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Deutsche Bank: Keine Strafzinsen für Sparer – auch ansonsten alles in Ordnung…

Die Deutsche Bank verkündet aktuell sie werde keine Strafzinsen für Sparer einführen - anders als aktuell die kleine Raiffeisenbank am Tegernsee. Die Deutsche kann die Negativzinsen der EZB ja auch...

FMW-Redaktion

Die Deutsche Bank verkündet aktuell sie werde keine Strafzinsen für Sparer einführen – anders als aktuell die kleine Raiffeisenbank am Tegernsee. Die Deutsche kann die Negativzinsen der EZB ja auch leichter mit anderen Einnahmen kompensieren also so eine kleine Bank. Aber, wie Privatkunden-Vorstand Christian Sewing heute im Bild-Interview betont, die Zinsflaute zwinge viele Banken zu höheren Gebühren – denn ein Bankkonto sei ein Service, der etwas koste. Aha Herr Sewing meinen wir da, höhere Kontogebühren, 1 Euro pro Papierüberweisung, Gebühren für das Einzahlen von gerollten Münzen, das ist also kein Ersatz für Negativzinsen? Denn schließlich hatten diverse Banken jahrelang voller Stolz mit kostenlosen Girokonten geworben.

Davon hört man schon lange nichts mehr bei den Banken. Dass Kontogebühren sein müssen, hätten laut Sewing inzwischen auch viele andere Banken verstanden, und würden sich anpassen. Das Motto der Banken scheint zu lauten „bloß keine Minuszinsen auf Girokonten und Sparkonten – was soll bloß der Bankkunde denken?“ Aber gerade die Kleinen wie eben die Raiffeisenbank vom Tegernsee kann nicht quersubventionieren, oder zumindest nicht so wie die Großbanken. Andere kleine dürften ihr folgen.

Und Sewing hat aktuell auch warme Worte für die Öffentlichkeit parat. Die Lage rund um die Deutsche Bank sei vollkommen stabil. Das Kapital sei ausreichend und zufriedenstellend. Eine Kapitalerhöhung sei nicht angedacht. Auch durch den jüngsten EU-Bankenstresstest entstehe kein Bedarf die Kapitalbasis aufzustocken. Man sei zwar nicht glücklich von 51 Banken Platz 43 belegt zu haben, aber schließlich sei so ein Ranking ja keine Bundesligatabelle.

Aber „selbstkritisch“ wie immer bei der Deutschen Bank sagte Sewing nach der Streichung der Dividende müsse auch der eigene Bonus zur Debatte stehen, worüber aber letztlich der Aufsichtsrat zu entscheiden habe. Der Vorstand hatte bereits verzichtet, aber wie sieht es mit den „Top-Performern“ unterhalb des Vorstands aus? Was die in den letzten Jahren alles so zustande gebracht haben, kann man gut visualisiert hier betrachten.

Worin liegt eigentlich noch der Sinn Boni zu zahlen resultierend aus Geschäften, deren Risiken man gar nicht beherrschen kann? Nach jahrlangem sozialkritischen Betrachten ist das eigentlich auch eine Frage für den Gesetzgeber. Aber der möchte ja, wie wir alle wissen, dass auch Deutschland ganz dringend, unbedingt auch in Zukunft „globale Champions“ in der Bankenszene benötigt. Nur warum eigentlich?



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