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Deutsche Bank jetzt weniger wert als Beiersdorf und Linde

Wer dachte, dass ein Produkt wie Nivea irgendwie sehr "old school" sei, merkt nun, dass eine Creme wertvoller sein kann als ein Derivateportfolio mit bislang unbegrenzten Risiken und Nebenwirkungen..

FMW-Redaktion

Wer dachte, dass ein Produkt wie Nivea irgendwie sehr „old school“ sei, merkt nun, dass eine Creme wertvoller sein kann als ein Derivateportfolio mit bislang unbegrenzten Risiken und Nebenwirkungen. Letzteres ist, Sie ahnen es, bei der einst ehrwürdigen Deutschen Bank der Fall. Oder, wie der IWF in schönstem Bürokraten-Slang formuliert: sie ist „der wichtigste Nettolieferant von Systemrisiken“. Fragt man sich bloß, ob es auch „Bruttolieferanten“ gibt..

Wie auch immer: mit dem heutigen Kursrutsch, der jedoch im Verlauf des Handels geringer geworden ist, ist die Marktkapitalisierung der Deutschen Bank nun geringer als die von Nivea-Hersteller Beiersdorf oder dem Dax-Konzern Linde. Bekanntlich ist die Deutsche Bank nun auch noch zum zweiten Mal durch den Streßtest der Fed gefallen, was Bill Woodley, CEO der Deutsche Bank USA Corp. und damit der höchste Repäsentant der Deutcshen Bank in den USA, zu folgender, leicht beschönigender Bewertung verführte:

„Die angemessene Kapitalausstattung der Deutschen Bank (…) stand nie in Frage. Wir begrüßen, dass die Federal Reserve Fortschritte festgestellt hat und werden die in diesem Jahr gewonnenen Erkenntnisse umsetzen, um unseren Kapitalplan (…) zu verbessern“. Also überall nur Fortschritte, ist klar. Nunja, vielleicht aber auch deshalb, weil Rückschritte ohnehin kaum mehr möglich sind.

Sehen wir uns einmal den Chart-Vergleich zwischen Beiersdorf und Deutscher Bank an, also zwischen Nivea, Tesa und anderen Produkten gegen die „wichtigsten Nettolieferant(en) von Systemrisiken“: Sie dürfen drei Mal raten, welcher Chart der der Deutschen Bank ist (Hinweis: der blaue ist es nicht..):

Deutsche Bank und Beiersdorf

Neben der Deutschen Bank hat auch die Commerzbank ihr Fett weg bekommen vom IWF, aber wer sich die Begründung dafür durchliest, merkt zwischen den Zeilen: die Coba ist in größerem Maßstan schlicht zu unbedeutend.

Das gilt jedoch nicht für die größte Bank Italiens, die Unicredit, die heute wieder über 4% verliert nach den gestrigen Verlusten:

Unicredit300616

Und damit ein neues Allzeit-Tief erreicht:

Unicredit3006162

Auch andere italienische Banken durchaus sportlich im Minus heute. Daher wagen wir die Prognose: wenn die Banken nicht mitziehen bei dieser Erholung, wird es bald für die Aktienmärkte insgesamt noch einmal ziemlich knifflig werden!



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