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Der Dollar: das Hauptrisiko für die Märkte

Redaktion

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FMW-Redaktion

Goldman Sachs bekommt Gesellschaft: auch die Deutsche Bank geht nun davon aus, dass der Dollar sein Tief gesehen hat – und nun zulegen wird. Ansatzpunkt der neuesten Einschätzung der Deutsch-Banker ist vor allem das Fed-Protkoll und die daraus resultierende veränderte Erwartung der Märkte, die nun eine Zinsanhebung mit einer deutlich gestiegenen Wahrscheinlichkeit einpreisen.

Zwischen Mitte Januar und Mitte April hatte der Dollar(-Index) in 100 Tagen über 8% verloren – eine heftige Korrektur sowohl im Ausmaß, als auch in der Länge des Abverkaufs. Nur 1981 war der Abverkauf des Dollar (gut 9%) heftiger und länger (113 Tage), 1998 verlor der Dollar noch heftiger (51 Tage), doch dauerte das Ganze nur 51 Tage.

Als die Märkte nach dem diesjährigen Januar-Abverkauf realisierten, dass der Dollar schwächer wurde, begann ab dem 11.Februar eine Rally bei Risikoassets – man hatte den Glauben an eine Straffung der US-Geldpolitik vollens verloren. Das aber ist nun mit den jüngsten Aussagen der Fed vorbei – und nun müssen die Märkte die veränderte Erwartung wohl oder übel einpreisen.

Das zeigt sich zum Beispiel in den Renditen für US-Staatsanleihen, die nach oben gingen – und damit den Dollar unterstützten. Das zeigt sich auch in den Fed Fund Futures, die geradezu explodierten in Sachen Einpreisung des nächsten Zinsschritts. Die Erfahrung aber zeigt: ein starker Dollar ist schlecht für Risikoassets wie Aktien oder Rohstoffe – und damit schlecht für die Mehrheit der weltweiten Aktienmärkte. Denn mit einem starken Dollar wiegen die Schulden schwerer (und die Welt ist überwiegend in Dollar, nicht in Euro verschuldet), sodass weniger Kapital für Investments in Risikoassets bleibt.

Und genau die Fortsetzung dieser Dollar-Stärke erwartet die Deutsche Bank – unter Hinweis auf die Länge und Heftigkeit der vorherigen Korrektur bei gleichzeitig geänderter Erwartung an die Fed:

“The dollar has undergone a painful correction since the start of the year but we don’t believe this marks the end of the dollar uptrend. At around 8% the size of the dollar’s correction is the third largest in history compared to other dollar uptrends. The calendar length of the correction is approaching a record too. At 100 days it is the second longest in history which together with the size suggests we have likely seen the low in the dollar this year.”

Selbst wenn die Fed bei 1% Zinsen stoppen würde, wäre der Dollar global gesehen damit eine high-yield-Währung, also eine hochverzinste Währung – und das macht den Dollar attraktiv:

“The ranking of US yields versus the rest of the world is an important driver of medium-term dollar cycles, and the dollar does well when it becomes a (top-3) high-yielder in the G10. Even assuming a 1% Fed terminal rate in this cycle puts the dollar in the ranks of high-yielding status, an environment that has been associated with significant dollar rallies in the past.”

In der Vergangenheit, so der Hinweis der Deutschen, habe eine solche Konstellation stets Dollar-Rallys ausgelöst – daher die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich Ähnliches wiederholt. Und das gilt umso mehr, wie wir hinzufügen möchten, als der Markt nach wie vor Dollar-negativ positioniert ist. Damit verstärkt sich (durch Short-Eindeckungen) noch der Bedarf an Dollars, alle müssen durch eine schmale Tür (bildlich gesprochen).

Fazit: es ist der (stärker werdende) Dollar, der derzeit eines der großen Risiken für die Aktienmärkte darstellt! Wie der Dollar-Index zeigt, könnte nun der Sprung über die obere Begrenzung des Abwärtstrendkanals gelingen:

Dollar-Index230516

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Wolfgang Koch

    23. Mai 2016 13:36 at 13:36

    Deutsche Bank&Goldman Sachs.Gleich&gleich gesellt sich gern!Diese beiden Institutionen,vornehmlich im Namen des Herrn unterwegs bzw.Erbringer von Gottes Werk auf Erden (mich erkommt ein seltsam religiöser Schauer bei diesen Aussagen! Werde ich der Blasphemie bezichtigt&gescheiterhauft? Oh mein Gott,lass diesen Bonikelch an mir vorübergehen!Ich bereue zutiefst&werde 1000mal schreiben:13.(auf Judas bezogenes Gebot):Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen wider die Deutschebank&Goldman Sachs!Ich will ja schliesslich auch ins To Big to Fail Paradies einziehen!

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Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

Claudio Kummerfeld

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Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Quartalszahlen und Inflation

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. IBM und Intel werden heute Abend ihre Quartalszahlen veröffentlichen – sie werden von ihm vorab besprochen. Auch das Thema Inflation ist auf der Tagesordnung.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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