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Deutsche Börse: „Lex Deutsche Bank“? Eurostoxx-Info nur für „lizensierte Kunden“

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Dass die Deutsche Bank aus dem Eurostoxx 50-Index fliegt, hat heute inzwsichen ganz Börsen-Deutschland mit bekommen (wir berichteten vorhin bereits darüber). Das hat die breite Öffentlichkeit aber nur der Detailarbeit diverser Presseorgane zu verdanken, und nicht der Transparenz der Deutschen Börse, welche Inhaber und Herausgeber der Stoxx-Indizes ist.

Normalerweise ist es ganz normaler Standard, dass sofort nach der Entscheidung über eine Änderung der Zusammensetzung eines Index (Dax, Eurostoxx) diese Änderung öffentlich als Pressemitteilung bekanntgegeben wird. Das ist nur logisch, denn damit erhalten alle Marktteilnehmer (Banken, Broker, Fonds, kleine Privatinvestoren) die selbe Chance zur selben Zeit mit einer kursrelevanten Information versorgt zu werden.

Und so wurde es bislang auch von der Deutschen Börse gehandhabt. Aber nur bis jetzt. Gestern Abend nach Börsenschluss sollte die Deutsche Börse planmäßig nach Börsenschluss die getroffene Entscheidung auf ihrer Presseseite verkünden. Aber nichts wurde veröffentlicht, auch nicht auf der speziellen Infoseite der Tochter Stoxx.

Wir dachten: Gut, vielleicht hat die Börse technische Probleme mit der Webseite. Oder vielleicht kam es zu einer verzögerten Entscheidung. Daher schauten wir heute früh erneut nach. Aber erneut nichts. Nur den Aussagen von einigen Bankern ist es zu verdanken, dass die Entscheidung der Börse an die Öffentlichkeit kam, dass die Deutsche Bank am 24. September aus dem Eurostoxx 50 fliegt. Denn man höre und staune: Ab sofort will die Deutsche Börse (beziehungsweise ihre Tochter Stoxx) die Entscheidung über einen Index-Wechsel nur noch an Kunden der Deutschen Börse mit einem lizensierten Zugang augenblicklich verkünden, über einen einsehbaren Zugang zu den Ranglisten der Indizes.

Die breite Öffentlichkeit wird von Stoxx über den Indexwechsel offiziell erst am Tag der Index-Umstellung informiert. Banken, Fonds und vor allem die stumpf agierenden Index-Fonds nehmen ihre Umschichtungen aber ein, zwei, drei Tage vor der Index-Umstellung vor. Banken und Fonds, die einen direkten Zugang zur den Infos der Börse haben, sind also gut zwei Wochen lang klar im Vorteil gegenüber Privatanlegern.

Also kommen Privatanleger nur dank guter Pressearbeit in den „Genuss“ einer gleichberechtigten Information. Das sollte doch eigentlich im Jahr 2018 ein Ding der Unmöglichkeit sein, dass so eine Ungleichbehandlung eingeführt wird! Mehr als nur eine Verschwörungstheorie kann man es vielleicht auch nennen, dass Stoxx diese Änderung seiner Regeln exakt dann einführt, wo die Deutsche Bank aus dem Eurostoxx fliegt.

Das ist sicher nur ein zeitlicher Zufall? Ganz sicher… Selbst die Info, dass Stoxx seine Veröffentlichungs-Regularien geändert hat, wurde von Stoxx nicht per Pressemitteilung verkündet, sondern wurde nur auf Nachfrage einzelner Pressevertreter von der Börse bestätigt. Das ist doch mehr als nur merkwürdig, so meinen wir es zumindest! Frage: Wird denn die Stoxx-Mutter Deutsche Börse am morgigen Mittwoch den 5. September ähnlich „transparenzfreudig“ keine Info herausgeben, wenn die Commerzbank aus dem Dax fliegt, und dafür Wirecard aufrückt? Mal schauen… Übrigens: Wird diese Rückabwicklung von Transparenz auch bei MDax und TecDax eingeführt, könnten Privatanleger wirklich ernsthafte Nachteile haben.

Denn für Nebenwerte interessieren sich nicht annähernd so viele Journalisten wie für die Deutsche Bank-Aktie. Wenn ein kleiner Nebenwert aus einem Index der zweiten oder dritten Reihe fliegt, und diese Info Wochen vorher Fonds und Banken schon bekannt ist, dann haben sie einen handfesten Informationsvorsprung gegenüber Privatanlegern, die so eine Info erst Wochen später offiziell erfahren, weil es eben nicht in jeder Zeitung steht.

Deutsche Börse Deutsche Bank
Handelssaal der Deutschen Börse. Foto: Deutsche Börse AG

Ein Kommentar

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    frankie68

    4. September 2018 22:32 at 22:32

    @FMW-Redaktion

    Bitte sich rechtzeitig nach einem Whistleblower umschauen!

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Drägerwerk in Lübeck – wichtiger Industriestandort im Zeitalter von Corona

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In den letzten Tagen rückt eine vorher weitgehend unbekannte deutsche Firma in den Fokus: Drägerwerk mit Sitz in Lübeck. In Zeiten von Covid-19 gibt es durch die Störung von Lieferketten und den staatlich verordneten Lockdown eigentlich nur Verlierer. Eigentlich, denn es gibt auch Gewinner, die die Gesellschaft braucht, weil sie dringend benötigtes Gerät produzieren. Wie zum Beispiel eben die Lübecker Firma Drägerwerk, der deutsche Produzent von Beatmungsgeräten. Ein Interview mit dem Vorstandschef des Unternehmens, Stefan Dräger, gibt ein wenig Einblick in die aktuelle Lage.

Die Beurteilung der Lage durch den Vorstand von Drägerwerk

Der Vorstand der Firma Drägerwerk, Stefan Dröger, ist derzeit ein gefragter Mann. Nicht erst seit bekannt wurde, dass die Bundesregierung 10.000 Beatmungsgeräte bei einem der weltweit wichtigsten Hersteller für diese lebenswichtigen Geräte aus der Intensiv- und Notfallmedizin bestellt hat.

In allen Medien wurde berichtet, dass es insbesondere in Norditalien durch das Fehlen von Beatmungsgeräten zu extremen Entscheidungen der Mediziner gekommen war, bei welchem Patienten man mit welcher Überlebenschance die zu wenigen lebenserhaltenden Beatmungsgeräte einsetzen musste.

Der Run auf die Produkte der Firma begann aber schon im Januar. Hierzu der Verstandschef Stefan Dräger: „Bei den Atemschutzmasken zog die Nachfrage im Januar exponentiell an, wobei die aber nur einen kleinen Teil unseres Umsatzes ausmachen. Bei den Beatmungsgeräten, die die deutlich stärkere Sparte darstellen, ging es dann im Februar richtig los. Zu diesem Zeitpunkt lagen aus China schon so viele Bestellungen vor wie wir sie sonst im ganzen Jahr haben. Wir haben dann die Produktion verdoppelt.“

Bei der Frage nach dem weltweiten Bedarf für diese Produkte antwortete Stefan Dräger in dem Interview mit der Welt: „Allein bei den Beatmungsgeräten übersteigt die Nachfrage das weltweite Angebot derzeit um das Zehnfache. Bei den Schutzmasken um das 100-fache.“

Während man in Deutschland bis vor Kurzem über 28.000 einsatzfähige Beatmungsgeräte und eine entsprechende Kapazität an Notfallbetten in den Krankenhäusern verfügte, sind es in Italien nur 10.000 und in Großbritannien 8000.

Die Firma Drägerwerk wird mit Anfragen aus aller Welt überhäuft. Dabei sei es gar nicht so einfach eine Entscheidung zu fällen, welches Land den Zuschlag der begrenzten Gerätschaften bekommen soll – vor allem aus menschlicher Sicht. Besondere Sorge bereiten dem studierten Elektrotechniker die USA ausgerechnet die führende Wirtschaftsnation der Welt. Dort gebe es bei dem dramatischen Anstieg von Infektionen Anschaffungsaufträge von 100.000 Geräte, dies sei aber schätzungsweise die Kapazität aller Hersteller weltweit für ein gesamtes Jahr. Anders als bei Atemmasken könne man nicht einfach andere Produzenten wie Automobilhersteller rasch mit der Lieferung der komplizierten Beatmungsgeräte beauftragen. Dräger habe mit dem Produktionsvorstand von Daimler gesprochen. Alleine die Umstellung der Produktion würde Monate dauern.

Da kann man ja einmal gespannt sein, ob es Donald Trumps Einsatz mittels Notgesetzen schafft, den US-Mobilhersteller General Motors bereits bis Ende April dazu zu bringen, diese notwendigen Geräte zu produzieren und an die Krankenhäuser auszuliefern.

Die Lage in Deutschland

Deutschland ist zunächst einmal mit 28.000 einsatzfähigen Geräten (noch) gut positioniert und die Lieferung der bestellten 10.000 Geräte würde über das Jahr hinweg erfolgen. Kurzfristig wäre es eine Möglichkeit ausrangierte Geräte zu reaktivieren oder wenn es ganz eng wird, andere Maschinen zu nutzen, wie zum Beispiel Notfall-Beatmungsgeräten aus den Krankenwagen.

Aber etwas anderes treibt den Unternehmenschef um:

Wenn die weltweiten Lieferketten zusammenbrechen, bekommt am Ende niemand mehr auch nur ein Beatmungsgerät. Auch Drägerwerk braucht für die Herstellung Produkte aus den USA, Asien und sogar Neuseeland.

Dräger: „Es wäre eine sehr große Bedrohung für die Menschheit, wenn durch Exportstopp-Maßnahmen einzelner Länder die weltweiten Lieferketten durchbrochen werden.“

Der Aktienkurs von Drägerwerk

Obwohl schon längere Zeit bekannt ist, dass ein großer Mangel an Beatmungsgeräten weltweit herrscht, stieg die Aktie erst von Mitte März so richtig an. Auch bei FMW hatten wir in Artikeln (10. März: Coronavirus: Die Gewinner der Krise) auf die wirtschaftlichen Gewinner der Pandemie hingewiesen und auch den Lübecker Medizintechnikkonzern Drägerwerk genannt. Der Aktienkurs hat sich von Mitte März bis gestern mehr als verdoppelt (auf 108 €) und gehörte auch gestern zu den Gewinnern. Damit ist die Aktie allerdings mit einem KGV von 70 nicht mehr ganz billig – und man arbeitet bereits an der Kapazitätsgrenze ohne die Möglichkeit einer kurzfristigen Produktionsausweitung.

Fazit

Auch wenn die Digitalisierung unaufhaltsam voran schreitet, braucht man auch die herkömmliche Produktion von Maschinen wie zum Beispiel jetzt Beatmungsgeräte aus dem Land des Automobil- und Maschinenherstellers Deutschland. So ungewöhnlich es für manchen klingen mag, in diesem Fall ist made in Germany nach wie vor gefragt.

Drägerwerk mit Sitz in Lübeck stellt Beatmungsgeräte her

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Lukoil: Short-Chance an wichtigem Widerstand! – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Ölpreise befinden sich im freien Fall. In manchen Regionen wie Kanada sind die Transportkosten inzwischen höher als der Preis des Öls selbst. Preise von weniger als 4 US-Dollar wurden gestern bereits in Kanada erreicht – pro Barrel, also 159 Liter. In Europa liegen die Preise zwar noch bei etwas mehr als 20 US-Dollar pro Barrel. Doch klar ist, dass damit auch die relativ günstig produzierenden Unternehmen in Russland Probleme bekommen. Lukoil dürfte derzeit an der Rentabilitätsschwelle kratzen. Der Aktien-kurs reflektiert das noch nicht.

Zwar fiel Lukoils Aktienkurs in den vergangenen Wochen beträchtlich. Doch die Gewinnmargen crashten geradezu auf Null. Analysten gehen davon aus, dass Rohöl in Russland zu Preisen von 17,50 bis 20 US-Dollar pro Barrel gefördert werden kann. Beim aktuellen Preis macht Lukoil also zwar keinen Verlust mit der Förderung selbst. Doch es bleibt auch kaum noch Marge übrig, um die nicht direkt mit der Förderung zusammenhängenden Kosten zum Beispiel für die Verwaltung zu decken. An Gewinnausschüttungen für die Aktionäre ist dabei gar nicht mehr zu denken. Wenn sich der Ölpreis von 40 auf 20 US-Dollar hal-biert, halbiert sich also nicht der Gewinn, sondern er sinkt bei Förderkosten von 20 US-Dollar auf Null. Das Abrutschen in die Verlustzone ist ebenso denkbar.

Lukoils Zukunft hängt jetzt an der Weltwirtschaft

Der Aktienkurs hat sich hingegen nur etwa halbiert. Wie Sie nun als Anleger vorgehen, hängt maßgeb-lich von ihrer Einschätzung der Zukunft ab. Gehen Sie davon aus, dass sich die Wirtschaft in den kom-menden Monaten schnell erholt? Dann könnte selbst eine Halbierung bereits attraktive Einstiegskurse darstellen. Rechnen Sie hingegen mit einer lang anhaltenden Eintrübung der Wirtschaft, dann dürfte die Ölnachfrage auf absehbare Zeit nicht so weit steigen, um beim herrschenden Überangebot wieder aus-kömmliche Gewinnmargen für Lukoil zu ermöglichen. Welches Szenario das wahrscheinlichere ist, kann Ihnen derzeit niemand sagen.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist die Politik. In Russland bestimmen nicht die Unternehmen selbst, wieviel Öl sie exportieren. Putin tut es. Und er entschied vor einigen Wochen, der von der OPEC vorge-schlagenen Förderkürzung nicht zu folgen, was den Preiscrash überhaupt erst auslöste. Denkbar ist, dass er in Folge der…..

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Mit Börsianer-Grüßen,
Thomas Kallwaß
Chefanalyst Profit Alarm

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Virus bringt neuen Schub für die Digitalisierung – Werbung

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Lieber Börsianer,

infolge der Coronakrise mussten zahlreiche Unternehmen die Produktion einstellen. Das prominenteste Beispiel sind die europäischen Autobauer, die ihre Werke komplett stillgelegt haben. Die Bänder in der klassischen Industrie stehen still und mit ihnen auch zahlreiche Zulieferbetriebe. Der wirtschaftliche Schaden ist in diesen Bereichen enorm. Die Unternehmen selbst, aber auch Beschäftigte und Aktionäre müssen sich auf ernste Einschnitte gefasst machen.

Der Produktionsstillstand ist nicht nur auf Nachfragerückgänge zurückzuführen, sondern auch ein Zeichen der Fürsorge gegenüber den Angestellten. Denn in den Industriebetrieben arbeiten die Mitarbeiter oft Schulter an Schulter. Ein derzeit gebotener Mindestabstand ist am Fließband nicht einhaltbar. Deshalb ist die vorübergehende Stilllegung der Produktion die einzige Chance.

Nicht alle Unternehmen achten auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter

Anders handelt zum Beispiel Amazon. Obwohl es immer mehr Berichte über infizierte Mitarbeiter gibt, werden die Versandzentren weiter betrieben. Das Unternehmen möchte sogar die gigantische Anzahl von 100.000 Menschen neu einstellen, um den Nachfrageschub zu bewältigen. Kein Wunder, denn wenn die Kunden nicht mehr in die Innenstadt zum Einkaufen dürfen, wird eben noch mehr online bestellt. Die Gesundheit der Mitarbeiter spielt in diesem Fall für Amazon nur eine untergeordnete Rolle. Überlegen Sie deshalb bei Ihrem nächsten Einkauf, ob Sie nicht vielleicht doch das kleine Geschäft in Ihrer Nähe unterstützen. Viele lokale Händler bieten mittlerweile auch Möglichkeiten zur telefonischen oder Online-Bestellung an.

Manche Unternehmen bleiben beinahe unberührt von der Krise

Es gibt jedoch auch Unternehmen, die einfach weitermachen können. Dabei handelt es sich um Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell bereits soweit digitalisiert haben, dass ihnen eine Schließung ihrer Büros oder Hauptquartiere fast nichts mehr ausmacht. Selbst im deutschen Leitindex DAX sind einige dieser Unternehmen zu finden. So müssen sich beispielsweise die Versicherer Allianz und Münchener Rück umstellen, wenn fast alle Mitarbeiter im Home-Office arbeiten, aber das Kerngeschäft wird weiterbetrieben. Bei der Deutschen Post wird ebenfalls mit ein paar erhöhten Sicherheitsbestimmungen für die Briefträger weitergearbeitet. In diesen Zeiten…..

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