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Deutsche Bank: der nächste Absturz nach Volkswagen?

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Deutsche Bank hat gestern eine saftige Gewinnwarnung ausgesprochen und schreibt im dritten Quartal eine Verlust von 6,2 Milliarden Euro nach Steuern. Das hat den markt überrascht – obwohl damit zu rechnen war, dass der neue CO-CEO John Cryan zeitnah die Bilanz reinigen will. Aber das Problem ist vor allem die Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwerts im Investmentbanking und im Privatkundengeschäft von rund 5,8 Milliarden Euro (aufgrund höhere regulatorische Kapitalanforderungen für diesen Bereich) – und das war definitiv so nicht erwartet. Erwartet dagegen waren die Rückstellungen von fünf Milliarden Euro für die vielen Rechtsstreitigkeiten der Bank.

Die Aktie eröffnet schwächer, aber doch ist doch nicht so heftig unter Druck wie aufgrund der vorbörslichen Indikation zu erwarten war:

Deutsche Bank 081015

600 Millionen Euro entfallen auf Abschreibungen des 20%-Anteils an der China’s Huaxia Bank Co. Die Deutsche Bank “no longer considers this stake to be strategic.” Bums! Im Klratext heißt das: wir werden unseren Anteil baldmöglichst verkaufen. Damit wäre das Kapitel China für die Deutsche Bank beendet. Derzeit wird der Wert der Beteiligung mit mickrigen 3,5 Millionen Dollar angegeben.

Co-CEO John Cyran will sich nun „persönlich dafür einsetzen“ die Interessen der Mitarbeiter und der Aktionäre fair zu berücksrichtigen. Dazu Cyran: „Während sich Überlegungen hinsichtlich der Vergütung nicht allein auf die Finanzergebnisse dieses Jahres stützen, erwarten unsere Aktionäre zu Recht, dass die Mitarbeiter einen Teil der Belastung tragen.“ Für Mitarbeiter der Deutschen Bank bedeutet das Boni-Kürzungen in bislang nicht bekannter Höhe. Aber für die Märkte wichtig ist vor allem die Kürzung der Dividende (derzeit nocch 75 Cents pro Aktie) – oder sogar deren Streichung. Denn viele Fonds könnten dann die Aktien der Deutschen Bank nicht mehr kaufen, weil in ihren Anlagerichtlinien festgelegt ist, nur Aktien mit Dividenden-Ausschüttung kaufen zu können.

Endgültige Zahlen für das ritte Quartal bringt die Bank erst am 29.Oktober. Aber die Mitteilung John Cyrans an die Mitarbeiter gestern Abend, nachdem die Mombe geplatzt war, erinnert doch sehr an die Vorgänge bei Volkswagen – auch die Wolfsburger hatten sich an die Mitarbeiter gewendet.

Hier der Brief von John Cyran an die Mitarbeiter der Deutschen Bank von gestern Abend:

Dear Colleagues,

Today we announced to the market some new important financial information.The news is not good, and I expect a number of you will be very disappointed by it. We expect to report a sizable loss for the third quarter. This expected loss is primarily driven by three items which together total approximately EUR 7.6 billion.

First, we have written down approximately EUR 5.8 billion in goodwill and other intangible assets in our Corporate Banking & Securities (CB&S) and Private & Business Clients (PBC) operating segments. These assets were booked in the past when we acquired businesses for more than the market value of their respective net assets. The relevant historical acquisitions include those of Bankers Trust in 1999 and Deutsche Postbank in 2010.

As we review our financial plans in preparation for the announcement of further details of Strategy 2020, which we plan to make on 29 October, we updated the valuations of our businesses that have goodwill and intangible assets. We found that the resulting valuations no longer support the carrying values on our balance sheet. As a consequence we have impaired all of the goodwill held in CB&S and PBC.

Second, we have revalued our 19.99% stake in the Chinese company Hua Xia Bank. The revaluation is driven by the decision no longer to consider this stake strategic for our group. This has led to an impairment in our carrying value by approximately EUR 0.6 billion.

Finally, we currently expect provisions for regulatory and litigation matters of approximately EUR 1.2 billion for the third quarter. This cost may be affected by further events before we finalise the amount for our third quarter results on 29 October. Based on this, the total charge for litigation and related matters in 2015 to date is expected to be approximately EUR 4 billion. As I have mentioned to you before, I would expect litigation costs and charges to continue to burden us in future quarters.

Based on these items, Deutsche Bank expects to report a third quarter income before income taxes (IBIT) loss of approximately EUR 6.0 billion and a net loss of approximately EUR 6.2 billion. For the first nine months of 2015, the IBIT loss would be approximately EUR 3.3 billion and the net loss approximately EUR 4.8 billion.

Excluding the impairment of goodwill and intangible assets, we expect a third quarter IBIT loss of approximately 0.2 billion and a net loss of approximately 0.4 billion, largely reflecting the litigation provisions and write-down related to Hua Xia Bank. However, on this basis we expect the bank to remain profitable for the first nine months of the year with approximately EUR 2.5 billion of IBIT and net income of approximately EUR 0.9 billion.

The write-downs related to goodwill, intangible assets, and Hua Xia do not significantly impact our regulatory capital ratios. We therefore expect to report a Common Equity Tier 1 (CET1) ratio for the third quarter of approximately 11%, notwithstanding the adoption in the quarter of some stricter rules relating to our regulatory capital known as Prudential Valuation.

Also, as part of the planning for the implementation of Strategy 2020, the Management Board will recommend a reduction or possible elimination of the Deutsche Bank common share dividend for the fiscal year 2015.

The write-downs and dividend recommendation that we announced today will, of course, have to be factored in some way into our upcoming decisions on variable compensation for the year. While compensation considerations are not based on this year’s financial results alone, our shareholders will rightly expect employees to share something of the burden. Having said that, you have my personal commitment to try to achieve a fair balance between staff and shareholder interests. No decisions have been made on compensation and we will only make these once we have a better feel for the likely overall financial outcome for the bank for the full year.

In my letter to you on my first day in this role, I said that I would seek to improve our internal communication by speaking directly to you. I also did say that I was not expecting all would be sweetness and light in the coming months.

At the end of this month, when we plan to inform the market of further details of how we intend to implement the six key decisions of Strategy 2020, I will provide you with a thorough briefing on our plans. In the meantime, I thank you for your commitment and focus as we seek to build a better Deutsche Bank.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Jochen

    8. Oktober 2015 10:21 at 10:21

    Von wegen Absturz. Aktie über 2% im Plus :D

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Aktien

Tesla mit Aktiensplit – der nächste Griff in die Trickkiste

Claudio Kummerfeld

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am

Tesla-Auto Innenansicht

Die Tesla-Aktie steigt heute um 5,7 Prozent auf 1.454 Dollar. Das liegt an der Ankündigung von Tesla gestern Abend nach Börsenschluss. Man führt einen Aktiensplit durch. Für eine bisherige Tesla-Aktie gibt es fünf neue, und somit wird der Aktienkurs durch 5 geteilt. Für den Aktionär eigentlich ein Nullsummenspiel. Also wo soll da ein Vorteil sein? Nun, bei sagen wir mal 1.500 Dollar Aktienkurs hat man dann bald einen Aktienkurs von „nur noch“ 300 Dollar. Kleinstanleger und auch Mitarbeiter bei Tesla haben dann die Möglichkeit auch mal eine oder ein paar Aktien zu kaufen. Das fällt einem schon viel einfacher als bei einem Aktienkurs von weit über 1.000 Dollar.

Tesla mit alt bewährtem Psycho-Trick des Aktiensplits

Auch ist es für aktivere Investoren psychologisch immer gut, wenn die Aktienkurse günstig sind. Dann kann man leichter runde Blöcke von sagen wir mal 10, 50 oder 100 Aktien hin und her handeln. Und grundsätzlich ist es immer besser, wenn ein Aktienkurs optisch günstig aussieht. Da geht es wohl in die Tiefenpsychologie. Was extrem teuer aussieht, wirkt weniger attraktiv. Da spielt es überhaupt keine Rolle, dass die Marktkapitalisierung in beiden Fällen exakt die selbe ist.

Tesla sagt selbst in seiner aktuellen Mitteilung, dass die eigene Aktie Mitarbeitern und Anlegern leichter zugänglich gemacht werden soll. Wer am Stichtag 21. August Aktionär ist, erhält vier zusätzliche Aktien zum Handelsschluss 28. August. Und ab dem 31. August wird die Tesla-Aktie dann zu einem durch 5 geteilten Kurs gehandelt. Die psychologische Wirkung einer optisch günstigeren Aktie sollte man nicht unterschätzen. Gerade viele Anleger, die völlig unbedarft und hohe Fachwissen in die Börse stolpern, können sich davon beeindrucken lassen.

Anreiz für die „Robinhooder“?

Und mal ehrlich. Seit Ausbruch der Coronakrise stürmen vor allem in den USA Millionen der sogenannten „Robinhooder“ (weil viele Anleger beim Broker „Robinhood“ ein Konto aufmachen und dort kräftig zocken) die Börsen. Damit bezeichnet man Erstanleger, die mit sehr kleinen Geldbeträgen und oft ohne jegliches Börsenwissen wild drauf los handeln. Der Turbo-Booster für diese Personengruppe (Millionen neu eröffneter Börsenkonten in der Coronakrise) liegt darin, dass die großen US-Onlinebroker unlängst Tradinggebühren komplett abgeschafft hatten. Damit ermöglicht man es auch den Kleinstanlegern mit winzigen Aktienpositionen hin und her zu handeln, ohne dass die Gebühren die Kontoguthaben auffressen. Für Tesla könnte der Aktiensplit als weiterer Push für die Aktie funktionieren.

Beim Klick an dieser Stelle finden Sie ein hochinteressantes Video zu möglichen Monopolen, die Tesla gerade aufbauen könnte.

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Aktien

Markus Koch LIVE zum Handelsstart in New York – keine Argumente für Rauf und Runter

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE zum Handelsstart in New York. Für den gestrigen Abverkauf und die heute wieder steigenden Kurse gab es laut seiner Meinung keine Gründe.

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Markt im Höhenrausch: Jetzt noch einsteigen? – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Bilanz ist ziemlich klar. Corona-Virus hin und her, der DAX ist in den letzten 12 Monaten um über 10 % gestiegen. US-Standardaktien gemessen am S&P 500 verteuerten sich um über 16 %. Zum Vergleich: Im Durchschnitt legen Standardaktien pro Jahr langfristig rund 7 bis 8 % zu. Zu Deutsch: Die letzten 12 Monate waren also ziemlich gut für uns.

Noch besser sieht die Bilanz für Wachstums-Investoren aus. So machte der NASDAQ 100 in diesem Zeitraum satte 44 %. Und meine Indikatoren zeigen an, dass der Aktienmarkt – mit wenigen Ausnahmen wie vielleicht China – mittelprächtig überkauft ist. Kurzum: Die Stimmung auf dem Parkett ist ziemlich gut, während der große Boom der Realwirtschaft bis dato bekanntlich ausbleibt.

Meine Strategie in den beiden Börsendiensten ist deshalb: Wir schonen derzeit unseren Orderfinger und warten darauf, dass sich das Marktumfeld aufklärt. Kaufen wir ganz ausnahmsweise doch zu, haben wir vorher entsprechend verkauft, damit die Aktienquote netto nicht steigt.

Ganz konkret: Im gegenwärtigen Marktumfeld halte ich eine Aktienquote von etwa 75 % für völlig ausreichend.

Für die Neubörsianer unter Ihnen: Was ist eigentlich eine Aktienquote? Ein einfaches Beispiel: Sie halten ein Depot (inklusive Depotkonto) in Höhe von 100.000 Euro. Davon haben Sie 65.000 Euro in Aktien angelegt, dann halten Sie zwei Rentenfonds im Wert von 10.000 Euro und den Rest von 25.000 Euro in bar auf dem Depotkonto.

Daraus errechnen sich dann logisch folgende prozentuale Quoten:

– Aktien: 65 %

– Anleihen: 10 %

– Cash: 25 %

Nun, dieses Depot ist also eher defensiv aufgestellt und sollte selbst einen Crash vergleichsweise gut überstehen. Die Kehrseite der Medaille: Zieht der Markt richtig an, holt sich der…..

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