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Deutsche Bank: der nächste Absturz

FMW-Redaktion

Nein, gemeint ist mit Absturz – ausnahmsweise einmal – nicht der Aktienkurs der Deutschen Bank, der heute kräftig zulegen kann mit einem Plus von knapp vier Prozent und damit die Dax-Liste anführt. Offenkundig sehen viele nun bei den verprügelten Aktien der Deutschen Bank ein besonderes Potential nach der gestrigen Wende an den Aktienmärkten.

Aber es gibt doch eine Hiobsbotschaft, die sich für die Zukunft negativ auswirken dürfte bzw. zeigt, wie es derzeit um die einst so stolze Bank bestellt ist, die vor noch nicht so langer Zeit ein ganz großes Rad an den Finanzmärkten gedreht hat. Das gilt besonders für den Devisenmarkt, auf dem täglich Volumina von ca. 5,3 Billionen Dollar gehandelt werden. Noch vor einem Jahr war die Deutsche Bank immerhin die Nummer zwei auf diesem globalisierten Markt, der faktisch ja ein over-the-counter-Markt ist, der in der Regel zwischen Banken stattfindet, die dementsprechend als Liquiditäts-Provider fungieren etwa für Broker und ihre Kunden. Das ist also ein gutes, sicheres Geschäft – das derzeit aber im Sinkflug bei der Deutschen Bank ist, wie eine Umfrage von Euromoney Institutional Investor zeigt: demnach ist der Anteil der Deutschen Bank im Vergleich zum Vorjahr rapide geschrumpft, von 14,5% auf nun nur noch 7,9%. Damit hat sich also der Anteil der Deutschen innerhalb nur eines Jahres fast halbiert, ein beispielloser Absturz!

Dabei war die Deutsche Bank zwischen 2005 und 2013 noch die Nummer 1 am Devisenmarkt, nun ist man vom zweiten Platz im Vorjahr auf den vierten Platz derzeit zurück gefallen. Die Nummer eins bleibt die Citigroup (12,9% Marktanteil), vor JP Morgan, die vom vierten Platz auf den zweiten Platz vorrückten und damit mit der Deutschen Bank die Plätze tauschten. Die Nummer drei ist nun die UBS, die vorher auf Platz fünf war – ein Schelm, wer dabei an die Aufhebung des Mindestkurses durch die SNB denkt, in deren Gefolge die Schweizer Bank Milliardengewinne verzeichnet hatte und wohl auch dadurch im Ranking nach oben stieg..

Im Sportmarkt und bei den Forwards ist die Deutsche Bank sogar auf Platz fünf abgerutscht, im Devisen-Optionsmarkt aber bleibt sie die Nummer eins – und rettet dadurch ihr Gesamtrating Platz vier. Insgesamt aber geht der Anteil der Großbanken am Devisenmarkt zurück – die großen fünf Banken in diesem Bereich hatten noch nie einen so geringen Marktanteil wie derzeit. Das liegt an weiteren Regulierungen, die vor allem Liquiditätsprovidern zugute kommen, die nicht als Bank auftreten: so schaffte etwa mit der in London ansässigen XTX ein elektronischer Market-Maker erstmals den Aufstieg in die Top Ten.

Das Volumen an den Devisenmärkten – und das ist für alle beteiligte Banken eine schlechte Nachricht – geht weiter zurück, es fiel zum Vorjahr um satte 23%.



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