Aktien

Deutsche Bank: bei US-Zinsanhebung europäische Aktien kaufen – die fallen nämlich nur 5-8%..

FMW-Redaktion

Soll doch niemand sagen, dass die Deutsche Bank keinen Sinn für Humor hat! Heute hat die Deutsche nämlich empfohlen, im Falle einer US-Zinsanhebung europäische Aktien zu kaufen, weil diese günstiger bewertet seien als US-Aktien und von der EZB weitere geldpolitische Massnahmen zu erwarten seien. So weit, so nachvollziehbar. Weniger nachvollziehbar ist hingegen, warum die Deutsche Bank diese Kaufempfehlung jetzt ausspricht (sollten heute die US-Zinsen angeheoben werden), während sie gleichzeitig, wie in derselben Analyse dargelegt, davon ausgeht, dass europäische Aktien zwischen 5% und 8% fallen werden – wenn die Fed die Zinsen anheben sollte.

Aber, so die Deutsche Bank, die Fed sollte die Zinsen doch besser gar nicht anheben: der Inflationsdruck sei dafür viel zu gering, die Inflationserwartungen sogar auf einem Niveau, bei dem die Fed in der Vergangenheit die Zinsen gesenkt habe. Ähnlich hatte sich kürzlich auch Goldman Sachs geäußert. Es scheint, dass die Finanz-Lobby nicht wirklich begeistert wäre von einer Zinsanhebung.

Falls die Fed doch wider der Empfehlung der Deutschen Bank die Zinsen anheben sollte, seien in Europa Banken, Techlogie-Aktien, Versorger (RWE und E.ON??) sowie Versicherungs-Aktien zu bevorzugen – weil diese von einem stärkeren Dollar profitieren würden. Fragt sich nur, ob der Dollar bei einer US-Zinsanhebung wirklich stärker wird – in den letzten Zinsanhebungszyklen der Fed jedenfalls, das zeigt die Historie, war das Gegenteil der Fall!

Nicht wirklich stringent daher auch die Argumentation der Deutschen Bank, europäische Aktien zu kaufen nach einer US-Zinsanhbeung: wie aus der Analyse der Deutschbanker selbst hervorgeht, fielen Europas Aktien nach den letzten beiden Zinsanhebungen der Fed 1994 und 2004 noch stärker als US-Aktien. So korrigierte der Aktienmarkt der USA immerhin bei diesen beiden Zinsanhebungen in den ersten beiden Folgemonaten jeweils um 7%, das KGV der US-Werte sank um durchschnittlich 15%. Vor allem 1994 war das Minus der europäischen Aktien dagegen deutlich größer.

So richtig schlau wird man also nicht aus der Empfehlung der Deutschen Bank, europäische Aktien zu kaufen. Sie beruft sich auf die Historie, widerspricht sich dabei jedoch permanent selbst. Also, liebe Fed, hört am besten auf den Rat der Deutschbanker und laßt die Zinsanhebung besser gleich ganz bleiben..



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