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Deutsche Bank: Aktiengeschäft wird geschrumpft, Massenentlassungen, Rendite rauf auf 10%

Claudio Kummerfeld

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am

Die Deutsche Bank hat heute ihr Hauptversammlung abgehalten. Dazu gibt es viele Details zu besprechen. Wir besprechen in diesem Artikel alle wichtigen Veröffentlichungen rund um die HV – denn die Deutsche Bank gab einige offiziele Änderungen und Ziele bekannt.

Deutsche Bank schrumpft Aktiengeschäft massiv zusammen

Das Aktiengeschäft soll nicht nur drastisch eingestampft werden, was 25% der Mitarbeiter die Jobs kosten wird. Auch soll es automatisiert werden. Man will sich nur noch auf die wichtigsten Kunden konzentrieren, wodurch die Bilanzsumme spürbar sinken soll. Hier auszugsweise im Wortlaut von der Deutschen Bank:

Die Deutsche Bank wird ihr Aktiengeschäft erheblich umbauen. Insgesamt sollen in dem Bereich etwa 25 Prozent der Stellen wegfallen. Im Aktienhandel (Cash Equities) konzentriert sich die Bank künftig auf elektronische Lösungen und die weltweit relevantesten Kunden. Im Finanzierungsgeschäft mit Hedgefonds (Prime Finance) will sie das Bilanzvolumen um ein Viertel verkleinern, das entspricht einem Rückgang um etwa 50 Milliarden Euro. Durch diese und andere Maßnahmen soll das Bilanzvolumen (Leverage Exposure) der Unternehmens- und Investmentbank um mehr als 100 Milliarden Euro sinken. Das entspricht rund einem Zehntel des Bilanzvolumens von rund 1.050 Milliarden Euro zum Ende des ersten Quartals 2018. Der Großteil des Abbaus soll bereits im Jahr 2018 erfolgen.

Massiver Abbau bei Gesamtkosten und Gesamtpersonal im Konzern

Auch unter Christian Sewing wird massiv weiter gekürzt. Von den Konzern-Beschäftigten (inklusive Postbank) sollen weitere 7.000 die Bank verlassen. Im laufenden Jahr sollen die Gesamtkosten der Bank nicht über 23 Milliarden Euro liegen. In 2019 sollen sie auf 22 Milliarden Euro sinken. Das Ziel ist klar: Es soll endlich Schluss sein mit dem Rum-Gemurkse von John Cryan (unsere Formulierung). Die Rendite der Bank nach Steuern bezogen auf das Eigenkapital soll bis 2021 auf 10% steigen. Die Restrukturierungs- und Abfindungskosten sollen im laufenden Jahr bei 800 Millionen Euro liegen.

Die Rede von Christian Sewing

Der neue Deutsche Bank-Chef Christian Sewing hielt heute natürlich seine lange erwartete Rede auf der HV (hier finden Sie den kompletten Text). Was hatte er zu dem neuen Renditeziel zu sagen? Zitat:

Wir sind uns allerdings bewusst, dass diese Marke noch weit entfernt liegt. Deshalb möchte ich zu dem zurückkommen, was ich am Anfang sagte: Wir wollen Ziele setzen, die nachvollziehbar und erreichbar sind. Nur dann wissen Sie als unsere Investoren, wo wir genau beim Umbau stehen. Wir werden Ihnen deshalb schon bald einen konkreten Plan dafür vorlegen, wie sich unsere Kosten und unsere Eigenkapitalrendite entwickeln werden. Darin werden wir zeigen, wie wir uns Schritt für Schritt und Jahr für Jahr steigern wollen. Wir versprechen Ihnen also mehr Transparenz, liebe Aktionärinnen und Aktionäre. Und ich denke, das ist ganz in Ihrem Sinne.

Das Schlagwort von Sewing lautet wohl „Automatisierung“. Ein Beispiel aus seiner Rede, Zitat:

Wir werden unseren Bereich Operations, also den „Maschinenraum“ unserer Bank, konsequent und über alle Bereiche hinweg automatisieren. Ich gebe Ihnen ein Beispiel, was das heißt: In der Privat- und Firmenkundenbank haben wir mehr als 3.300 sogenannte Prozesse identifiziert, mit denen wir unsere tägliche Arbeit bewältigen. Viele dieser Schritte werden tatsächlich noch händisch ausgeführt. Wir haben nun in den vergangenen zwei Jahren die kostenintensivsten einhundert Prozesse automatisiert. Allein das hat dazu geführt, dass 300 Stellen weggefallen sind. Die Folge: geringere Ausgaben und zuverlässigere Abläufe, die sich von nun an auch skalieren lassen. Für diesen Wandel war in der Privat- und Firmenkundenbank Frank Kuhnke zuständig, unser neuer Chief Operating Officer. Er wird nun den ganzen Konzern auf die gleiche systematische Art und Weise durchforsten und Arbeitsschritte automatisieren. Hier liegt ein großes Kostenpotenzial.

Die Deutsche Bank stehe weiter zu ihrer Investmentbanking-Sparte, so Sewing. Man bleibe eine internationale Bank, die in mehr als 60 Ländern aktiv sei. Aus seiner gesamten Rede lässt sich aber klar ableiten, dass er bei Privat- und Firmenkunden (also das eher „langweilige“ normale Bankgeschäft) den zukünftigen Schwerpunkt der Bank sieht. Zitat auszugsweise:

Unsere Größe verschafft uns eine stärkere Position in einer Bankenwelt, die sich immer schneller konsolidieren wird. Wir werden Standards setzen können – sowohl was Beratung als auch was unsere Produkte angeht. Wir werden gerade mit Blick auf das verwaltete Vermögen als auch das Kreditvolumen kräftig wachsen können. Wir werden in unser digitales Angebot investieren. Auch hier könnte ich Ihnen jetzt eine lange Liste vorlesen: Ob Multibank-Aggregation, digitale Vermögensverwaltung oder der Ausgabenplaner Finanzguru – es sind alles Innovationen aus unserer Digitalfabrik. Und wir werden nicht mehr nur Bank sein, sondern der digitale Begleiter, der den Nutzern im täglichen Leben zur Seite steht – einfach und bequem. Dafür schaffen wir eine ganz neue Plattform. Mehr will ich dazu heute noch nicht sagen: In der zweiten Jahreshälfte geht es mit einer Basisversion los, lassen Sie sich überraschen. Zwölf Millionen Millennials sind hier unsere potenziellen Kunden.

Die 800 Millionen Euro-Restrukturierungskosten für das laufende Jahr werden vom Markt aktuell als indirekte Gewinnwarnung verstanden. Die Deutsche Bank-Aktie fällt daher heute um 3,45%.

Deutsche Bank-Chef Christian Sewing
Deutsche Bank-Chef Christian Sewing. Foto: Deutsche Bank AG

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Abwarten beim Dax, ifo steigt, 5G startet, Tradingideen bei Adidas und Mastercard

Redaktion

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Sollte man sich jetzt in den Dax reinkaufen? Im folgenden Video bespricht Manuel Koch die aktuelle Lage und die Aussicht für die nächsten Wochen mit einem Experten. Noch 3 bis 4 Wochen solle man abwarten. Würden die Kurse dann zurückkommen, seien es Kaufkurse. Wenn nicht, dann sehe der Markt neue Jahreshöchststände.

Der heute veröffentlichte ifo-Index gebe weiteren Optimismus für die deutsche Konjunktur. Auch im Video angesprochen wird das von Telefonica an den Start gebrachte 5G-Netz.

Konkret besprochen werden im folgenden Video zwei Handelsempfehlungen der trading house Börsenakademie. Die Aktien von Adidas und Mastercard seien beide ein Kauf. Man könnte mit einer Stop-Buy-Order einsteigen.

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Anleger warten ungeduldig auf den Volks-Tesla – Werbung

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Lieber Börsianer,

vorgestern hatte Elon Musk im Rahmen einer weithin beachteten Präsentation (Battery Day) die neue Tesla-Batterie des Modells 4680 vorgestellt. Die Ingenieure waren begeistert von der neuen Rundzelle. Die Investoren hingegen waren eher ernüchtert und schickten die Aktie nach der Präsentation erst einmal südwärts.

Wer hat nun Recht, die Ingenieure oder die Investoren?

Ich meine, die Ingenieure. Denn die neue Batterie wird den Tesla-Autos eine um 16 % verbesserte Reichweite verschaffen und dies bei verringerten Produktionskosten (-14 %). Damit rückt der sogenannte Volks-Tesla in greifbare Nähe. Vor Steuern soll dieses E-Auto nicht mehr als 25.000 USD kosten und soll damit für breite Schichten erschwinglich sein.

Dabei wird der US-Autobauer den Anteil des Siliziums im Batteriekern weiter senken und durch billigeres Graphit ersetzen. Gleichzeitig werden die Batteriespeicher der neuen Generation weniger Kobalt enthalten und stattdessen mehr Nickel. Besonders unter Umweltaktivisten ist Kobalt aufgrund seines wenig umweltverträglichen Abbaus umstritten. Also von der Technikseite nur gute Nachrichten für Tesla und die Branche der E-Mobilität.

Tesla braucht noch Zeit

Warum war die Investorenseite dann enttäuscht? Nun, Elon Musk hatte keine Revolution verkündet. Der Fortschritt ist beträchtlich, aber er braucht Zeit. So wird der eingangs angesprochene Volks-Tesla erst in knapp 3 Jahren das Licht des Marktes erblicken. Vor allem die Umstellung des Produktionsprozesses der Akku-Batterien wird viele Monate in Anspruch nehmen. Derzeit arbeiten die Batteriehersteller in China und Japan, wie etwa Panasonic oder CATL, unter Volllast. Jetzt schon ist absehbar, dass dem Markt im kommenden Jahr erschwingliche Batterien fehlen werden. So haftet der neuen Tesla-Batterie zunächst etwas Theoretisches an.

Tech-Investoren sind heuer – zumindest nach dem März-Tief – bekanntlich sehr verwöhnt worden. Es war praktisch unmöglich für uns, Kursraketen zu vermeiden. Das haben wir sehr angenehm auch im NextGeneration-Depot der Premium-Chancen gespürt. Mit Titeln wie Zur Rose, Apple, Tomra oder auch…..

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Aktienmärkte: „Zeit, dass etwas Luft aus der Blase entweicht“

Markus Fugmann

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Es sei nun Zeit, dass etwas Luft aus der Blase der Aktienmärkte entweicht, sagt der Vermögensverwalter Hendrik Leber in einem Interview von money.de. Das einzige, was derzeit positiv sei, so Leber, sei, dass es genug Geld gäbe.

Ansonsten aber dominieren laut Leber schlechte Nachrichten für die Aktienmärkte:

  • die Unsicherheit vor der US-Wahl (Trump hat auf der Pressekonferenz gestern Nacht erneut offen gelassen, ob er das Ergebnis der Wahl akzeptieren wird)
  • der Stimulus durch die US-Politik kommt nicht mehr vor der Wahl
  • bei vielen Aktien wie etwa Tesla seien die Bewertungen viel zu hoch – ein Zeichen für eine Blase wie im Jahr 200

Hendrik Leber hält daher erst einmal sein Pulver trocken und wartet ab. Aber eine optimistische Botschaft für die Aktienmärkte hat der Vermögensverwalter dann doch: er glaubt, dass schon Ende des Jahres der Impfstoff kommen werde und sich damit das Corona-Problem erldigt habe (was wir jedoch für extrem unwahrscheinlich halten):

Die Aktienmärkte mit Anzeichen einer Blase

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