Europa

Deutsche Exporte in die USA fallen deutlich

November um 9,4 %. Trumps Zölle zeigen Wirkung. Hier dazu aktuelle Statistikdaten.

Container im Hamburger Hafen. Foto: Claudio Kummerfeld

Die Statistik zeigt heute, was zu erwarten war: Die deutschen Exporte Richtung USA sind deutlich gefallen, weil Donald Trump die Zölle gegen die EU im letzten Jahr hochgeschraubt hat. Von Januar bis November 2025 exportierte Deutschland Waren im Wert von rund 135,8 Milliarden Euro in die USA, so meldet es heute das Statistische Bundesamt. Damit sanken die deutschen Exporte in die USA um 9,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Importe aus den USA stiegen dagegen um 2,2 % auf 86,9 Milliarden Euro. Glas halb voll oder halb leer? Denn immer noch erwirtschaftet Deutschland einen Handelsüberschuss gegenüber den USA!


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Im Vergleich zum Warenhandel insgesamt entwickelte sich der Handel mit den USA sowohl exportseitig als auch importseitig unterdurchschnittlich. Mit einem Warenwert von 1.444,3 Milliarden Euro verzeichneten die deutschen Exporte insgesamt von Januar bis November 2025 laut Aussage der Statistiker nicht kalender- und saisonbereinigt ein leichtes Plus von 0,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die deutschen Importe insgesamt legten im selben Zeitraum nicht kalender- und saisonbereinigt um 4,2 % auf 1.260,8 Milliarden Euro zu.

Grafik zeigt einbrechende deutsche Exporte in die USA

Exporte fallen Richtung USA – aber immer noch Handelsüberschuss

Der Exportrückgang und das Importplus ließen den Exportüberschuss Deutschlands im Handel mit den USA in den ersten elf Monaten des Jahres 2025 auf 48,9 Milliarden Euro schrumpfen. Dies ist der niedrigste Wert für diesen Zeitraum seit dem Pandemiejahr 2021. Im Vorjahreszeitraum 2024 war der Überschuss noch auf einem Rekordhoch von 64,8 Milliarden Euro.


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Die für Deutschland wichtigsten Exportbranchen verzeichneten im US-Geschäft 2025 zum Teil deutliche Einbußen. Wichtigste Exportgüter in die USA waren weiterhin Kraftwagen und Kraftwagenteile. Der Wert dieser Exporte von Januar bis November 2025 sank jedoch um 17,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 26,9 Milliarden Euro. Ein leichtes Plus zeigte sich dagegen bei pharmazeutischen Erzeugnissen, deren Exporte in die USA im selben Zeitraum um 0,7 % auf 26,2 Milliarden Euro zunahmen. Der Export von Maschinen in die USA ging zurück um 9,0 % auf 24,1 Milliarden Euro. Dahinter folgten die Exporte von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen in die USA mit einem Wert von 11,1 Milliarden Euro und einem Minus von 6,1 % gegenüber den ersten elf Monaten 2024. Die Exporte von elektrischen Ausrüstungen (9,8 Milliarden Euro, -0,6 %) und chemischen Erzeugnissen (8,1 Milliarden Euro, -14,2 %) waren ebenfalls rückläufig.

DIHK-Kommentar

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) äußert sich aktuell wie folgt: “2025 war ein Jahr der Rekordbelastungen im Außenhandel – besonders durch die US-Handelspolitik. Der Handel mit unserem wichtigsten Exportmarkt, den Vereinigten Staaten, hat sich deutlich verringert. Auch wenn die deutschen Exporte nach China ebenfalls rückläufig waren, löst das Reich der Mitte die USA als wichtigster Handelspartner Deutschlands ab. Denn die Importe aus China sind wegen Handelsumlenkungen sogar deutlich gestiegen, die aus den USA nur leicht. Während der Absatzmarkt USA enorm schwächelt, steigt das Konkurrenzangebot aus China – auch wegen der handelspolitischen Verwerfungen.

Das außenwirtschaftliche Umfeld bleibt extrem herausfordernd: Geopolitische Spannungen und Verschiebungen der globalen Handelsströme setzen viele Unternehmen unter Druck. Umso dringlicher ist es jetzt, die Standortbedingungen in Deutschland zu stärken. Dafür brauchen wir einen spürbaren und nachhaltigen Abbau regulatorischer Belastungen, damit unsere Unternehmen im internationalen Wettbewerb bestehen können.

Gleichzeitig muss die EU ihre Handelsagenda entschlossen vorantreiben. Neue Freihandelsabkommen sind unverzichtbar, um Abhängigkeiten zu reduzieren und den Zugang zu globalen Märkten zu sichern. Das jüngst unterzeichnete Mercosur-Abkommen ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung – es stärkt die weltweite Vernetzung der deutschen Wirtschaft und setzt ein klares Signal für offene Märkte und verlässliche Partnerschaften.“



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld

Claudio Kummerfeld hat langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.

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2 Kommentare

  1. Die Bricser überholen die Trickser

    Abkommen und Globalisierung sind gut, sie hilft aber eher den Billigproduzenten mit tiefen Energie- und Lohnkosten. Jahrelang hat man erklärt, alle profitieren von der Globalisierung bis die Chinesen die hochwertigen Güter selber herstellen konnten und jetzt unsere Märkte damit überschwemmen.
    Rohstoff- und Energiereiche Länder werden in Zukunft Vorteile haben.

  2. Wenn die Exporte weiter gestiegen sind, trotz kräftigen Rückgang für die USA, haben die Unternehmen vielleicht genau wie China über Zwischenstationen in die USA exportiert? In dem Fall wären die Grönland-Zölle vielleicht gar nicht so relevant?

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