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Deutsche Bank: Bitcoin ist kein Anlagethema, Notenbankausstieg ohne Probleme, Dax Ende 2018 bei 14.100 Punkten

In ihrem heute veröffentlichten „Kapitalmarktausblick 2018“ spricht die Deutsche Bank so ziemlich alle wichtige Anlageklassen an. Darunter Aktien, Anleihen, Devisen, Rohstoffe, Immobilien, und auch Kryptowährungen. Beim Bitcoin hat man eine ganz…

Redaktion

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FMW-Redaktion

In ihrem heute veröffentlichten „Kapitalmarktausblick 2018“ spricht die Deutsche Bank so ziemlich alle wichtige Anlageklassen an. Darunter Aktien, Anleihen, Devisen, Rohstoffe, Immobilien, und auch Kryptowährungen. Beim Bitcoin hat man eine ganz klare Meinung bei den Deutschbankern. Er spiele keine Rolle als ernsthafte Geldanlage. Aber immerhin, siehe da… man nimmt das Wort „Währung“ in den Mund. Zitat Deutsche Bank:

Medial große Aufmerksamkeit genießen aktuell Nachrichten zu zukunftsweisenden Investitionschancen wie Bitcoins. „Für die Deutsche Bank sind Kryptowährungen derzeit kein Anlagethema“, sagte Stephan. Eine Sichtweise, die auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin teilt. „Natürlich muss man diese Währungen weiterhin genau betrachten. Solange der Markt jedoch nicht – wie auch von der EZB gefordert – reguliert ist, raten wir von einem Engagement dringend ab. Zumal der Bitcoin in den vergangenen sechs Monaten deutlich stärker schwankte als exotische Währungen wie der Ariary aus Madagaskar oder der Pula aus Botswana.“

Notenbanken

Bezüglich der Notenbanken glaubt die Deutsche Bank daran, dass ihr Ausstieg aus der Nullzinspolitik keine negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben wird. Zitat:

Auf der einen Seite die starke Weltkonjunktur, auf der anderen Seite die Notenbanken, die einen behutsamen Übergang zu einer weniger expansiven Geldpolitik schaffen müssen. „Das ist deshalb herausfordernd, weil es für den Ausstieg aus einer Nullzinspolitik keinen Präzedenzfall gibt – die Währungshüter müssen unerforschte Pfade einschlagen und sich dementsprechend vorsichtig bewegen“, sagte Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank. „Wir sind jedoch optimistisch, dass der geldpolitische Kurs der Notenbanken die Weltwirtschaft 2018 nicht nachhaltig negativ beeinflussen wird.“

Europa

In Sachen Brexit, europäische Konjunktur und Inflation zeigt man sich relativ entspannt. Zitat:

Anzeichen für eine spürbare konjunkturelle Verlangsamung in der Eurozone sieht die Deutsche Bank derzeit nicht. Trotz der Unsicherheit über das Fortkommen der laufenden Brexit-Verhandlungen sowie über das Ergebnis der anstehenden italienischen Parlamentswahl im Frühjahr rechnen die Experten der Bank für das kommende Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von soliden zwei Prozent. Das sollte die Europäische Zentralbank (EZB) dazu veranlassen, ihr Anleiheankaufprogramm bis Ende 2018 auslaufen zu lassen. „Wir halten EZB-Leitzinserhöhungen Mitte 2019 für möglich“, sagte Stephan. In Deutschland dürfte der anhaltende Aufschwung am Arbeitsmarkt bei den kommenden Tarifverhandlungen zu höheren Lohnabschlüssen führen. „Wir gehen davon aus, dass sich dies in einer höheren Inflationsrate niederschlagen wird, die sich Ende 2018 der Zwei-Prozent-Marke annähern könnte“, so Schneider. Die durch den überraschenden Abbruch der Jamaika-Sondierungsgespräche entstandenen Unsicherheiten dürften sich in den Stimmungsindikatoren zwar niederschlagen, die deutsche Konjunktur insgesamt aber nur begrenzt belasten. „Wir sehen nach wie vor eine realistische Chance, dass eine neue Regierung ohne Neuwahlen gebildet werden kann“, sagte Schneider. Die Deutsche Bank erwartet für 2018 ein Wirtschaftswachstum in Deutschland von rund zwei Prozent.

Euro

Beim Euro sehen die Deutschbanker es so: Erst einmal dürfte der Dollar stärker werden, weil die Fed in der Zinskurve vor der EZB liegt. Später im Jahr 2018 dürfte dann der Euro wieder zulegen, weil die EZB ihre Politik dann langsam ändert, und aufschließt. Zitat:

Die besser als zu Jahresbeginn erwarteten Wirtschaftsdaten in der Eurozone haben die Gemeinschaftswährung im laufenden Jahr gestützt. „Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend im ersten Halbjahr 2018 umkehren und der US-Dollar zum Euro wieder an Stärke gewinnen könnte“, sagte Stephan. Grund dafür sei hauptsächlich die Geldpolitik der Fed. Trotzdem könnte der Euro bereits im zweiten Halbjahr 2018 verlorenen Boden wiedergutmachen: Weil die EZB gegen Ende des Jahres ihr Ankaufprogramm auslaufen lassen dürfte und möglicherweise erste Diskussionen um Zinserhöhungen anstößt, könnten Marktteilnehmer von einer restriktiveren EZB-Geldpolitik ausgehen. Nach einem zwischenzeitlichen Hoch der US-Währung von möglicherweise unter 1,15 US-Dollar je Euro erwartet die Deutsche Bank daher Ende 2018 einen wiedererstarkten Euro um 1,20 US-Dollar.

Aktien

Für deutsche Aktien ist man optimistisch. Man nimmt zwar zur Kenntnis, dass die Hausse nun schon zehn Jahre anhält, erwähnt aber auch, dass inzwischen die guten Unternehmensdaten die steigenden Kurse stützen. So könne es weitergehen, und die Deutsche sieht den Dax Ende 2018 bei 14.100 Punkten. Zitat:

Der Aufwärtstrend an den globalen Aktienmärkten geht im März 2018 ins zehnte Jahr. „Da könnte es sein, dass Marktteilnehmer aufgrund des bereits lange laufenden Zyklus im kommenden Jahr eine höhere Risikoprämie verlangen“, sagte Stephan. Trotzdem blieben die Aussichten aufgrund der starken Weltkonjunktur interessant: „Wir glauben, dass die Kurse weiter steigen können, möglicherweise sogar über 2018 hinaus.“ Hoffnung mache insbesondere die Tatsache, dass die Unternehmensgewinne mittlerweile die Haupttreiber der Kursentwicklungen sind. „Während die Unternehmensbewertungen sogar leicht sinken könnten, liegen die Gewinnerwartungen für das kommende Jahr weltweit im Schnitt bei soliden zehn Prozent“, erläuterte Stephan. „Aktien könnten für entsprechend risikobereite Anleger auch 2018 eine Rolle spielen.“ Die Deutsche Bank bevorzugt dabei zyklische Sektoren wie Technologie, Finanzen, Industrie und zyklischer Konsum. Im Spannungsfeld von Konjunktur und Notenbankpolitik müssten Anleger allerdings mit größeren Kursschwankungen rechnen. „Nach den moderaten Schwankungen in diesem Jahr entsprächen temporäre Kursausschläge einer Normalisierung der Märkte“, sagte Stephan. Dem deutschen Aktienmarkt dürfte weiterhin seine zyklische Ausrichtung zugute-kommen – auch wenn die Kurse dadurch stärker schwanken könnten. Von den verbesserten globalen Konjunkturaussichten könnten vor allem Unternehmen mit Hauptabsatzmärkten außerhalb Europas profitieren. Stephan sieht den DAX Ende 2018 bei 14.100 Punkten.

Immobilien

Hier sieht man kein Ende des Booms. Das sehen wir momentan übrigens auch so. Denn, so die Deutsche Bank, es werde einfach zu wenig gebaut, und das Angebot komme mit der Nachfrage nicht hinterher. Das stimmt. Ein einfaches Prinzip. Zitat:

Angesichts des weltweit anhaltenden Trends zur Urbanisierung scheinen die Märkte für Wohnimmobilien in Ballungszentren weiterhin interessant. „Das gilt auch für Deutschland, wo das Angebot in vielen großen Städten mit dem Nachfragewachstum nicht mithalten kann – es wird schlicht zu wenig gebaut“, sagte Stephan. Im Segment der Gewerbeimmobilien könnten Büroflächen in den globalen Metropolregionen vom zunehmenden Stellenwert des Dienstleistungssektors profitieren.

Öl

Die Deutsche Bank glaubt, dass die Fracker in den USA Kürzungen der OPEC ausgleichen. Daher ist man wohl nicht wirklich von höheren Kursen überzeugt. Auch wenn die aktuell steigenden Ölpreise eine andere „Wahrheit“ zeigen, haben wir dieses Szenario auch schon oft angesprochen, und halten es für latent gefährlich für Öl-Bullen. Zitat Deutsche Bank:

Dass die Preise nicht nachhaltig steigen sollten, liegt vor allem an den US-Förderern, die mögliche Produktionskürzungen seitens der OPEC kurzfristig kompensieren könnten.

Gold

Aufgrund der US-Zinswende sieht man kein Potenzial für Gold. Zitat Deutsche Bank:

Für den Goldpreis sehen die Strategen der Deutschen Bank insgesamt wenig Potenzial, denn bei anziehenden US-Zinsen müssen Anleger im Vergleich zu US-Staatsanleihen höhere entgangene Zinserträge befürchten. Das wirkt sich in der Regel negativ auf die Goldnachfrage und den Preis aus. Zum Jahresende 2018 rechnet die Deutsche Bank mit einem Goldpreis von 1.230 US-Dollar je Feinunze.


Die Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Nordenfan/Wikipedia (CC-BY-SA 4.0)

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Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

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Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

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Aktien: Die 2020-er, wieder das Jahrzehnt der Aktie?

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Wolfgang Müller

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Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Derzeit wird viel spekuliert über die Zukunft nach Corona. Ein Jahrzehnt hat begonnen, in dem die Schulden weltweit auf noch nie gesehene Höhen gestiegen sind. Für einen Dollar Wachstum mussten in den USA bisher bereits sieben Dollar neue Schulden aufgenommen werden, um dieses zu generieren – die Demographiefalle schlägt in vielen Industriestaaten unbarmherzig zu. Deshalb sollte es schwierig werden, das Potenzialwachstum der letzten Jahrzehnte überhaupt zu halten. Man kann sich vieles vorstellen und darüber diskutieren, es gibt aber ein paar fundamentale Gesetzmäßigkeiten in neuzeitlichen Gesellschaften. Auch wenn das durch Geldhäuser ausgerufene Jahrzehnt der Aktien recht interpretationsbedürftig ist.

Aktien: Die Wirtschaft ist der Ast, auf dem wir alle sitzen

Bei allen Dikussionen über das FIAT-Geld, über Schulden und einem Auseinanderdriften der Gesellschaften in der Einkommensverteilung, darf man eines nicht übersehen: Ohne eine funktionierende Wirtschaft, ohne Steuereinnahmen funktioniert kein Gemeinwesen. Die Aufwendungen für einen Staat mit seiner Regierung, seiner Verwaltung, seiner Justiz, seiner Polizei, seinem Militär, seinem Gesundheits- und Bildungssystem, können nicht durch die Druckerpresse der Notenbanken produziert werden, zumindest nicht für lange. Die Kosten müssen durch Steuereinnahmen der Unternehmen und bei den Bürgern erwirtschaftet werden.

Was passiert denn in einem Staat, in dem durch Krieg oder Aufstände Polizei und Militär ausgeschaltet werden? Eine erste Reaktion in einem solchen Land (beispielsweise nach den Umstürzen im Irak oder Lybien) sind stets sofort Plünderungen, aber auch Vergewaltigungen und andere Abscheulichkeiten.

Anleihen können auf null gesetzt und entwertet werden, Schulden durch Währungsreformen vernichtet, aber ein Teil der Wirtschaft bleibt immer erhalten und damit auch der Aktienmarkt und die Aktien.

Denn was stellt der Aktienmarkt dar? Die Beteiligung an Unternehmen, an der Volkswirtschaft, bei allen stets immer wieder zu korrigierenden Entgleisungen. Damit wird auch im Jahrzehnt nach Corona höchstwahrscheinlich der Spruch von Warren Buffett, aus den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts weiter gelten:

“Langfristig werden die Aktienmärkte für gute Nachrichten sorgen. Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte. Eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11.497.”

Sondersituation Deutschland

Deutschland wird im Anleihebereich als ein sicherer Hafen angesehen – mit fatalen Folgen für Sparer und Vorsorgesysteme. Denn wie sollen selbst bei leicht steigenden Zinsen Vorsorgeleistungen, Versicherungs- und Pensionsleistungen erwirtschaftet werden? Deutschland sitzt inmitten von Ländern, die sich keine höheren Zinsen leisten können. Der Zinseszinseffekt schafft erst ab einem Zinssatz von drei Prozent in überschau- und erlebbaren Zeiträumen einen Vermögensaufbaueffekt. Aber wie würden die Belastungen für die Staatshaushalte ausfallen, wenn die Renditen für Staatsanleihen in diese Regionen zurückkehren sollten. Die europäische Staatengemeinschaft mit ihrer Zentralbank wird also versuchen über die Zeit aus diesem Dilemma herauszukommen. Die Anleihelaufzeiten auf 30/50 Jahre plus verlängern, wie in Griechenland im Ansatz geschehen.

Die erzielbaren Renditen reichen nicht für das bisherige Vorsorgesystem. Wird man etwa den norwegischen Weg gehen und die Quote an Aktien erhöhen? Das Börsen-Urgestein Gottfried Heller (Partner von André Kostolany) hat auf einem Börsentag schon vor zwei Jahren die Prognose gewagt, dass Versicherer ihre Statuten ändern werden (müssen), um eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften und ihren ständigen Auszahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die langlaufenden Anleihen im Bereich von 10 Jahren und mit ertragreichen Kupons, sind am Auslaufen. Allzu viele 30-jährige hat man sicher nicht in den Portfolios. Also wohin mit den Kundengeldern in Zukunft? In grüne Projekte, Private Equity u.ä.?

Was macht eine Allianz, eine der großen Dividendenzahler (4,8 Prozent aktuell), wenn es nicht einmal mehr am (nicht nutzbaren) Markt für Junk Bonds solche Renditen gibt? Der Zyklus der sinkenden Zinsen seit dem Jahr 1980 ist mit den großen Zinsschritten in den USA im März am Ende angelangt. Bis zuletzt konnte man wegen der Durationseffekte stets Gewinne mit den Anleihen erwirtschaften, so auch noch einmal im Jahr 2020. Aber wenn die Zinsen nicht unter null fallen, gibt es künftig kaum noch etwas – keine Kupons und keine Kursgewinne bei fallenden Zinsen.

Was machen Großfirmen mit ihren Betriebsrenten, Stiftungen mit ihren Anlagegeldern in den nächsten Jahren? Es spricht sehr viel für die Dividendentitel in diesem Jahrzehnt. Mit all ihren Schwankungen und vermutlich sind die jahrelangen Renditen von acht Prozent plus per annum auch bei Weitem nicht mehr realistisch. Aber wo sind die Alternativen?

Fazit

Obwohl ich absolut nichts davon halte, größere Zukunftsprognosen zu stellen – daran verbrennen sich schon ständig ganze Organisationen und Thinktanks die Finger, mit einer Heerschar von Professoren – so bin ich schon davon überzeugt, dass das jetzige Jahrzehnt wieder das Jahrzehnt der Aktien sein wird. Mit großen Schwankungen, Crashs, die Exzesse bereinigen werden, aber auch begründet in der Tatsache, dass man zwar Geldsysteme verändern und vernichten kann, aber nicht die Produktionsanlagen oder die Betriebe in einer Volkswirtschaft, ohne die es kein Überleben gibt, apokalyptische Szenarien einmal ausgenommen.

Es ist aber auch wahrscheinlich, dass es ein wesentlich langsameres Wachstum an den Börsen geben wird, nach Preisexzessen und deren Bereinigung, wie man es in Japan seit 31 Jahren nun schon beobachten kann. Aber selbst wenn Euro oder Kryptowährungen scheitern, wofür hat man nach 250 Staatsbankrotten seit 1800 (sowie 68 internen Pleiten) noch keinen Ersatz gefunden? Für Aktien..

Werden die 2020er-Jahre ein Jahrzehnt für Aktien?

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JP Morgan-Quartalszahlen: Deutlich besser als erwartet – Milliarden-Rücklagen für faule Kredite aufgelöst

Claudio Kummerfeld

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Soeben wurden JP Morgan-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen. Der Umsatz liegt bei 30,16 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 29,2/Erwartungen 28,7). Der Gewinn liegt bei 3,79 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,57/Erwartungen 2,62).

In der Grafik unten sieht man es in der dritten Spalte. JP Morgan hat im letzten Quartal die Risikofürsorge für faule Kredite um 1,9 Milliarden Dollar reduziert, wodurch natürlich der Gewinn erhöht wird. JPM ist der Meinung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld (im Sinne der Zahlungsmoral der Kunden) bessert, und vor allem dass Firmenkunden nach wie vor frisches Geld am Kapitalmarkt aufnehmen können. Insgesamt spricht die Bank davon, dass sogar 2,9 Milliarden Dollar an Kreditreserven umgewandelt und in den Gewinn von 12,1 Milliarden Dollar verschoben wurden. Ohne diese Buchung wären es nicht 3,79, sondern nur 3,09 Dollar Gewinn pro Aktie, so die Headline-Aussage der Bank.

Zitat aus dem aktuellen Bericht von JPM:

The provision for credit losses was a net benefit of $1.9 billion, compared to an expense of $1.4 billion in the prior year driven by reserve releases in the current quarter. The Wholesale reserve release was $2.0 billion, reflecting an improvement in the macro-economic scenarios and the continued ability of clients to access liquidity and capital markets. The Consumer reserve release was $0.9 billion, in Home Lending, primarily due to improvements in HPI expectations and portfolio run-off. The prior year included a net reserve release in the Consumer portfolio and a net reserve build in the Wholesale portfolio. Net charge-offs of $1.1 billion were down $444 million from the prior year, driven by Card.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +0,7 Prozent.

Hier das Headline-Statement von JPM-CEO Jamie Dimon:

Jamie Dimon, Chairman and CEO, commented on the financial results: “JPMorgan Chase reported strong results in the fourth quarter of 2020, concluding a challenging year where we generated record revenue, benefiting from our diversified business model and dedicated employees. While we reported record profits of $12.1 billion, we do not consider the reserve takedown of $2.9 billion to represent core or recurring profits – essentially reserve calculations, while done extremely diligently and carefully, now involve multiple, multi-year hypothetical probability-adjusted scenarios, which may or may not occur and which can be expected to introduce quarterly volatility in our reserves. While positive vaccine and stimulus developments contributed to these reserve releases this quarter, our credit reserves of over $30 billion continue to reflect significant near-term economic uncertainty and will allow us to withstand an economic environment far worse than the current base forecasts by most economists.”

Dimon added: “In Consumer & Community Banking, deposits grew 30% or over $200 billion driven primarily by growth in the Federal Reserve’s balance sheet and the continuation of modest market share gains. Within our consumer lending franchise, auto and retail mortgage originations were both up more than 20%. Consumer spending continued to recover, as reflected in combined debit and credit card spend being up for the full quarter. The Corporate & Investment Bank delivered another impressive quarter with growth in Global Investment Banking fees of 34% and Markets revenue of 20%. With a record quarter, Commercial Banking earned $3.3 billion of investment banking revenue in 2020, surpassing its previous $3 billion long-term target. In Asset & Wealth Management, AUM grew 17% due to higher asset values and net inflows of over $190 billion into long-term and liquidity products over the last twelve months.”

Dimon concluded: “We ended the year with a CET1 ratio of 13.1% (vs. 12.4% at the beginning of the year) and capital above $200 billion, providing us with meaningful capacity to further invest in our business and communities, while returning capital to
our shareholders. This increase in capital was after raising over $2 trillion of credit and capital for our consumer and institutional clients around the world, which includes nonprofits and U.S. government entities, including states, municipalities, hospitals and universities and adding net $12 billion to credit reserves. We also hold $1.4 trillion of cash and marketable securities, which is currently over $450 billion in excess of what is required. We opened branches in new markets, improved our digital capabilities, and made acquisitions that will enhance our product offerings and deepen our engagement with our customers. We also continued to invest in our communities – for example, through our initial commitments to support those most impacted by the pandemic and our longer-term commitment to advance racial equality and promote economic growth. Our earnings power and healthy capital position also provide us the flexibility to pay dividends and return excess capital to shareholders through share repurchases. I want to end by thanking our frontline colleagues and those working from home who quickly adapted to the pandemic and safely helped our clients, customers, communities and governments.”

Grafik zeigt aktuelle JP Morgan-Quartalszahlen

JP Morgan-Quartalszahlen - Jamie Dimon
Jamie Dimon. Foto: Steve Jurvetson Creative Commons Attribution 2.0

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