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Deutsche Bank-Aktie: Hoffnung auf Sondererlös + Fortschritt beim Umbau des Filialgeschäfts

Die Deutsche Bank-Aktie notiert heute auf dem höchsten Stand seit einem Jahr. Und nicht nur das. Sie hat die Seitwärtsphase, in der sie sich seit Anfang Dezember befindet zwischen…

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FMW-Redaktion

Die Deutsche Bank-Aktie notiert heute auf dem höchsten Stand seit einem Jahr. Und nicht nur das. Sie hat die Seitwärtsphase, in der sie sich seit Anfang Dezember befindet zwischen grob gesagt 17-18,50 Euro, jetzt klar nach oben durchbrochen. Von gestern 18,33 Euro geht es aktuell über die 19 Euro. Verdanken tut die Aktie das einem Szenario, welches aktuell durch die Frankfurter Bankenszene umhergeistert. Angeblich plane die Deutsche Bank derzeit einen Teil ihres lukrativen Vermögensverwaltungsgeschäfts im Rahmen eines Börsengangs zu Geld zu machen. Damit könnte relativ schnell ein kleinerer einstelliger Milliardenbetrag erlöst werden.

Der Vorteil dabei: Man stärkt damit das Eigenkapital, was ja (angeblich?) notwendig ist. Und noch wichtiger ist, dass man hierfür nicht auf eine Kapitalerhöhung zurückgreifen muss. Das freut den Altaktionär, dessen Anteile somit nicht noch weiter verwässert werden. Eine möglicherweise zügige Kapitalstärkung, und das ganz ohne Kapitalerhöhung, das freut den Aktienkurs. Aber es ist, wie es ist: Das Geld kommt nicht vom Himmel gerieselt. Irgendwo ist immer der Haken an der Sache.

In diesem Fall hätte man das Problem, dass man nach dem Verkauf eines Teils dieser Geschäftssparte, die ja profitabel ist, ab dann als Gesamtkonzern jährlich weniger Gewinne aus diesem laufenden Geschäft erhält. Ein schöner Einmal-Erlös, der aber langfristig die Gewinne der Bank schmälern würde! Aber herje, ist das „Moderne Banking“ nach der Finanzkrise nicht eh viel schnelllebiger geworden? Was kümmert uns die ferne Zukunft? Geld muss jetzt sofort auf den Tisch!?


Die Deutsche Bank-Aktie seit Mitte 2014.

Filialgeschäft

Wie wir alle inzwischen wissen, streicht die Deutsche Bank in 2017 ihr Filialnetz kräftig zusammen. Selbstverständlich (!) wird dadurch die Beratung und Kundennähe sogar noch besser – davon sind wir alle natürlich überzeugt (Satire?). Heute hat die Deutsche Bank mehr Details veröffentlicht, wie man diesen merkwürdigen Spagat hinbekommen will. Vorweg: Es ist offensichtlich, dass es kostensparend ist Filialen dicht zu machen (Raummiete + Gehälter + Ausrüstung + Bargeldlagerung sparen), und stattdessen Online-Beratungscenter einzurichten. Der beratungsintensive Kunde kann sich dann in Kürze mit einem regionalen Beratungszentrum zum Beispiel per Videochat unterhalten (Kontaktaufnahme möglich per Telefon, Videotelefon, Chat und „Co-Browsing“).

Ist das nicht toll? Natürlich darf man den positiven Aspekt nicht verschweigen, dass man dann einen Berater auch nach den normalen Filialöffnungszeiten erreichen kann. Das sollen keine „Callcenter-Agents“ sein, sondern richtige Berater. In diesen regionalen Beratungszentren sitzen die Berater, die man wie gesagt nur online oder am Telefon erreichen kann (Mitarbeiterzahl in Klammern): Wuppertal (42), Leipzig (30), Berlin (76), Mannheim (40), München (43), Essen (73), Hamburg (61), Mainz (34). Das erste „Center“ geht in Wuppertal am 31. Januar an den Start. Wer braucht noch einen Gespräch Auge in Auge, wenn er doch per Videochat hochkomplexe Geldfragen besprechen kann? Die Deutsche Bank im Zitat:

„Mit den Beratungscentern setzen wir neue Maßstäbe für mehr Erreichbarkeit und Beratung im deutschen Bankenmarkt“, sagt Asoka Wöhrmann, Leiter Privatkunden der Deutschen Bank. „Viele Kunden suchen gerade am Morgen, am Abend sowie an Samstagen fundierten Rat zu ihren Finanzen. Und das nicht allein in der Filiale, sondern auch auf digitalen Wegen. Über das Medium ihrer Wahl können uns die Kunden künftig deutlich besser und komfortabler erreichen als bisher. Das bedeutet mehr Kundennähe und legt die Grundlage für mehr Geschäft.“

Die regionalen Beratungscenter werden montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr und an Samstagen von 9 bis 15 Uhr erreichbar sein. Insgesamt 400 Mitarbeiter beraten Privat- und Gewerbekunden sowie Selbständige zu allen finanziellen Fragen – von der privaten Altersvorsorge bis hin zum Abschluss eines Kredits für geschäftliche oder private Zwecke.

Die Beratungscenter sind mit den Filialen und den digitalen Angeboten der Bank über gemeinsame Datenbanken verbunden. Die Berater haben am Videotelefon oder am Telefon also stets dieselben Informationen über den Kunden wie die Filialen vor Ort. Damit können die Mitarbeiter sehr umfassend beraten, sei es etwa zu Sondertilgungsmöglichkeiten im Kreditvertrag oder zu einer gewünschten Anschlussfinanzierung.

Die Deutsche Bank hat seit Anfang 2016 in einem Pilot-Beratungscenter in Berlin Erfahrung mit dem neuen Beratungsformat gesammelt und die neuen Technologien wie die Videotelefonie und den Bedienkomfort für die Kunden getestet und fortentwickelt.

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Coronakrise: Die unheimliche Hausse der Schusswaffen-Hersteller

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Amerikaner kaufen in der Coronakrise Waffen, Deutsche dagegen Toilettenpapier – wie Analysen aus dem Frühjahr gezeigt haben. Kurz vor den US-Wahlen steigt die Unsicherheit in vielerlei Hinsicht – und die Aktienkurse von Waffenherstellern. Waffenkäufe in den USA sind in Zeiten der Coronakrise schon seit längerer Zeit feststellbar –  jetzt aber gesellen sich noch weitere Ursachen dazu. Die Steigerungen bei den Kursen der Waffenfirmen brauchen sich nicht einmal hinter den Tech-Werten zu verstecken. Und wieder einmal könnte ein Regierungswechsel einen Boom auslösen.

Das Recht des Amerikaners zum Waffenbesitz

Wie oft wurde in den USA schon über eine Verschärfung des Waffenrechts diskutiert, zumeist im Zusammenhang mit Amokläufen! Stets beruft sich die US-Waffenlobby in Gestalt der NRA – National Rifle Association of America, Nationale Schützen-Vereinigung – auf das verfassungsrechtlich garantierte Recht der Amerikaner zum Waffenbesitz.

Im 2. Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten, verabschiedet bereits am 15. Dezember 1791 hieß es:

„Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“ Obwohl es immer wieder Versuche gibt dieses uralte „Grundrecht“ abzuändern, unterstützen insbesondere die Republikaner mit ihrem Präsidenten Donald Trump die Interessen der NRA. Da ein Regierungswechsel zu den Demokraten sehr wahrscheinlich geworden ist, haben die Aktien von Waffenherstellern einen weiteren Aufwind bekommen – man erwartet Hamsterkäufe im Falle eines Wahlsiegs von Joe Biden.

Die Hausse der Revolveraktien im Jahr der Coronakrise – oder Amerikaner kaufen Waffen, Deutsche Toilettenpapier

So lautete eine etwas scherzhaft gemeinte Feststellung zu Zeiten des Lockdowns im April. Betrachtet man sich aber die Entwicklung der Aktien von Pistolen-, Revolver-, und Gewehrherstellern in den letzten neun Monaten, so erkennt man, dass dies kein billiger Kalauer gewesen ist. Im Übrigen waren die Regale mit dem Toillettenutensil eine Zeitlang wirklich Mangelware in Deutschland.

Die Performance:

Konnte der große S&P 500 in diesem Jahr bisher um sieben Prozent zulegen, so ging es mit den Aktien der weltbekannten Waffenfirma Smith&Wesson um 135 Prozent nach oben, die weniger bekannte Firma Sturm Ruger aus Southport (Connecticut) bringt es immerhin auf 51 Prozent. Allein im Monat Oktober ging es bereits um 8 beziehungsweise 9,5 Prozent nach oben.

Waren es im Spätwinter Sorgen der Amerikaner vor Plünderungen infolge der Coronakrise, später die Angst vor Unruhen im Lande wegen des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners George Floyd, so fürchtet man sich jetzt vor einem möglichen Chaos nach dem 3. November, sollte es keinen eindeutigen Sieger geben. Zusätzlich sorgen sich die Waffennarren vor härteren Regelungen, insbesondere von Schnellfeuerwaffen, die für die Demokraten ein echtes Übel darstellen. In Deutschland würde manche Waffengattung unter die Regelungen des Kriegswaffenkontrollgesetzes (KrWaffKontrG ) fallen. Die Chefs der Waffen-Firmen in den USA hingegen freuen sich über die Nachfrage, man komme mit den Auslieferungen kaum hinterher.

Absonderliche Entwicklungen unter den Reps und Dems

Die eindeutige Positionierung von Demokraten und Republikanern haben in der Vergangenheit zu seltsamen Entwicklungen der Aktienkurse von Waffenfirmen geführt. Unter den acht Jahren von Präsident Barrack Obama stiegen die Aktien von Sturm Ruger um etwa 900 Prozent, weil der Demokrat zwar immer für schärfere Waffengesetze eintrat, dieses im Kongress aber nicht durchsetzen konnte. Unter Donald Trump stieg die Aktie dieser Firma nur um mickrige 16 Prozent, weil sich die NRA der Unterstützung des Präsidenten sicher sein konnte. Jetzt könnte Joe Biden aufgrund der Coronakrise ins Weiße Haus zurückkehren, um die Ideen von Barack Obama in die Tat umzusetzen.

Wozu brauchen die Amerikaner so viele Waffen?

Diese Frage kommt einem sofort in den Sinn, wenn man sich die Statistiken über den Waffenbesitz in den USA betrachtet – eine „kleine“ Privatarmee. 43 Prozent aller Amerikaner leben in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe. Es gibt in den USA 300 Millionen Waffen, Pistolen und halbautomatische Sturmgewehre.

Fazit

Es ist für uns Europäer schon eine schauerliche Vorstellung: Dass es in fast jedem zweiten Haushalt Schusswaffen gibt, dass Millionen von Amerikanern selbst im Handschuhfach ihres Wagens eine Waffe mitführen. Gerade in der jetzigen Situation eines gespaltenen Landes, in dem sich bestimmte Gruppierungen im Lande unversöhnlich und fanatisch gegenüberstehen, bei einem Präsidenten, der vieles gewähren lässt, um es höflich auszudrücken. Dazu die Coronakrise mit ihren wirtschaftlichen Folgen: Gestiegene Waffenkäufe und gestiegene Aktienkurse bei Smith&Wesson und Co, ob das nicht der gefährlichste Teil der Aktienhausse in den USA ist?

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