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Deutsche Bank CoBa-Fusion Realsatire: Keine Steuerzahler-Haftung? Kein Monopol-Problem?

Claudio Kummerfeld

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Die Fusion zwischen Deutsche Bank und Commerzbank ist nun deutlich wahrscheinlicher geworden, nachdem die beiden gestern hochoffiziell Verhandlungen bestätigt hatten. Eine Garantie für eine Fusion ist das noch nicht, aber die Wahrscheinlichkeit steigt. Und je länger man nun „verhandelt“, desto größer dürfte der Kurseinbruch in beiden Aktien sein, wenn die Fusion doch nicht zustande kommt.

Also steigt folglich der Druck auf die beiden. Und immerhin hält der deutsche Staat noch einen Anteil von 15% an der Commerzbank, und kann ihre Aktionen somit maßgeblich beeinflussen. Und welchen Einfluss hat unser aller Finanzminister Olaf Scholz, der die Fusion nur zu gerne sehen würde, auf die Deutsche Bank? Schließlich hält man dort keine Anteile? Nun ja, die BaFin, eine direkt Olaf Scholz´ Ministerium unterstellte Behörde, hatte ja vor einigen Monaten einen Geldwäsche-Präventionsbeauftragten in die Räume der DB gesetzt, weil das größte deutsche Geldhaus das Thema offenbar nicht in den Griff bekommt.

Kein Monopol?

Das unausgesprochene Druckmittel könnte heißen: Keine Fusion, dann ziehen wir die Kontroll-Daumenschrauben noch viel stärker an, und machen bei euch Stress ohne Ende! Aber nein, da ist sicher nur die Phantasie mit uns durchgegangen? Aber zurück zur Tagesaktualität. Achim Wambach, Chef der Monopolkommission, die die Bundesregierung „berät“, hat (ohhh Wunder) aktuell gegenüber der „Rheinischen Post“ verkündet, dass er grundsätzlich aus wettbewerbsrechtlicher Sicht (entsteht hier ein Monopol, ja oder nein) keine Probleme sehe bei einer Fusion von Commerzbank und Deutsche Bank.

Mal ganz einfach gesagt. Bei der Finanzierung von Vorhaben von Mittelständlern oder großen Konzernen, welche Wald- und Wiesen-Sparkasse kann das stemmen? Oder etwa die ING Diba? Nein, dazu bedarf es Großbanken. Und fusionieren Deutsche und CoBa, bleiben da nur noch ausländische Anbieter als Konkurrenz zur neuen „Deutschland Bank“. Gut, das mag leicht vereinfacht ausdrückt sein, weil es noch Privatbanken wie Berenberg etc gibt, aber bitteschön, wir reden von großen deutschlandweit präsenten Flächenbanken!

Und dann wäre da noch das einfache Filial-Bild der Banken auf der Straße. Dort hätte der Kunde dann nur noch die Wahl zwischen der neuen „Deutschland Bank“ (die Postbank ist ja auch schon Teil der DB), und den beiden Gruppen namens Sparkassen und Volksbanken. Auf dem Papier ist die Auswahl zwar groß – aber wer in eine Filiale spazieren und ein Konto eröffnen will, hat dann noch viel weniger Auswahl als bisher!

Deutsche Bank und Commerzbank nach Fusion ein Systemrisiko?

Wären die beiden nach einer Fusion ein Systemrisiko? Mal ehrlich, vor allem die Deutsche Bank ist doch jetzt schon aufgrund ihres Geschäftsvolumens in Deutschland ein Risiko, auch wenn man bedenkt, dass die Postbank inzwischen vollständig integriert wurde. Achim Wambach sieht kein Monopolproblem, sondern das Systemrisiko-Problem nach so einer Fusion. Es entstünde möglicherweise eine neue Bedrohung für die Finanzwelt, so seine Worte. Dazu müssen wir aber aktuell auch die Aussagen von Eckhardt Rehberg erwähnen, einem Haushaltspolitiker der Union.

Er hat aktuell gesagt, dass der Staat sich nicht in so eine mögliche Fusion einmischen dürfe. Der Steuerzahler dürfe keinesfalls in Mithaftung gezogen werden. Wie meint er das? Die 15% der Commerzbank kann er wohl kaum meinen. Haftung ist in diesem Zusammenhang eh das falsche Wort, denn der Bund besitzt Aktien. Die steigen oder fallen im Wert. Punkt aus. Mit „Haftung“ kann Rehberg nur meinen, dass so eine fusionierte Mega-Bank bei der nächsten Krise vielleicht die Hilfe der Steuerzahler brauchen könnte. Man denke da an Fälle wie die Hypo Real Estate, HSH Nordbank uvm.

Aber lieber Herr Rehberg, so möchten wir anmerken: Wie wollen Sie das verhindern? Eine fusionierte Bank diesen Ausmaßes ist die totale Systemrelevanz, und bietet maximalen Erpressungsspielraum in Richtung Politik. Gehen wir (die Bank) den Bach runter, geht die deutsche Volkswirtschaft den Bach runter – so lautet dann die unausgesprochene Drohung, die jeder Experte kennt. Aber diese unausgesprochene Drohung existiert jetzt auch schon bei CoBa und DB. Nur wäre die Systemrelevanz bei nur noch einer Großbank viel größer als jetzt. Böse Zungen in Frankfurt sagen, dass die CoBa damals übrigens genau aus diesem Grund mit „freundlichem Wohlwollen“ der Politik die Dresdner Bank übernahm. Denn auch die Dresdner war damals schon „too big to fail“ für den Finanzplatz Deutschland.

Commerzbank Deutsche Bank Fusion
Der Commerzbank-Tower in Frankfurt. Foto: Bohao Zhao CC BY 3.0

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Hesterberg

    18. März 2019 10:35 at 10:35

    Die politikgetriebenen Fusionsgespräche der beiden Großbanken sind nichts anderes als eine Bankrotterklärung! Und dass die Märkte die Nachricht mit einem Kursfeuerwerk feiern, zeigt auf, wie wenig Anleger doch von unternehmerischen und betriebswirtschaftlichen Betrachtungen verstehen. Man weiß bereits, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis beide Banken gerettet werden müssen und eine Fusion ist der 1. Schritt zur Errichtung einer deutschen Staatsbank.

  2. Avatar

    Wolfgang M.

    18. März 2019 11:52 at 11:52

    Die Deutsche Bank hat in der Ackermann-Ära und danach ein finanzielles Rad gedreht, welches in der deutschen Unternehmenskultur ohne Beispiel sein dürfte. Ich habe mindestens ein halbes Dutzend Kommentare über das Institut geschrieben. Die letzen zwei Jahrzehnte waren Horrorjahre für die Anleger. Über 15 Milliarden Euro Bußgelder, dazu 6 Milliarden für die Übernahme der Postbank.
    Dazu Kapitalerhöhungen im zweistelligen Milliardenbereich und ebenso hohe Boni, weil die besten Mitarbeiter sonst nicht zu halten seien. Ein Treppenwitz.
    Auch bei den Gehältern hat das Unternehmen nach der Ackermann-Ära richtig tief in die Tasche gegriffen. Über 100 Tsd.€ pro Mitarbeiter im Schnitt und auch noch im letzten Geschäftsjahr mit über 700 Mitarbeitern mit über eine Million zu versteuerndes Jahreseinkommen. 50 verdienten mehr als der Chef.
    Lohnkürzungen sind in unserem Staat nicht leicht durchzusetzen.

    Mit immer noch fast 100 000 Mitarbeiter und den gezahlten Gehältern kann die Deutsche Bank im Niedrigzinsniveau keine substanzielle Gewinne mehr erzielen. Dr. Krall hat in mehreren Vorträgen vorgerechnet, was passiert, wenn die letzten höherrentierlichen Anleihen auslaufen. Diese Rechnung muss auch dem Finanzminister zu Ohren gekommen sein – die Fusion ist aus der Not geboren. Und da ist eine Rezession noch gar nicht beinhaltet.

    • Avatar

      Hesterberg

      18. März 2019 14:17 at 14:17

      @ Wolfgang M.
      Gut berichtet! Die Übernahme der Dresdner Bank ist der Commerzbank nicht gut bekommen und die Übernahme der Postbank der Deutschen Bank erst recht nicht. Und jetzt sollen auch noch diese beiden Problembanken fusionieren? Das ist wirtschaftlich völliger Blödsinn und ein Milliardengrab. Aber es ist ja auch ein politisches Konzept und die Top-Verdiener der Banken zahlen dabei nicht drauf, im Gegenteil. Sie und die Politik werden es uns mit angeblichen Synergieeffekten verkaufen, die es aber nur auf dem Papier gibt. Früher oder später müssen die Deutsche Bank und die Commerzbank ohnehin vom Steuerzahler gerettet werden. Und zu allem Überfluss darf der Bundesbürger jetzt im Vorfeld der Rettung auch noch die gigantischen Kosten der Fusion bezahlen. Was für ein Betrug!

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Tesla: Frank Thelen ist voll des Lobes über den „Battery Day“ -Video

Claudio Kummerfeld

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Innenansicht eines Tesla-Autos

Für die Börsianer war der diese Woche stattgefundene „Battery Day“ von Tesla eine Enttäuschung. Die Produktion viel günstigerer Autos mit sehr langer Batterielaufzeit dauere noch drei Jahre. Und zack, die Aktie von Tesla fiel spürbar. Aber der aus der „Höhle der Löwen“ bekannte Investor und Tech-Experte Frank Thelen singt im folgenden Instagram-Video ein Loblied auf den Battery Day von Tesla. Er sieht hier von A-Z ein sensationelles Konzept, und einen großen Schub hin zu einem wirklich erschwinglichen Auto. Dass so ein riesiger Sprung nach vorne nun mal nicht sofort funktioniere, sondern drei Jahre dauere, sei ganz normal. Aber sehen Sie selbst.

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Aktien: Vermögensreport offenbart, Deutsche investieren mehr

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik wirkt, die Bürger wenden sich stärker Aktien zu

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Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Der aktuelle Allianz Global Wealth Report hat es dargelegt: Die Notenbankpolitik der Länder wird dazu führen, dass das Vermögen der Wohlhabenden global trotz Corona ansteigen wird – auf 198 Billionen Euro zu Jahresende – FMW berichtete darüber. Der Report zeigt aber auch, dass sich die deutschen Sparer mehr den Aktien als Anlagevehikel zuwenden.

Aktien: Corona und die Vermögensbildung

Die Volkswirte der Allianz werteten Daten aus 57 Nationen aus, zum Vermögen aus Bargeld und Bankeinlagen, angelegtem Geld in Versicherungen und Pensionskassen sowie Anlagen in Wertpapieren und Fonds. Trotz der Pandemie erhöhte sich dies im ersten Halbjahr des Jahres um 1,5 Prozent, der Frühjahrseinbruch von geschätzten 4,3 Prozent ist damit mehr als ausgeglichen. Über die Gründe braucht nicht großartig spekuliert zu werden: Staatliche Rettungsprogramme, die Geldpolitik der Notenbanken, eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten und natürlich der Anstieg der Aktien. Noch ein kurzer Blick auf die Vermögensübersicht der Länder pro Bürger:

USA: 209.524 Euro
Schweiz: 195.388 Euro
Singapur: 116.657 Euro

18. Deutschland: 57.097 Euro

An dieser Übersicht wird wieder einmal das Problem einer statistischen Erfassung von Durchschnittswerten ersichtlich. Die vier reichsten Amerikaner besitzen ein Vermögen von über 500 Milliarden Dollar, verteilt auf die 331 Millionen Amerikaner würde dies bereits 1500 Dollar pro Bürger ergeben. Dabei gab es 2019 allein schon 607 Milliardäre in den Vereinigten Staaten. Man bräuchte aus so einer Statistik nur den reichsten Mexikaner, Carlos Slim, aus der Liste entfernen und schon hätte man veränderte Zahlen für das Land. Aber erstaunlich ist diese Vermögensverteilung auf der Welt dennoch. Im Jahr 2019 lagen von den 192 Billionen Euro Weltvermögen nicht weniger als 83,7 Billionen in den USA.

Die Entwicklung in Deutschland

Was bedeutet das für das Land der (Geld-)Sparer, mit deren 2,4 Billionen Euro auf nicht verzinslichen Konten? Die Allianz stellt fest, dass sich die Bankeinlagen um 3,5 Prozent und damit weniger als in anderen Ländern erhöht haben (Frankreich plus 6 Prozent, China plus 9 und die USA plus 10 Prozent).

Dennoch stieg das Vermögen der Haushalte um 1,3 Prozent im ersten Halbjahr und sollte nach der Schätzung der Allianz zum Jahresende 6,8 Billionen Euro erreichen. Da dies nicht am Geldmarkt zu verdienen war, deutet dies auf eine Verhaltensänderung im Sparverhalten hin.

Die langsame Hinwendung zu Aktien

Lange hatte man es eigentlich schon erwartet, dass die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt und sich die Bürger stärker den Aktien zuwenden. Die Allianz stellt fest, dass die deutschen Sparer in den vergangenen drei Jahren 20 Prozent ihrer verfügbaren Ersparnisse direkt in Aktien angelegt haben. Auf Sechsjahressicht waren dies 5,8 Prozent und das Interessante daran ist, dass US-Bürger in dieser Zeit nur 0,7 Prozent in Aktien investiert haben. Das bevorzugte Investment waren börsengehandelte Indexfonds. Allerdings beziehen sich diese Werte auf die Zeit vor Corona und seither gibt es den großen Hype um die gebührenfreien Brokerdepots – Stichwort RobinHood. Diesen Trend gibt es auch in Deutschland mit der riesigen Zahl neu eröffneter Depots bei günstigen Direktanlagebanken.

Es verändert sich auch der so genannte Home Bias, also die Bevorzugung heimischer Titel. Deutsche Anleger investieren verstärkt in ausländische Aktien, die Quote stieg in den vergangenen sechs Jahren von 25 auf 38 Prozent. Aber noch ist Deutschland weit von der angelsächsischen Aktienpräferenz entfernt.

In den USA liegen 53 Prozent der Ersparnisse auf Wertpapierkonten, in Deutschland 25 Prozent.

Fazit

Auch wenn das Pflänzchen Anlage in Aktien in Deutschland langsam wächst, sind es laut Allianz vorwiegend die Haushalte mit einem höheren Einkommen, die sich an diese Assetklasse heranwagen. 30 Prozent unserer Haushalte besitzen kaum Geldvermögen. So zählt auch Deutschland zu den Ländern, in dem „die Vermögensverteilung relativ ungleich verteilt ist“, so Arne Holzhausen, Leiter Insurance und Wealth Markets bei der Allianz.

Die Deutschen entdecken ihre Liebe zu Aktien

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Abwarten beim Dax, ifo steigt, 5G startet, Tradingideen bei Adidas und Mastercard

Redaktion

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Von

Sollte man sich jetzt in den Dax reinkaufen? Im folgenden Video bespricht Manuel Koch die aktuelle Lage und die Aussicht für die nächsten Wochen mit einem Experten. Noch 3 bis 4 Wochen solle man abwarten. Würden die Kurse dann zurückkommen, seien es Kaufkurse. Wenn nicht, dann sehe der Markt neue Jahreshöchststände.

Der heute veröffentlichte ifo-Index gebe weiteren Optimismus für die deutsche Konjunktur. Auch im Video angesprochen wird das von Telefonica an den Start gebrachte 5G-Netz.

Konkret besprochen werden im folgenden Video zwei Handelsempfehlungen der trading house Börsenakademie. Die Aktien von Adidas und Mastercard seien beide ein Kauf. Man könnte mit einer Stop-Buy-Order einsteigen.

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