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Deutsche Börse, LSE und Carsten Kengeter: Da war doch was mit angeblichem Insiderhandel – uns ist da was aufgefallen

Können Sie sich noch erinnern? Die Fusionsabsicht der Deutschen Börse und der London Stock Exchange endete in einem Fiasko, da letztlich aus Gründen der Staatsraison weder UK noch Deutschland beim…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Können Sie sich noch erinnern? Die Fusionsabsicht der Deutschen Börse und der London Stock Exchange endete in einem Fiasko, da letztlich aus Gründen der Staatsraison weder UK noch Deutschland beim Standort der neuen Börse nachgeben wollten – vorgeschoben waren wohl ebenfalls inhaltlich begründete Kartellbedenken. Wie auch immer, die Fusion ist abgesagt. Aber wir erinnern uns…


Der Handelssaal der Deutschen Börse, heute mehr Kulisse für TV-Kameras als wirklicher zentraler Handelsraum. Der absolute Großteil der Transaktionen läuft elektronisch. Foto: Deutsche Börse AG

Deutsche Börse-Chef Carsten Kengeter hatte kurz vor dem Start der Fusionsverhandlungen für sich selbst Deutsche Börse-Aktien erworben. Seitdem das bekannt wurde, schwebt der Verdacht im Raum er habe sein Insiderwissen genutzt um die Aktien zu erwerben (Vorwurf des „Insiderhandels“). Denn nach Bekanntgabe der Fusionspläne stieg der Kurs der Deutsche Börse-Aktie. Somit zog er mutmaßlich einen Vorteil aus der Tatsache, dass er vor allen anderen Marktteilnehmern etwas wusste.

Aber genau das bestreitet Kengeter. Er habe damals die Aktien gekauft, bevor man überhaupt daran gedacht habe in Verhandlungen mit der London Stock Exchange zu treten. Tja, das ist wohl eine „Glaubensfrage“. Und nun? So wie es aussieht, kommt Herr Kengeter ohne auch nur eine Schramme durch das Ermittlungsverfahren der Frankfurter Staatsanwaltschaft. Hier eine gestern veröffentlichte offizielle Mitteilung der Deutschen Börse:

Die Gesellschaft hat heute ein Anhörungsschreiben von der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main erhalten, nach dem beabsichtigt ist, die Gesellschaft formal an dem laufenden Ermittlungsverfahren gegen ihren Vorstandsvorsitzenden Carsten Kengeter zu beteiligen. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft beziehen sich auf einen angeblichen Verstoß gegen das Insiderhandelsverbot im Dezember 2015 und eine angebliche Unterlassung einer Ad hoc Mitteilung im Januar 2016.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat in Aussicht gestellt, im Sinne einer einvernehmlichen Gesamtbeendigung das laufende Ermittlungsverfahren gegen Herrn Kengeter ohne Auflagen nach § 153 StPO einzustellen. Zur gleichen Zeit würden gegen die Gesellschaft zwei Geldbußen in Höhe von EUR 5,5 Mio. und von EUR 5 Mio. gemäß § 30 OWiG verhängt. Die Gesellschaft wird das Anhörungsschreiben der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main nunmehr pflichtgemäß und unter Abwägung aller relevanten Gesichtspunkte prüfen, insbesondere auch unter dem Gesichtspunkt, dass die Gesellschaft die gemachten Vorwürfe auch nach Hinzuziehung von Experten weiterhin in jeder Hinsicht für unbegründet hält.

Haben Sie es genau gelesen? Das Verfahren soll einfach so eingestellt werden. Dazu soll es zwei Strafzahlungen von insgesamt 10,5 Mio Euro geben. Es gab zwei Vorwürfe, einmal die nicht durchgeführte Ad Hoc-Mitteilung der Deutschen Börse zum Aktienkauf Kengeters, und einmal der Vorwurf des Insiderhandels gegen Herrn Kengeter. Dennoch will die Staatsanwaltschaft beide Strafen direkt der Deutschen Börse aufdrücken. Aber: Der Vorwurf des Insiderhandels bezieht sich ja nur auf Herrn Kengeter als Privatperson, da er ja als Privatperson die Aktien kaufte. Warum also soll für sein angebliches Fehlverhalten sein Arbeitgeber die Strafe von 5 Millionen Euro zahlen?

Die Frage sollte man der Staatsanwaltschaft stellen, warum für das angebliche Vergehen einer Privatperson der Arbeitgeber dieser Person haften soll. Auch dürften die Aktionäre total begeistert darüber sein. Man darf davon ausgehen, dass die Deutsche Börse diesen Betrag zahlen wird, um einen jahrelangen Gerichtsprozess zu vermeiden, der für die Börse wie Kengeter nervig und peinlich wäre. Kengeter´s Position als Börsenchef wird durch so eine Strafzahlung mehr als geschwächt. Eigentlich müsste er eh gehen, denn sein großer Traum einer Fusion ist geplatzt.

Warum die Staatsanwaltschaft das Verfahren einfach so einstellt und keinen Prozess anstrengt, und stattdessen lieber eine Geldstrafe akzeptiert? Eine gute Frage.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Dreistein

    19. Juli 2017 11:55 at 11:55

    Der „kleine Mann“ wird verhaftet die großen lässt man laufen, war schon immer so!

  2. Avatar

    bigben

    19. Juli 2017 12:04 at 12:04

    tja, in deutschland ist nur die legislative frei wählbar.
    warum nur ???

  3. Avatar

    Gixxer

    19. Juli 2017 15:21 at 15:21

    Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass die Staatsanwaltschaft heillos überlastet ist und daher die Gefahr besteht, dass der Prozess sehr langwierig ist, mit schlechten Aussichten für die Staatsanwaltschaft (dies wird ihr nämlich nachteilig ausgelegt) und man mit diesem Ausgang vielleicht schlussendlich doch noch besser weg kommt.

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Aktien

SAP meldet Quartalszahlen – Aktie fällt dramatisch! Übertrieben? Kaufchance?

Claudio Kummerfeld

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am

Frau arbeitet an Schreibtisch in Büro

SAP hat heute seine Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen. Der Umsatz liegt bei 6,53 Milliarden Euro (Vorjahresquartal 6,79). Der Gewinn nach Steuern liegt bei 1,65 Milliarden Euro (Vorjahresquartal 1,26 Milliarden Euro).

Während die Finanzdaten des letzten Quartals halbwegs ok sind, scheint die Börse regelrecht geschockt zu sein von einem anderen Aspekt der Veröffentlichung von SAP. Denn die Aktie verliert heute dramatische 20 Prozent, wegen der Aussichten für das laufende Gesamtjahr 2020. Umsatz- und Gewinnerwartungen werden nur ganz leicht nach unten revidiert, aufgrund der zweiten Corona-Welle und den damit einhergehenden neuen Restriktionen, die sich auch auf Unternehmen und ihre Aufträge auswirken. Und dafür gleich 20 Prozent Bestrafung im Aktienkurs? Ist das nicht zu viel? Hier könnten sich die Anleger mal überlegen, ob das eine Kaufchance für die Aktie ist (das ist keine Kaufempfehlung unsererseits, sondern nur ein Gedankenspiel).

SAP auszugsweise im Zitat zur Gesamtjahresaussicht:

Der bisherige, am 8. April 2020 veröffentlichte Ausblick der SAP für das Gesamtjahr 2020 spiegelte die bestmögliche Schätzung der SAP hinsichtlich des Zeitpunkts und der Geschwindigkeit einer Erholung von der Corona-Krise wider. Dieser Ausblick
ging davon aus, dass die Länder ihre Wirtschaft hochfahren und die Einschränkungen für die Bevölkerung gelockert würden,
sodass sich die Nachfrage im dritten und vierten Quartal allmählich verbessert.

Auch wenn weiterhin ein stabiles Interesse an den Digitalisierungslösungen der SAP besteht, da Kunden widerstandsfähiger
und agiler aus der Krise hervorgehen möchten, wurde kürzlich in manchen Regionen das öffentliche und wirtschaftliche Leben erneut eingeschränkt, und die Belebung der Nachfrage fiel verhaltener aus als erwartet. Des Weiteren geht die SAP aus
denselben Gründen nicht mehr davon aus, dass sich die SAP-Concur-Erlöse aus Geschäftsreisen in den verbleibenden Monaten des Jahres 2020 deutlich erholen werden.

Die SAP aktualisiert deshalb ihren Ausblick für das Gesamtjahr 2020 und erwartet nun, dass:

• die Clouderlöse (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 8,0 Mrd. € und 8,2 Mrd. € liegen werden (zuvor
zwischen 8,3 Mrd. € und 8,7 Mrd. €).
• die Cloud- und Softwareerlöse (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 23,1 Mrd. € und 23,6 Mrd. € liegen werden (zuvor zwischen 23,4 Mrd. € und 24,0 Mrd. €).
• die Umsatzerlöse (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 27,2 Mrd. € und 27,8 Mrd. € liegen werden
(zuvor zwischen 27,8 Mrd. € und 28,5 Mrd. €).
• das Betriebsergebnis (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 8,1 Mrd. € und 8,5 Mrd. € liegen wird (zuvor zwischen 8,1 Mrd. € und 8,7 Mrd. €).

CEO-Kommentar im Wortlaut:

Aufgrund der Corona-Krise befinden sich unsere Kunden an einem Wendepunkt. Für Unternehmen ist der Umstieg in die Cloud, verbunden mit einer echten Neuausrichtung ihres Geschäfts, unerlässlich geworden. Denn nur so können sie widerstandsfähiger werden und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie gestärkt aus der Krise hervorgehen können. Gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern werden wir Innovationen entwickeln und Unternehmen neue Möglichkeiten für die Abwicklung von Geschäftsprozessen in einer digitalen Welt bieten. Die SAP wird ihr Wachstum in der Cloud auf über 22 Mrd. € im Jahr 2025 steigern und den Anteil der besser planbaren Umsätze auf etwa 85 % ausbauen.“

Details der Quartalszahlen von SAP

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Corona und SAP

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Corona-Anstiege in den USA und Europa sind heute ein Thema. Aber auch die aktuelle Revision der Aussichten von SAP sind in New York aktuell Thema.

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Tesla krempelt die Autoindustrie um – Werbung

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Lieber Börsianer,

Tesla hat gerade den fünften Quartalsgewinn in Folge gemeldet. Während die Gewinne in der Vergangenheit vor allem den Erlösen aus dem Zertifikatehandel zu verdanken waren, erwirtschaftet Tesla mittlerweile auch im operativen Geschäft einen Überschuss. Der Elektropionier straft damit die Kritiker Lügen.

Bisher musste sich Tesla die Kritik gefallen lassen, dass der Autobauer zwar die Mobilität revolutioniert, jedoch unprofitabel arbeitet. Tatsächlich fielen in der Aufbauphase des Unternehmens horrende Verluste an, die manchen Beobachter auf einen baldigen Untergang von Tesla wetten ließ. Mittlerweile hat sich das Blatt jedoch gewendet. Tesla ist der höchstbewertete Autobauer der Welt.

Tesla treibt eine ganze Branche vor sich her

Die Zeit des klassischen Verbrennungsmotors ist vorbei. Tesla präsentiert sich als Vorreiter einer neuen Zeit. Sicher ist, dass die Automobilbranche vor einer beispiellosen Transformation steht. Tesla hat die technische Entwicklung maßgeblich vorangetrieben und beim Elektromotor und der Batterietechnik mittlerweile einen Vorsprung von mehreren Jahren vor der Konkurrenz. Deshalb pumpen die Anleger viel Geld in Tesla.

Ob sich der Vorsprung verteidigen lässt, ist allerdings noch lange nicht ausgemacht. Klar ist jedoch schon jetzt, dass einige etablierte Konzerne auf der Strecke bleiben werden, wenn sie sich nicht schnell genug anpassen. Gleichzeitig kann aber auch einer der alteingesessenen Autohersteller durch seine enormen Finanzreserven plötzlich zum Marktführer im E-Auto-Segment werden. Entsprechende Strategien gibt es mittlerweile nicht nur bei den Volumenherstellern wie Volkswagen oder Renault, sondern auch im Luxussegment bei Daimler und BMW.

Der Elektromotor ist nicht das einzige Erfolgsgeheimnis von Tesla

Tesla hat nicht nur bei der Entwicklung des Antriebs für seine Fahrzeuge Neuland betreten. Die gesamte Organisation des Unternehmens stellt die Branche auf den Kopf. Es ist verrückt, dass dies die meisten Analysten übersehen.

Üblicherweise ist die Autoindustrie sehr stark von Zulieferbetrieben abhängig. Die Produktion der Einzelteile ist auf der ganzen Welt verteilt. Im Autowerk eines klassischen Konzerns wie BMW, Volkswagen oder Daimler werden die Teile, die aus aller…..

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