und sich im Laufe der Zeit anpassen, wenn sich die Rahmenbedingungen an einem Standort verschlechtern. Bei der Beurteilung der Zukunftsperspektiven des Standorts Deutschland würden aus heutiger Sicht jedoch die negativen Faktoren überwiegen. Bedauerlich dabei sei, dass ein Teil dieser Faktoren durch eine klimapolitische Regulierung begünstigt werde, die deutlich weniger effektiv als möglich und teurer als nötig sei.

Der Vorwurf an die deutsche Autoindustrie, technologische Trends zu verschlafen, werde auch beim Übergang zu E-Mobilität stetig wiederholt. Doch auch in diesem Fall sei er laut DB nicht pauschal zutreffend. Richtig sei, dass der Anteil deutscher Hersteller an den verkauften Elektroautos in vielen Märkten unter ihrem Marktanteil bei traditionellen Fahrzeugen liegt. Gleichwohl gleicht der Übergang vom Verbrennungsmotor zur E-Mobilität einem Langstreckenlauf und nicht einem Sprint. Kein Anbieter liege uneinholbar vorne. Zudem sei die Produktpipeline der deutschen Hersteller gut gefüllt. Die Deutschen seien eben lediglich später dran als manche Konkurrenten, aus Sicht der Autoren der Studie jedoch nicht zu spät.

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Biden sei dank: Märkte glauben an die große Rettung – Risiko war gestern

Claudio Kummerfeld

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Joe Biden tritt heute sein Amt als US-Präsident an. In Windeseile wird er sich offenkundig daran machen sein 1,9 Billionen US-Dollar schweres Stimulus-Paket durch den US-Kongress zu bekommen. Die dortige Mehrheit ist zwar hauchdünn. Aber die Märkte sind frohen Mutes. Woran man das sieht? Schauen wir auf den folgenden Chart im Tweet. Er zeigt die Rendite für US-Schrottanleihen (Junk Bonds). Dies sind Anleihen, bei denen das Ausfallrisiko besonders hoch ist. Da Anleger für ein hohes Risiko entschädigt werden wollen und müssen, erhalten sie höhere Renditen als Inhaber von (vermeintlich sicheren) Staatsanleihen. Die Rendite fungiert hier also als Risikoprämie.

Die Höhe der Risikoprämie zeigt an, für wie ausfallgefährdet der Markt diese Anleihen hält. Je höher die Rendite, desto höher ist in den Augen des Kapitalmarkts das Risiko, dass die begebende Firma dahinter pleite geht, und somit die Anleihe nicht zurückzahlen kann. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2010 den Verlauf der Rendite bei US-Schrottanleihen. Zum Start der Coronakrise im März 2020 schoss die Rendite von 5 Prozent auf über 11 Prozent in die Höhe. Und danach beruhigte sich die Lage wieder, aktuell auf nur noch 4,13 Prozent – ein Rekordtief! In den letzten Monaten kamen die Impfstoff-Hoffnungen auf. Und jetzt seit einigen Tagen wird der große Stimulus in den USA immer konkreter. Wie gesagt, Joe Biden wird heute vereidigt. Und wie seine neue Finanzministerin Janet Yellen gestern klar machte, wird man die US-Volkswirtschaft kräftig mit Geld fluten.

Und wie sie sagte, sei das kräftige Schuldenmachen im Augenblick wichtiger als der Blick auf eine zu hohe Staatsverschuldung. Die müsse man zwar später mit höheren Unternehmenssteuern wieder abbauen, aber kurzfristig müsse man sich stark neu verschulden und die Konjunktur anfeuern. Und ja, der Kapitalmarkt scheint fest daran zu glauben, dass somit die Schrottunternehmen weiterhin im Spiel bleiben, und ihre Schulden weiterhin bedienen können. Wenn nur genug frisches Geld vom Staat kommt, geht die Party also weiter? Dieser Chart zeigt es jedenfalls an. Die Risikoprämie sinkt immer weiter, auf wie gesagt ein Rekordtief von nur noch 4,13 Prozent.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Blick nach Deutschland

Aber schauen wir auch mal nach Deutschland. Hier sehen wir im folgenden Langfristvergleich seit dem Jahr 2010, wie die Rendite für deutsche Staatsanleihen immer weiter fällt, und der Dax (orange) immer weiter steigt. Das immer weiter sinkende Zinsniveau (in Deutschland dank hoher Bonität deutliche Negativrendite) treibt die Anleger in Aktien, Immobilien etc. Aktuell notieren die Aktienmärkte an ihren Allzeithochs. Heute hat auch der deutsche Staat mal wieder für 30 Jahre laufende Anleihen verkauft, mit einem Bruttovolumen von 1,5 Milliarden Euro. Die Nachfrage lag bei einem Volumen von 1,79 Milliarden Euro.

Und (wie gesagt 30 Jahre Laufzeit) die Emissionsrendite lag bei minus 0,13 Prozent, nach minus 0,06 Prozent im November. Immer weiter sinkende Zinsniveaus, immer mehr Stimulus – da wird die Lücke doch gut aufgefangen oder besser gesagt aufgefüllt, die Corona gerissen hat? Und diese Rettungsorgie wird vor allem in den USA kräftig weiter gehen, davon darf man ausgehen. Und so könnte man glatt sagen, dass „Risiko“ bei Anleihen irgendwas war, dass man mal kannte – aber heute gibt es das nicht mehr?

Chart zeigt Vergleich von Dax gegen Anleiherenditen

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Achtung: Korrektur voraus – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Stimmung auf dem digitalen Börsenparkett ist prächtig. Wir haben überhaupt nicht genug Geld, um alle die großartigen Titel des internationalen Kurszettels kaufen zu können, so eine verbreitete Empfindung.

Das sind einige der Zutaten dieser Euphoriewelle, die bereits seit einigen Monaten über die Aktienmärkte hinwegrollt.

Fokussierung auf wenige Trendbranchen: Die Hausse verkürzt sich zunehmend auf einige wenige Titel aus einigen Trendbranchen wie Wasserstoff oder E-Mobilität. Das waren zuletzt etwa die Favoriten auf der Privatanleger-Plattform Tradegate: NEL ASA, Plug Power, Xiaomi, Tesla und Ballard Power.

Es ist ein Warnsignal, wenn eine Hausse nur noch auf den Schultern weniger Aktien liegt. Gesund ist eine Hausse immer dann, wenn sie von möglichst vielen Aktien aus unterschiedlichen Branchen getragen wird.

Kauf zu jedem Preis: Typisch ist dabei, dass die Anleger derzeit bereit sind, für eine „geile“ Aktie jeden Preis zu bezahlen. Die Bewertung interessiert nicht mehr, solange der Titel einer Trendbranche zuzurechnen ist. Typisch ist auch, dass man diese Aktien nicht erst in einer Woche haben will, sondern jetzt sofort. Folglich verzichten immer mehr Anleger auf die Bestimmung eines Kauflimits und fassen stattdessen billigst zu.

In der Folge erleben wir immer öfter prozentual zweistellige Kursanstiege auf Tagesbasis, ohne dass eine Nachricht aus dem Unternehmen vorliegt. Zu Deutsch: Die Kursanstiege sind in der Regel nicht mehr fundamental begründet.

Am Ende entsteht ein gewaltiger Sog, dem wir uns kaum noch entziehen können. Selbst Profis fallen dann um, werfen ihre bewährten Strategien über…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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