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Deutsche Bank: EZB und Politik sind schuld, dass es uns so schlecht geht

Claudio Kummerfeld

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Ist es wie eine Kur für die Deutsche Bank, wie ein Glücksgefühl? Wenn man es schafft, die Schuld für etwas auf irgendjemand anderes abzuschieben, damit man selbst gut da steht, das muss wirklich gut tun. Man selbst hat so ziemlich alles falsch gemacht, aber Schuld sind die anderen. Man selbst ist das unschuldige Opfer. In einer vorgestern veröffentlichten 29 Seiten langen Studie, die wir uns erst mal „reinziehen“ mussten (hier einzusehen), hat die Deutsche Bank beschrieben, warum die europäischen Banken so dramatisch weit hinter den amerikanischen Banken zurückliegen in Sachen Gewinnerzielung, und was sich in Europa deswegen ändern müsse.

Hat die Deutsche Bank etwas falsch gemacht?

Tja, warum hinken die europäischen Banken hinter den Amerikanern her? Dabei sind ja nicht alle Banken in Europa so schlecht dran wie die Deutsche Bank. Man schaue sich nur mal die Marktkapitalisierung französischer und britischer Banken an in Relation zur Deutschen Bank! Die DB ist also nicht schuld an ihrer eigenen katastrophalen Lage, die sie womöglich noch dieses Jahr in eine Fusion mit der Commerzbank treiben wird, „freundlich“ begleitet von der Bundesregierung?

Die Deutsche Bank war massiv in so ziemlich Finanzskandale verstrickt. Danske Bank, LIBOR, man könnte endlos weiter machen. Die New Yorker Filiale scheint vor allem im Aktiengeschäft offenbar chronisch erfolglos zu sein, wie man in der Branche hört. Die Investmentbanker in London kassierten und kassieren (?) weiterhin fleißig Boni, haben der Bank aber jahrelang nur Probleme beschert. Hierzulande hat die Deutsche Bank ihr „Brot- und Butter-Geschäft“ gerade massiv gestutzt, in dem sie ihr Filialnetz dramatisch ausdünnte.

Massive Probleme bei der IT und bei der Geldwäscheprävention waren und sind womöglich immer noch akut bei der DB. Aktuell sitzt in den Räumen der DB immer noch ein von der BaFin bestellter Aufpasser, weil man die Sache mit der Geldwäscheprävention offenbar nicht in den Griff bekommt. Und das als größte Bank in Deutschland! Unglaublich! Aber alles halb so schlimm. Da die BaFin ja personell offenbar überfordert ist, stammt der Kontrolleur nicht von der BaFin selbst, sondern vom Wirtschaftsprüfer KPMG, der auch sonst für die DB tätig ist… Tja, die Deutsche Bank ist selbst nicht schuld an ihre Problemen?

Schuld sind EZB und Politik

Wie gut ist es die Schuld auf „die anderen“ zu schieben. Da wäre laut dem aktuellen Papier in aller erster Linie die böse EZB. Durch die Abschaffung der Zinsen habe sie den Banken in der Eurozone (und somit auch der DB) ihrer Zinsmarge beraubt. In den USA könnten die Banken dank existierender Leitzinsen gut 40 Milliarden Euro Zinsmarge einstreichen, so die DB. Im Umkehrschluss heißt das natürlich: In Euroland fehlt diese Marge. Und oben drauf gibt es ja noch den Negativzins für Bankeinlagen, der zu schaffen macht. 8 Milliarden Euro würde er die Banken jährlich kosten. Und ja, diese Politik der EZB ist sicher nicht vorteilhaft die Banken. Aber das wird sicher nicht das Hauptproblem der DB sein! Oder doch? Schauen wir weiter. Wird die Bankenlobby ihren „Partnern“ in Berlin dieses Papier der Bank auf den Tisch knallen als Blaupause für das, was zu tun ist? So sagt der DB-Chefvolkswirt David Folkerts-Landau in der Studie Zitat:

„Wenn sich der Trend fortsetzt, könnte Europa womöglich eine weitere wichtige Branche an die US-Konkurrenz verlieren.“

Da muss Olaf Scholz ganz sicher aktiv werden, nicht wahr? Aber was soll er tun? Die DB jammert in ihrer Studie überraschenderweise auch darüber, dass die „privilegierte Behandlung von Sparkassen, Genossenschafts- und Landesbanken“ den Wettbewerb für die privaten Banken verzerre, die sich diszipliniert verhielten. Ähhh, bitte was, möchten wir da fragen? Diese Privilegien müssten beendet werden. Dazu meinen wir: Die Privilegien hatten die Volksbanken und Sparkassen auch schon vor 30 und 40 Jahren, als die Deutsche Bank ebenfalls glänzend Geld verdiente. Also derart marktverzerrend können die Genossen und Rotbanker nicht für die DB sein.

Aber jetzt kommen wir zur Politik. Die Regulierung in Europa nehme immer weiter zu. Und in den USA werde sie (gerade unter Trump) derzeit zurückgefahren, was den US-Banken einen weiteren Vorteil gegenüber europäischen Banken verschaffe. Was lernen wir daraus? Die Argumente der DB sind nachvollziehbar, und mögen auch durchaus einen gewissen negativen Einfluss auf die europäischen Banken haben in Relation zu den US-Banken. Es wirkt aber doch so, dass die DB diese Studie vor allem auch für sich selbst geschrieben hat, damit sie in Brüssel, Berlin und beim EZB-Tower in Frankfurt jammern kann. Aber trotz der inhaltlich sicher nachvollziehbaren Argumente muss man letztlich sagen: Die Lage, in der sich die DB derzeit befindet, hat sie größtenteils selbst verursacht!

Deutsche Bank in Frankfurt
Die Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Thomas Wolf (Der Wolf im Wald) CC BY-SA 3.0

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Franz Mlynek

    15. März 2019 12:01 at 12:01

    Jetzt beschweren sich Verbrecher bei Verbrechern , das es ihnen so schlecht geht! Also irrer als hier in Deutschland geht’s nimmer.

  2. Pingback: *** 15. März 2019: Ein Tag – der vielen die Augen öffnen könnte! *** Hoffentlich tut er es nicht!! *** | das-bewegt-die-welt.de

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Hans-Werner Sinn: Warum die Inflation ausbleibt, und wann sie kommt

Claudio Kummerfeld

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Der ehemalige Chef des ifo-Instituts, hoch angesehene und bekannteste Ökonom Deutschlands Hans-Werner Sinn (hier jüngst im Gespräch mit Marc Friedrich) hat aktuell der Mission Money ein ausführliches Interview gegeben. Ein echter zweiter Lockdown müsse in Deutschland vermieden werden, so der Appell von ihm.

Die deutsche Wirtschaft wird laut Hans-Werner Sinn die zweite Corona-Welle überleben. Aber es werde eine große Pleitewelle geben. In einem ersten Schritt würden zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz gehen, die bis jetzt dank ausgesetzter Insolvenzpflichten viel neue Schulden angehäuft hätten. Und erst in einem zweiten Schritt würde es dann die Banken hart treffen, weil die ja in Folge der Insolvenzen die Kreditausfälle zu verkraften hätten.

Hans-Werner Sinn mit Schwerpunktthema Inflation

Ein zentral wichtiges Thema im folgenden ausführlichen Interview ist die möglicherweise anstehende Inflation in Europa und Deutschland. Hans-Werner Sinn äußert sich hierzu ausführlich. Vor Corona habe die Geldmenge der EZB 3,2 Billionen Euro betragen, seitdem sei bis heute 1 Billion Euro dazugekommen. Bis Sommer 2021 werde die Summe auf 5,4 Billionen Euro anwachsen. Es entstehe ein gigantischer Geldüberhang.

Hans-Werner Sinn erklärt ausführlich seine große Sorge vor der anstehenden Inflation. Zunächst erklärt er ausführlich, warum es bislang trotz Geldschwemme keine Inflation in Form von Preisexplosionen gebe (ab Minute 23 im Video). Seine Ausführungen dazu sind hochinteressant. Das zusätzlich geschaffene oder besser gesagt in den letzten Monaten nicht ausgegebene Geld sei nicht aktiv, weil es herumliege. Bei den Bürgern auf den Sparkonten oder im Tresor. Bei den Banken liege es laut Hans-Werner Sinn herum zum Beispiel auf deren Zentralbankkonten. Es werde nicht vollständig als Kredit an Wirtschaft oder Verbraucher herausgereicht. Daher wirke die gestiegene Geldmenge nicht inflationär. Denn in Krisenzeiten würden sich die Menschen nicht trauen Geld auszugeben.

Aber nach der Krise, wenn es zum Beispiel einen Impfstoff gegen Corona gebe und die Wirtschaft wieder boomt, dann steige auch wieder der Optimismus bei den Menschen. Gewerkschaften würden höhere Löhne verlangen, die Unternehmen würden die Preise anheben usw. Die Inflation könne dann sehr leicht über das 2 Prozent-Ziel der EZB ansteigen. Dann müsse die EZB die Zügel anziehen. Aber dann stehe man vor einem gewaltigen Problem. Hierzu wollen wir die wirklich sehr interessanten und aufschlussreichen Ausführungen von Hans-Werner Sinn nicht vorwegnehmen. Schauen Sie bitte das Video! Nur so viel. Er erläutert auch dann möglicherweise anstehende Folgeeffekte wie dann platzende Luftbuchungen und ein Bankensterben.

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn. Foto: https://www.hanswernersinn.de/de/Bildarchiv

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Lockdown: Was läuft falsch bei den Corona-Maßnahmen?

Markus Fugmann

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Heute dürften in Deutschland und Frankreich neue Beschränkungen und Corona-Maßnahmen bis hin zum Lockdown verkündet werden. Im Grunde reagieren die durch die starken Anstiege alarmierten Regierungen in Europa alle ähnlich. Nach Informationen des Informations-Mediums für Intellektuelle, also bild.de, dürfen ab 04.November in Deutschland sich maxiximal zehn Menschen treffen, die wiederum maximal aus zwei Haushalten stammen dürfen.

Lockdown, Corona-Maßnahmen und Anreizkonflikte

Viele Menschen gehen davon aus, dass die Corona-Maßnahmen schon gerechtfertigt seien – auf der anderen Seite gibt es jene, die das Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen latent verharmlosen – und nicht selten eine Verschwörung der Eliten vermuten zur Entmündigung der Bürger. Symbol dafür ist ihnen der Lockdown.

Nun müssen die Regierungen die Bevölkerung schützen – aber sind die getroffenen Maßnahmen gerechtfertigt? Professor Christian Rieck macht auf zwei zentrale Probleme der Maßnahmen deutlich, die häufig entweder zu „Überreaktionen“ oder zu „Unterreaktionen führen.  Es gebe viele „Anreizkonflikte“, die zu problematischen Reaktionen der Betroffenen führen, so Rieck.

In folgendem Video erklärt er, was er damit meint:

 

Lockdown und Corona-Maßnahmen - sind sie gerechtfertigt?

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Daniel Stelter: Die Zeitbombe tickt für Deutschland! Was jetzt passieren muß

Markus Fugmann

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Daniel Stelter zählt fraglos zu den besten Köpfen in Deutschland: Er zeigt immer wieder, dass das scheinbar so reiche Land in Wirklichkeit gar nicht so reich ist – und vor allem ab dem Jahr 2030, wenn die Babybommer in Rente gehen, die demografischen Probleme faktisch zu einer Unfinanzierbarkeit der Rentenversprechen führen.

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe Deutschlands

Was also tun? Als Pionier das Klima retten, wie Bundesregierung und EU propgaieren durch eine „Klimaplanwirtschaft„? Überall mehr Staat angesichts der massiven Einbrüche der Wirtschaft in der Coronakrise? Daniel Stelter plädiert für das Gegenteil: für einen funktionierenden Kapitalismus – denn die weiter ausgreifenden Versuche des Staates, die Wirtschaft zu lenken, wird die Wirtschaftstätigkeit bremsen statt zu beschleunigen.

Kürzlich hat Thorsten Polleit in seinem Buch  „Der Antikapitalist: Ein Weltverbesserer der keiner ist“ genau darauf aufmerksam gemacht: der Kapitalismus ist nicht unser Problem, sondern die Lösung – wenn man ihn denn funktionieren lassen würde. Aber der Ruf nach staatlicher Lenkung wird gerade in der Coronakrise immer lauter, immer tiefer mischt sich die „Obrigkeit“ in die Wirtschaft ein (etwa indem man die Insolvantragspflicht aussetzt und damit Zombie-Firmen weiter durchschleppt). Man kauft Zeit durch staatliche Rettungsmaßnahmen, ohne diese Zeit für Reformen zu nutzen. Alle reden „vom Verteilen und Besteuern“, statt die Wohlstandmehrung im Fokus zu haben – so formuliert es Daniel Stelter.

Fakt ist: „Die Lasten steigen, während unsere Wirtschaftskraft sinkt“, so der Ökonom. Also müsste die Struktur geändert werden – etwa bei der tickende Zeitbombe, der Rente. Hier schlägt Daniel Stelter einen Staatsfonds im Stile Norwegens vor, bei dem der Staat jedem Bürger unter 65 Jahren 25.000 Euro schenkt, die dann in die Finanzmärkte investiert werden. Auch in der EU müsste sich einiges ändern – und hier hat Stelter einen ungewöhnlichen Vorschlag: Deutschland und die andere Euro-Länder sollten sich auf Kosten der EZB entschulden können!

In folgendem Video fasst Stelter das zusammen, was für Deutschland und die Lösung seiner Probleme jetzt zwingend notwendig wäre:

 

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe in Deutschland

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