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Deutsche Börse zahlt 10 Millionen Euro Geldbuße für seinen Chef, der keinen Insiderhandel begangen haben soll

Die Staatsanwaltschaft hatte von der Deutschen Börse ein Bußgeld in Höhe von insgesamt 10,5 Millionen Euro gefordert. Denn Deutsche Börse-Chef Kengeter hatte kurz vor Beginn der Fusionsgespräche mit der Londoner Börse…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Staatsanwaltschaft hatte von der Deutschen Börse ein Bußgeld in Höhe von insgesamt 10,5 Millionen Euro gefordert. Denn Deutsche Börse-Chef Kengeter hatte kurz vor Beginn der Fusionsgespräche mit der Londoner Börse im Jahr 2015 für sich selbst in großem Stil Deutsche Börse-Aktien gekauft. Das wäre ein klassischer Fall von Insiderherhandel, wenn man unterstellt, dass er schon zwei Monate vor offizieller Verkündung der Gespräche von dem Vorhaben wusste (darf man davon ausgehen?). Und die Deutsche Börse selbst habe ihre Ad hoc-Pflicht zur Veröffentlichung dieser Käufe verletzt.

Bei Bekanntwerden dieser Millionenforderung wie auch jetzt ganz aktuell sagt die Deutsche Börse in einem offiziellen Statement ganz klar, dass man die „Auffassung der Staatsanwaltschaft zu den erhobenen Vorwürfen nicht teilt“. Also kein Insiderhandel vom Chef, und auch keine Verletzung der Ad hoc-Pflichten. Zitat:

Zwar teilt die Deutsche Börse AG die Auffassung der Staatsanwaltschaft zu den erhobenen Vorwürfen nicht. Vorstand und Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG haben externe Sachverständige mit der Prüfung der Abläufe beauftragt und die Prüfungsergebnisse sorgfältig analysiert. Die Analysen ergaben keine Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen die entsprechenden kapitalmarktrechtlichen Vorschriften bei der Deutsche Börse AG.

Dementsprechend müsste man logischerweise die Geldforderung der Staatsanwaltschaft zurückweisen. Aber was schreibt die Deutsche Börse dazu? Man wird die Strafe von 10,5 Millionen Euro zahlen! Aber warum? Zitat:

Die Entscheidung, die Bußgelder gleichwohl zu akzeptieren, erfolgte im übergeordneten Interesse des Unternehmenswohls. Damit will die Deutsche Börse AG sicherstellen, dass sich das Unternehmen schnellstmöglich wieder ausschließlich auf das Geschäft konzentrieren und die schwerwiegenden Belastungen durch das Ermittlungsverfahren hinter sich lassen kann. Dem misst das Unternehmen höchste Priorität bei.

Fast schon in einem auffordernden Ton erwartet die Deutsche Börse daher, dass die Staatsanwaltschaft das laufende Ermittlungsverfahren gegen Carsten Kengeter gegen Auflagen einstellt. Nun habe noch das Amtsgericht zu entscheiden, so die Deutsche Börse in ihrer Mitteilung. Anschließend werden die BaFin und die Hessische Börsenaufsicht ihre Zuverlässigkeitsprüfungen (bezüglich Herrn Kengeter) durchführen. Erst im Anschluss daran werde sich der Aufsichtsrat der Deutschen Börse mit der Vertragsverlängerung von Carsten Kengeter befassen, sagte Joachim Faber, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Börse.

Mal ehrlich: Kengeter hat die Fusion mit der Londoner Börse verbockt. Kengeter hat kurz vor dem Start der Fusionsverhandlungen für sich selbst Aktien gekauft, ohne dass dies publik wurde. Und selbst wenn das Verfahren eingestellt wird, muss Kengeter´s Zuverlässigkeit erstmal durch die BaFin neu geprüft werden. Und man erwägt immer noch so eine Person weiter als Chef des Unternehmens zu beschäftigen? Wenn man bedenkt, dass Supermarktkassierer/innen wegen einem Pfandbon von ein paar Cent fristlos gekündigt werden, ist dieser Vorgang ein Skandal hoch 10!

Ob Herr Kengeter noch Chef der Börse bleiben kann, das sollte überhaupt gar keine Frage mehr sein. Natürlich nicht! Auch wenn es letztlich nicht unsere Entscheidung ist: Der gute Herr würde als Arbeitsloser sicher nicht am Hungertuch nagen! Und für den Betriebsfrieden der Börse und ihre Weiterentwicklung wäre es auch ein guter Neuanfang nach diesem Fusionsdesaster, wenn dieser Herr gehen würde.


Der Handelssaal der Deutschen Börse, heute mehr Kulisse für TV-Kameras als wirklicher zentraler Handelsraum. Der absolute Großteil der Transaktionen läuft elektronisch. Foto: Deutsche Börse AG

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Aktien

Aktuell: CureVac-Aktie mit 190 Prozent Plus am ersten Handelstag!

Claudio Kummerfeld

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CureVac forscht im Kampf gegen das Coronavirus

Das Unternehmen CureVac aus dem beschaulichen Tübingen hat heute für 213 Millionen Dollar Aktien verkauft, und legt heute auch seinen Börsengang an der Nasdaq in New York hin. Das Unternehmen forscht mit Hochdruck nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Vor wenigen Minuten gab es den ersten Börsenkurs. Nach dem IPO-Preis von 16 Dollar liegt der Aktienkurs jetzt schon mit 190 Prozent im Plus. Starke Schwankungen um die 46 Dollar sieht man derzeit. Der Höchstkurs lag vorhin schon bei 48,88 Dollar, der Erstkurs bei 44 Dollar. Was für ein Hype!

Frage: Wollen Sie liebe Anleger auf den Erfolg spekulieren, und hier einsteigen? Wer wirklich ein erfolgreiches Corona-Medikament auf den Markt bringt? Wer weiß das schon zum jetzigen Zeitpunkt? Ist es CureVac, könnte die Aktie natürlich durch die Decke gehen. Es ist eine reine Spekulation. Von den 213 Millionen Dollar IPO-Erlös bei Curevac gehen 150 Millionen Dollar in die Entwicklung des Corona-Impfstoffs. Mit weiteren 50 Millionen Dollar soll die kurzfristige Produktionskapazität ausgebaut werden.

SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp ist Haupteigner und soll es auch bleiben. Nach der Börsengang soll sein Unternehmen Dievini knapp 50 Prozent der Anteile halten. Die deutsche Staatsbank KfW hält knapp 17 Prozent, der Pharmakonzern GlaxoSmithKline knapp acht Prozent. Wird die Aktie der Renner an der Börse? Heute am ersten Tag ist sie es jedenfalls!

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – negative Nachrichten

Redaktion

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Markus Koch meldet sich LIVE im folgenden Video vor dem Handelsstart in New York. Heute gibt es verschiedene negative Nachrichten, welche die Stimmung zum Handelsauftakt eintrüben.

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Antizyklische Idee: Jetzt einen Touristiker kaufen? – Werbung

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Lieber Börsianer,

juckt Ihnen da schon der Orderfinger? In den vergangenen 12 Monaten rauschte die Tui-Aktie über 50 % in den Keller. Kaum besser das Bild der Lufthansa, deren Aktie in diesem Zeitraum 37 % verlor. Zum Vergleich: Der DAX gewann auf Jahressicht bis dato rund 10 % hinzu.

Sind diese Corona-Opfer jetzt möglicherweise einen Kauf? Nun, die aktuellen Zahlen der Tui sehen nicht nur auf den ersten Blick grausam aus. So schrumpfte der Umsatz im sog. Corona-Quartal um 98,5 % auf kleine 72 Millionen Euro. Gleichzeitig häufte der Touristiker aus Hannover einen Verlust von 1,4 Milliarden Euro an. Klingt überschaubar, oder? Naja, das ist ungefähr so viel, wie wenn Apple in einem Quartal 500 Milliarden US-Dollar verlieren würde. Der Verlust der Tui entspricht also über der Hälfte der aktuellen Marktkapitalisierung der Aktie.

Bei solchen Relationen werden üblicherweise Insolvenzverwalter hellhörig und geben ihre Visitenkarten beim zuständigen Amtsgericht ab. Im Falle der Tui werden die Insolvenzverwalter allerdings voraussichtlich untätig bleiben, da Vater Staat – ähnlich wie der Lufthansa – rettend einspringen wird.

So stellt die staatliche KfW-Bank rund 3 Milliarden Euro in Form verbilligter Kredite für Tui zur Verfügung. Gleichzeitig schießt der Bund über eine Wandelanleihe 150 Millionen Euro in das Touristik-Unternehmen ein.

Also doch ein antizyklischer Kauf, die Tui-Aktie? Schauen wir uns die Situation bei der kurz zuvor geretteten Deutschen Lufthansa einmal im Detail an. Die Kranich-Linie wurde in einer konzertierten Aktion aus Wien (Austrian Air), Bern (Swiss und Edelweiss), Berlin (Lufthansa selbst) und Brüssel (Brussels Air) gerettet. Eine große europäische Anstrengung, die das Unternehmen und viele Arbeitsplätze retten wird.

Freilich kommt der Staat als Retter nie kostenlos. Beispiel Bern: Dort organisierte und garantiert die Regierung ein vergünstigtes Bankendarlehen in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro für die Lufthansa-Töchter Swiss und Edelweiss. Der Preis für die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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