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Deutsche BIP-Zahlen enttäuschen; Fokus wechselt zurück auf Wirtschafsdaten

Gastanalyse von Milan Cutkovic, Marktanalyst AxiTrader

Der S&P 500 schloss den gestrigen Handelstag mit einem frischen Rekordhoch ab, aber es ist ungewiss, ob die heitere Stimmung auch heute auf die europäischen Börsen übergehen wird. Der Deutsche Aktienindex hat gestern mit 10,723 und 10,792 gleich zwei wichtige Widerstände überwunden, traf aber bei 11,800 starken Widerstand.

Die Anleger freuten sich gestern noch über eine leichte Kehrtwende in der Außenpolitik des US-Präsidenten. Trump übte vor einigen Wochen scharfe Kritik am Nordamerikanischen Freihandelsabkommen, und kündigte eine komplette Neuverhandlung an. Beim gestrigen Treffen mit dem kanadischen Premierminister Trudeau sagte Trump, dass lediglich einige Änderungen vorgenommen werden. Dies wurde als Zeichen gesehen, dass Trump seine Angriffsrhetorik weiter mäßigen wird.

Die neuesten Wirtschaftszahlen aus China könnten die Stimmung an der Börse etwas aufheitern. Der Erzeugerpreisindex (PPI) erreichte im Januar ein Sechs-Jahres-Hoch. Der Anstieg ist ein Signal dafür, dass die globale Wirtschaftsleistung wieder an Tempo gewinnt.

Währenddessen gaben die Ölpreise wieder etwas nach. Zwar hat die OPEC ihre Ölförderung noch stärker gekürzt als vereinbart. Die Ölproduktion in den Vereinigten Staaten stieg in der Zwischenzeit aber, was die Preise unter Druck brachte.

Im Devisenmarkt gab der US-Dollar leicht unter Druck, während der australische Dollar gefragt war. Die Konjunkturumfrage der australischen Bank NAB erreichte ein Niveau von 16.0, das höchste Ergebnis seit 2007. Auch das Geschäftsvertrauen nahm laut NAB zu. Die Zahl lag in Januar bei 10.0, ein Plus von 4 Punkten gegenüber dem vorherigen Monat.

AUD/USD stieg von 0.7633 auf 0.7680. Widerstand wird bei 0.77 erwartet, gefolgt von 0.7780. Sollte das Währungspaar auch die letztere Hürde überwinden, wäre eine Verlängerung des Rally bis zu 0.80 vorstellbar.

Gold bewegte sich in den letzten paar Handelstagen seitwärts. Die ständigen Stimmungsschwankungen an den Börsen machten dem Edelmetall zu schaffen. Jedoch bleibt die Nachfrage stark, und der klare Aufprall bei der $1220 Unterstützung deutet daraufhin, dass die Gold-Bullen Grund haben optimistisch zu bleiben. Starker Widerstand im Bereich zwischen $1245 und $1250 erwartet werden. Ein Bruch darüber würde signalisieren, dass Gold bald $1300 testen wird.

Die politischen Sorgen Europas könnten heute durch die vielen Wirtschaftsdaten etwas in den Hintergrund geraten. Der Euro steht zu Beginn des europäischen Handeltages schon etwas unter Druck. Das deutsche BIP wuchs im vierten Quartal um nur 1.2 % im Vergleich zum vorherigen Jahr. Der Markt hatte eine Erhöhung von 1.7 % erwartet. Sollten auch die ZEW Konjunkturerwartungen später mager ausfallen, könnte der Euro schnell wieder unter die 1,06-Marke fallen.




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