Anleihen

Die große Zinswende Deutsche Anleiherendite auf 11-Jahreshoch – EZB mit neuem Zins?

Die deutsche Anleiherendite steigt aktuell mit 2,50 Prozent auf den höchsten Stand seit 2011. Man wettet auf eine kräftige EZB-Zinsanhebung nächste Woche.

Die deutsche Anleiherendite (10 Jahre Laufzeit) steigt aktuell auf exakt 2,50 Prozent. Dieses Niveau gab es zuletzt vor 11 Jahren! Zwölf Wochen lang ist sie nun am Stück gestiegen, ein Rekord-Move! Bloomberg sagt dazu: Händler erhöhen ihre Wetten auf Zinserhöhungen der EZB. Die Geldmärkte gehen davon aus, dass die EZB ihren Einlagensatz nächste Woche um etwa 75 Basispunkte auf 1,5 % und dann bis zum nächsten Sommer auf 3,25 % anheben wird.

Im Chart sehen wir als blaue Linie den Verlauf der deutschen Anleiherendite (10 Jahre Laufzeit) seit dem Jahr 2001. Von den Tiefpunkten vor zwei Jahren bei minus 0,70 Prozent ist das Rendite-Niveau jetzt auf 2,50 Prozent angestiegen. Die orange Linie zeigt parallel dazu den bis 2016 abgesenkten Leitzins der EZB. Nach jahrelangem Verharren bei exakt 0 Prozent ging es in den letzten Monaten bergauf auf aktuell 1,25 Prozent.

Deutsche Anleiherendite im Vergleich zum EZB-Leitzins seit dem Jahr 2001

EZB mit neuem Zinssatz?

Wie Bloomberg mit Verweis auf die spanische Zeitung „Expansion“, dass die EZB die Einführung eines neuen zusätzlichen Tagesgeldsatzes erwägt. Er würde unterhalb des Einlagensatzes liegen, wie mit Berufung auf informierte Kreise berichtet wird. Basis des neuen Zinses wären Reverse-Repo-Geschäfte. Ein Sprecher der Zentralbank lehnte gegenüber der Zeitung eine Stellungnahme ab. Die Geldmarkt-Kontaktgruppe der EZB erörterte auf ihrer Sitzung am 14. September eine solche Fazilität als eine der Optionen, um “die strukturelle Sicherheitenknappheit im Euroraum” anzugehen. In diesem Zusammenhang wurden die Emission von EZB-Schuldverschreibungen, Wertpapierleihfazilitäten und eine spezielle Reverse-Repo-Fazilität (nach dem Vorbild der Overnight-RRP-Fazilität der Federal Reserve) erwähnt.

Inzwischen hat die Zentralbank diesem Medienbericht über die Einführung eines neuen Zinssatzes widersprochen. “Der Artikel stellt die Rolle der Geldmarkt-Kontaktgruppe der EZB, die keine Arbeits- oder Beratungsgruppe der EZB ist, falsch dar”, so die Zentralbank am Freitag per E-Mail. “Gemäß dem Mandat der MMCG besteht ihr Ziel darin, Entwicklungen auf den Geldmärkten zu diskutieren. Alle Erklärungen, die von MMCG-Mitgliedern während dieser Sitzungen abgegeben werden, spiegeln ihre eigenen Ansichten wider und geben keinen Einblick in die Absichten der EZB.”

FMW/Bloomberg/Chart TradingView



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