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Deshalb steigt der Ölpreis so kräftig an – fünf Gründe

Öl-Pumpe vor Sonnenuntergang

Alleine in den letzten zehn Tagen ist der WTI-Ölpreis von 76 Dollar auf aktuell 82,74 Dollar angestiegen. Belastet die Omikron-Variante des Coronavirus die Konjunkturaussichten und damit die Nachfrage nach Öl? Dem scheint nicht so zu sein. Hier fünf Gründe, warum der Ölpreis derzeit weiter ansteigt.

Sinkende Öl-Lagerbestände unterstützen Anstieg im Ölpreis

Gestern gab es harte Daten, die dem Ölpreis dabei helfen weiter anzusteigen. Die Lagerbestände für Rohöl in den USA sanken im Wochenvergleich um 4,6 Millionen Barrels. Diese offiziellen Daten der US-Energiebehörde Energy Information Administration zeigen damit die siebte Woche in Folge sinkende Lagerbestände für Öl. Die bedeutet eine hohe Nachfrage nach Öl, zu geringes Angebot, oder beides gleichzeitig. Dieses Szenario ist somit gut als unterstützender Faktor für den steigenden Ölpreis.

IEA-Blick auf den Ölmarkt

Von der Internationalen Energie-Agentur (IEA) war gestern zu hören, dass die weltweite Nachfrage nach Öl sich stärker erwiesen habe als erwartet, während sich die Omikron-Variante des Coronavirus ausgebreitet hat. Omikron habe die Wirtschaft weniger stark getroffen. Die Nachfragedynamik bei Öl sei stärker als von vielen Marktbeobachtern angenommen. Auch diese Worte sind Balsam für einen weiter steigenden Ölpreis, denn damit ist eine weiter steigende Nachfrage nach Öl denkbar.

Omikron harmloser als gedacht

Abgesehen von der Aussage der IEA kann man es in der alltäglichen Berichterstattung sehen. Zwar beschert Omikron deutlich mehr Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Aber es gibt weniger schwere Verläufe, und die im November/Dezember noch stark vorherrschende Angst vor neuen Lockdowns ist verflogen. Damit gibt es wohl auch keinen dramatischen Konjunktureinbruch. Somit darf man hoffnungsfroh auf die Ölnachfrage schauen, wenn man als Trader denn auf einen steigenden Ölpreis spekuliert.

OPEC produziert weniger Öl als offiziell vereinbart

Letzte Woche verkündete die OPEC zwar, dass man zusammen mit seinen externen Partnern im Februar 400.000 Barrels Öl pro Tag mehr fördern will als im Januar. Aber ebenfalls wurde klar, dass einige OPEC-Staaten Probleme haben ihre Förderkapazitäten hochzufahren, wodurch die tatsächliche Produktion wohl geringer ausfällt. Weniger Öl für den Weltmarkt, auch hier sehen wir einen weiteren Faktor, der eher für einen steigenden Ölpreis spricht.

US-Dollar fällt – gut für Ölpreis

Alles was gegen den US-Dollar gehandelt wird, kann profitieren, wenn der Dollar abwertet. Und seit vorgestern fällt er – der Währungskorb Dollar-Index fällt seit Dienstag von 96 auf aktuell 94,72 Indexpunkte. Dies gibt dem Ölpreis wie auch anderen in US-Dollar notierten Assetklassen einen gewissen Auftrieb.

So gut die Lage derzeit auch zu sein scheint…. so eine gute Nachrichtenlage aus Sicht der Bullen kann sich auch schnell drehen. Neue Corona-Nachrichten über eine neue Variante, ein steigender Dollar, weniger Öl-Nachfrage etc – und auf einmal sieht man einen Absacker im Ölpreis. Momentan sieht es ziemlich rosig aus für den Anstieg im Ölpreis. Aber wie gesagt – so eine Schönwetterlage kann sich auch schnell drehen.

Chart zeigt Kursverlauf im WTI-Ölpreis in den letzten zehn Tagen Kursverlauf im WTI-Ölpreis in den letzten zehn Tagen.



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1 Kommentar

  1. John Duke of Lancaster

    Der Ölpreis steigt, weil das Geld keine Wertaufbewahrungfunktion darstellen kann und weil der Ölpreis nicht wie die Edelmetall-Preise mit Millionen von wertlosem Papierkontrakten über Jahre, nicht zu sagen Jahrzehnte, herunter geprügelt wird.

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