Folgen Sie uns
Das DAX-Signal börsentäglich, jetzt anmelden

Indizes

Deutsche Anleger erhöhen ihre Aktienquote – ist dies wieder einmal ein Zeichen für ein Ende eines Aufschwungs?

Wer von den Älteren erinnert sich nicht an den Aktien-Hype nach dem Börsengang der Volksaktie Telekom im November 1996..

Veröffentlicht

am

Wer von den Älteren erinnert sich nicht an den Aktien-Hype nach dem Börsengang der Volksaktie Telekom im November 1996 zu 14,57 € (28,50 DM), an die Hausse bis 103,50 € am 6.März 2000 und dann an den Absturz bis auf das Allzeittief von 7,70 € im Juni 2012. Deutschland war kurzfristig ein Volk von Aktionären. Der Schreck über das Kursfiasko sitzt vielen Anlegern noch in den Knochen – viele hielten sich vom Aktienmarkt fern, weil sie ihn schlichtweg für Zockerei halten. Aktuelle Zahlen des Deutschen Aktieninstitutes (DAI) vermelden aber ein verstärktes Interesse der Deutschen an dieser Form der Geldanlage. In diesen Tagen jährt sich das letzte Zyklustief von 3692 Punkten im Dax zum 10. Mal. Ist der Anstieg der Anlegerzahlen ein Omen?

 

Das Ergebnis der Erhebung in Zahlen

 

Nach den neuesten Zahlen des DAI ist die Zahl der Aktionäre in den vergangenen vier Jahren auf 10,3 Millionen gestiegen, allerdings nicht durch die direkte Aktienanlage, sondern vermehrt durch Investitionen in Fonds.

Dies war ein Anstieg zum Ende des vergangenen Jahres um 250 000 auf Jahressicht und um ca. 1,9 Millionen gegenüber 2014.

Von 2009 bis 2014 waren nicht allzu viele eingestiegen, als sich der Index mehr als verdoppeln konnte. Im Zeitraum von 2015 bis Ende 2018, dem Wiedereinstieg vieler Anleger, legte der Index um vergleichsweise bescheidene 8% zu.

 

Erinnerungen an das Jahr 2007

 

Das erreichte Hoch in der Zahl der deutschen Aktieninhaber entspricht dem aus dem Jahr 2007, kurz vor dem Ausbruch der Finanzkrise. Diese trieb den deutschen Leitindex zwischen Ende 2007 und 2008 nicht weniger als 40% in die Tiefe, infolge dieser suchten viele Aktieninhaber nach heftigen Kursverlusten das Weite.

 

Das Phänomen der Börse

 

Viele Aktienanleger verhalten sich bei ihrem Kaufverhalten an der Börse advers zu ihrem Kaufverhalten beim Konsum. Beispiel: Nur wenige kaufen Produkte wie Obst und Gemüse zu überhöhten Preisen, beim Dax sprang man in den vergangenen Zyklen regelmäßig beim Dax-Stand von 8000 Punkten auf den fahrenden Zug auf, beim Stand von 4000 im Index wurde er gemieden wie „der Teufel das Weihwasser“. Dabei spielt der emotionale Teil des Anlegergehirns eine perfide Rolle, man will bei einer Hausse dabei sein, vor allem, wenn der Bekanntenkreis von den Aktienerfolgen schwärmt. Sehr anschaulich dargelegt in der psychologischen und typisch deutschen Redewendung: „Es ist für die Seele sehr bedrückend, einen Freund reich werden zu sehen!“

Auch wenn jeder sechste Bundesbürger über 14 Jahre derzeit wieder in irgendeiner Form in Aktien investiert ist, kann man sicher noch nicht von einem Boom sprechen. Aber fatal wäre es schon, wenn die deutsche Skepsis gegenüber Dividendentiteln durch einen Absturz der Indizes neue Nahrung finden würde.

 

Foto: Deutsche Börse AG

5 Kommentare

5 Comments

  1. albi1969

    8. März 2019 09:33 at 09:33

    ….ich erinnere mich gut…
    …auch weit vorher..
    Da weiß man, dass man langsam alt ist… LoL

  2. Michael

    8. März 2019 10:50 at 10:50

    Ich erinnere mich an zwei aktienbasierte Geldanlagen, in die ich in den Jahren 1998 und 2000 investiert hatte:

    Die eine war ein „sensationeller“ Aktienfonds der Schweizer AIG Bank mit Namen Convest 21 (Laufzeit 10 Jahre), den man mir mit dem Argument der wahrlich beeindruckenden Performance-Zahlen von 10% und mehr p.a. aus den vorhergegangenen Jahren angedreht hatte. Zwischenzeitlicher Rekord waren etwa 7% Gewinn nach 8 Jahren, am Ende war ein Verlust von etwa 10% zu verbuchen. Im Vergleich zu den 90% und mehr an Verlusten, die viele Bekannte erleiden mussten, eine gute Geldanlage!

    Die zweite war eine fondsbasierte Rentenversicherung mit vollem Verlustrisiko (also NULL Sicherheit), die das erste Mal nach 20 Jahren einen höheren Rückkaufswert aufwies, als ich einbezahlt hatte. Das waren sensationelle 13% nach 20 Jahren!
    Die Versicherung habe ich schlauerweise Anfang 2018 bei diesem „Rekordstand“ gekündigt. Leider erlaubt der Gesetzgeber nur die Auszahlung der bisher geleisteten Beträge, der Überschuss, sofern vorhanden, muss bis zum bitteren Erreichen des Rentenalters als sog. beitragsfreie Anwartschaft auf eine Rente verwendet werden.
    Aus den 13% nach 20 Jahren sind nun noch 8% nach 21 Jahren übrig. Bis zum Rentenalter ist mit Sicherheit alles weg. Auf einem Tagesgeldkonto wären es im selben Zeitraum bis jetzt übrigens etwa 50% gewesen.

    Was war nochmal der Grund dafür, dass die Deutschen sehr ungern in die alternativlosen Aktien investieren? Weil kaum jemand mit Ausnahme einiger Profis oder Semi-Profis einen Gewinn erzielen konnte? Weil regelmäßig immer wieder zyklische Ereignisse die bis dahin erreichten jämmerlichen Gewinne vernichtet hatten? Ich werde es wohl nie erfahren…

  3. Michael

    8. März 2019 11:47 at 11:47

    Ergänzung zu Convest 21:
    Einrichtungsgebühren einmalig 5%, Depotgebühren und Verwaltungs- und Betreuungsgebühren insgesamt 15%. In der Summe 20% an Gebühren, somit haben wenigstens andere ihre Gewinne erzielt.

    Im gleichen Zeitraum habe ich auch noch eine „konventionelle“ private Rentenversicherung mit garantiertem Zins von 4,8% bei 100% Sicherheit abgeschlossen. Performance bis jetzt etwa 150% Zuwachs, absolut steuerfrei. Dazu eine eigengenutzte Immobilie, Zins und Tilgungsrate in Höhe der ortsüblichen Miete, die dafür zu bezahlen wäre. Wertzuwachs in 15 Jahren etwa 65%
    Das nenne ich alternativlos!

  4. Katja Wohmann

    8. März 2019 14:31 at 14:31

    Ein goldene Regel lautet ja seit jeher, dass der Aktienmarkt am Ende ist, wenn der Otti und der Michel auch einsteigen. Die zweite Regel lautet, dass wenn die EZB trotz weiterem Gratisgeld nichts mehr zustande bringt, rettet euer Vermögen so schnell wie möglich. Dann ist ja jetzt alles klar.

    • Michael

      8. März 2019 17:28 at 17:28

      Tatsache ist doch, dass mehr als 90% der Ottis und Michels keine Börsenfachleute sind, wie sie hier so gebündelt auftreten. Und selbst von diesen Fachleuten machen anscheinend nicht alle die großen Gewinne.
      Also muss der Michelotti auf die Expertise von ihm freundlich gesonnenen Profis aus der Branche der Finanzberater (Banken, Versicherungen, unabhängige Berater) vertrauen. Somit sind ihm satte Gebühren garantiert. Garantiert sind ihm ebenfalls ein 100%iges Risiko und 25% Kapitalertragssteuer zzgl. Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent und ggf. Kirchensteuer von 8 bis 9 Prozent bei evtl. Gewinnen.

      …dass wenn die EZB trotz weiterem Gratisgeld nichts mehr zustande bringt… impliziert, dass die EZB zuvor etwas zustande gebracht hat. Nur was? Ein sensationeller Wirtschaftsaufschwung, den man sich so gerne auf die Fahne schreibt, ohne jedoch rechtzeitig auf den Boom zu reagieren und die Maßnahmen zurückzufahren. Ach ja, ich vergesse ja vollkommen die Inflation, die einfach nicht anspringen wollte, weil man ständig den Warenkorb an die eigenen Interessen angepasst hatte.

      Am Ende existieren doch im Prinzip drei Paralleluniversen mit minimalen Überschneidungen:

      1. Die große reale Masse aus arbeitenden und produktiven Menschen, deren individuell bescheidener, in der Summierung der großen Masse jedoch sabbernd begehrter Verdienst von Universum 2 und 3 einkassiert werden will.

      2. Die reale Wirtschaft aus Konzernen und Politik, ein symbiotischer und parasitärer Organismus, der zeckengleich Universum 1 das Leben aussaugt und dem Universum 3 gleichzeitig die Türen für die verbleibenden Reste garantiert.

      3. Die vollkommen abgehobene und weltfremde Finanzmarktwelt aus Zentralbanken, Banken und Börsen, die regelmäßig völlig verantwortungslos mit virtuellen, abgehobenen und utopischen Geldsummen ebenso jongliert, wie mit den realen Geldern anderer Menschen, was konsequenterweise zu zyklischen Katastrophen auf Kosten von Universum 1 gehen muss.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Geht von Deutschland der nächste Crash aus? Marktgeflüster (Video)

Die katastrophalen Einkaufsmanagerdaten der deutschen Industrie haben eine Schockwelle durch die globalen Finanzmärkte gejagt..

Veröffentlicht

am

Die katastrophalen Einkaufsmanagerdaten der deutschen Industrie haben eine Schockwelle durch die globalen Finanzmärkte gejagt. Vor allem die Anleihemärkte reagieren heftig: die Rendite der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe wird erstmals seit dem Jahr 2016 negativ, an den US-Anleihemärkten invertiert die 3-monatige US-Anlleihe mit der 10-jährigen US-Anleihe – das gab es zuletzt im Jahr 2007 kurz vor der Finanzkrise und war in der Geschichte immer gefolgt von einer Rezession. Warum? Weil sich die Kreditvergabe für die Banken nicht mehr lohnt (in den USA vor allem Aktien regionaler Banken unter Druck, die anders als die US-Großbanken keine Alternativen zum Kreditgeschäft haben). Vor allem US-Firmwen sind hoch verschuldet und müssen in den nächsten zwei Jahren zwei Billionen Dollar refinanzieren – und das dürfte sehr schwierig werden!

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

weiterlesen

Indizes

Chris Zwermann über die mittelfristigen Aussichten für die Aktienmärkte

Veröffentlicht

am

Der „alte Hase“ Chris Zwermann blickt auf die mittelfristigen Charts des Dax, des S&P 500, des Nasdaq 100 – aber auch auf Indizes der Emerging Markets wie den brasilianischen Bovespa (der ein neues Allzeithoch erreicht hat nach der Machtübernahme von Bolsanero) sowie auf den indischen Sensex.

Das Video samm von vorgestern (also vor der Fed-Sitzung), aber die mittelfrsitigen Perspektiven, die Zwermann entwirft, bleiben dennoch aussagekräftig:


Foto: Deutsche Börse AG

weiterlesen

Indizes

Nicht nur der Exportmotor in Deutschland stottert – jetzt schwächelt auch noch das Fusionsgeschäft

Veröffentlicht

am

Wenn die Bedingungen für die Wirtschaft unsicher werden, tritt ein Mechanismus auf, den man auf neudeutsch Attentismus nennt. Abwarten, bis sich die Verhältnisse klären, was für die großen Konzerne bedeutet, dass man sich erst mal mit Investitionsentscheidungen zurückhält, bis man über die Rahmenbedingungen Klarheit hat. Damit sind derzeit in erster Linie Zölle oder gesetzliche Rahmenbedingungen zu nennen. Jetzt wird, nach ersten Zahlen, aber auch eine Branche erfasst, die vor Jahresfrist noch richtig geboomt hat – das Geschäft mit Übernahmen und Fusionen (M&A).

Der Boom ist zu Ende

Nach Jahren des Booms soll es 2019 einen Rückgang von bis zu 20% im Bereich von Fusionen und Übernahmen in Deutschland geben. Dabei setzte bei der Spitzendisziplin des Investmentbankings (M&A) im ersten Quartal bereits ein Schrumpfen von 67 % bei den Ankündigungen ein, wie der Finanzdatenanbieter Refinitiv ausgerechnet hat. Im ersten Quartal 2018 hatte es noch einen richtigen Rausch auf diesem Gebiet gegeben.

Und wen erschwischt es dabei besonders? Dreimal dürfen Sie raten, richtig, die Deutsche Bank. Den deutschen Branchenprimus traf es im ersten Quartal besonders deutlich. Das Geldhaus erscheint bei Refinitiv nicht mehr unter den ersten zehn Topadressen bei Fusionen und Übernahmen in Deutschland, in früheren Zeiten eine Unmöglichkeit. Man glaube zwar im Gesamtjahr wieder zulegen zu können, gerade nach einer Fusion mit der Commerzbank. Aber…..?

Auch das Geschäft mit Börsengängen (IPOs) ist im ersten Quartal richtiggehend eingeschlafen. Das Geschäft mit Aktienemissionen brach laut Refinitiv um 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Zuletzt hatte Volkswagen den Börsengang seiner Nutzfahrzeugsparte unter dem Namen Traton abgesagt.

Der Leiter des Bereichs Börsengänge bei EY, Martin Steinbach, fasste es so zusammen: „Eine Mischung aus Konjunktursorgen, Handelskonflikten und politischen Unsicherheiten wie dem Brexit hat viele Börsenkandidaten dazu veranlasst, zunächst abzuwarten und zu schauen, ob sich in den Folgequartalen wieder IPO-Fenster öffnen“.

Attentismus eben.

 

Die Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Thomas Wolf (Der Wolf im Wald) CC BY-SA 3.0

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen