Folgen Sie uns

Europa

Deutsche Exporte: Ohne die EU ist der Außenhandel gar nicht so rosig!

Gäbe es den Handel innerhalb der EU nicht, würde Deutschland als Exportweltmeister gar nicht so gut da stehen. Das zeigen auch die heute für den Monat Februar veröffentlichten Daten für den deutschen Außenhandel. In die Länder außerhalb der EU…

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Gäbe es den Handel innerhalb der EU nicht, würde Deutschland als Exportweltmeister gar nicht so gut da stehen. Das zeigen auch die heute für den Monat Februar veröffentlichten Daten für den deutschen Außenhandel. In die Länder außerhalb der EU wurden im Februar 2018 Waren im Wert von 41,5 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 36,4 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber Februar 2017 nahmen die Exporte in die Drittländer um 0,9 % und die Importe von dort um 5,0 % zu. Also ergibt sich mit allen Ländern außerhalb der EU nur ein deutscher Exportüberschuss von 5,1 Milliarden Euro.

Bezieht man die EU mit ein, so lag der deutsche Exportüberschuss im Februar bei 18,4 Milliarden Euro. Im Februar 2017 waren es 19,8 Milliarden Euro. Im Februar 2018 wurden von Deutschland Waren im Wert von 104,7 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 86,3 Milliarden Euro importiert. Damit waren die deutschen Exporte im Februar 2018 um 2,4% und die Importe um 4,7% höher als im Februar 2017. Das Statistische Bundesamt im Wortlaut:

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Februar 2018 Waren im Wert von 63,2 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 49,9 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Februar 2017 stiegen die Exporte in die EU-Länder um 3,5 % und die Importe aus diesen Ländern um 4,4 %. In die Länder der Eurozone wurden im Februar 2018 Waren im Wert von 40,1 Milliarden Euro (+5,3 %) geliefert und Waren im Wert von 32,5 Milliarden Euro (+5,0 %) aus diesen Ländern bezogen.

China

Der Grund für den schwachen Exportüberschuss außerhalb der EU ist darin zu finden, dass Deutschland mit China ein Defizit produziert, wie so ziemlich der ganze Planet. Die USA wollen gegen ihr Defizit mit China massiv vorgehen mit Strafzöllen. Nur können die USA die Produktion von Wasserkochern, Pfannen und DVD-Playern wieder zurück nach Hause holen? Sind die US-Konsumenten bereit statt 10 Dollar zukünftig 50 Dollar für einen Wasserkocher zu bezahlen, weil die US-Lohnkosten nun mal drastisch höher sind als in China?

Die Chinesen haben die USA und EU sagen wir mal freundlich dazu aufgefordert auch beispielsweise Autos und Flugzeuge (Boeing, Airbus, VW uvm) in China zu produzieren. Dadurch fallen diese hergestellten Produkte ja als Produktionsort China zu, weil die Wertschöpfung dort stattfindet. Das ist einer der großen Vorteile der Chinesen. Wer Marktzugang zu den 1,3 Milliarden Konsumenten haben will, muss auch dort produzieren. Somit fällt die Handelsbilanz zu Gunsten der Chinesen aus.

Wie die folgende Grafik zeigt, ist der Abstand zwischen deutschen Im- und Exporten stabil. Der Überschuss ist stabil.

Exporte

Die folgende Grafik zeigt, dass die monatlich prozentualen Exportzuwächse gegenüber dem Vorjahr nachlassen. Das mag daran liegen, dass es eine ganze Zeit lang enormes Wachstum gab. Ewig kann das niemand durchhalten.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    tm

    9. April 2018 13:55 at 13:55

    „Deutschland als Exportweltmeister “

    Deutschland ist schon lange kein Exportweltmeister mehr. In Summe exportieren China am meisten, gefolgt von den USA, erst dann kommt Deutschland. Und pro Kopf liegen ohnehin andere vorne.

  2. Avatar

    Zimmermann

    9. April 2018 17:16 at 17:16

    Was noch erschwerend hinzu kommt, dass das EU Ausland bei uns über Schulden, für die wir zu 28% in Mithaftung genommen werden können, bei uns einkaufen. Ein tolles Geschäft für uns. Aber laut Merkel geht es Deutschland ja gut. Für Lieschen Müller vielleicht schon. Aber wer hinter den Vorhang schaut, tun sich Abgründe auf.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Deflation im Westen – Inflation nur in Osteuropa

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Soeben wurden für die Eurozone für den Monat September die Verbraucherpreise veröffentlicht (2.Veröffentlichung). Sie gehen im Jahresvergleich um -0,3 Prozent zurück, nach -0,2 Prozent im August und +0,4 Prozent im Juli. Auffallend: Inflation gibt es nur im Osten, während der Westen eher unter Deflation leidet.
Zum Vormonat steigen die Verbraucherpeise um +0,2%, ebenso in der Kernrate (ohme Nahrung und Energie) um +0,2%.

Dazu schreibt Eurostat, das die Daten erhebt:

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2020 bei -0,3%, gegenüber -0,2% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,8% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2020 bei 0,3%, gegenüber 0,4% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. .
Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,3%), Zypern (-1,9%) und Estland (-1,3%) gemessen.
Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (3,8%), Ungarn (3,4%) und Tschechien (3,3%) gemessen.

Die Verbraucherpreise in den jeweiligen Ländern

 

Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in dreizehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in sieben unverändert und stieg in sieben an.
Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,34 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,24 Pp.), Industriegütern ohne Energie (-0,08 Pp.) sowie Energie (-0,81 Pp.).

Die Verbraucherpreise in der EU und der Eurozone

weiterlesen

Europa

Aktuell: ZEW-Index schwach – neuer Realismus?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Jeden Monat wird der ZEW-Index vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhoben. Der Index gilt daher als ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die gerade veröffentlichten Daten sind wie folgt ausgefallen:

Der ZEW-Index (Konjunkturerwartungen Oktober) ist mit +56,0 Punkten deutlich schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war +73,0; Vormonat war +71,5).

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei -59,5 (Prognose war -60,0; Vormonat war -66,2) – damit sehen wir erneut eine starke Divergenz zwischen Erwartung und der Einschätzung der aktuellen Lage, wobei die aktuelle Lage nun jedoch skeptischer gesehen wird.

Dazu das ZEW: Erwartungen gehen erheblich zurück, große Unsicherheit wegen steigender Corona-Zahlen, dazu Unsicherheit vor US-Wahl..

Der ZEW-Index ist nach dem ifo Index der wichtigste Indikator für die deutsche Wirtschaft

weiterlesen

Devisen

Industrieproduktion in Italien: Ist das die große Wende für Europa? Euro steigt

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Italien-Flagge

Offizielle Daten zur Industrieproduktion in Italien für August wurden heute veröffentlicht. Und siehe da, was für eine Überraschung. Das übelst gebeutelte Italien feiert (zumindest gemäß dieser Daten) ein Comeback. Die Industrieproduktion steigt im Vergleich zu Juli um satte 7,7 Prozent, während ein Plus von lediglich 1 Prozent erwartet wurde. Im Durchschnitt der letzten drei Monate steigt sie im Vergleich zum Durchschnitt der vorigen drei Monate um 34,6 Prozent. Aber noch deutlich wichtiger ist, dass sie im Jahresvergleich zu August 2019 nur noch um 0,3 Prozent gesunken ist. Damit kann man sagen, dass die Industrie in Italien das Corona-Tal verlassen hat.


source: tradingeconomics.com


source: tradingeconomics.com

Gleich nach Veröffentlichung der Zahlen zur Industrieproduktion in Italien machte der Euro gegen den US-Dollar einen Sprung nach oben, von 1,1775 auf 1,1801. Das ist zwar nicht viel, aber bei der minimalen Volatilität der letzten zwei Handelstage war der Ausreißer nach oben direkt ab 10 Uhr heute Vormittag klar erkennbar. Der Devisenmarkt zeigt sich freudig überrascht von den Italien-Daten. Der kleine Euro-Anstieg ist derzeit auch ein Grund dafür, dass der US-Dollar heute insgesamt weiter fällt, was man in Form des US-Dollar-Index gut erkennen kann. Er ist ein Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen, wo der Euro das Hauptgewicht darstellt.

Frage: Wenn schon Italien mit seiner Industrieproduktion glänzen kann, schafft es dann ganz Europa in diesem Herbst wirtschaftlich wieder nach oben? Man weiß es immer erst hinterher.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen