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Europa

Deutsche Exporte: Warum ein Minus von 1,3% kein Problem darstellt

Redaktion

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Gemäß heute veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamts sind die deutschen Exporte im Mai im Vergleich zum Mai 2017 um 1,3% zurückgegangen. Das ist auf den ersten Blick doch eine sehr schlechte Nachricht, nicht wahr? Aber nur auf den ersten Blick! Denn wer sich das Vorjahr anschaut, der bemerkt: Von Mai 2016 auf Mai 2017 waren die Exporte außerordentlich kräftig gewachsen, nämlich um 14,2% auf 110,5 Milliarden Euro.

Diesen extrem hoch geschossenen Wert aus dem Vorjahr konnte die deutsche Wirtschaft dieses Jahr nicht toppen mit 109,1 Milliarden Euro Exportvolumen. Nur weil also das Vorjahreswachstum so außerordentlich kräftig war, ergibt sich dieses Jahr ein kleines Minus, und nicht weil die Exporte aktuell so schwach wären! So ein starkes Wachstum wie im Mai 2017 gab es schon lange nicht mehr – daher sollte man das aktuelle Minus als statistisch kaum zu schaffendes Plus ansehen, womit eben ein kleines Minus entstand.

Die eigentlichen Zahlen an sich sehen nach wie vor gut aus. Die Außenhandelsbilanz liegt mit 20,3 Milliarden Euro, und damit weiterhin auf einem stabil hohen Niveau. Der erste Chart zeigt den konstanten Abstand zwischen Exporten (blaue Linie) und Importen (rote Linie), wodurch der Überschuss entsteht.

Exporte

Hier weitere Details vom Statistischen Bundesamt im Wortlaut:

Unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel einschließlich Ergänzungen zum Außenhandel (+ 21,5 Milliarden Euro), Dienstleistungen (– 1,6 Milliarden Euro), Primäreinkommen (– 7,4 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (+ 0,1 Milliarden Euro) schloss – nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank – die Leistungsbilanz im Mai 2018 mit einem Überschuss von 12,6 Milliarden Euro ab. Im Mai 2017 hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 15,2 Milliarden Euro ausgewiesen.

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Mai 2018 Waren im Wert von 65,7 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 51,8 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Mai 2017 stiegen die Exporte in die EU-Länder um 2,4 % und die Importe aus diesen Ländern um 2,9 %. In die Länder der Eurozone wurden im Mai 2018 Waren im Wert von 40,8 Milliarden Euro (+ 0,1 %) geliefert und Waren im Wert von 32,9 Milliarden Euro (+ 0,6 %) aus diesen Ländern bezogen. In die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Mai 2018 Waren im Wert von 24,9 Milliarden Euro (+ 6,5 %) exportiert und Waren im Wert von 18,9 Milliarden Euro (+ 7,0 %) von dort importiert.

In die Länder außerhalb der Europäischen Union (Drittländer) wurden im Mai 2018 Waren im Wert von 43,4 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 37,6 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber Mai 2017 nahmen die Exporte in die Drittländer um 6,4 % ab, die Importe von dort sanken um 1,9 %.

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Deflation im Westen – Inflation nur in Osteuropa

Redaktion

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Soeben wurden für die Eurozone für den Monat September die Verbraucherpreise veröffentlicht (2.Veröffentlichung). Sie gehen im Jahresvergleich um -0,3 Prozent zurück, nach -0,2 Prozent im August und +0,4 Prozent im Juli. Auffallend: Inflation gibt es nur im Osten, während der Westen eher unter Deflation leidet.
Zum Vormonat steigen die Verbraucherpeise um +0,2%, ebenso in der Kernrate (ohme Nahrung und Energie) um +0,2%.

Dazu schreibt Eurostat, das die Daten erhebt:

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2020 bei -0,3%, gegenüber -0,2% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,8% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2020 bei 0,3%, gegenüber 0,4% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. .
Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,3%), Zypern (-1,9%) und Estland (-1,3%) gemessen.
Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (3,8%), Ungarn (3,4%) und Tschechien (3,3%) gemessen.

Die Verbraucherpreise in den jeweiligen Ländern

 

Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in dreizehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in sieben unverändert und stieg in sieben an.
Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,34 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,24 Pp.), Industriegütern ohne Energie (-0,08 Pp.) sowie Energie (-0,81 Pp.).

Die Verbraucherpreise in der EU und der Eurozone

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Europa

Aktuell: ZEW-Index schwach – neuer Realismus?

Markus Fugmann

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Jeden Monat wird der ZEW-Index vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhoben. Der Index gilt daher als ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die gerade veröffentlichten Daten sind wie folgt ausgefallen:

Der ZEW-Index (Konjunkturerwartungen Oktober) ist mit +56,0 Punkten deutlich schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war +73,0; Vormonat war +71,5).

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei -59,5 (Prognose war -60,0; Vormonat war -66,2) – damit sehen wir erneut eine starke Divergenz zwischen Erwartung und der Einschätzung der aktuellen Lage, wobei die aktuelle Lage nun jedoch skeptischer gesehen wird.

Dazu das ZEW: Erwartungen gehen erheblich zurück, große Unsicherheit wegen steigender Corona-Zahlen, dazu Unsicherheit vor US-Wahl..

Der ZEW-Index ist nach dem ifo Index der wichtigste Indikator für die deutsche Wirtschaft

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Devisen

Industrieproduktion in Italien: Ist das die große Wende für Europa? Euro steigt

Claudio Kummerfeld

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Italien-Flagge

Offizielle Daten zur Industrieproduktion in Italien für August wurden heute veröffentlicht. Und siehe da, was für eine Überraschung. Das übelst gebeutelte Italien feiert (zumindest gemäß dieser Daten) ein Comeback. Die Industrieproduktion steigt im Vergleich zu Juli um satte 7,7 Prozent, während ein Plus von lediglich 1 Prozent erwartet wurde. Im Durchschnitt der letzten drei Monate steigt sie im Vergleich zum Durchschnitt der vorigen drei Monate um 34,6 Prozent. Aber noch deutlich wichtiger ist, dass sie im Jahresvergleich zu August 2019 nur noch um 0,3 Prozent gesunken ist. Damit kann man sagen, dass die Industrie in Italien das Corona-Tal verlassen hat.


source: tradingeconomics.com


source: tradingeconomics.com

Gleich nach Veröffentlichung der Zahlen zur Industrieproduktion in Italien machte der Euro gegen den US-Dollar einen Sprung nach oben, von 1,1775 auf 1,1801. Das ist zwar nicht viel, aber bei der minimalen Volatilität der letzten zwei Handelstage war der Ausreißer nach oben direkt ab 10 Uhr heute Vormittag klar erkennbar. Der Devisenmarkt zeigt sich freudig überrascht von den Italien-Daten. Der kleine Euro-Anstieg ist derzeit auch ein Grund dafür, dass der US-Dollar heute insgesamt weiter fällt, was man in Form des US-Dollar-Index gut erkennen kann. Er ist ein Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen, wo der Euro das Hauptgewicht darstellt.

Frage: Wenn schon Italien mit seiner Industrieproduktion glänzen kann, schafft es dann ganz Europa in diesem Herbst wirtschaftlich wieder nach oben? Man weiß es immer erst hinterher.

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