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Deutsche Bank hat ein Problem mit Geldwäsche und Terrorfinanzierung, sagt die FCA

FMW-Redaktion

Die Deutsche Bank habe „ernsthafte“ und „systematische“ Probleme bei der Kontrolle über Geldwäsche und Terrorfinanzierung – das sagt die englische Aufsichtsbehörde Financial Conduct Authority (FCA) in einem Brief, der bereits vom 2.März stammt und nun offenkundig einer britischen Finanzzeitung vorliegt. Dabei seien die Defizite der Deutschen Bank keine Ausnahme, sondern zeige eine „systemtische Struktur“ („systemic in nature“). Und das alles schon seit beträchtlicher Zeit („for a considerable period of time“), das Management sei offenkundig nicht in der Lage, das effizient zu kontrollieren.

Bereits Ende 2014 war die Niederlassung der Deutschen Bank im Finanzzentrum London durch die FCA untersucht worden. Die Aufsichtsbehörde wird nun eine Art „To-do-Liste“ für die Deutsche Bank erstellen, die das Geldhaus dann zeitnah abarbeiten muß, um Strafen zu vermeiden.

Die Deutsche Bank hat unter ihrem neuen CEO Cryan bereits ihr Vorgehen geändert: die Kontrollmechanismen bei Neukunden sind verstärkt worden, ausserdem hat die Bank eine Liste problematischer Länder von 30 auf 109 deutlich erweitert, die als zu riskant gelten.

Für die Deutsche Bank ist das Bekanntwerden des Briefes der Aufsichtsbehörden unangenehm und kommt dazu noch zu einem ungünstigen Zeitpunkt: in der letzten Woche war Georg Thoma zurück getreten, der als treibende Kraft der Aufklärung innerhalb der Deutschen Bank galt. Wie aus Insider-Kreisen berichtet worden war, war der Vorstand zunehmend genervt von der Armada an Anwälten, die Thoma aufgefahren hatte – er galt als übereifrig.

Die Deutsche Bank hat ihre volle Unterstützung der Untersuchungen zugesagt, man sehe die Ernsthaftigkeit des Problems ein. Ob aber diese Einsicht reichen wird, um weitere Strafen zu vermeiden, wird sich jedoch noch zeigen müssen. Der Aktienkurs der Deutschen kann nach dem Abverkauf vom Freitag zumindest wieder etwas zulegen:

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