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Deutsche Bank zahlt in den USA 7,2 Milliarden Dollar – wir sagen, warum der Deal positiv auszulegen ist!

Mit bis zu 14 Milliarden Dollar hatte man maximal als Strafzahlung für die Deutsche Bank in den USA gerechnet, die man aufgrund der Emission und Platzierung von hypothekengedeckten…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Mit bis zu 14 Milliarden Dollar hatte man maximal als Strafzahlung für die Deutsche Bank in den USA gerechnet, die man aufgrund der Emission und Platzierung von hypothekengedeckten Wertpapieren zahlen muss. Nun werden es laut Deutscher Bank insgesamt 7,2 Milliarden Dollar. Eine offizielle Bestätigung der US-Justiz ist noch nicht veröffentlicht.

3,1 Milliarden Dollar davon zahlt man als Zivilstrafe, und 4,1 Milliarden Dollar als sogenannten „Consumer Relief“ als Erleichterungen direkt an Verbraucher. Da dürfte so mancher erst einmal durchatmen, dass es nur die Hälfte der möglichen Summe wurde. Dennoch ist das eine ganze Stange Geld. Aber jetzt kommt das Entscheidende. Immer vorausgesetzt, dass die Deutsche Bank nur das veröffentlicht hat, was auch wirklich so mit den US-Behörden vereinbart war, fällt der Deal sehr schmeichelhaft für die Deutsche Bank aus.

Denn wohl sofort zahlen muss man nur die 3,1 Milliarden Dollar Strafe an die Justizbehörde. Die 4,1 Milliarden Dollar an die Verbraucher wird über einen Zeitraum von mindestens (!) fünf Jahren gestreckt. Im Klartext bedeutet das „Ratenzahlung“. Und auch hier zahlt man ja nicht Geld, sondern gewährt bestehenden Kunden verbesserte Darlehensbedingungen und vergleichbare Maßnahmen. Also zahlt man statt der Horrorzahl 14 Milliarden jetzt nur 3,1 Milliarden, dann in den nächsten 12 Monaten wohl 820 Millionen Dollar (oder weniger) in Form von vergünstigten Darlehensraten – in den folgenden vier Jahren dann auch jeweils maximal 820 Millionen Dollar.

Zahlungsverpflichtungen über mehrere Jahre strecken, das ist wohl das besondere Zuckerl, dass die Deutsche Bank freuen dürfte! Die Bank weist zwar darauf hin, dass diese Einigung mit der US-Justiz erst mal nur eine grundsätzliche Einigung ist, und es keine Garantie gibt, dass der endgültige Text so aussehen wird. Aber nehmen wir hier jetzt mal an, dass es dabei bleibt. Die Bank selbst schreibt, dass sie für ihr 4. Quartal aus dieser Strafe eine Belastung von nur 1,17 Milliarden Dollar erwartet. Es entstehe hieraus „kein wesentlicher Einfluss“ auf die Jahreszahlen für 2016.

Fazit: Es wird anders als befürchtet wohl keine Kapitalerhöhung notwendig sein. Auch dürfte es wohl (Stand heute) erst mal kein Horrorszenario a la Not-Verstaatlichung geben. Denn insgesamt hatte die Bank ja bereits 5,9 Milliarden Euro für solche Strafzahlungen zurückgelegt. Damit kommt man erst mal gut über die Runden. In den USA stehen wegen anderer Rechtsstreitigkeiten auch gegen die Deutsche Bank (Aktien-Hinterlegungsscheine / ADRs) vielleicht in Zukunft weitere Zahlungen an, aber man dürfte wohl fürs Erste erleichtert sein in Frankfurt.

Barclays

Fragen dürfte man sich, was sich die Barclays Bank gedacht hat, als sie in der selben Angelegenheit wie die Deutsche Bank eine Einigung mit den US-Behörden jetzt abgelehnt hat. Das bedeutet: Das US-Justizministerium wird vor einem US-Gericht gegen Barclays klagen. Das Justizministerium schreibt in seinem aktuellen Text zu Barclays, dass Investoren Milliarden verloren hätten. Eine exakte Schadensumme spricht man also noch nicht an. Man darf aber davon ausgehen, dass man vor Gericht volle Pulle einen möglichst maximalen Betrag rausholen will. Schon der lange Erläuterungstext, der aktuell veröffentlicht wurde, lässt dies vermuten. Interesse diesen Text zu lesen? Dann einfach hier klicken, es lohnt sich durchaus da mal genauer nachzulesen!

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    gerd

    23. Dezember 2016 10:21 at 10:21

    Wenn FMW schon mal was positiv sieht, dann will ich diesmal Wasser in den Wein geben.

    Als Mitte September die drohende Strafe publik wurde, stand die Aktie bei rund 13Euro. Daraufhin sackte sie auf 10Euro.
    Jetzt liegt der Kurs bei rund 18E.
    Gegenüber den 13E – bevor man überhaupt von der drohenden Strafe wusste – sind das rund 40%.
    Ob das gerechtfertigt ist, heute nochmal einen fetten Kurszuschlag zu zahlen, mögen die Käufer der Aktie selbst entscheiden.

    Kann natürlich auch sein, dass die damaligen Verkäufer bei 13Euro bescheuert waren. Wer weiß es?

    • Avatar

      Feldmaen

      23. Dezember 2016 10:34 at 10:34

      Schreit mal wieder alles nach einem ganz dubiosen Spielchen der großen Player. Ich weiß noch genau wie Soros & co mit Ihren Shorts geprahlt haben. Da kam dann die Nachricht einer 14 Milliarden Strafe natürlich ganz gelegen. Als es unter 10 € nicht weiter ging, sind mit Sicherheit die meisten Shorts eingedeckt worden. Und jetzt, welch Überraschung, nur diese milde Strafe! Ich könnt ko..en. Ich sags immer wieder, legt Euch beim Zocken nicht mit den großen an!

  2. Avatar

    Gixxer

    23. Dezember 2016 14:00 at 14:00

    5,9 Mrd. wurden für Rechtsstreitigkeiten zurückgelegt.
    Jetzt sind es in dem Fall nur 3,1 Mrd. geworden. Man hat also noch 2,8 Mrd. übrig. Klingt ja super, aber soweit ich weiß, hat die Bank doch auch noch etliche andere Verfahren laufen (mehrere tausende, wenn ich mich Recht erinnere).
    Für diesen Rest sind demnach also noch 2,8 Mrd. übrig. Ich hoffe mal, das reicht.

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