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Deutsche Bank kann mit Vorschau auf Quartalszahlen nicht glänzen

Deutsche Bank Hochhäuser in Frankfurt

Die Deutsche Bank meldet am 29. Juli ihre Quartalszahlen. Vorab hat sie vorhin als Ad hoc Mitteilung zur Kernkapitalquote und zum Finanzergebnis vermeldet, dass man die Markterwartungen in diesen Bereichen übertreffen wird. Tja, man glänzt? Irgendwie will der Markt aber nicht so richtig der Jubelmeldung folgen, denn seit der Veröffentlichung dieser Info fällt die Deutsche Bank-Aktie von 9,03 Euro auf aktuell 8,65 Euro. Aber gut, kommen wir nun zu den aktuellen Detailaussagen der Bank.

Deutsche Bank mit Zahlen besser als erwartet?

Man erwarte derzeit auf Basis vorläufiger Zahlen eine harte Kernkapitalquote (CET1) von 13,3 Prozent zum 30. Juni 2020. Die Quote übersteige damit die Markterwartungen und frühere Prognosen der Bank. Zum Ende des ersten Quartals betrug die harte Kernkapitalquote 12,8 Prozent. Der Hauptgrund für den Anstieg der CET1 im zweiten Quartal waren laut Deutscher Bank niedrigere risikogewichtete Aktiva im Kreditgeschäft als erwartet. Das liege an einem geringeren Kreditvolumen, nachdem die Kunden der Bank in größeren Umfang als vermutet Kreditlinien zurückgeführt haben, vor allem zum Ende des Quartals. Außerdem habe sich das Derivatevolumen reduziert.

Die Kreditlinien hätten die Kunden ursprünglich im Zuge der wirtschaftlichen Herausforderungen durch die Covid-19-Pandemie genutzt und anschließend zurückgezahlt oder refinanziert. Tja, so möchten wir fragend anmerken. Kann diese positive Überraschung nicht auch deswegen zustande kommen, weil Banken seit März im Zuge der Coronakrise „gestundete Kredite“ in ihren Büchern nicht als Kreditausfälle deklarieren müssen? Denn so hat man wunderbare Zahlen mit schönen gesunden Vermögenswerten (Kreditforderungen), auch wenn die monatlichen Kreditraten von den Kunden gar nicht gezahlt werden. Aber diese Anmerkung nur mal vorweg von unserer Stelle als Frage formuliert. Man will der DB ja nicht zu nahe treten.

Und die Deutsche Bank schreibt aktuell auch, dass man außerdem erwarte, dass die Finanzergebnisse des zweiten Quartals 2020 die Analystenschätzungen, die die Bank am 21. Juli in ihrem Consensus Report veröffentlicht hat, leicht übersteigen werden werden. Also, alles wird gut, zumindest oberflächlich? Mit freundlicher Unterstützung des Gesetzgebers, wodurch die Bücher auf Hochglanz gehalten werden können? Wie gesagt, die Börsianer zeigen sich derzeit wenig begeistert, und die Aktie fällt. Denn mal ehrlich, „leicht bessere“ Finanzdaten als erwartet? Das löst keinen großen Euphorieschub aus, zumal die US-Konkurrenz teilweise richtig gut überzeugen konnte mit ihren Quartalszahlen in der letzten Woche.



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