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Deshalb ist die Snap-Aktie zuletzt so stark gefallen – eine heiße Kiste für Wetten auf fallende Kurse

Die Snap-Aktie (Snapchat) ist seit letztem Freitag um 12% gefallen auf jetzt 18,85 Dollar. Nach den extrem schwachen Quartalszahlen fiel die Aktie am 11. Mai schlagartig von 23 auf 17,60 Dollar. Auf diesem Tief ist man fest schon wieder...

FMW-Redaktion

Die Snap-Aktie (Snapchat) ist seit letztem Freitag um 12% gefallen auf jetzt 18,85 Dollar. Nach den extrem schwachen Quartalszahlen fiel die Aktie am 11. Mai schlagartig von 23 auf 17,60 Dollar. Auf diesem Tief ist man fest schon wieder angekommen. Was ist passiert? Aus Finanzkreisen hört man, dass die Snap-Aktie derzeit eine der IT-Aktien mit der höchsten Short-Quote sein soll.

Mehr als 1 Milliarde Dollar Volumen soll in Short-Wetten stecken bei einem Börsenwert der Firma von 22 Milliarden Dollar. Das bedeutet, dass sich Aktienzocker von Brokern Aktien leihen um diese Aktien an der Börse zu verkaufen. Fällt die Aktie, kaufen sie sie zu tieferen Kursen (Eindeckung), und geben sie an die Bank zurück. Die Differenz aus hohem Verkaufskurs und tieferem Rückkaufkurs ist der Gewinn für den Spekulanten. Steigt die Aktie aber stark an, hat er ein unbegrenztes Verlustrisiko

Wie man aus Brokerkreisen hört, ist die Möglichkeit noch an verleihbare Snap-Aktien für Shortpositionen zu kommen, derzeit eher gering. Daher explodieren anscheinend gerade die Verleihgebühren für Snap-Aktien. Wer also jetzt Snap-Aktien shortet, zahlt deftige Gebühren (genaue Höhe nicht exakt verifizierbar). Je länger man die Position offen hält, desto höher also die Gebühr. Also hat der Shortie, der jetzt auf fallende Kurse setzt, eine ganz bestimmte Intention dies gerade jetzt zu tun.

Und dieser Grund ist die Halteperiode für Insider wie zum Beispiel die beiden Snap-Chefs Evan Spiegel und Bobby Murphy, die sehr große Blöcke an Aktien halten. Aufgrund der US-Börsenregularien für IPO´s durften sie bisher ihre Aktien nicht auf den Markt werfen. Dieser Haltezwang endet am 31. Juli. Daher spekulieren viele Zocker darauf, dass diese Insider zumindest einen Teil ihrer Aktien zu Cash machen, was von der Sache her ja nicht verwerflich wäre.

Durch diese zusätzlichen frei handelbaren Aktien würde die Angebotsmenge drastisch erhöht werden, was Druck auf den Aktienkurs von Snap ausüben würde. Dieses mögliche Szenario wollen erstaunlicherweise 7 Wochen vorher schon sehr viele Shorties vorwegnehmen, und gehen jetzt schon mal short. Nach dem Motto „wenn die Aktie dann später stark einbricht, bin ich schon lange vorher short gegangen, und mache einen guten Gewinn“.

Dieses Szenario mag aufgehen. Es kann aber auch richtig in die Hose gehen. Wenn die Insider eben nicht in großem Umfang Aktien ab dem 1. August auf den Markt werfen, kann ganz schnell eine Shortsqueeze einsetzen. Dies ist eine sprunghafte Eindeckung der Short-Positionen. Die Shorties kaufen dann zur Schließung der Position viele Aktien zurück, was natürlich den Preis schnell steigen lässt. Sowas kommt in allen Märkten immer wieder mal vor. Eine heiße und vor allem riskante Short-Wette auf die Snap-Aktie ist da am Laufen!

Analystenmeinungen

JP Morgan hat erst diese Woche sein Kursziel für die Snap-Aktie von 20 auf 18 Dollar gesenkt. Die Konkurrenzsituation verschärfte sich für Snapchat, womit es immer schwieriger werde neue Nutzer zu begeistern. Laut Nomura haben die Downloads der Snapchat-App im April und Mai gegenüber den selben Monaten im Vorjahr um 22% nachgelassen. Fundamental wird das Umfeld also schwieriger. So richtig durchstarten könnte die Aktie wohl nach den nächsten Quaratlszahlen, wenn sie denn überraschend gut ausfallen. Und dazu noch müssten die Insider die Shorties platt machen, in dem sie ihre Aktien eben nicht massenhaft auf den Markt werfen.


Die Snap-Aktie seit dem 18. April. Der IPO-Preis lag bei 17 Dollar.



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