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Deutsche Bank mit übler Blamage beim US-Banken-Stresstest

Claudio Kummerfeld

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am

Die Deutsche Bank hat als einzige von 35 geprüften Banken den zweiten Teil des Banken-Stresstests der US-Notenbank Federal Reserve nicht bestanden. Im ersten Teil des Stresstests wurde zwar eine ausreichende Kapitalbasis bescheinigt. Aber jetzt im zweiten Teil ging es um die internen Abläufe der Banken. Und die Aussagen der Fed zu den Abläufen der DB sind katastrophal.

Deutsche Bank hat sogar Probleme bei einfachsten Planungen

Die Deutsche Bank-Tochter „DB USA“ habe laut Fed Probleme bei den Planungen zu Einnahmen und Verlusten. Ebenso gäbe es gravierende Mängel bei der Datenverarbeitung und den internen Kontrollsystemen. Letztlich führe das laut Fed dazu, dass man Besorgnisse haben bezüglich der Fähigkeit „Kapitalbedürfnisse auf vorausschauender Basis festzulegen“. Bei ihren Planungen und internen Abläufen sei die DB USA nicht ausreichend für Krisensituationen gewappnet. Es gäbe „weit verbreitete und bedenkliche Defizite“ in allen Bereichen der Kapitalplanung, so die Fed. Kurz-Zusammenfassung der Fed im Wortlaut:

The Board objected to the capital plan from DB USA Corporation due to qualitative concerns. Those concerns include material weaknesses in the firm’s data capabilities and controls supporting its capital planning process, as well as weaknesses in its approaches and assumptions used to forecast revenues and losses under stress.

Was sind die praktischen Folgen für die Bank? Die DB USA muss jedes Mal bei der Fed um Erlaubnis fragen, wenn sie Kapital an die Deutsche Bank-Mutter in Frankfurt abführen will. Aber weitaus schlimmer ist der anhaltende Vertrauensverlust. Dieses Ergebnis in den USA verantwortet ja nicht der seit wenigen Wochen amtierende neue Chef Chrisitan Sewing, sondern noch sein Vorgänger John Cryan. Und der galt doch als knallharter Sanierer. Auch er konnte die desaströsen Zustände in den USA also überhaupt nicht in den Griff bekommen.

Die Reaktion der Deutschen Bank

Und so reagiert die Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt aktuell auf die Ergebnisse. Wie es zu erwarten ist, sieht das alles in einem nicht ganz so schlimmen Licht aus. Zitat:

Die Federal Reserve hat den Kapitalplan der DBUSA nicht auf quantitativer Basis, wohl aber aus qualitativen Gründen abgelehnt. Es ist das erste Jahr, in dem DBUSA und die Intermediate Holding Companies (IHCs) ausländischer Banken, die in den USA tätig sind, öffentlich an CCAR teilgenommen haben.

Die DB USA Corporation hat umfangreich investiert, um ihre Kapitalplanung sowie ihre Kontrollen und Infrastruktur zu verbessern. Sie hat dabei bereits Fortschritte erzielt. Hierauf aufbauend wird sie ihre Anstrengungen fortsetzen und dabei weiterhin konstruktiv mit den Aufsichtsbehörden zusammenarbeiten, um ihren eigenen und den Erwartungen der Regulatoren gerecht werden.

Auf quantitativer Basis hat die Federal Reserve prognostiziert, dass selbst in einem sehr negativen wirtschaftlichen Szenario die harte Kernkapitalquote (CET1) der DBUSA über einen Planungshorizont von neun Quartalen hinweg zu keinem Zeitpunkt unter 12,2 Prozent fallen und damit den aufsichtsbehördlichen Mindestwert von 4,5 Prozent deutlich übertreffen würde. Auch die Verschuldungsquote (Tier 1 Leverage Ratio) der DBUSA würde nicht unter 5,7 Prozent fallen und damit klar über dem Mindestwert von 4,0 Prozent bleiben. Auch für alle anderen Kapitalquoten wurden die Mindestwerte übertroffen.

Die DBUSA ist eine IHC und hatte am 31. März 2018 eine Bilanzsumme von 133 Milliarden US-Dollar. Das sind rund 7 Prozent der Bilanzsumme des Deutsche-Bank-Konzerns und 28 Prozent aller Geschäftseinheiten der Deutschen Bank in den USA. DBUSA umfasst im Wesentlichen die Deutsche Bank Securities Inc., ein bei der US-amerikanischen Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde SEC registrierter Broker-Dealer, die Deutsche Bank Trust Company Americas, eine beim US-Einlagensicherungsfonds FDIC versicherte Bank, und die DB USA Core Corporation, eine US-Einheit für Dienstleistungsfunktionen.


Grafik aktuell von der Deutschen Bank.

Deutsche Bank-Türme in Frankfurt
Die Deutsche Bank-Türme in Frankfurt. Foto: Nordenfan / Wikipedia (CC BY-SA 4.0)

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Abwarten beim Dax, ifo steigt, 5G startet, Tradingideen bei Adidas und Mastercard

Redaktion

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Sollte man sich jetzt in den Dax reinkaufen? Im folgenden Video bespricht Manuel Koch die aktuelle Lage und die Aussicht für die nächsten Wochen mit einem Experten. Noch 3 bis 4 Wochen solle man abwarten. Würden die Kurse dann zurückkommen, seien es Kaufkurse. Wenn nicht, dann sehe der Markt neue Jahreshöchststände.

Der heute veröffentlichte ifo-Index gebe weiteren Optimismus für die deutsche Konjunktur. Auch im Video angesprochen wird das von Telefonica an den Start gebrachte 5G-Netz.

Konkret besprochen werden im folgenden Video zwei Handelsempfehlungen der trading house Börsenakademie. Die Aktien von Adidas und Mastercard seien beide ein Kauf. Man könnte mit einer Stop-Buy-Order einsteigen.

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Anleger warten ungeduldig auf den Volks-Tesla – Werbung

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Lieber Börsianer,

vorgestern hatte Elon Musk im Rahmen einer weithin beachteten Präsentation (Battery Day) die neue Tesla-Batterie des Modells 4680 vorgestellt. Die Ingenieure waren begeistert von der neuen Rundzelle. Die Investoren hingegen waren eher ernüchtert und schickten die Aktie nach der Präsentation erst einmal südwärts.

Wer hat nun Recht, die Ingenieure oder die Investoren?

Ich meine, die Ingenieure. Denn die neue Batterie wird den Tesla-Autos eine um 16 % verbesserte Reichweite verschaffen und dies bei verringerten Produktionskosten (-14 %). Damit rückt der sogenannte Volks-Tesla in greifbare Nähe. Vor Steuern soll dieses E-Auto nicht mehr als 25.000 USD kosten und soll damit für breite Schichten erschwinglich sein.

Dabei wird der US-Autobauer den Anteil des Siliziums im Batteriekern weiter senken und durch billigeres Graphit ersetzen. Gleichzeitig werden die Batteriespeicher der neuen Generation weniger Kobalt enthalten und stattdessen mehr Nickel. Besonders unter Umweltaktivisten ist Kobalt aufgrund seines wenig umweltverträglichen Abbaus umstritten. Also von der Technikseite nur gute Nachrichten für Tesla und die Branche der E-Mobilität.

Tesla braucht noch Zeit

Warum war die Investorenseite dann enttäuscht? Nun, Elon Musk hatte keine Revolution verkündet. Der Fortschritt ist beträchtlich, aber er braucht Zeit. So wird der eingangs angesprochene Volks-Tesla erst in knapp 3 Jahren das Licht des Marktes erblicken. Vor allem die Umstellung des Produktionsprozesses der Akku-Batterien wird viele Monate in Anspruch nehmen. Derzeit arbeiten die Batteriehersteller in China und Japan, wie etwa Panasonic oder CATL, unter Volllast. Jetzt schon ist absehbar, dass dem Markt im kommenden Jahr erschwingliche Batterien fehlen werden. So haftet der neuen Tesla-Batterie zunächst etwas Theoretisches an.

Tech-Investoren sind heuer – zumindest nach dem März-Tief – bekanntlich sehr verwöhnt worden. Es war praktisch unmöglich für uns, Kursraketen zu vermeiden. Das haben wir sehr angenehm auch im NextGeneration-Depot der Premium-Chancen gespürt. Mit Titeln wie Zur Rose, Apple, Tomra oder auch…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Aktienmärkte: „Zeit, dass etwas Luft aus der Blase entweicht“

Markus Fugmann

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Es sei nun Zeit, dass etwas Luft aus der Blase der Aktienmärkte entweicht, sagt der Vermögensverwalter Hendrik Leber in einem Interview von money.de. Das einzige, was derzeit positiv sei, so Leber, sei, dass es genug Geld gäbe.

Ansonsten aber dominieren laut Leber schlechte Nachrichten für die Aktienmärkte:

  • die Unsicherheit vor der US-Wahl (Trump hat auf der Pressekonferenz gestern Nacht erneut offen gelassen, ob er das Ergebnis der Wahl akzeptieren wird)
  • der Stimulus durch die US-Politik kommt nicht mehr vor der Wahl
  • bei vielen Aktien wie etwa Tesla seien die Bewertungen viel zu hoch – ein Zeichen für eine Blase wie im Jahr 200

Hendrik Leber hält daher erst einmal sein Pulver trocken und wartet ab. Aber eine optimistische Botschaft für die Aktienmärkte hat der Vermögensverwalter dann doch: er glaubt, dass schon Ende des Jahres der Impfstoff kommen werde und sich damit das Corona-Problem erldigt habe (was wir jedoch für extrem unwahrscheinlich halten):

Die Aktienmärkte mit Anzeichen einer Blase

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