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Deutsche Bank HV: Aktie auf Allzeittief, Boni-Kritik, Aussagen von Achleitner und Sewing

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Erst vor zwei Wochen berichteten wir darüber. 643 für die Deutsche Bank tätige Personen verdienen pro Jahr mehr als 1 Million Euro! Bei der Commerzbank sind es nur 12 Mitarbeiter, und das bei einem relativ ähnlichen Gewinnniveau. Bei Europas Mega-Bank HSBC mit grob gesagt dem zwanzigfachen Gewinn pro Jahr sind es nur 399 Mitarbeiter mit Gehältern über 1 Million Euro. Allein diese Relationen zeigen die immer noch kaputte Mentalität in den “Soll und Haben-Türmen” in Frankfurt.

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Deutsche Bank und der Herr Achleitner

Und heute nun veranstaltet die Deutsche Bank ihre Hauptversammlung. Pünktlich zu diesem Termin notiert die Aktie innerhalb einer Woche zum zweiten Mal auf einem Allzeittief bei aktuell 6,45 Euro (vorhin im totalen Tiefpunkt 6,35 Euro). Es kommt einem schon fast vor wie beim HSV. Obwohl das Personal in den wichtigen Positionen ständig ausgetauscht wird, bessert sich nichts. Aber halt. Der Aufsichtsratschef Achleitner, der ist wohl die einzige Konstante in der Bank. Seit einer gefühlten Ewigkeit auf seinem Posten, chronisch erfolglos, und dennoch ist er immer noch da. Dementsprechend bekommt er just in diesen Minuten die volle Breitseite von seinen Aktionären. Vor allem bekommt er gerade massiv Kritik wegen den enormen Bonuszahlungen an Mitarbeiter, trotz nach wie vor winzigen Gewinnen. Achleitner könnte in den nächsten Minuten sogar die Entlastung durch die Aktionäre verweigert werden – eine Art Misstrauensvotum, bei dem ein AR-Chef eigentlich zurücktreten müsste. Den offiziellen Redetext Achleitners für die HV kann man beim Klick an dieser Stelle im Wortlaut nachlesen. Es geht um einen “noch radikaleren Umbau” der Bank. Aha. Wie wäre es zum Beispiel damit hunderte offenbar inkompetente “Top Performer” mit Millionengehältern vor die Tür zu setzen? Denn wären sie wirklich Top Performer, würde die Bank netto wohl auch Milliarden verdienen wie die Konkurrenz?

Dass der gute Herr Achleitner in einer Art Filter Bubble lebt, kann man in der folgenden aktuellen Aussage der heutigen HV sehen. Eigentlich ist doch die Lage gar nicht so schlimm? Nur die (nervige?) Aktie, die steht leider unter 7 Euro.

Sewings Aussagen

Bankchef Christian Sewing hat zur HV einen offenen Brief an die Mitarbeiter geschrieben (hier einsehbar). Hier geht es vor allem um einen Appell zu Kostensenkungen. Das offizielle Redemanuskript von Christian Sewing für die Aktionäre können Sie beim Klick an dieser Stelle in voller Länge lesen. Eine sehr lange Rede mit natürlich sehr viel Bla Bla. Aber zum Beispiel erwähnt er, dass die Deutsche Bank konsequent gespart und die Skeptiker überrascht habe. Denn die bereinigten Kosten habe man im Jahr 2018 um mehr als eine Milliarde Euro gesenkt. Und der Gewinn nach Steuern von 341 Millionen Euro, der erste seit vier Jahren, auf den sei man stolz, er gebe Selbstbewusstsein, so Sewing. Na ja… bei den Aussagen Sewings zur Strategie der Bank hört man auch viel Bla Bla. Zum Beispiel gehe es darum, dass die einzelnen Geschäftsbereiche klare Renditevorgaben zu erfüllen hätten. Ähhh, ist das nicht eh ein Normalzustand bei gut geführten Unternehmen? Gab es bisher also keine Vorgaben für einzelne Abteilungen? Auch betont Sewing, dass die Deutsche Bank immer noch zu hohe Kosten habe, welche nicht direkt einer Leistung für bestimmte Kunden zugeordnet werden könnten. Genau daran arbeite man. Hier zwei Zitate von Christian Sewing aus seiner Rede, an denen man ihn messen wird:

Ich kann Ihnen also versichern: Wir sind zu harten Einschnitten bereit.

Wir werden die Transformation beschleunigen – indem wir unsere Bank konsequent auf die profitablen und wachsenden Bereiche ausrichten, die für unsere Kunden besonders relevant sind. Dafür stehe ich. Darauf können Sie sich verlassen.

Deutsche Bank
Foto: Deutsche Bank AG

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    Marcus

    23. Mai 2019 15:38 at 15:38

    Achleitner ist ein Dummschwätzer erster Klasse! Der Mann kann es einfach nicht, das hat er schon bei der Dresdner/Allianz Übernahme bewiesen die er letztendlich faktisch für lau an die Commerzbank veräußert hat. Solange Paul Achleitner in dieser Bank schaltet und waltet, wird es niemals bergauf gehen! Christian Sewing leiert das runter was man ihm seitens der Pressestelle aufgeschrieben hat, mehr nicht.

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Aktienrückkäufe: Wie CEOs ihre Unternehmen aufs Spiel setzen

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An der Wall Street sieht man Aktienrückkäufe als normales Instrument an

In den vergangenen Jahren gab es zwei von Top-Managern initiierte Schemata, die beide die von ihnen geführten Unternehmen aufs Spiel setzten: Aktienrückkäufe (verlorenes Jahrzehnt?) und für Kredite als Sicherheit hinterlegte Aktien! Beide Schemata fliegen den Unternehmen nun reihenweise um die Ohren. Im ersten Fall fehlt den Unternehmen nun das Geld in der Krise, im zweiten Fall können die als Kreditsicherheit hinterlegten Aktien schlimmstenfalls einen Abwärtstrend in der Aktie noch zusätzlich verstärken.

Aktienrückkäufe leerten die Konten der Unternehmen, ohne Nutzen zu stiften

Aktienrückkäufe waren über etliche Jahre beim Management zahlloser Unternehmen Mittel der Wahl, um angeblich Aktionäre am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Hunderte Milliarden US-Dollar wurden ausgegeben, um Aktien zurückzukaufen. Dieser Rückkäufe erhöhen temporär den Preis einer Aktie, da die Nachfrage nach den Papieren erhöht wird. Und wenn die Unternehmen die Aktien nach dem Rückkauf vernichten, dann haben die verbliebenen Aktionäre auch einen größeren Anteil am Unternehmen. Eventuelle Dividenden verteilen sich auf weniger Aktien und bei unverändertem Unternehmenswert sollte jede Aktie aus dem kleiner gewordenen Pool aller Aktien mehr wert sein. Um Steuern zu sparen und gemachte Gewinne nicht versteuern zu müssen, nahmen Unternehmen wie Apple sogar Kredite im Umfang dutzender Milliarden US-Dollar auf, um die eigenen Aktien zu kaufen.

Die Kredite sind bei Apple weniger ein Problem, da das Unternehmen gleichzeitig auf enormen Barreserven sitzt. Andere Unternehmen wie Boeing haben es deutlich schwieriger. Geld, das in den vergangenen Jahren für Aktienrückkäufe ausgegeben wurde, fehlt dem Unternehmen nun. Es wurde ausgegeben, ohne dadurch zusätzliches Wachstum für das Unternehmen zu generieren. Es ist das Mittel der Wahl für faule Manager, die keine Ideen haben, wie sie die vom Unternehmen erwirtschafteten Gewinne so reinvestieren können, dass Aktionäre dadurch langfristig profitieren. Dabei wäre die Mehrung des Unternehmensvermögens genau das, wofür das Management von den Aktionären eingesetzt wurde.

Dividenden-Ausschüttungen würden dem Unternehmen zwar auch Kapital entziehen, ohne dadurch zusätzliches Wachstum zu generieren. Doch Dividenden fließen den Aktionären wenigstens direkt zu. Von Aktienrückkäufen haben Aktionäre real höchstens dann etwas, wenn sie ihre eigenen Aktien zum künstlich gepushten Kurs veräußern.

Aktienrückkäufe lassen vor allem das Management profitieren

Dividenden haben zudem den Vorteil, dass das Management nicht überproportional davon profitiert. Genau das tut es aber bei Aktienrückkäufen. Denn inzwischen machen Optionskomponenten den Großteil der Managervergütungen aus. Je höher der Aktienkurs des Unternehmens ist, umso mehr wert sind auch die zugeteilten Aktienoptionen. Manche Aufsichtsräte waren sogar so verrückt, die Managervergütung direkt an den Aktienkurs zu koppeln – bei Tesla Motors zum Beispiel. Das Management hat damit einen maximal großen Anreiz, den Aktienkurs kurzfristig zu erhöhen.

Aktien-Optionen haben zudem den Nachteil, die Anteile der Altaktionäre zu verwässern. Denn jede ausgeübte Aktien-Option führt dazu, dass mehr Aktien im Umlauf sind. Vom gleichen Management durchgeführte Aktienrückkäufe neutralisieren somit erstens die Verwässerungseffekte der eigenen Aktien-Optionen und führen zweitens zu temporär höheren Aktienkursen, die die vom Management gehaltenen Optionen mehr wert werden lassen – oder wie im Falle von Tesla überhaupt erst zur Zuteilung der Optionen führen. Fehlt den Unternehmen nach den Rückkäufen dann auch noch das Geld in der nächsten Krise, wie bei Boeing, dann hat das Management die Unternehmenszukunft aufs Spiel gesetzt, um sich selbst Vorteile zu verschaffen.

Manager verpfänden ihre Aktien, um den eigenen Lebensstil steuerfrei zu finanzieren

Ein zweites gern von Managern genutztes Schema der Bereicherung zum Nachteil des Unternehmens ist abseits der Aktienrückkäufe die Kreditaufnahme für persönliche Zwecke. Manager wie Elon Musk von Tesla oder Markus Braun von Wirecard zahlen ungern Steuern. Und sie geben auch ungern das Steuer „ihres“ Unternehmens aus der Hand. Gleichzeitig pflegen oder pflegten sie jedoch gern einen opulenten Lebensstil. Um den zu finanzieren, müssten sie eigentlich einen Teil ihrer Aktien verkaufen. Dabei müssten die Kursgewinne versteuert werden und sie hätten anschließend weniger Stimmrechte auf der nächsten Aktionärsversammlung.

Liebend gern boten und bieten Banken daher an, doch einfach einen (großen) Teil der eigenen Aktien als Kreditsicherheit zu hinterlegen. Für Kredit fallen keine Steuern an, die Stimmrechte bleiben beim Aktienbesitzer und trotzdem ist der Lebensstil gesichert. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld werden die Zinsen dafür gern gezahlt.

Doch die Sache hat einen kleinen Haken: Das Schema funktioniert nur solange, wie der Aktienkurs nicht crasht. Tut er das, werden die Banken irgendwann nervös. Reicht der Wert der als Sicherheit hinterlegten Aktien nicht mehr aus, um den Kredit zu besichern, folgt der Margin Call. Der Kreditnehmer muss dann neue Sicherheiten hinterlegen. Kann er das nicht, werden die Kreditsicherheiten, also die Aktien, verwertet. Das heißt, die Bank wirft die Aktien auf den Markt. Alle. Zur gleichen Zeit. So wie bei Wirecard vor einigen Tagen. Diese Notverkäufe befeuern einen ohnehin bestehenden steilen Abwärtstrend zusätzlich. Je niedriger der Aktienkurs ist, umso schwieriger werden jedoch Kapitalerhöhungen. Denn für den gleichen neu eingeworbenen Betrag müssen viel mehr neue Aktien verkauft und damit der Anteil der Altaktionäre auch stärker verwässert werden.

Der Anteil der verpfändeten Aktien kann dabei durchaus enorme Werte annehmen. Bei Elon Musk sind es 54% all seiner Tesla-Aktien, von denen er rund 20% besitzt. Bei Softbanks Masayoshi Son sind es 60%. Son hält 27% an Softbank. Und Steven Rales, CEO der Danaher Corporation, hat 74% seiner Aktien verpfändet. Er hält 6,2% an Danaher. Sein Bruder Mitchell Rales hält weitere 5,1% an Danaher, von denen wiederrum volle 90,7% für Kredite verpfändet wurden.

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Tesla – die Wiederauferstehung der Dotcom-Blase!

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Die Euphorie um Tesla erinnert stark an die Dotcom-Blase: damals wurde alles gekauft, was mit Internet zu tun hatte – heute ist an die Stelle des Internets die Euphorie um die Elektromobilität getreten. Vor allem Tesla steigt von Allzeithoch zu Allzeithoch – aber dieser Anstieg basiert auf zwei eher unwahrscheinlichen Prämissen: erstens dass Elektroautos den Markt klar dominieren werden in Zukunft, und zweitens dass kein anderer Hersteller in der Lage sein wird, Tesla wirklich Konkurrenz zu machen..

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Dirk Müller zum Wasserstoff-Hype: Warum man jetzt nicht einsteigen sollte

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Wir hatten erst vorgestern über die Aussagen von Dirk Müller berichtet,über die Wahnsinns-Hausse der letzten Wochen in den USA, wo teilweise Minderjährige mit den Kreditkarten ihrer Eltern die Börse stürmen, und wo Millionen von Menschen mit Kleinstbeträgen wie wahnsinnig Börsenkurse pushen. Heute spricht Dirk Müller im folgenden Video über den aktuellen Hype rund um das Thema Wasserstoff. Diese Woche wurde der Hype nochmal kräftig befeuert durch die erst gestern präsentierten großen Pläne der EU, dass man bis 2050 klimaneutral werden wolle, und das mit Wasserstoff. Gigantische Milliardenprogramme sollen von Staaten und Unternehmen in Europa aufgelegt werden.

Also, ist das nun auch der große Start für den Hype rund um Wasserstoff-Aktien? Oder läuft er schon, und Anleger, die sich hier noch nicht auskennen, kommen zu spät? Genau davor warnt Dirk Müller im folgenden Video. Er beschreibt diese jetzige Euphorie und vergleicht sie mit Themen wie 3D-Druck oder Cannabis-Aktien. Jetzt sei der Markt für Anleger schon zu teuer. Man müsse nun erst einmal auf die Marktbereinigung warten, die nach der Euphorie einsetze. Er beschreibt auch Phasen der Markteuphorie, wie es sie in anderen Bereichen schon gegeben habe, die nun auch so beim Wasserstoff ablaufen würden.

Wasserstoff Tankstelle in Belgien
Eine Wasserstofftankstelle in Zaventem Belgien. Foto: Dr. Artur Braun (Arturbraun) CC BY-SA 4.0

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