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Deutsche Bank: Christian Sewing versus Dr. Krall – wer bekommt Recht?

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Es ist ein unheimliches Szenario, welches der ausgewiesene Bankenkenner, Dr. Markus Krall, für das Jahresende 2020 in Aussicht stellt: Ein Zusammenbruch des Bankensystems und in der Folge eine Finanzkrise biblischen Ausmaßes. Im Gegensatz dazu die Beschlüsse auf der Aufsichtsratssitzung der Deutschen Bank am Sonntag, in der der Chef der Bank, Christian Sewing, grünes Licht bekam für einen radikalen Umbau des Instituts, wie es ihn seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat. Um die Deutsche Bank wieder zu alter Stärke zu führen. Völlig konträre Visionen. Hier die Kernargumente der beiden.

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Die Thesen von Dr. Markus Krall

80 % der Erträge der Banken geschehen über das System: Erträge einholen – Spareinlagen, auch kurz Geld leihen und dafür Kredite langfristig vergeben. Nur 20 % der Erträge sind Gebühren, die im Rahmen der Geldversorgung anfallen. Durch die Invertierung der Zinskurve fällt die sogenannte Fristentransformation allmählich komplett aus.
Das gestiegene Eigenkapital der Banken resultiert aus der Auflösung von Reserven für mögliche Kreditausfälle, eine Luftbuchung.

Das Grundproblem für die Banken lautet: Die Erträge sind weg, die Kosten sind geblieben.

Die Banken müssen für die Ausgabe von Krediten Eigenkapital vorhalten, aus regulatorischen Gründen und aus Kreditausfallsgründen. Allein die Regulation kostet der Deutschen Bank drei Milliarden Euro Ertrag pro Jahr.
Der Kurs/Buchwert der Deutschen Bank beträgt 63 Milliarden €, die Marktkapitalisierung betrug im Tief beim Kurs von 5,80 Euro 12 Milliarden Euro. Das bedeutet, die Märkte rechnen damit, dass 51 Milliarden Euro verloren sind.

Die drei unlösbaren Probleme für die Deutsche Bank sind: Das Zinsproblem durch die EZB, das Arbeitsmarktproblem durch die Verpflichtungen für hohe Abfindungen (es wird zwei Jahre dauern, bis sich die Einsparungen erst bemerkbar machen können) und das regulatorische Problem.
Wenn die Kreditvergabe schrumpft, entsteht Deflation. Dann implodieren die Einnahmen, die Bank muss zwangsfusioniert oder verstaatlicht werden. Die Krise nimmt ihren Lauf.

 

Die Umbaupläne der Deutschen Bank – Rückkehr zu alter Stärke?

  • Abbau von rund 18000 Jobs bis 2020, Ziel etwa 74000 Vollzeitstellen
    Rückzug aus dem weltweiten Aktiengeschäft, Verkleinerung des Handels
  • Hierdurch entstehen Kosten von insgesamt 7,4 Milliarden Euro bis Ende 2022, im zweiten Quartal 2019 ein Verlust von 2,8 Milliarden Euro nach Steuern.
  • Dadurch sinken die bereinigten Kosten bis 2022 um etwa sechs Milliarden Euro auf dann 17 Milliarden. Dies entspräche im Übrigen der Summe, die Dr.Krall in einem Vortrag als Break-Even für die Bank in den nächsten Jahren genannt hatte, die Schwelle, ab welcher man Gewinne schreiben würde. Mit über 90000 Beschäftigten nicht zu erreichen.
  • Die Rendite soll bis 2022 bis auf acht Prozent zulegen.
  • Der milliardenteure Umbau soll ohne Kapitalerhöhung gestemmt werden.
  • Dafür wird es für 2019 und 2020 keine Dividende geben.
  • Die Kernkapitalquote soll auf 12,5 Prozent sinken. Zudem will das Geldhaus seine Kapitalpolster abschmelzen – künftig setzt es sich eine harte Kernkapitalquote (CET 1) von mindestens 12,5 Prozent zum Ziel, nachdem bislang mindestens 13 Prozent angestrebt wurden.
  • Die Deutsche Bank gründet zudem eine interne „Bad Bank“, um Bilanzpositionen abzuwickeln, die den zu reduzierenden Geschäftsfeldern stammen. Circa 74 Milliarden Euro an Bilanzrisiken (RWA) – ein Fünftel des Gesamtbestandes.
  • Dazu noch weitere Maßnahmen, vor allem im personellen Bereich.

Kurzum: Vieles, was Dr. Krall als unweigerliche Folge durch die Gewinnerosion, ausgelöst durch die Notenbankpolitik und eigene interne Managementfehler sieht, soll durch diese radikalen Maßnahmen verhindert werden.

Der Markt äußerte bereits am Montag Zweifel daran, man glaubt, dass der Umbau teurer würde und damit wären die Kosten immer noch höher als die Einnahmen.

 

Fazit: Deutsche Bank – wer wird Recht bekommen?

Die Kursreaktion bei der Aktie der Deutschen Bank am Montag spricht Bände. Erst folgten viele der Argumentation des Deutsche Bank-Chefs Sewing, die Kurse sprangen nach oben, um anschließend wie ein Stein zu fallen, der Dr.Krall-Effekt? Erkennbares Misstrauen gegenüber dem Institut, das in den letzten sieben Jahren fünfmal (ohne Erfolg) einen Strategiewechsel angekündigt hat? Welches Szenario könnte sich also für den avisierten Zeitraum 2020 bis 2022 ergeben? Ich denke irgend eine Lösung zwischen dem Wunsch- und dem Katastrophenszenario.

Meine Begründung:

Sollten sich die rezessive Entwicklung in Europa fortsetzen, wird die EZB unter ihrer neuen Chefin, Christine Lagarde, dem europäischen Bankensystem zu Hilfe eilen. Gerade unter Frau Lagarde, die in den letzten 8 Jahren als Chefin des IWF zahlreiche insolvente Staaten vor dem Zusammenbruch gerettet hat. Durch Reduzierung des Einlagesatzes für die Banken, durch Abbau von regulatorischen Vorschriften, durch langfristige Kredite u.s.w.

Ich tendiere eindeutig zu den Analysen von Dr. Krall, kaum jemand in Deutschland kennt das innere Gefüge des Bankensystems besser als der Spezialist für die Bewertung von Bankenrisiken. Was mich aber stutzig macht, ist die Tatsache, dass sich diese Problembereiche derartig verbreitet haben und man quasi sehenden Auges in die Katastrophe schrammen würde. Einbrüche kommen stets überraschend und nicht mit einem Datum versehen (außer aus Zufall). Für mich wird die Umgestaltung des Bankensystems ein schleichender Prozess, mit vielen Rettungsaktionen, Zwangsfusionen und unerwarteten Gewinnern. Niemand kann die Zukunft präzise vorhersagen, auch der geschätzte Dr. Krall nicht.

 

Schafft die Deutsche Bank die Wende? Sewing gegen Krall

Christian Sewing. Foto: Deutsche Bank. Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

9 Kommentare

9 Comments

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    Hesterberg

    9. Juli 2019 16:12 at 16:12

    Krall wird Recht behalten!

    Der Konzernumbau und die Mitarbeiterentlassungen kommen viel zu spät und können die Deutsche Bank nicht mehr retten. Die radikale Reduzierung von Kosten und die Trennung von unprofitablen Geschäftsfeldern muss aber nicht nur rechtzeitig erfolgen; erfolgreich können diese Maßnahmen nur sein, wenn sich das Unternehmen auf gewinnstarkes Kerngeschäft zurückziehen kann, was die Deutsche Bank aber nicht hat. Die gigantischen Altlasten und das enorme und ständig wachsende Imageproblem des größten deutschen Geldhauses machen zusätzlich jede Hoffnung zunichte. Die Deutsche Bank kann bald nur noch mit Staatsmitteln am Leben gehalten werden. Aus eigener Kraft ist Rettung nicht mehr möglich und Sewing weiß das auch, kann das aber natürlich nicht zugeben.

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    Leviathan

    9. Juli 2019 16:24 at 16:24

    Schlussendlich werden sie alle fallen… wer das System kennt, weiß das das Geschäftsmodell der Banken Schulden sind…
    Egal welche Maßnahmen ergriffen werden, es wird nur eine Verlagerung der Schulden geben.
    Ja, man wird sehenden Auges in die Katastrophe schrammen, den außer ein paar Kennern versteht die Masse dieses System nicht. Insofern kümmert es niemand bis, ja bis es für alle offensichtlich wird.

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    Katja Wohmann

    9. Juli 2019 16:46 at 16:46

    Lagarde wird die Zinsen weiter senken bis unter Null und den Markt mit billigem Geld fluten, um die Insolvenz der Bank(en) hinauszuschieben. Dadurch werden Preisexzesse wie bei den Immobilien und Aktien weitergehen und die Enteignung der Sparer beschleunigt. Dass Firmen in den Städten allein schon wegen der Mietpreisexplosionen nicht genügend Fachleute zu normalen Löhnen finden, ist nur der Anfang der Katastrophe. Richtig draghisch wird es, wenn durch diese EZB-Massnahmen durch die voranschreitende Enteignung, auch der breiten Bevölkerung ein ökonomischer Genickschuss verpasst wird.

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    Beobachter

    9. Juli 2019 16:47 at 16:47

    Krall hat Recht. Die EZB als Mit -Verursacher muss den Kollaps irgendwie abfedern, darum ist der Zeitpunkt noch variabel.Was zu denken geben muss, sie geben das weltweite Aktiengeschäft auf:
    Die Hundertschaft von Angestellten mit über 1Mio. Euro Salär war in der Zeit seit 2009 bei Aktienkursgewinnen von bis 400% nicht fähig solide Gewinne für schlechtere Zeiten zu generieren.
    Waren denn nicht alle immer bullisch?
    Jetzt wird es schwierig , nach oben sind die Börsen gedeckelt durch Probleme u.Höchststände, nach unten müssen die Notenbanken die Scheinkursgewinne absichern weil die Finanzwelt keine tieferen Kurse verträgt.
    Also bei staatlich blockierten Aktienkursen braucht es keine Händler u.Analysten mehr.

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    Kritisch on fire

    9. Juli 2019 17:02 at 17:02

    Meine (bereits einmal geäußerte) These lautet:
    Die EZB wird den Banken bei Bedarf Kredite in notwendiger Höhe gewähren (Geld wird gedruckt, dass sich die Balken biegen) und, was ja auf Grund der bestehenden Gesetzeslage notwendig ist, werden diese eben so geändert, dass diese Mittel als Eigenkapital verbucht werden dürfen – Frau Lagarde und die EZB wird sicher eine solche oder ähnliche Lösung finden um wiedereinmal Zeit zu kaufen.
    Bin schon sehr gespannt, wie die Zukunft der Banken sich entwickeln wird!
    LG

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    frank

    9. Juli 2019 17:30 at 17:30

    Frage: haben wir denn derzeit eine inverse Zinskurve? oder besteht nur die Gefahr dass sie invers wird?

    • Avatar

      Wolfgang M.

      9. Juli 2019 18:55 at 18:55

      @Frank. Hallo. Zwar haben wir in Deutschland Zinsen, die im 10-jährigen Bereich höher notieren als im 1-jährigen (minus 0,35% zu minus 0,72%), aber das bringt den Banken gar nichts. Beides sind Strafzinsen im negativen Bereich.
      Gruß

  7. Avatar

    Ranzentier

    9. Juli 2019 17:33 at 17:33

    …wenn Facebook verkündet, dass es auf den Libra zinsähnliche Auszahlungen geben wird, dann wird es keine Banken mehr geben…

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    Jim Knopf

    30. Oktober 2019 10:53 at 10:53

    Nachdem ich kaum noch auf Finanznachrichten in den Qualitätsmedien achte, fand ich die Fragestellung des Artikel lesenswert.
    Die Einschätzung zu den Leistungen von Frau Lagarde machte mich dann doch stutzig. Sie war meines Wissens nicht Teil irgendeiner Lösung. Was wurde denn gelöst seit 2008 ? Das Buch des ehemaligen Finanzminister von Gruiechenland Varoufakis “ Die ganze Geschichte “ zeichnet ein vollkommen anderes Bild von dieser Frau.
    Die Aussage von Dr. Krall in Bezug auf einen Bankenkollaps 2020, beinhaltet zudem gerade nicht ein Fehlverhalten der Bankvorstände. Es ist die EZB Niedrigzins Politik, die mit O und negativ Zinsen seit Jahren “ Zomieunternehmen“ künstlich beatmet. Diese Tatsache ist entscheidend und in Folge dessen, wird das Platzen der Zombiblase oder alternativ eine Hyperinflation durch zig Billionen Lagarde Euro das Kartenhaus einstürzen lassen. Somit wäre der Vergleich EZB – Dr. Krall aussagekraftiger und hoch interesant. Bisher läuft übrigens alles nach den Befürchtungen von Dr. Krall. Ich glaube bei der Besetzung nicht an das Wunder des Verstandes. Sie wrrden die Karre, maximal beladen in der Grube versenken.

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Aktienmärkte: Wie endet das Jahr 2019?

Über die psychologische Lage der Investoren vor den letzten Handelstagen der Aktienmärkte im Jahr 2019

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Es sind nur noch gut ein Dutzend Handelstage für die Aktienmärkte in diesem Börsenjahr – in den letzten Wochen stockte die Jahresendrally, aber wird es im Dezember noch zum Abverkauf der großen Jahresgewinne kommen?

 

2019 – ein bisher großes Börsenjahr für die Aktienmärkte

Wer hätte das zu Jahresanfang gedacht? Nach einem Jahresstart von 10477 Punkten beim Dax und 2476 Punkten beim S&P 500 liegen beide Indizes mit circa 25 Prozent im Plus. Obwohl es mit den Gewinnen im ganzen Jahr permanent nach unten ging und es eine Schere zwischen den Aktienkursen und den gemeldeten Gewinnen gibt, die sich schon gewaltig geöffnet hat.

Zu den Ursachen für diese Rally braucht man an dieser Stelle nicht mehr viel zu erwähnen, es war der monetäre Faktor, also eine Flut von über 100 Zinssenkungen weltweit, die die Rentenmärkte immer unattraktiver als Konkurrenzanlage für die Aktien gemacht haben. Dazu kommt in den USA die Fortsetzung des Aktienrückkaufprogramms in einem Volumen von bisher mindestens 600 Milliarden Dollar. Weitgehend ignoriert haben die Aktienmärkte dagegen die Fakten im Handelsstreit, denn im Verlauf des Jahres wurden die Zölle und Gegenzölle doch andauernd weiter gesteigert – und nicht etwa gesenkt!

Aber die Börse handelt die Zukunft, die jetzigen Aktienkurse sollen das Niveau der Wirtschaftslage des Frühsommers 2020 reflektieren – und da eskomptiert man ein moderates Wachstum, gepaart mit niedrigen, vielleicht noch niedrigeren Zinsen als heute sowie zusätzlich weltweite fiskalische Stimuli – sogar in Deutschland.

Für den weltgrößten Index (S&P 500) ist das bisherige Jahr das achtbeste seit 1957, also seit dem Jahr, seit es den Index in seiner Ausweitung auf 500 Titel gibt.

Für den Dax wäre es das fünftbeste seit dem Jahr 2000, im aktuellen Zyklus seit der Finanzkrise lag nur das Jahr 2012 mit 29 Prozent deutlich besser.

Stellt sich natürlich die Frage: Wird man das Niveau angesichts der noch zu erwartenden Ereignisse bis zum Jahresende halten können?

 

Das psychologische Momentum

Dax und Dow haben erst vor knapp zwei Wochen ihre Jahreshöchststände erreicht, seither geht es eigentlich nur seitwärts, für den Dax genau genommen bereits seit einem Monat. Man verdaut den Riesenanstieg, bei dem im Dax 2000 Punkte seit dem 14. August aufgelaufen sind. Derzeit hält man sich offenkundig wegen der starken Überkauftheit der Aktienmärrkte zurück, will aber auch nicht verkaufen. Sentimentexperte Joachim Goldberg hat dies in den letzten Wochen immer wieder schön beschrieben: Beim Dax-Stand unter 13000 werden immer wieder Käufer in den Markt gelockt, die in diesem Jahr nicht richtig dabei waren – neudeutsch also die „Fear of missing out“. Psychologisch eine immer wiederkehrende Situation, aber angesichts des grandiosen Börsenjahres besonders ausgeprägt:

  • Wer schon länger im Markt ist, hat Angst es könnte eine Korrektur geben und seine Gewinne abschmelzen.
  • Wer aus dem Markt heraus ist, spürt die Angst, er könnte weiterlaufen in Form der sehr häufigen Jahresendrally und man ist selbst nicht dabei.

Wenn man aber gerade erst in den letzten Wochen eingestiegen ist, mit der Hoffnung diese Position zumindest bis zum Jahresende halten zu können, macht einen das Minus an den folgenden Tagen doch nervös und man fragt sich, ob man nicht doch wieder aussteigen sollte.

Ist man ausgestiegen – zum Beispiel wegen der Negativschlagzeilen im Handelskonflikt – hat man bei positiven Meldungen über eine kleine Lösung im Zollstreit „the Deal is so close“, wieder Angst, es könnte genau jetzt drehen und das Investment weglaufen.

Dies sind nur eine Reihe von Empfindungen, die so manchem bekannt sein dürften, die aber derzeit zu einem Patt geführt haben. Die Märkte pendeln bisher um ein gewisses Niveau, in einer insbesondere für den Dax geringen Handelsspanne.

Nicht vergessen sollte man auch das überragenden Interesse der Bonusempfänger am Zustandekommen eines positiven Jahresabschlusses. Zudem: In dem immer stärker werdenden Wettstreit zwischen den passiven Indexfonds ETFs und den aktiven Fonds haben die Erstgenannten wieder einen großen Vorsprung erarbeitet. Soll man jetzt aussteigen, Gefahr laufend, dass es dann vielleicht doch noch in einer Santa Claus-Rally weiter nach oben geht?

In nächster Zeit könnte es doch noch einmal spannend werden.

 

Aktienmärkte: US-Arbeitsmarktdaten und die Deadline 15. Dezember

Bereits am heutigen Tag kommen mit den neuesten Daten zum US-Arbeitsmarkt die wohl relevantesten Daten zur US-Wirtschaft. Nicht nur, weil diese für die Federal Reserve eine entscheidende Größe darstellen, die sogar ihren gesetzlichen Auftrag definieren (nämlich für ein stabiles Wachstum der Beschäftigung zu sorgen), sondern weil der Arbeitsmarkt eine zentrale Bedeutung in der 70 Prozent-US-Konsumökonomie innehat.

Die Beschäftigungssituation ist dabei mehr denn je entscheidend für die hoch verschuldeten Verbraucher. Ein Abbau von Arbeitsplätzen würde sich sehr rasch auf die Konjunktur auswirken und noch „rascher“ auf die Aktienmärkte.

Nach den schwachen Daten des privaten Arbeitsvermittlers ADP am vergangenen Mittwoch hat man ein bisschen Sorge vor den Daten heute um 14:30 Uhr. Auf der anderen Seite muss man aber das Argument anführen, dass die Fed bei einer Abschwächung des Arbeitsmarktes bei gleichzeitig niedriger Inflation „ammunition“ (Munition) für weitere Zinsschritte bekäme. Sehr zum Wohlwollen von Präsident Trump.

Über die Bedeutung des Datums 15. Dezembers wurde hier schon x-fach berichtet. Sollte es tatsächlich zu den Zöllen in Höhe von 156 Milliarden Dollar auf US-Gebrauchsgüter kommen – inklusive der milliardenschweren iPhone-Einfuhren – könnten dies die Aktienmärkte nicht ignorieren. Man hat dies schlichtweg nicht eingepreist – und ein zweiter Effekt wäre sogar noch dramatischer: Den vielen Unternehmenschefs auf dieser Welt würde klar werden, dass es mit dem Handelskrieg weiter geht, ungeachtet der Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und möglicher rezessiver Tendenzen. Und dies wäre die eigentlich schlechte Nachricht.

 

Fazit

Wie bereits schon erwähnt, müsste das Börsenjahr eigentlich mit einem hohen Stand der Indizes enden. Gerade beim Dax existiert eine sehr signifikante Korrelation zwischen der Entwicklung der Kurse in den ersten neun Monaten und dem Schlussquartal. Zumindest seit seinem Start im Jahr 1988 war mit einer Trefferquote von 94 Prozent dann auch das vierte Quartal positiv, eine hohe Signifikanz gibt es auch für die US-Indizes. Aber das Kursschiff muss noch einige Klippen umschiffen, außerdem haben wir einen Unsicherheitsfaktor, den keine Statistik abbilden kann: Donald Trump!

Starten die Aktienmärkte jetzt die Weihnachtsrally?

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US-Arbeitsmarkt: großer Test für die Bullen! Videoausblick

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Heute kommt mit den Daten vom US-Arbeitsmarkt ein großer Test für die Erzählung der Bullen: die Konjunktur werde sich stark erholen, daher würden die Gewinne der Unternehmen nach drei Quartalsrückgängen wieder anziehen – weshalb die hohen Bewertungen an den Aktienmärkten gerechtfertigt seien. Die Erwartungen an die heutigen Zahlen sind hoch (180.000), und das obwohl einige Indikatoren (ADP Arbeitsmarktbericht, ISM Indizes) auf eher schwache Daten hindeuten. Im Fokus heute auch die zweite Erzählung der Bullen: die Erwartung eines zeitnahen Handelsdeals zwischen den USA und China. Offenkundig fordert Trump, dass Peking sich auf die geforderten Volumina (40-50 Milliarden Dollar pro Jahr) festlegt – nur dann sei er bereit, bestehende Zölle rückabzuwicklen..

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Finanznews

Aktienmärkte: Mythos und Realität! Marktgeflüster (Video)

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Nach anfänglichen Gewinnen sind die Aktienmärkte unter dünnsten Volumina wieder leicht ernüchtert – und bald dürften wegweisende Entscheidungen fallen, die die drei dominierenden Narrative der Aktienmärkte auf den Prüfstand stellen werden: erstens die Annahme, dass am 15.Dezember Trump die Strafzölle gegen China nicht einführen wird (aber heute hat Peking Sanktionen gegen US-Diplomaten erlassen). Zweitens, dass die globale Konjunktur sich deutlich erholen wird (aber heute wieder schwache Daten aus Deutschland und der Eurozone; morgen wichtig die US-Arbeitsmarktdaten nach den gestern schwachen US-Konjunkturdaten). Und drittens der Glaube an den ewig währenden Fed-Put, also das Sicherheitsneetz der US-Notenbank unter den Aktienmärkten (nächste Woche Fed-Sitzung)..

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