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Deutsche Bank + Commerzbank: Heute und morgen geht es um verdammt viel

Heute und morgen geht es für die beiden verbliebenen deutschen Großbanken Deutsche Bank und Commerzbank (die Systemrelevanten) um verdammt viel, wohl sogar um deutlich mehr als…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Heute und morgen geht es für die beiden verbliebenen deutschen Großbanken Deutsche Bank und Commerzbank (die Systemrelevanten) um verdammt viel, wohl sogar um deutlich mehr als beim Brexit – so hört man es aktuell auch aus Finanzkreisen! Denn heute beginnen die internationalen Bankenaufseher in Santiago de Chile im sogenannten Basel-Ausschuss um die neueste Generation der globalen Banken-Richtlinien festzulegen (Basel IV).

Dabei dreht sich alles um die entscheidende Frage: Wer wird sich durchsetzen? Die wohl deutliche Mehrheit von Mitgliedern, die eine staatlich regulierte Festlegung der Eigenkapitalanforderungen von Banken vorsieht? Oder vor allem die Sichtweise aus Deutschland (Schäuble + Bundesbank + BaFin), die zuletzt ganz klar und öffentlich dafür Partei ergriffen hat, dass es den Banken selbst obliegen soll, ihre Kapitalanforderungen anhand „ihrer eigenen internen Risikomodelle“ selbst festzulegen.

Man könnte spöttisch auch sagen das wäre ungefähr so, als wenn der Parksünder festlegt, ob seine Falschparkerei überhaupt als Falschparkerei einzustufen ist, oder ob das noch völlig im Rahmen ist. Der Knöllchenschreiber fragt den Bürger, ob er gerade falsch parkt – er solle das bitte selbst entscheiden, und dem Knöllchenschreiber dann das Ergebnis mitteilen. Aber Nein, Häme zurück – wenn schon Wolfgang Schäuble und Bundesbank-Vorstand Jens Weidmann diese Linie knallhart fahren, wird das alles schon seine Richtigkeit haben!

Der Bundesverband Öffentlicher Banken hatte bereits die Zahl von 78 Milliarden Euro ins Spiel gebracht, die die 17 größten deutschen Banken zusätzlich an Kapital aufbringen müssten, wenn Basel IV so durchkommt, wie es die Deutschen nicht wollen. BaFin-Chef Felix Hufeld (direkt Wolfgang Schäuble unterstellt) sagte jüngst die derzeitigen Vorschläge für Basel IV seien nicht akzeptabel für Deutschland!
Die deutsche Haltung ist umso brisanter, als dass auch aus Berlin nach der Finanzkrise die selben Floskeln zu hören waren wie sonst überall auch (aus Fehlern lernen, härter regulieren usw).

Aktuell aber zeigt sich: Es geht um die Staatsraison, um die öffentlich wahrgenommene Stabilität des Finanzsektors. Die muss unbedingt gewahrt werden. Die Amerikaner, die ihre Banken nach der Finanzkrise wieder zügig frisch aufgestellt hatten, haben unter US-Präsident Obama bis zuletzt auf noch stärkere Regulierung der Banken gedrungen. Jetzt unter dem ab Januar neuen US-Präsidenten Donald Trump dürfte sich das drastisch ändern. Es ist fast schon irrwitzig, dass gerade Trump der Retter der deutschen Banken werden könnte.

Denn er hatte zuletzt klar davon gesprochen sämtliche (nervigen?) Regulierungen bei Seite zu schieben, die die wirtschaftliche Entfaltung stören. Damit meinte er auch die Finanzregulierung. Jetzt könnte Deutschland das heute und morgen stattfindende Basel IV-Treffen platzen lassen, und einfach bis Trumps Amtseinführung warten. Dann mit ihm ein Gespräch über „weniger Regulierung“ im Bankensektor zu führen, damit die Banken mehr Kredite herausreichen können, wäre ein Leichtes.

Aber imagemäßig hat Deutschland im globalen Standing ein kleines Problem. Man übernimmt nämlich just im Dezember den Vorsitz der G20. Dann im Juli 2017 trifft sich die G20 in Hamburg (was wird das für ein Event werden, Trump/Putin/Erdogan in unmittelbarer Nähe zur Hamburger Schanze). Wie wird das ach so gute und nette Deutschland da stehen, wenn man als Hauptblockierer strengere Regeln für Kapitalvorschriften bei Banken verhindert hat? Kein gutes Image für Mutti. Aber womöglich schluckt man diese Kröte, und hat dafür rein optisch einen kerngesunden Bankensektor!

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Hans-Werner Sinn bei Marc Friedrich – die große Krise

Claudio Kummerfeld

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Hans-Werner Sinn ist als ehemaliger Leiter des ifo-Instituts immer noch ein bundesweit hoch anerkannter und gern gesehener Gesprächspartner rund um ökonomische Themen. Seine Meinung hat Gewicht. Aktuell wurde er vom (durch große Medien als Crashprophet bezeichneten) Marc Friedrich interviewt zur aktuellen großen Krise.

Hans-Werner Sinn über zweite Corona-Welle und China

Laut Hans-Werner Sinn sei die zweite Corona-Welle längst da. Einen zweiten, echten und harten Lockdown könne Deutschland nicht verkraften – deswegen werde es ihn auch nicht geben. Man werde stattdessen versuchen Brandherde einzeln und lokal zu löschen. Besprochen werden von den beiden zahlreiche bestehende ökonomische Probleme, darunter die Südländer in Europa, für die der Euro nach wie vor zu teuer sei. Auch die Krise der Autohersteller wird angesprochen. Hier gehe es um Regulierungsprobleme.

Marc Friedrich spricht die starke Überschuldung in China an. Hans-Werner Sinn erwähnt hier aber die in wenigen Jahren stark gestiegene Bedeutung Chinas für Deutschland. Vor vier Jahren sei China noch das viert wichtigste Exportland für die deutsche Wirtschaft gewesen, heute sei es das wichtigste Land. Die dortige rasche konjunkturelle Erholung helfe derzeit auch sehr stark der deutschen Exportwirtschaft.

Schulden-Vergemeinschaftung

Auch besprechen Hans-Werner Sinn und Marc Friedrich ausführlich das Thema der neuen EU-Anleihen und der zunehmenden Staatsfinanzierung durch die EZB. Angesprochen werden auch die ursprünglichen Grundsätze zu Zeiten der Euro-Einführung, wonach die EZB die Staaten nicht direkt finanzieren dürfe. Aus der Formulierung hätte Juristen dann den Schluss gezogen, dass eine indirekte Finanzierung erlaubt sei, so wie sie jetzt laufe (Banken kaufen Staatsanleihen in der Erstauktion, verkaufen sie kurz danach an die EZB).

Auch werden von den beiden Themen angesprochen wie eine mögliche Hyperinflation, das massive Rentenproblem und die großen wirtschaftlichen Probleme, die in Deutschland schon in zehn Jahren sichtbar sein sollen. Hans-Werner Sinn formuliert es drastisch und klar. Europa gehe über in ein dauerhaftes Siechtum bestehend aus dauerhaften Transfers nach Südeuropa, und ohne ausreichende Produktivität.

Bankenkrise

Egal ob die Zinsen nun wieder steigen würden, oder ob man weiter auf der Null-Linie bleibe. Auf die Banken in Europa werden laut Hans-Werner Sinn immense Probleme zukommen, die nicht ewig mit Sondermaßnahmen (wie es derzeit passiert) kaschiert werden könnten. Ein sehenswertes Gespräch, es lohnt sich! Nehmen Sie sich die Zeit.

Finden Sie beim Klick an dieser Stelle die fünf Investment-Ideen von Marc Friedrich.

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn. Foto: blu-news.org CC BY-SA 2.0

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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