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Europa

Deutsche Exporte mit heftigstem Einbruch seit 2009!

Das ist nun der zweite heftige Rückschlag für die deutsche Konjunktur in den letzten Tagen! Was is da los?

Redaktion

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FMW-Redaktion

Das war für viele Ökonomen heute Morgen sicher eine faustdicke Überraschung: die Exporte Deutschlands sind im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10% eingebrochen und damit so stark wie seit dem Jahr 2009 nicht mehr – also seit der Finanzkrise! Die Importe sanken im Juli zum Vorjahresmonat um 6,5%.

Sehen wir uns die Daten im Detail an (von Destatis):

„In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Juli 2016 Waren im Wert von 56,3 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 51,3 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Juli 2015 sanken die Exporte in die EU-Länder um 7,0 % und die Importe aus diesen Ländern um 4,5 %. In die Länder der Eurozone wurden im Juli 2016 Waren im Wert von 35,5 Milliarden Euro (– 6,0 %) geliefert und Waren im Wert von 35,4 Milliarden Euro (– 4,4 %) aus diesen Ländern bezogen. In die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Juli 2016 Waren im Wert von 20,8 Milliarden Euro (– 8,8 %) exportiert und Waren im Wert von 15,9 Milliarden Euro (– 4,8 %) von dort importiert.“

Exporte in Länder, die der Eurozone angehören, sanken also um 7% – und damit weniger stark als die Exporte in Länder der EU, die nicht der Eurozone (-8,8%) angehören. Dass dem so ist, dürfte mit den Schwiergkeiten für deutsche Unternehmen zu erklären sein, nach Großbritannien zu exportieren (nachdem der Euro zum Pfund durch das Brexit-Votum so stark aufgewertet hat). It´s the Brexit, stupid!

Noch heftiger ist allerdings der Rückgang der deutschen Exporte in nicht-EU-Länder (also USA, China, Japan als die Wichtigsten darunter):

„In die Länder außerhalb der Europäischen Union (Drittländer) wurden im Juli 2016 Waren im Wert von 40,1 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 25,6 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber Juli 2015 nahmen die Exporte in die Drittländer um 13,8 % und die Importe von dort um 10,1 % ab.“

Ein Minus von 13,8% ist herbe, anders kann man es nicht formulieren.

Zurück zu den Gesamtzahlen: der Rückgang im Juli zum Vormonat (also nicht zum Vorjahresmonat) betrug -2,6% – die Prognosen waren von einem Anstieg von +0,25% ausgegangen. Die Importe fielen dagagen zum Vormonat nur um -0,7% – sodass das Plus in der Außenhandelsbilanz im Juli deutlich zurück ging: von +24,8 Milliarden Euro im Vorjahresmonat auf nun im Juli 2016 nur noch 19,5 Milliarden Euro.

Was ist da passiert im Juli? Ralph Solveen von der Commerzbank will auch Sondereffekte in den extrem schwachen Zahlen erkennen – die Werksferien seien in diesem Jahr in den Juli gefallen (tun sich das nicht irgendwie jedes Jahr??). Aber das kann nur eine Teilerklärung sein. Faktoren wie das Brexit-Votum oder die offenkundige Tatsache, dass die Globalisierung ihren Höhepunkt längst überschritten hat und mit geringeren Handelsvolumina einher geht (auch durch Automatisierung und vermehrter Fertigung wieder im Westen), dürften sich in den Zahlen zum deutschen Export bereits bemerkbar machen.

Das ist nun der zweite heftige Rückschlag für die deutsche Konjunktur in den letzten Tagen: am Montag war der Einkaufsmanagerindex Dienstleistung ebenfalls so stark rückläufig wie seit dem Jahr 2009 nicht mehr. Sicher alles nur Zufall. Und wenn nicht, haben wir ja noch die EZB. Die sorgt dann für die Exporte und Importe von durch sie gedruckten Geldscheinen – dann sehen auch die Statistiken wieder hübscher aus..

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    LookOut

    9. September 2016 11:04 at 11:04

    Schade, aber würde mich nicht wunder wenn der DAX heute dennoch ins Plus dreht.
    Bestätigt mir nur einmal mehr das Fundamentaldaten eine immer kleiner werdende Rolle spielen.

    Liebe Grüße
    Stefan

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Europa

Bruttoinlandsprodukt für 2020: Statistisches Bundesamt präsentiert erste Daten

Claudio Kummerfeld

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am

Deutschland Flagge

Laut vor wenigen Minuten vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten ist das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland (anhand vorläufiger Berechnungen) im Gesamtjahr 2020 um 5,0 Prozent gesunken. Die deutsche Wirtschaft sei somit nach einer zehnjährigen Wachstumsphase im Corona-Krisenjahr 2020 in eine tiefe Rezession geraten, ähnlich wie zuletzt während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Der konjunkturelle Einbruch fiel aber im Jahr 2020 den vorläufigen Berechnungen zufolge insgesamt weniger stark aus als 2009 mit -5,7 Prozent.

Grafik zeigt Bruttoinlandsprodukt im Verlauf seit dem Jahr 2005

BIP-Zahlrenreihen

Hier einige aktuelle Aussagen der Statistiker im Wortlaut:

Corona-Krise traf Industrie und Dienstleistungsbereiche hart – nur das Baugewerbe legte zu

Die Corona-Pandemie hinterließ im Jahr 2020 deutliche Spuren in nahezu allen Wirtschaftsbereichen. Die Produktion wurde sowohl in den Dienstleistungsbereichen als auch im Produzierenden Gewerbe teilweise massiv eingeschränkt.

Im Produzierenden Gewerbe ohne Bau, das gut ein Viertel der Gesamtwirtschaft ausmacht, ging die preisbereinigte Wirtschaftsleistung gegenüber 2019 um 9,7 % zurück, im Verarbeitenden Gewerbe sogar um 10,4 %. Die Industrie war vor allem in der ersten Jahreshälfte von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen, unter anderem durch die zeitweise gestörten globalen Lieferketten.

Besonders deutlich zeigte sich der konjunkturelle Einbruch in den Dienstleistungsbereichen, die zum Teil so starke Rückgänge wie noch nie verzeichneten. Exemplarisch hierfür steht der zusammengefasste Wirtschaftsbereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe, dessen Wirtschaftsleistung preisbereinigt um 6,3 % niedriger war als 2019. Dabei gab es durchaus gegenläufige Entwicklungen: Der Onlinehandel nahm deutlich zu, während der stationäre Handel zum Teil tief im Minus war. Die starken Einschränkungen in der Beherbergung und Gastronomie führten zu einem historischen Rückgang im Gastgewerbe.

Ein Bereich, der sich in der Krise behaupten konnte, war das Baugewerbe: Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung nahm hier im Vorjahresvergleich sogar um 1,4 % zu.

Massiver Rückgang der in- und ausländischen Nachfrage

Auch auf der Nachfrageseite waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich sichtbar. Anders als während der Finanz- und Wirtschaftskrise, als der gesamte Konsum die Wirtschaft stützte, gingen die privaten Konsumausgaben im Jahr 2020 im Vorjahresvergleich preisbereinigt um 6,0 % zurück und damit so stark wie noch nie. Die Konsumausgaben des Staates wirkten dagegen mit einem preisbereinigten Anstieg von 3,4 % auch in der Corona-Krise stabilisierend, wozu unter anderem die Beschaffung von Schutzausrüstungen und Krankenhausleistungen beitrug.

Die Bruttoanlageinvestitionen verzeichneten preisbereinigt mit -3,5 % den deutlichsten Rückgang seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Dabei legten die Bauinvestitionen entgegen diesem Trend um 1,5 % zu. In Ausrüstungen – das sind vor allem Investitionen in Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge – wurden im Jahr 2020 dagegen preisbereinigt 12,5 % weniger investiert als im Vorjahr. Die Investitionen in sonstige Anlagen – darunter fallen vor allem Investitionen in Forschung und Entwicklung – fielen ersten Schätzungen zufolge preisbereinigt um 1,1 %.

Die Corona-Pandemie wirkte sich auch auf den Außenhandel massiv aus: Die Exporte und Importe von Waren und Dienstleistungen gingen im Jahr 2020 erstmals seit 2009 zurück, die Exporte preisbereinigt um 9,9 %, die Importe um 8,6 %. Besonders groß war der Rückgang der Dienstleistungsimporte, was vor allem am hohen Anteil des stark rückläufigen Reiseverkehrs lag.

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Europa

Industrieproduktion hat Corona-Lücke fast aufgeholt

Claudio Kummerfeld

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Zahnräder

Die Industrieproduktion in Deutschland (Produktion im Produzierenden Gewerbe) hat die Corona-Lücke fast aufgeholt. Sie ist im November im Vergleich zu Oktober um 0,9 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt heute veröffentlicht hat. Im Jahresvergleich ist es ein Minus von 2,6 Prozent. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie, war die Produktion im November 2020 saison- und kalenderbereinigt noch 3,8 Prozent niedriger. Der Chart, der bis 2012 zurückreicht, zeigt die Industrieproduktion als blaue Linie. Hier sieht man für Februar 2020 einen Indexwert von 102,9 Punkten, und im November von 99.

Chart zeigt Verlauf der Industrieproduktion seit 2012

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone Dezember: Fünfter Monat in Folge Deflation

Claudio Kummerfeld

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Geldmünzen mit Taschenrechner

Die Verbraucherpreise in der Eurozone wurden soeben für den Monat Dezember als Erstmeldung von Eurostat veröffentlicht. Sie sind um 0,3 Prozent rückläufig. Damit sehen wir auf europäischer Ebene nun den fünften Monat in Folge deflationäre Preise! Wie gestern auch in Deutschland, so sehen wir im Eurozonen-Gesamtschnitt heute auch eine kleinere Preissteigerung bei Lebensmitteln als in den Vormonaten. Jetzt sind es nur noch +1,4 Prozent, nach vorher +1,9 Prozent, 2,0 Prozent usw. Dies sorgt zusammen mit -6,9 Prozent bei den Energiepreisen für einen negativen Gesamtschnitt.

Details der Verbraucherpreise im Dezember

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