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Aktien

Desaster: Fondsmanager versagen völlig, Affen mit Dartpfeilen wären da wirklich besser!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Weisheit, dass „der Affe mit dem Dartpfeil“ erfolgreicher ist als hochbezahlte Fondsmanager, bekommt eine ganz neue Dimension. Langfristig anlegende Fondsmanager versagen im Vergleich zu Indizes de facto völlig. Die Zahlen sind erschütternd…

Affe besser als Fondsmanager
Affen sind doch die besseren Fondsmanager. Günstiger bei den Verwaltungskosten allemal. Einfach in den Zoo gehen, Zeitung mit Börsenkursen hochhalten und Dartpfeile drauf werfen lassen. Foto: Thomas Lersch / Wikipedia (CC BY 2.5)

Der einfache Bürger, der in seine Bank marschiert um in Zeiten von Nullzinsen sein Geld nicht von der Inflation auffressen zu lassen, vertraut trotz Lehman- und Madoff-Krise den Hochglanzprospekten und dem Berater in Anzug und Krawatte, weil all das eine seriöse Atmosphäre schafft. Jeder Fonds präsentiert in seinem Prospekt irgendeine Art von Erfolgsgeschichte – man muss sich nur den richtigen Zeitraum und einen passenden Vergleichsindex nehmen, der schlechter abgeschnitten hat.

Vor allem bei langfristig anlegenden Aktienfonds hat man als Anleger ein gutes Gefühl, wenn man weiß, dass der Fondsmanager sich Zeit nimmt mit Unternehmenschefs zu sprechen, und dass er Bilanzen analysiert uvm. Aber was nützt das alles am Ende? Ist der Fondsmanager intelligenter als der Durchschnitt des Marktes? Im Augenblick interessiert diese Frage kaum, denn wie aktuelle Daten zeigen, rennen die Anleger aufgrund des dauerhaften Anlagenotstands (Nullzinsen bei Sparbüchern und Anleihen) den Banken die Bude ein und kaufen Aktienfonds wie wild (dieses Jahr schon mehr als 50 Milliarden Euro Zuflüsse). Dabei könnten sie sich die teuren Gebühren der aktiv verwalteten Fonds sparen.

Aktive Fondsmanager scheitern brutal

Aktuelle Zahlen zeigen ein totales Scheitern der Fondsindustrie. Ein aktiv gemanagter Fonds, wo also ein hochbezahltes Team von „Experten“ Aktien und Unternehmen prüft, analysiert, auswählt etc, hat eigentlich nur dann eine Daseinsberechtigung, wenn er bessere Renditen erzielt als der Index, mit dem er konkurriert. Sonst könnte der Anleger einfach einen Indexfonds (z.B. auf den Dax) kaufen, der über Direktbanken ohne Ausgabeaufschlag und mit jährlich minimalsten Verwaltungskosten zu haben ist. Aktive Fondsmanager, deren Fonds von Banken und Sparkassen als jährlich sprudelnde Gebührenproduzenten nur zu gerne an den Mann und die Frau gebracht werden, verschlingen pro Jahr oft bis zu 2% Verwaltungsgebühren.

Von den aktiven Fondsmanagern, die im deutschen Markt langfristig (10 Jahre) investieren und als Vergleichsindex mit dem Dax konkurrieren, schneiden 83% schlechter ab als der Dax selbst. Das zeigt laut der „Welt“ eine Studie von S&P. In den USA schneiden im selben Zeithorizont sogar 98% der Fondsmanager, die in US-Aktien investiert haben, schlechter ab als der S&P500-Index. Global gesehen schneiden ebenfalls 98% schlechter ab als z.B. der Vergleichsindex MSCI World. Im Zeitraum von 5 Jahren performen 74% der Fondsmanager schlechter als der Dax und 96% schlechter als der S&P500.

Auf ein Jahr gesehen schneiden bei deutschen Aktien 64% der Fondsmanager schlechter ab als der Dax. Da kann man doch sagen „Mensch, immerhin schneiden kurzfristig 36% gleich gut oder besser ab als der Dax“, besser als gar nichts. Aber die große Frage ist: Warum sind Fondsmanager insgesamt so desaströs schlechter als die Indizes selbst?

Warum sind Fondsmanager schlechter als der Markt?

Erst einmal haben sie den Nachteil jährlich im Minus zu starten. Sie müssen Jahr für Jahr ihre Verwaltungsgebühr erst einmal erwirtschaften. Und dann ist da der Mechanismus der Börse selbst. Der aktuelle Kurs spiegelt die Erwartungen und Informationen über eine Aktie in Echtzeit wieder, die tausende von Anlegern gleichzeitig einfließen lassen. Ein einzelner Fondsmanager kann nicht intelligenter oder cleverer sein als diese „Crowd“. Er kann auch nicht mehr wissen. Und dann ist da noch der psychologische Effekt. Ein Fondsmanager steht unter permanentem Erfolgsdruck und hat nach seinem jahrelangem Hochschulstudium dazu noch ein gewisses Selbstverständnis (nennt an das auch Arroganz?). So ist er gefangen in einer permanenten Verkrampfung, einem Druck Erfolg zu haben. Und bei so einem Druck, selbst erzeugt und auch von außen herangetragen, kommt selten etwas Gutes raus.

Der Affe und der Dartpfeil

Es gab bereits Studien, die definitiv zeigten, dass Affen erfolgreicher waren als Fondsmanager und Indizes. In den USA wurde z.B. ein Affe vor den Börsenteil eines Wall Street Journal gesetzt mit einem Bleistift in der Hand. Er markierte mehrere Aktien, die gekauft wurden, und siehe da, er war erfolgreicher als der Index selbst. Auch in England und Japan gab es Experimente mit der manuellen Auswahl von Aktien oder dem Tippen auf Leuchttafeln. Auch da schnitten die Affen überaus erfolgreich ab. Der Grund: Der Affe wird nicht von tausenden auf ihn einprasselnden Nebengeräuschen beeinflusst, er entscheidet unbeeinflusst nach der Chaos-Theorie.

Was lernt man daraus? Aktiv gemanagte Fonds zu kaufen, macht keinen Sinn. Vertraut man langfristig auf einen Index, kauft man besser einen Indexfonds. Da spart man jede Menge Gebühren und kann mit einem Blick (z.B. auf den Dax) immer sofort sehen, wie die eigene Performance läuft. Und mit fast 100% Wahrscheinlichkeit fährt man damit erfolgreicher als ein Fonds, der mit Hochglanzprospekten angepriesen wird.


5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    KSchubert

    27. Oktober 2015 16:34 at 16:34

    Interessanter Artikel, vielen Dank! Ich habe eine Katze zu Hause und habe auch schon mal ernsthaft überlegt sie einfach gewähren zu lassen, wenn sie über meine Tastatur schleicht…würde natürlich vorher doch gerne einen Stopp-Loss einrichten :-)

  2. Avatar

    joah

    27. Oktober 2015 21:02 at 21:02

    Vielleicht etwas zu scharf geschossen? Die kochen immerhin auch nur mit Wasser und wenn es auf breiter Front nur noch bergab geht, kann man auch nur noch Schadensminimierung betreiben.

  3. Avatar

    Walter Schmid

    21. Mai 2017 13:51 at 13:51

    Die Fondsindustrie ist bis auf wenige Ausnahmen aufgrund der heutzutage für jedermann zugänglichen günstigeren Alternativen in großen Teilen nur noch eine entbehrliche Geldvernichtungsindustrie. Warum werden die Kleinanleger hier nicht seitens der BaFin und der Politik geschützt? Man bräuchte doch nur alle Banken zu verpflichten, den obigen FMW-Artikel in ihre Beratungsprotokolle zu integrieren und das Problem wäre gelöst. Aber Brüssel hat natürlich wichtigere Aufgaben, wie die Gurkenkrümmungsverordnung u. v. a. bestens unter Beweis stellt.

  4. Avatar

    Columbo

    22. Mai 2017 08:39 at 08:39

    Unsere Vorfahren mußten ihr Vermögen physisch verteidigen, weil andere es ihnen wegnehmen wollten. Heute läuft das unter dem Begriff „Beratung, aktives Management“ liebevoller ab, aber das Prinzip ist dasselbe: Du hast was, ich versuche es dir zu nehmen. Es wäre völlig unlogisch und gegen die menschliche Natur, daß jemand versucht, das Geld eines anderen zu vermehren. Er wird immer nur das eigene vermehren und das geht nur auf Kosten des anderen.

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Aktien

IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff- und Merger-Montag

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die vierte Woche in Folge gibt es pünktlich Montag Mittag eine Impfstoff-Meldung, diesmal von Moderna. Und IHS Markit soll von S&P Global gekauft werden. Markus Koch spricht von einer massiven Konsolidierung im Bereich der Finanzdaten.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Performance-Check: Das sind die härtesten Aktien der Welt – Werbung

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Lieber Börsianer,

wir alle wissen, wenn der Aktienmarkt einmal ins Rutschen gerät, bleibt kein Auge trocken. Selbst die Aktien anerkannter Qualitätsunternehmen fallen dann unisono mit dem Gesamtmarkt. Man ist dann als Anleger schon zufrieden, wenn sich das eigene Depot der Korrekturbewegung zumindest teilweise entzieht.

Genauso wissen wir, wenn die Weltkonjunktur einmal lahmt, sinken die Unternehmensgewinne durch die Bank. So ist nun einmal die Börse.

Aber ich bohre tiefer. Gibt es wirklich keine Unternehmen, die sich einem negativen Markttrend entziehen? Gibt es wirklich keine Ausnahme, die die Regel bestätigt?

Doch, die gibt es! Tatsächlich existiert in den USA eine Aktiengattung, die sich bereits seit Jahrzehnten durch eine ganz ungewöhnliche Stabilität auszeichnet. Diese ausgesuchten Unternehmen erwirtschaften nicht selten sogar in der tiefsten Rezession, z.B. zuletzt 2008/9, beste Gewinne. Mehr noch: Sie erhöhen selbst in diesen Phasen, wo die „normalen“ Unternehmen versagen, regelmäßig die Dividenden.

Börsianer bezeichnen solche unverwüstlichen Unternehmen als „Dividendenaristokraten“. Diese Dauerbrenner zeichnen sich vor allem durch zwei Merkmale aus:

1)
Naturgemäß verfügen die Dividendenaristokraten über langjährig bewährte und unantastbare Geschäftsmodelle.

2)
Deshalb erhöhen diese Unternehmen die Dividende seit mindestens 25 Jahren, und zwar jährlich.

Und das Regelwerk für Dividendenaristokraten ist knallhart. Wenn ein Unternehmen, sagen wir, im 43. Jahr die Dividende einmal nicht mehr jährlich erhöht, dann wird ihm der Aristokraten-Titel sofort entzogen. Folglich verlässt das Unternehmen dann auch den entsprechenden Index und muss sich nun wieder aufs Neue beweisen. Mit anderen Worten: Hier ist wirklich kein Platz für Verlierer oder

Nicht nur mehr Stabilität, sondern einfach auch mehr Rendite

Wie bereits angedeutet schaffen nur eine Handvoll Unternehmen diese Kriterien. Gegenwärtig gelten rund 10 % der Unternehmen des marktbreiten S&P 500 als Dividendenaristokraten. Die anderen 90 % des S&P 500 sind eben ganz normale Unternehmen, deren Gewinne im Einklang mit der Konjunktur mal fallen und mal steigen.

Gegenwärtig finden Sie im Dividendenaristokraten-Index zahlreiche Unternehmen aus traditionellen Industriesparten. Namhaft sind hier etwa Caterpillar, 3M oder etwa der Maschinenbauer Illinois Tool Works. Natürlich bringt auch die nicht-zyklische Konsumgüter-Branche…..

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