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Deutsche Bank zur Razzia: „Wir dachten wir hätten schon alle Infos gegeben“

Heute Vormittag gab es eine große Razzia bei der Deutschen Bank in Frankfurt (wir berichteten). Dabei geht es offensichtlich um die Ermittlungen zu den „Panama Papers“. Immerhin waren 170 Beamte im Einsatz. Bei dem gigantischen Umfang dieser Aktion verwundert die aktuell veröffentlichte Aussage der Deutschen Bank zur Razzia schon ein wenig, vor allem die lockere Formulierung. Eigentlich, so denkt man, habe man den Behörden doch schon sämtliches Material zur Verfügung gestellt. Die Behörden sehen das offenbar anders. Zitat Deutsche Bank aktuell:

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat heute mehrere Standorte der Deutschen Bank in Deutschland durchsucht, darunter die Konzernzentrale an der Taunusanlage.

Die Bank veröffentlicht dazu folgende Erklärung:

„Es ist richtig, dass die Polizei aktuell an verschiedenen Standorten unserer Bank in Deutschland ermittelt. Es geht um einen Sachverhalt mit Bezug auf Panama Papers. Wir werden umgehend kommunizieren, sobald wir mehr Details haben. Wir werden mit den Behörden vollumfassend kooperieren.”

Wir werden Sie an dieser Stelle weiter informieren, sobald wir neue Details haben.

Aktualisierung, 13.01 Uhr:

„Wir waren der Ansicht, dass wir den Behörden alle relevanten Informationen zu den Panama Papers bereitgestellt hatten. Selbstverständlich werden wir eng mit der Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main kooperieren, da auch uns daran gelegen ist, alle Verdachtsmomente aufzuklären. Wir haben in den vergangenen Jahren stets bewiesen, dass wir mit den Behörden vollumfassend kooperieren. Und das werden wir auch weiter so halten.“

Deutsche Bank
Foto: Deutsche Bank AG



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3 Kommentare

  1. vor den deutschen Behörden muss sich die Deutsche Bank ja auch nicht fürchten. Mehr als ne Ermahnung kommt dabei nicht rum, egal wie kriminell vorgegangen wurde…

  2. „Wir haben in den vergangenen Jahren stets bewiesen, dass wir mit den Behörden vollumfassend kooperieren.“
    Denkt man an diverse Geburtstagsfeiern mittelloser Spitzenfuntionäre im Kanzleramt, so gilt dies vor allem umgekehrt. Humor ist wichtig, besonders im Investmentbanking.

  3. Deutsche Bank, immer wieder Deutsche Bank in Zusammenhang mit Ermittlungen rund um den Globus.
    Für mich ist es der Gipfel der Unverfrorenheit, dass sich der ehemalige Vorstandssprecher und CEO der Deutschen Bank (2002 -2012), Josef Ackermann, hinstellt und behauptet, er habe ein gut aufgestelltes Haus übergeben. In seiner Amtszeit passierten die meisten Banker-Fehlgriffe, für die das Unternehmen allein von 2012 bis 2015 knapp 13 Mrd.€ an Zahlungen für Rechtsstreitigkeiten aufwenden musste. Er war es, der das Renditeziel von 25% (2005) als Ziel auslobte, welches ohne manipulatives Handel wohl unmöglich erreichbar war. Der Mann, der seinen 60. Geburtstag im Kanzleramt feiern durfte, gilt als einer der Brandstifter der Finanzkrise. Die Aktie steht heute auch bei Einbeziehung der Bruttodividende tiefer als im Jahr 1992. Der Banker wurde nie für Fehlentscheidungen zur Rechenschaft gezogen (bis auf den Mannesmann-Prozess 2004), die Millionen an Gehalt und Boni sind vereinnahmt und er fühlte sich an seinem 70. Geburtstag mit sich im Reinen. Ich bin wirklich kein Freund plumper Kapitalismuskritik. Aber die Entwicklung des bereits im Jahr 1870 gegründeten Unternehmens mit der Entkoppelung von Risiko und Haftung kann einen wirklich zornig machen, höflich formuliert.

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