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Deutsche Bank: Aus Versehen 28 Milliarden Euro überwiesen, und zwei Meldungen oben drauf

Die Deutsche Bank macht den Eindruck, als wolle man ein Desaster nach dem anderen produzieren. Zuletzt hatte der gerade entlassene Chef John Cryan für einen riesigen Aufschrei gesorgt, weil die Investmentbanker…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Deutsche Bank macht den Eindruck, als wolle man ein Desaster nach dem anderen produzieren. Zuletzt hatte der gerade entlassene Chef John Cryan für einen riesigen Aufschrei gesorgt, weil die Investmentbanker in London mit 2,2 Milliarden Bonus versorgt wurden – nur durch diesen Bonus rutschte die Bank im Geschäftsjahr 2017 überhaupt erst ins Minus.

Deutsche Bank mit einem „kleinen Versehen“

Und jetzt ganz frisch wird bekannt, dass die Deutsche Bank kurz vor Ostern „aus Versehen“ 28 Milliarden Euro überwiesen hat. Dabei soll es sich um eine Transaktion von einem Konto handeln, dass der Deutschen Bank selbst gehört. Die Überweisung ging an ein Konto bei der Eurex Clearing, welches ebenfalls der Deutschen Bank gehört. Also gab es letztlich keinen Geldfluss, der an eine Drittpartei ging. Laut Deutscher Bank habe man diese fehlerhafte Überweisung, die eigentlich hätte viel kleiner sein sollen, binnen wenigen Minuten erkannt und korrigiert. Man habe diesen Fehler rigoros überprüft und sichergestellt, dass so ein Fehler nicht mehr passieren kann, so die Bank.

Mehr als nur ein Versehen?

Jetzt kann man sagen: Fehler sind menschlich, und passiert ist ja auch nichts – es gab ja keinen Schaden. Aber solche Fehler dürfen heutzutage einfach nicht passieren, und dann erst recht nicht bei der Deutschen Bank, die im globalen Zahlungsverkehr eine führende Rolle einnimmt. Man kann als Außenstehender nur vermuten, dass auch nach jahrelanger Restrukturierung immer noch einiges im Argen liegt, und problematische Strukturen nicht abgestellt sind.

In diesem Zusammenhang sollte man nochmal erwähnen, dass die IT-Chefin der Bank Kim Hammonds erst vor wenigen Tagen sagte, dass die Deutsche Bank ein disfunktionales Unternehmen sei. Ihre Aussagen waren eine öffentliche Ohrfeige für den eigenen Arbeitgeber. Dass sie mit solchen öffentlichen Äußerungen ihre eigne Kündigung manifestiert, war ihr wohl klar. Und so ist es wohl eher ein zeitlicher Zufall, dass das Bekanntwerden dieser Error-Überweisung fast zeitgleich stattfindet mit der Entlassung von Hammond, welche die Deutsche Bank offiziell vorgestern bekannt gab. Ist die gute Frau an internen Missständen verzweifelt, die sie nicht bekämpfen konnte? Der neue Deutsche Bank-Chef Sewing hat wohl immer noch einiges zu erledigen in Sachen IT.

Im Zusammenhang mit der aktuellen Error-Meldung kann man die folgende Meldung der Deutschen Bank vom Dienstag dieser Woche eher als Satire ansehen. Hier verkündet die Deutsche Bank stolz eine Meldung mit dem Titel:

„Mehr Transparenz und Schnelligkeit: Deutsche Bank verbessert grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr“

Realsatire? Zitat Deutsche Bank:

Die Deutsche Bank hat durch Investitionen in Informationstechnologie und die Zusammenarbeit mit SWIFT den Zahlungsverkehr für ihre Kunden deutlich verbessert. „Internationale Zahlungen werden transparenter, schneller und sicherer ausgeführt. Das ist vor allem für Finanzabteilungen von Unternehmen eine große Erleichterung.“ Diese Zwischenbilanz zieht Michael Spiegel, Leiter Cash Management der Deutschen Bank. Zum ersten Mal können Kunden in Echtzeit überblicken, wo sich ihre Zahlungen in der Zahlungskette zwischen dem Absender und dem Empfänger aktuell befinden.

Die Deutsche Bank führt seit November 2017 internationale Zahlungen, beispielsweise aus Deutschland und den USA, über den sogenannten „SWIFT gpi Service“ aus. Die Deutsche Bank wickelt derzeit circa zehn Prozent der gpi Transaktionen weltweit ab. Aktuelle Daten verdeutlichen, was sich für die Kunden der Bank verbessert: 90 Prozent aller gpi-Zahlungen der Deutschen Bank werden innerhalb von 24 Stunden dem Empfänger gutgeschrieben. Rund die Hälfte aller Zahlungen sogar innerhalb einer halben Stunde, beispielsweise US-Dollar-Zahlungen von Shanghai nach Sydney. In einigen Fällen werden Zahlungen, darunter US-Dollar-Zahlungen von USA nach Großbritannien oder nach Deutschland, sogar innerhalb von weniger als einer Minute beim Kunden verbucht.

Die Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt
Die Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Deutsche Bank AG

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Wolfgang Koch

    20. April 2018 09:42 at 09:42

    Peanuts!

  2. Avatar

    leser

    20. April 2018 09:50 at 09:50

    Haben die wirklich ein Konto, auf dem 28 Mrd. drauf sind?

    • Avatar

      Wolfgang M.

      20. April 2018 09:58 at 09:58

      Berechtigte Frage bei einem Unternehmen, welches gerade mal eine Marktkapitalisierung von 24 Mrd. € aufweist, aber 28 Mrd. verschiebt.

      • Avatar

        N. Ritter

        20. April 2018 19:54 at 19:54

        Die Marktkapitalisierung sagt nichts über die vorhandene Liquidität aus. Liquidität besteht ja nicht nur aus Eigenmitteln, schon gar nicht bei Banken.

        • Avatar

          Wolfgang M.

          20. April 2018 20:50 at 20:50

          @N. Ritter. Schon klar, nur ist eine Transaktion über 28 000 Millionen eine so große Summe, selbst im Investmentbanking – wieviel Personen wären bei einem derartig großen Geschäft denn involviert? Außerdem sind die Zeiten eines Hebels von 30 und mehr seit Lehman erst einmal vorbei.

      • Avatar

        Thomas K.

        20. April 2018 20:27 at 20:27

        Die Deutsche Bank hat eine Bilanzssumme von 1,4 BIllionen, da sind 28 Mrd. wirklich Peanuts (Nicht Börsenwert und Billanz verwechseln, gerade bei Banken ein grosser Unterschied durch die große Menge an Fremdkapital).
        Außerdem tätigt die Deutsche Bank pro Tag ca. insgesamt Überweisungen im Wert von 1.1 Billionen. Und zu guter letzt ging das Geld sowieso nur auf eigenes Konto für Termingeschäfte für andere Firmen. War also nicht wirklich weg.

        > Man führe täglich mehr als 14 Millionen Zahlungen weltweit aus – im Wert von 1,1 Billionen Euro. Auch Überweisungen in solch einer Höhe seien nicht ungewöhnlich.

  3. Avatar

    Heinz Erhardt

    20. April 2018 09:52 at 09:52

    will gar nicht wissen welche summen die Damen & Herren schon an dritte überwiesen haben ohne das dies aufgefallen ist!

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

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Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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