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Insider-Trading: Deutsche Bank-Händler in UK zu 4 1/2 Jahren Haft verurteilt

Redaktion

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FMW-Redaktion

Martyn Dodgson, ein sogenannter „Senior Investment Banker“, stilsicher Mitarbeiter der Deutschen Bank in UK, und der Buchhalter Andrew Hind, wurden gestern zu 4 1/2 und 3 1/2 Jahren Haft verurteilt wg. Insidergeschäften im Zeitraum von 2006-2010. Damit ist die Strafe für Dodgson die längste jemals in UK verhängte Haftstrafte wg. Insidergeschäften, die durch Ermittlungen der dortigen Aufsichtsbehörde FCA veranlasst wurde.

Dodgson war bei Morgan Stanley, Lehman und dann ab 2008 bei der Deutschen Bank tätig. Sein Insiderwissen über durch die Banken betreute Firmen reichte er an Hind weiter, der dann Gewinne produzierte. Dabei ging es um Trades bei den folgenden Aktien: Scottish & Newcastle, Paragon Group, Just Retirement, Legal & General, sowie BSkyB. Laut Gericht haben die beiden mit voller Absicht und konspirativ gehandelt. Hier die Aufsichtsbehörde FCA im Original zu dem Fall:


Confiscation proceedings will also be pursued against both defendants. This investigation was conducted in partnership with the National Crime Agency. In sentencing Dodgson and Hind the trial judge, His Honour Judge Pegden, remarked that their offending was ‚persistent, prolonged, deliberate, dishonest behaviour.‘

Mark Steward, Director of Enforcement and Market Oversight, said

‚This case involved serious offending over a number of years, conducted in a sophisticated way using deliberate techniques to avoid detection. Dodgson was an approved person who was entrusted by his employer with sensitive and valuable information. He betrayed that trust by exploiting the information for his own benefit, conspiring with Hind to deceive the market ‚Insider dealing is ever more detectable and provable. And this case shows lengthy terms of imprisonment, not profits are the real result.‘

Oliver Higgins, National Crime Agency Branch Commander, said: ‚Dodgson and Hind tried to prevent us from uncovering their insider dealing by using unregistered mobile phones, encoded and encrypted records, and transferring benefit using cash and payments in kind. ‚The NCA were able to support the FCA by carrying out surveillance and providing niche capabilities, including the deployment and monitoring of a listening device that recorded key conversations. ‚We will continue to work with our partners to pursue and prosecute anyone who seeks to undermine financial systems, abuse markets, and poses a serious economic crime threat to the UK.‘

This has been the FCA’s largest and most complex insider dealing investigation. The offending in this case was highly sophisticated and took place over a number of years. The investigation (conducted in partnership with the National Crime Agency) was demanding and time-consuming. Investigators, forensic accountants, lawyers, markets experts, intelligence analysts and digital forensic specialists pooled their skills to unravel the conspiracy. This was achieved through painstaking analysis of trading, financial and communications data, documentary evidence from the investment banks, and the material seized during searches under warrant. Surveillance was also deployed. These two convictions – alongside those of Paul Milsom, Graeme Shelley and Julian Rifat – brings to five the number of convictions secured in the Operation Tabernula insider dealing investigation.


Frage: Warum gibt es in Deutschland eigentlich keinerlei Ermittlungen oder Gerichtsprozesse wg. Insider-Trading? Oder ist uns da irgendwas entgangen? Alles was in dem Bereich bei uns bisher stattfand, verlief doch gelinde gesagt im Nirwana. Schlussfolgerung: So was Schreckliches wie Insider-Trading, also quasi Betrug an der Allgemeinheit, gibt es in Deutschland gar nicht, richtig?

Wenn man mal ganz ehrlich ist, beim Lesen des Originaltextes der FCA oben: Hätten BaFin und Co bei uns überhaupt die inhaltichen und personellen Ressourcen um ähnliche Ermittlungen bei Verdachtsmomenten in Deutschland durchzuführen? Und gäbe es seitens der deutschen Politik überhaupt den Willen hier mal kräftig auf den Putz zu hauen? Bisher wirkt es nicht so. Auch seitens der Richterschaft hat man den Eindruck, gerade wenn es zu hochkomplizierten Wirtschaftsverfahren kommt, dass man sie doch gerne möglichst schnell vom Tisch bekommen möchte, weil sie eben so komplex sind. GEZ-Verweigerer und Schwarzfahrer zu verurteilen ist da wesentlich unkomplizierter und nicht so nervtötend!

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Raoul Calame

    13. Mai 2016 14:20 at 14:20

    Insiderwissen, welch altmodisches und hässliches Wort, aber strafbar!
    Heute wird Wissen gebündelt und das wird bekanntlich gefördert und ist straffrei,
    deshalb sind bei uns lauter brave Buben :-)

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Neu: Warum Disruptoren für Sie so lukrativ sind – Werbung

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Lieber Börsianer,

US-Investoren lieben diese neue Aktiengattung. Die Rede ist von den sogenannten Disruptoren. Was ist das? Den Begriff des Disruptors prägte vor einigen Jahren der US-Ökonom Clayton M. Christensen.

Er meint damit Unternehmen, die das bestehende Marktgleichgewicht in aller Regel mit großer Dynamik kreativ zerstören. Anders formuliert: Hier werden Erfolgsserien bereits bestehender Technologien oder etwa Produktionsverfahren unterbrochen (englisch: to disrupt). Im deutschsprachigen Raum sprechen wir dann von disruptiven Technologien.

Landläufig verstehen viele Anleger darunter vor allem Neuerungen im Bereich Software oder Internet. Tatsächlich ist das faszinierende Feld dieser Disruptoren vieler größer. Auch nicht-technische Innovationen können einen Markt erheblich verändern.

Ein Beispiel aus der Vergangenheit: Nach dem Zweiten Weltkrieg startete ein Einzelhändler, den wir heute unter dem Namen Aldi kennen, ein gänzlich neues Geschäftsmodell. Man setzte nicht mehr auf Frischprodukte wie Obst und Gemüse, sondern lang haltbare Konserven und ähnliches. Das Modell des Lebensmittel-Discounters war geboren.

In der jüngeren Vergangenheit etwa sorgte die US-Kaffeehauskette Starbucks für Furore und konstruktive Unruhe im Markt. Die Performance dieser Disruptor-Aktie in den vergangenen 10 Jahren: über 2.200 % Kursplus. Tatsächlich machte diese US-Aktie viele Anleger wohlhabend, einige unter uns machte die Starbucks-Aktie sogar zu kleinen Millionären.

Es muss nicht immer Internet sein

Wie gesagt: Es muss nicht immer Internet sein. Trotzdem gilt natürlich, dass aus dieser Branche in den vergangenen Jahren sehr viele Disruptoren erwachsen sind. Dafür stehen Namen wie Alphabet, Amazon oder etwa in China Tencent oder Alibaba.
Nun kennen wir natürlich alle die Disruptoren der Vergangenheit. Aber was sind die Disruptoren der nächsten Jahren? In meinem Börsendienst RENDITE TELEGRAMM befasse ich mich schwerpunktmäßig genau mit dieser Aktiengattung. Anhand eines aufwendigen Prüfschemas…..

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