Deutschte Anleiherenditen sind im Aufwind. Das bedeutet wohl auf Sicht von Wochen und Monaten auch weiter steigende Bauzinsen und steigende Kreditkosten in anderen Bereichen der Volkswirtschaft. Die Rendite für 30 Jahre laufende Bundesanleihen steigt aktuell auf 3,55 %. Vor eine Woche waren es noch 3,48 % und im November noch 3,24 %. Damit sind wir heute auf dem höchsten Renditeniveau seit dem Jahr 2011 angekommen.
Auch die zehnjährige Laufzeit steigt an. Im November noch bei 2,65 %, so waren es vor zwei Wochen 2,78 %, heute 2,90 %. In der Grafik sehen wir 10 und 30 Jahre Laufzeit im Verlauf seit dem Jahr 2021. Eingekreist haben wir den März 2025, als Friedrich Merz das 500 Milliarden Euro Sondervermögen + quasi unbegrenzt neue Schulden für die Aufrüstung vermeldete. Zu dem Zeitpunkt lagen die Renditen noch bei 2,70 % (30 Jahre) und 2,50 % (10 Jahre).
Je mehr Nachfrage nach einer Ware, desto höher der Preis – so auch am Anleihemarkt. Fragt der deutsche Staat immer mehr frisches Geld nach bei Kreditgebern, steigt der Preis für dieses geliehene Geld, also die Zinsen. Und diese Zinsen werden am Anleihemarkt in Anleiherenditen sichtbar, die sich fortlaufend durch die Kursveränderung der Staatsanleihen bewegen.
Eine Kreditklemme ist indes nicht vorhanden. Jüngst begab der Bund eine Bundesanleihen mit 20 Jahren Laufzeit, und die Nachfrage am Anleihemarkt war sehr hoch. Auch zukünftig sollte es keinen Zweifel geben, dass Deutschland alle seine Wünsche nach frischen Schulden erfüllt bekommt, weil man in Sachen Schuldenlast in Relation zum BIP immer noch deutlich besser da steht als die allermeisten europäischen Nachbarn. Aber die Anleger verlangen höhere Renditen. Bei den über 500 Milliarden Euro an Schuldenaufnahme in diesem Jahr dürfte sich das auf die gesamte Zinslast spürbar auswirken.
Was das den normalen Bürger angeht? Mehr als man denkt. Denn steigende Anleiherenditen als Referenz machen Bauzinsen, Verbraucher- und Unternehmenskredite teurer! Und der Staat muss dank steigender Zinsen immer mehr Geld für die Bedienung der Zinsforderungen ausgeben, und hat damit im Haushalt immer weniger Geld für sinnvolle, reguläre Ausgaben zur Verfügung. Wer sich also immer stärker verschuldet, erlebt vielleicht auf ganz kurze Sicht eine Art Glücksgefühl, weil man Geld in der Hand hat und seine Wunschprojekte bezahlen kann. Aber auf lange Sicht wird die Luft, der Handlungsspielraum immer enger.
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Ich bin ja mal gespannt, wieviel weitere „Sondervermögen“ noch benötigt werden, wenn dass Geld, für das es gedacht war, zum größten Teil zur Finanzierung der Lücken im Bundeshaushalt verwendet wurden.
Es wird alles sehr, sehr teuer werden.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
@Helmut: Hallo Helmut, was ist eigentlich bei Dir in Spanien los? Würde mich mal ernsthaft interessieren wer im Hintergrund sowas finanziert?
https://www.welt.de/politik/ausland/article6981d15648913c2281393d16/linkenpolitikerin-montero-ich-will-rassisten-gegen-arbeitende-menschen-tauschen-spanische-linke-heizt-migrationsdebatte-an.html
Das kann ja gar nicht sein …da die deutsche Umlaufrendite immer noch bei 2,74 Prozent verharrt…das ist ein Unterschied zu 2011 …als die gleiche Umlaufrendite auf 3,26 Prozent kam …in der Spitze…( April 2011 kurz bevor Draghi offiziell als Nachfolger von Jean Claude Trichet nominiert wurde)…
9,21 Prozent wurden 1990 erreicht….5,46 Prozent in 2000 und 4,78 Prozent im Sommer 2008 ..also kurz vor der Finanzkrise…( Lehman Pleite 15.09.2015.. das war ein Montag)…
Die Umlaufrendite ist von entscheidender Bedeutung für die Anleger ( und Spekulanten)…
15.09.08 selbstverständlich…
Bundesminister der Finanzen Lars Klingbeil ruft die weiteren Bundesminister innerhalb der Bundesregierung zum Sparen auf. Wird die Luftverkehrssteuer, wie im Koalitionsausschuss vereinbart, zum 01.06.26 gesenkt? Wird die Senkung der Körperschaftssteuer, welche ursprünglich ab dem Jahr 2028 bis einschließlich 2032 um jährlich 1 Prozent von 15 Prozent auf 10 Prozent gesenkt werden sollte, wie vereinbart, vorgezogen?
Ich glaube eher das sich die 30jährige Anleihe international ausrichtet. Man sieht nämlich das gleiche bei 30jährigen US-Anleihen, wobei hier Japan als Ursache genannt wird.
@Helmut
Du schreibst: „Immigranten aus Südamerika … Keine durch Inzucht psychisch kranken Menschen…“
Soll das heißen, nicht-südamerikanische Migranten sind durch Inzucht psychisch krank?
Das ist Nazi-Sprech von Rassenhygiene und Eugenik und zudem strafbar! Sag mal, hast du eigentlich noch alle Tassen im Schrank?