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Deutsche Börse: Bouffier begräbt Standort London, Annahmefrist verlängert bis 26. Juli

Das war es dann wohl mit dem Standort London für die neue europäische Superbörse. Und war es das auch mit der ganzen Fusion? Zumindest wird sie wohl kaum in der bisher angedachten Form stattfinden können, und das in erster Linie aus…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Das war es dann wohl mit dem Standort London für die neue europäische Superbörse. Und war es das auch mit der ganzen Fusion? Zumindest wird sie wohl kaum in der bisher angedachten Form stattfinden können, und das in erster Linie aus politischen Gründen. Die Deutsche Börse selbst versucht derweil unbeirrt weiterhin alles um ihr Vorhaben voranzutreiben.

Volker Bouffier Deutsche Börse
Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. Foto: Martin Kraft/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Das Bundesland Hessen ist per Gesetz Aufsichtsorgan für die Deutsche Börse. Sie muss ihr OK geben, ob die Fusion mit der London Stock Exchange stattfinden kann. Hessens Ministerpräsident Bouffier, der die Richtlinien der hessischen Politik vorgibt, und somit auch letztlich ein Machtwort gegenüber seinem Wirtschaftsminister Al-Wazir aussprechen kann, sagte gestern Abend zur ARD:

„Unser politischer Wille ist, dass die Leitung (der fusionierten Börse) hier in Frankfurt bleibt. Als Aufsichtsbehörde dürfen wir uns nicht heute schon festlegen, bevor es überhaupt einen Antrag gibt.“

Das bedeutet: Die Entscheidung ist eigentlich schon gefallen. Nur kann man verständlicherweise keine Entscheidung offiziell verkünden, so lange noch kein Antrag auf Genehmigung seitens der Deutschen Börse beim Bundesland Hessen eingereicht wurde. Auch sagte Bouffier gestern im Rahmen eines Treffens mit Bundesbankern und Vertretern der Stadt Frankfurt davon abgesehen werde die Landesregierung aber abwarten, welches Konzept die Börse dem hessischen Wirtschaftsministerium (als Aufsichtsorgan) zur Genehmigung vorlegt. Im Kern sei die Fusion positiv zu betrachten. Die Landesregierung ist der Überzeugung, dass es durchaus sinnvoll sei eine Börse zu schaffen, die stark genug ist sich im globalen Wettbewerb zu behaupten, so Bouffier.

So ein Sachverhalt wie der Brexit komme ja äußerst selten vor, daher solle man (der Wirtschaftsstandort Frankfurt) ihn unbedingt nutzen. Diese Aussage machte er nach einem Treffen mit seinem sogenannten Finanzplatzkabinett, wo es darum ging nach dem Brexit Banken aus London nach Frankfurt zu locken. Ach ja: Wohl als Scherz schmetterte Bouffier Forderungen/Wünsche aus Bayern ab, dass die europäische Bankenaufsicht nach dem Brexit von London nach München übersiedeln solle. Sie müsse nach Frankfurt kommen.

Und die Deutsche Börse? Sie scheint immer noch so zu tun, als braue sich da kein politischer Sturm zusammen. Mal ganz abgesehen davon, dass die neue britische Premierministerin über eine Verlegung der neuen Börsenzentrale aus Festland wohl kaum begeistert sein dürfte. Da bisher viel zu wenige Aktionäre der Deutschen Börse der Fusion zugestimmt haben, hat sie gestern Abend die Mindestannahmeschwelle für das Fusions-Tauschangebot für ihre Aktionäre von bisher 75% auf 60% gesenkt. Mit der niedrigen Schwelle soll es auch den Indexfonds ermöglicht werden der Fusion zuzustimmen. Na ja… und die Deutsche Börse verlängert die Annahmefrist für das Tauschangebot um satte 2 Wochen bis zum 26. Juli um 24:00 Uhr.

Sollte sich Herr Kengeter vielleicht fragen, ob so mancher Aktionär einen Anteil von 54% an der neuen Börse nicht mehr als angemessen betrachtet? War er auch vor dem Brexit überhaupt angemessen, oder sollte er nur dazu dienen die LSE-Aktionäre glücklich zu machen?

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Mitspieler

    12. Juli 2016 14:49 at 14:49

    Die Aufsicht über die Deutsche Börse obliegt dem Bundesland Hessen. Ein Börsensitz außerhalb Hessens würde dies obsolet machen. Klar klingen Namen wie London, Amsterdam, Paris oder eine Kombination daraus (bei Doppelsitz) weltläufiger als Sterbfritz, Etzen-Gesäß, Cyriaxweimar oder Warzenbach. Letztere haben jedoch einen unaufwiegbaren Vorteil: Alle genannten Orte liegen in Hessen. Aber soweit muss es beim Verlagerungsbestreben ja nicht kommen. Denn Frankfurt und Eschborn liegen auch in Hessen. Und dort und nur dort ist die Börse bestens aufgehoben. Gottgewollt!

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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