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Deutsche Börse-Fusion mit der LSE: Standortfrage für Prüfung irrelevant?

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Deutsche Börse will mit der London Stock Exchange (LSE) fusionieren. Dabei soll die Deutsche Börse einen 54%-Anteil an der neu zu schaffenden Mega-Börse erhalten. Da es sich um eine Fusion handelt und nicht um eine Übernahme, bedeutet dies, dass die bisherigen Aktionäre der DB 54% der Aktien der neuen Börse erhalten. Die Deutsche Börse als Solches und auch die LSE verschwinden als Unternehmen und gehen komplett in der neuen Firma auf. Aus einer deutschen „patriotischen“ Sicht ist es sowieso egal wie das Anteilsverhältnis genau aussieht, da die Aktionäre der Deutschen Börse eh schon zu 85% Ausländer sind, großteils aus den USA und Großbritannien.

Uns interessiert in diesem Artikel was letztlich aus dem Börsenstandort Frankfurt wird. Wir meinen grundsätzlich: Ist es dem Beobachter egal wo eine Börse ihren Platz hat, wo die Arbeitsplätze gehalten werden und wo die Entscheidungen getroffen werden, kann man ruhigen Gewissens dieser Fusion seinen Segen geben. Deutsche Börse-CEO Carsten Kengeter beteuert schon seit Wochen gebetsmühlenartig die Sache mit dem Standort Frankfurt sei kein Problem – ganz im Gegenteil, der Börsenstandort Frankfurt werde sogar noch gestärkt.

Grundsätzlich stellt sich die Frage (wenn einem das denn wichtig ist): Was wird nach einer Fusion aus dem Standort, aus den Arbeitsplätzen, aus den in Frankfurt bisher angesiedelten Entscheidungsfunktionen, was wird aus den Serverhallen, was wir aus den IT-Leuten? Was wird aus den indirekt mit der Deutschen Börse verknüpften externen Dienstleistern wenn vor Ort keine DB-Entscheidungsträger mehr anzutreffen sind? Wenn einem diese Fragen egal sind, ist wie gesagt alles recht unproblematisch. Aber wenn einem das nicht egal ist, konnten die bisherigen Beschwichtigungen Kengeters bisher nicht für Beruhigung sorgen, denn es waren nur warme Worte.

Fakt ist, dass die neu zu schaffende Holding ihren Sitz in London haben wird, von wo aus der neue Chef Kengeter dann zukünftig auch die Entscheidungen trifft. Alle sonstigen Führungsfunktionen der Holding werden logischerweise ebenfalls in London angesiedelt werden. Frankfurt wird als ausführendes Organ vor Ort bestehen bleiben. In welchem Umfang, scheint noch völlig unklar zu sein. Wir haben uns gefragt, was denn die Politik dazu sagt. In Deutschland entscheidend ist hier das hessische Wirtschaftsministerium, dass mit gesetzlichem Auftrag die Deutsche Börse beaufsichtigt, und diese Fusion blockieren könnte. Deswegen haben wir direkt beim hessischen Wirtschaftsministerium angefragt, wie denn der aktuelle Status der Prüfung dieser Fusion aussieht.

Man antwortete uns, dass die Prüfung noch andauere, wobei noch wichtige Unterlagen fehlen würden, darunter die Angebotsunterlagen (laut DB sollen diese im Juni veröffentlicht werden). Auch soll laut Ministerium in die eigene Entscheidung mit einfließen, was die EU-Kommission dazu sagt. Das Ministerium schrieb uns:

Grundlage der Prüfung ist das Börsengesetz, dessen § 6 bestimmt, dass „die Börsenaufsichtsbehörde (…) den beabsichtigten Erwerb der bedeutenden Beteiligung oder ihre Erhöhung untersagen (kann), wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass (…) die Durchführung und angemessene Fortentwicklung des Börsenbetriebs beeinträchtigt wird“.

Man bat um Verständnis, dass vor Abschluss des Verfahrens keine Bewertung vorgenommen werden kann. Das können wir gut nachvollziehen, aber auch auf erneute Nachfrage von uns hat man klar geantwortet, dass es bei der Prüfung durch das hessische Wirtschaftsministerium nur um die Betriebsfähigkeit der „Frankfurter Wertpapierbörse und der Terminbörse Eurex als öffentlich-rechtliche Einrichtungen“ gehe, deren Träger Deutsche Börse und Eurex Frankfurt seien. Sie seien verpflichtet als „öffentlich-rechtliche Anstalt alle für den Betrieb der Börse erforderlichen finanziellen, personellen und sachlichen Mittel zur Verfügung zu stellen und für eine angemessene wirtschaftliche Fortentwicklung der Börse zu sorgen“, so das Ministerium.

Im Klartext, so verstehen wir es zumindest: Ob und wie der Wirtschaftsstandort Frankfurt/Hessen durch den Wegzug der Zentrale und sonstiger Leitungsfunktionen der Börse beeinträchtigt wird, ist wohl nicht Gegenstand der Prüfung. Und man darf ja wohl stark annehmen, dass die neue Holding ein großes Interesse hat, dass auch in Zukunft Aktien, Futures usw reibungslos durch die Server gejagt werden. Also, als Fazit kann man vorwegnehmen: Das Ministerium wird die Fusion wohl durchwinken, es steht nichts im Weg. Fehlt nur noch die EU-Kommission. Gibt´s Kartellbedenken, wenn eigentlich nur noch zwei große Börsenbetreiber in Europa übrig bleiben, nämlich Euronext und DB/LSE?

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Aktienmärkte: „Die Coronakrise ist vorbei“ – wirklich?

Markus Fugmann

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„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

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Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Zahlreiche Themen werden besprochen wie die Arbeitsmarktdaten für November, Anleiherenditen, Tesla uvm.

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