Folgen Sie uns

Aktien

Deutsche Bank: Probleme, Gerüchte, US-Geschäft vor Verkauf – das Kernproblem bleibt!

Die Gerüchteküche rund um die Deutsche Bank brodelt übers Wochenende mal wieder kräftig. Während die Bank derzeit mit der US-Jusitz über die Höhe der Milliardenstrafe…

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Die Gerüchteküche rund um die Deutsche Bank brodelt übers Wochenende mal wieder kräftig. Während die Bank derzeit mit der US-Jusitz über die Höhe der Milliardenstrafe bezüglich der US-Finanzkrise verhandelt, sollen de USA laut WamS sogar erwägen die Deutsche Bank dazu zu zwingen bestimmte Bereiche des Investmentbankings aufzugeben. Wenn das so käme, wäre das für das Image der Bank noch mal eine neue Höchststrafe. WamS + SZ bringen auch durch die Bank selbst einen bevorstehenden Teilrückzug oder sogar einen kompletten Rückzug aus dem US-Geschäft ins Spiel.

Betroffen wären von einem Rückzug aus den USA gut 10.000 Mitarbeiter. Mensch, das sind ja fast nur noch 10.000er-Schritte bei der Deutschen Bank? Aber noch sind das ja keine Fakten! Einen großen Vorteil hätte das auf jeden Fall: Mangels bestehender Präsenz hätten die Aktionäre die Gewissheit, dass in den USA ab sofort keine neuen Rechtsstreitigkeiten mehr entstehen können. Denn man sieht ja, dass die Deutsch-Banker in den USA offensichtlich nicht zurecht kommen.

Mit dem Kauf von „Bankers Trust“ 1999 war man vermeintlich in der 1. Liga der US-Investmentbanken angekommen, aber so wirklich ist man als ausländisches Institut nie Teil der „Familie“ an der Wall Street geworden, was ja auch die beiden großen Schweizer Banken in den letzten Jahren erfahren durften. Auch wenn das Personal natürlich zu allergrößten Teilen aus den USA stammt, so blieben die Führungskräfte, die aus Europa entsandt wurden, immer eine Art Fremdkörper für die Amerikaner, wie aus Finanzkreisen immer wieder zu hören war.

Der Rückzug aus den USA wäre für die deutsche Bankenlandschaft endlich das Eingeständnis, dass es außerhalb des angelsächsischen Raumes nie die „Investmentbanking“-Kultur gegeben hat. Die Dresdner Bank mit Kleinwort Benson sowie die Deutsche mit Morgan Grenfell + Bankers Trust haben krampfhaft versucht durch Übernahmen Teil der großen Familie zu werden. Beide sind kläglich gescheitert. Kleinere deutsche Banken, deren Bankmanager (siehe HSH Nordbank) peinlicherweise versuchten auch Teil dieser tollen Party zu sein, wurden sofort wieder von der Party ausgeladen, nachdem man seinen Schrott bei ihnen abgeladen hatte.

Die Deutsche Bank hat ihr Hauptproblem immer noch nicht erkannt. Selbst wenn sie jetzt aus den USA flüchtet, verbleibt sie ja mit ihrem Standort London. Auch wenn der nach dem Brexit schrumpfen sollte, will John Cryan weiterhin mit voller Kraft auf dieses Zugpferd setzen. Er hat also immer noch nicht verstanden, dass die Deutsche Bank sich eigentlich endlich von dem Geschäftsbereich verabschieden sollte, der der Bank die allermeisten Probleme eingebrockt hat. Er war für ihren Niedergang verantwortlich. Oder gab es aus dem trockenen, langweiligen und überhaupt nicht aufregenden Filialgeschäft irgendwelche Klagen durch ausländische Justizbehörden? Die Bank sollte sich auf ihre „Kernkompetenz“ konzentrieren.

Außerdem wäre die Bank ohne Investmentbanking bei der nächsten großen Finanzkrise fast immun gegen einen Crash am Derivatemarkt. Aber das ist unrealistisch. Der Traum vom tollen Investmentbanking, dass für die Bank angeblich so wichtig ist, wird weiter geträumt. Und die deutsche Wirtschaft braucht ja unbedingt eine Deutsche Bank als Global Player. Wir hatten es in der Vergangenheit betont, und betonen es an dieser Stelle erneut: Bevor Ackermann und Co auf die Idee kamen auf allen Sektempfängen dieser Welt anwesend sein zu müssen, kamen die Deutsche Bank und deutsche Wirtschaft auch ohne Investmentbanking richtig gut zurecht.

Oder gab es in den 70ern und 80ern keine deutsche Exportwirtschaft? Es ging auch so. Und auch ohne Deutsche Bank als „Global Player“ wird es für die deutsche Industrie immer noch massenhaft Spezialbanken geben, die Schlagen stehen um Derivate aufzulegen, Risiken abzusichern etc. Nur muss die Bank, die man als „Systemrelevanz“ Nummer 1 in Deutschland ansehen darf, nicht endlich wegkommen von dieser Branche, mit der sich anscheinend überhaupt nicht umgehen kann?

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Jörg

    17. Oktober 2016 11:03 at 11:03

    Ein wirklich ausgezeichneter Kommentar!
    Übrigens: Hier einmal eine Auflistung der ‚Sünden‘ der Deutsche Bank in der Vergangenheit;
    http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/1022588112/

  2. Avatar

    joah

    17. Oktober 2016 11:21 at 11:21

    »Die Bank sollte sich auf ihre „Kernkompetenz“ konzentrieren.«

    Sie sollte zu dem werden, was sie ohnehin am besten kann: nichts.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Warum ich keine Lieblingsaktien habe! – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

was ist Ihre Lieblingsaktie? Welchem Titel halten Sie unbedingt die Treue und gehen quasi mit ihm durch dick und dünn? Hier verzeihen Sie auch einmal schlechte Nachrichten, weil Sie von dem Unternehmen wirklich überzeugt sind. Das Phänomen der Lieblingsaktie kann auch gleich für eine ganze Branche gelten. So schworen viele Privatanleger vor einigen Jahren auf Unternehmen aus der Edelmetall-Branche. In fester Erwartung eines Euro-Untergangs wurde diese Branche für viele Privatanleger zum bevorzugten Ort der Investition.

Typisch für eine solche Situation ist, dass wir die Nachrichtenlage dann nur noch sehr eingeschränkt wahrnehmen. Schlechte Nachrichten zu unserer Lieblingsaktie blenden wir aus. Gute Nachrichten hingegen bewerten wir in ihrer Bedeutung für die Kursentwicklung über. Mehr noch: Oftmals bilden wir in unseren Lieblingsaktien deutliche Übergewichtungen in unseren Depots, weil wir hier gerne mehrfach kaufen. Plötzlich steht Ihre Lieblingsaktie dann für 10 oder 20 % Ihres Gesamtdepots. Wenn Ihre Lieblingsaktie dann einmal schwächelt, ist Ihr Depot aufgrund der Übergewichtung chancenlos.

Aber wie entsteht eigentlich so eine Lieblingsaktie in unserem Depot? In aller Regel steht am Anfang zunächst eine starke Performance. Folglich mögen wir diese Aktie, weil sie uns eben zunächst viel Rendite beschert hat. Am besten können wir die Produkte unseres Lieblingsunternehmens im Alltag auch noch erfahren und quasi anfassen. Tatsächlich schätzten in der Vergangenheit viele deutsche Privatanleger die Aktien von BMW oder Daimler, weil sie privat ein…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Aktien

Aktienmärkte: Corona-Krise und ein heimlicher Star im deutschen Leitindex

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Normalerweise waren die letzten Jahre die Zeit für Wachstumstitel, also für Growth, wie man es in der Sprache der Aktienmärkte bezeichnet. Eher jedoch nicht für den deutschen Leitindex Dax – aber dort steht ein Wert ganz oben in der Performance, von dem man es noch weniger erwartet hätte: die Deutsche Post. Man profitiert derzeit vom „Stay at Home“ und vielleicht nochmals durch ein logistisches Thema der Superlative.

Die bevorstehende Massenimpfungen

Was werden nicht alles für Zahlen herumgereicht? Die Gesamtbevölkerung der Erde müsse gegen Covid-19 geimpft werden, 7,7 Milliarden Menschen und dies gleich zweimal. Aber gemach, es werden sich nicht alle impfen lassen wollen, und es einige durch Immunität nicht mehr brauchen (oder durch heimische Pharmafirmen versorgt werden) und viele sich in einem Alter befinden, in dem die Gefährlichkeit des Virus unterhalb des Promillebereichs für die Betagten und Gefährdeten liegt. Dennoch: Es gilt Abermillionen von Impfdosen zu transportieren, mit den verschiedensten Transportmitteln, mit speziellen Behältern und mit der Aufrechterhaltung von Kühlketten und überall ist der deutsche Marktführer gut aufgestellt.

Die unauffällige Hausse bei einem Underdog der Aktienmärkte

Die Deutsche Post (DHL Group) feierte gerade den 20. Börsengeburtstag. Der Logistik-Riese, der aus einem Paket- und Postzusteller hervorging, wurde am 20. November 2000 zu 21 Euro an die Börse gebracht. Zu dieser Zeit stand der Dax bei 6609 Punkten. Betrachtet man nun die Kursentwicklung von Index und den Dax-Wert Deutsche Post (gestern 40,39 Euro), so könnte man den Eindruck gewinnen, als wäre der Dax mit seiner Kursverdoppelung besser gelaufen, als der deutsche Logistiker, der es nur auf gut 80 Prozent Kurszuwachs brachte. Rechnet man die Dividendenzahlungen hinzu, käme man bei der Post aber auf circa 268 Prozent Gewinn. Beim Dax als Performance-Index werden die Dividenden einfach hinzugerechnet. Macht eine Rendite der Deutschen Post von 6,7 Prozent p.a. gegenüber dem Index mit seinen 3,5 Prozent. Der Traditionswert ein heimlicher Star der Aktienmärkte – gewiss, denn ein Großteil der Dax-Werte ist noch weit von seinen ehemaligen Höchstständen entfernt. Bis auf fünf Werte, einer davon ist die Marke mit dem auffälligen Gelb.

Dies ist natürlich den Analysten nicht verborgen geblieben: so erwarten Ökonomen von Goldman Sachs einen Umsatzanstieg der Deutschen Post von aktuell 65 Milliarden bis auf 80 Milliarden Euro im Jahr 2024, der Gewinn soll im gleichen Zeitraum von 4,4 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro steigen. Wäre ein einstelliges KGV, hinzu kommt die niedrige Börsenbewertung im Vergleich zu UPS oder Fedex.

Fazit

Obwohl die Aktienmärkte derzeit die Umschichtung von Growth zu Value spielen, kann dies dem deutschen Logistiker relativ egal sein. Man profitiert weiter von den Auswirkungen der partiellen Lockdowns, vermutlich noch durch die Wintermonate, als auch von der neuen Situation um die Mammutaufgabe Impfung der Bevölkerung mit all den personellen und logistischen Herausforderungen.

Jetzt steht in dieser Woche erst einmal der große vorweihnachtliche Hype um den „Black Friday“ und den „Cyber Monday“ auf dem Programm. Angesichts der Pandemie sicherlich mit bisher noch nie gesehenen Umsätzen. Ein DHL-Manager sprach schon davon, dass Covid-19 die Umsätze der Post in das Jahr 2030 hieven werde. Und jetzt kommt noch das Transportthema Impfstoff hinzu. Ein Goldilocks-Szenario? Nicht ganz, denn da gibt es noch einen übermächtigen Konkurrenten aus Übersee, der bis 2021 mit eigenen Paketzentren in Deutschland zulegen will. Der „All-Star“ der amerikanischen Aktienmärkte Amazon, der bereits schon für ein Viertel der Paketsendungen in Deutschland verantwortlich ist.

Die Aktienmärkte in Deutschland und ihr heimlicher Star

weiterlesen

Aktien

Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Die überbewrteten Aktienmärkte der USA als Bombe, die bald entschärft wird

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage