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Deutsche Bank: Maue DWS, Weiß Nix-Auftritt in Brüssel – BaFin gleich ganz ahnungslos?

Claudio Kummerfeld

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Ja, die Deutsche Bank, die wollte und will doch nun alles besser machen. Nach dem Krisen-Josef (Ackermann) und den Angelsachsen aus London hat man nun einen „anständigen“, soliden Bankkaufmann namens Christian Sewing in die Vorstandsetage gesetzt, direkt auf den Chefsessel. Endlich will er die Skandale der Vergangenheit ausräumen, nach vorne schauen, bla bla.

Deutsche Bank und BaFin in Brüssel – das 3 Affen-Spiel?

Gestern nun war Deutsche Bank-Chef Sewing nach Brüssel geladen, vor den „Sonderausschuss für Finanzkriminalität, Steuerhinterziehung und Steuervermeidung“ im EU-Parlament. Erschienen ist er nicht. Dafür wurde aber Stephan Wilken nach Brüssel geschickt, „Head of Anti Financial Crime and Anti Money Laundering Officer“ der größten deutschen Bank. Am meisten hatte man sich dafür interessiert, in wie weit die Bank in den gigantischen 200 Milliarden Euro-Geldwäscheskandal der Danske Bank verwickelt ist. Hier agierte die Deutsche Bank nämlich als Korrespondenzbank, die große Teile der Gelder aus der winzigen estnischen Filiale der Danske weiterleitete, raus in die große weite Welt.

Niemandem im Controlling wollen die gigantischen Geldsummen aufgefallen sein, welche die Dansk-Filiale in diesem winzigen baltischen Land an die DB weiterleitete? Konkrete Aussagen irgendwelcher Art machte der „Head of… “ Stephan Wilken keine. Das Gremiumsmitglied Sven Giegold von den Grünen (renommierter Finanzfachmann auf EU-Ebene!) spricht sogar von „Respektloser Informationsverweigerung“ durch Deutsche Bank und BaFin, die ebenfalls anwesend war. Jens Fürhoff, „Abteilungsleiter Geldwäscheprävention“ bei der BaFin machte es sich ganz einfach. Er könne zu Einzelfällen (einzelnen Banken) gleich gar keine Angaben machen. Zitat Giegold:

“Die Deutsche Bank betreibt Informationsverweigerung. Sie weigerte sich hartnäckiger als alle anderen Banken im Europaparlament, konkrete Aussagen zu Einzelfällen von Geldwäsche zu machen. Es ist respektlos vor dem Europaparlament, die Abgeordneten derart im Ungewissen zu lassen. Auch über Einzelfälle hinaus: Der Geldwäsche-Beauftragte Wilken war nicht bereit oder in der Lage, die Rechtsrisiken aus Finanzkriminalität zu beziffern. Ebenso konnte oder wollte er nicht benennen, wie viele Mitarbeiter wegen Beteiligung an Finanzkriminalität ihren Posten räumen mussten. Er sagte lediglich vage, es seien sehr wenige. Die Anhörung war eine vertane Chance, Vertrauen zurück zu gewinnen.

Der Auftritt der BaFin war ein Armutszeugnis. Die BaFin blieb eine Erklärung schuldig, warum sie die großen Geldwäscheskandale der letzten Jahre nicht aufgedeckt hat. Für diese schwerwiegenden Versäumnisse der BaFin, erwarte ich weiterhin eine Erklärung. Wir erwarten eine klare Strategie der Bundesanstalt für Finanzdienstaufsicht, wie sie den hohen Ansprüchen der EU-Anti-Geldwäscherichtlinie künftig gerecht werden will. Das größte Land der Eurozone darf kein Paradies für organisierte Finanzkriminalität bleiben.”

Und die Deutsche Bank? Will sie nicht transparent sein, Vertrauen in der Öffentlichkeit zurückgewinnen, offen sein, alles besser machen als früher? Bla bla bla, all das, was alle anderen inzwischen doch auch versprechen? Hat die Bank parallel zur Anhörung in Brüssel vielleicht ein eigenes offizielles Dokument veröffentlicht, um mehr Transparenz herzustellen? Nein, die DB präsentierte auf ihrer eigenen Webseite nur ein Dokument mit dem Titel Deutsche Bank und Deutsche Sporthilfe verlängern ihre Partnerschaft. So viel dazu…

DWS-Zahlen

Letzten Freitag präsentierte die Deutsche Bank ihre Quartalszahlen (wir berichteten). Ganz aus den Augen verloren hatten auch wir dabei die Zahlen der immer noch 80%-igen Tochter der Deutschen Bank, der Fondsgesellschaft DWS. Sie hatte ebenfalls letzten Freitag ihre Zahlen veröffentlicht. Letztes Jahr hatte die DB die Tochter an die Börse gebracht und 20% der Anteile verkauft. Ein genauer Blick auf die DWS-Zahlen lohnt sich um zu sehen, dass das Fondsgeschäft alles andere als rund läuft.

Das Netto-Mittelaufkommen (wenn Anleger Geld einzahlen oder sich auszahlen lassen) ist im 4. Quartal um 7 Milliarden, und im 3. Quartal um 2,7 Milliarden Euro gesunken. Im gesamten Geschäftsjahr 2018 hat die DWS netto Abflüsse von 22,3 Milliarden Euro verzeichnet. 2017 waren es +16 und 2016 -39 Milliarden Euro. Das ist das Gegenteile einer Erfolgsstory. Man verweist darauf, dass alleine ein Kunde für 1/3 der Mittelabflüsse in 2018 verantwortlich gewesen sei (also daher weniger schlimm???).

Der Jahresgewinn sinkt um 38% auf 391 Millionen Euro nach Steuern. Das von der DWS verwaltete Vermögen sank im Quartalsvergleich (!) von 692 auf 662 Milliarden Euro. War das schlechte Management schuld? Nein. Laut DWS lag es an der negativen Marktentwicklung, wodurch die Kurse einfach fielen und somit natürlich das verwaltete Vermögen an Wert verlor. Zum Ausblick sagt die DWS (auszugsweise):

Im vierten Quartal 2018 konnten wir eine deutliche Verbesserung sowohl bei der Performance als auch beim Nettomittelaufkommen wichtiger Flagship-Fonds feststellen. Wir gehen davon aus, dass dies ein wichtiger Treiber für Nettomittelaufkommen im Jahr 2019 sein wird. Dazu kommt unsere Expertise im ESG-Bereich, der immer mehr an Bedeutung gewinnt und für den wir erwarten, Mandate hinzuzugewinnen. Des Weiteren gehen wir nicht davon aus, dass sich die Größenordnung der Nettomittelabflüsse in Höhe von EUR 10 Milliarden bei den Versicherungsmandaten, der Effekt der US-Steuerreform-Abflüsse in Höhe von EUR 11 Milliarden oder die negativen Auswirkungen der Einführung von MiFID II auf die Nettomittelaufkommen im Jahr 2019 wiederholen werden.

Nicht zuletzt hat das Management der DWS die erfolgreichen Initiativen zur Steigerung der Kosteneffizienz beschleunigt, durch die wir unsere Kostenbasis 2018 deutlich senken konnten. Dadurch wollen wir unsere Kostenbasis 2019 weiter reduzieren und uns mittelfristig auf die angestrebte Aufwand-Ertrags-Relation von weniger als 65 Prozent zubewegen. Für 2019 – und damit vor unserer mittelfristigen Planung – streben wir an, das obere Ende unseres Ziels für die Bruttoeffizienzeinsparungen von EUR 125 bis 150 Millionen gegenüber 2017 zu erreichen.

Deutsche Bank Zentrale
Die Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Thomas Wolf (Der Wolf im Wald) CC BY-SA 3.0

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Thanksgiving-Party

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die steigenden Corona-Zahlen in den USA werden an der Börse derzeit ignoriert. Die Kurse kennen aktuell nur eine Richtung. Positiv zu werten ist auch, dass vermutlich die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden sollte.

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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